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Robertino
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Robertino .

hat auf das Thema Hoffnungslos - und das an Weihnachten. im Forum Innenpolitik geantwortet
(...) Die Verursacher der weltweiten Verelendung sind keine unbekannte Größe, seit Jahren wird das angeprangert, aber kratzt das einen aus der Hochfinanz, bringt das Politiker in Rage, verändert es unsere geschundene Welt zum Postitiven weil späte Einsicht möglich wäre? (...) Medea.
Zu diesem Thema ist (fast) alles gesagt und geschrieben worden. Welche herrliche Freiheit (der Zynismus lässt sich selbst an Weihnachten nicht vermeiden!), dass man alles sagen und schreiben kann - wohl doch nur, weil diese Worte nichts (mehr) verändern. Die Politker, die Politik, wenn nicht selbst im Dienste des Kapitals tätig und bzw. oder hoffungslos mit allem involviert und vor allem korrumpiert, kann bzw. können und will nichts ändern oder raffen sich allenfalls zu kosmetischen Korrekturen auf - mit Hilfe einer immer weiter wachsenden Staatsverschuldung, deren Folgen eben nicht Kapital und deren Besitzer tragen, sondern die allgemeine Bevölkerung. (Man braucht ja die Stimmen der Wähler für die eigene Versorgung!) Ich werde es sich noch erleben, obwohl bereits einige Jahre über 70, wie die restlichen lebensnotwendigen Ressourcen wie Ackerland, Nahrungsmittel und Wasser privatisiert bzw. in der Hand einiger weniger sind, die dann auf diesem Wege eine "Art Weltherrschaft" ausüben und die Mehrheit der Mehrheit der Menschen ausbeuten können ... oder wie man das letztlich nennen will. Ein sarkastischer Trost bleibt mir. Alle diese eifrigen Claquere dieses Kapitalismus (Ich habe inzwischen Volker Pispers kabarettistsche Aussagen dazu im Netz gefunden), gleich ob man es Marktwirtschaft oder gar Soziale Marktwirtschaft nennt, werden genauso Opfer sein wie die übrigen 90, 95, 98 Prozent der Menschen. Die soziale Schmerzgrenze der Allgemeinheit ist wohl noch nicht erreicht. Medea, Lotte und Klostermaus - danke für die wenn auch ironischen und sarkastischen, aber letztlich klaren Worte! Nicht weihnachtstrunken und sentimentalisiert Robert
hat auf das Thema Per aspera ad finem mundi im Forum Wirtschaftsthemen geantwortet
Dem wäre noch beizufügen: Kapitalanhäufung in den Grössenordnungen unserer Multimillionäre und Milliardäre kann niemand als Einzelperson gewinnen. Immer sind es Millionen von Kleinen, denen etwas an ihrer Produktivität abgezwickt wird, um diese Kapitalanhäufungen zu tätigen. Dass dann diese Millionen und Milliarden wieder als Investitionen an Kleine gehen, ist keine wohltätige Gabe, sondern bringt den Kapitalgebern mittels Zinsen ja weitere Millionen und Milliarden. Fazit: Wer Millionen und Milliarden besitzt und Gewinn bringend anlegt, ist Herr. Wer darauf angewiesen ist, Kapital aufzunehmen, ist Sklave.
(Hervorhebung von mir, R.) Genau das ist der Hauptgedanke der Darstellung von David Graeber (ders.: Schulden. Die ersten 5000 Jahre. Stuttgart 2012), der zeigt, dass die „Schulden“ der Massen die Grundlage der Macht und Herrschaft von Wenigen sind. Angefangen von Hammurabi über die griechischen Stadtstaaten und Rom bis eben in unsere Zeit lebten und herrschten die Mächtigen u.a. durch die „Verschuldung“ der Massen. Mit Hilfe der Schulden lassen sich die Menschen versklaven und in Schuldknechtschaft halten. Das Buch von David Graeber ist höchst lesenswert. Vielleicht hat der eine oder andere selbst entdeckt, dass gelegentlich das Fernsehen, neben den üblichen überflüssigen und nur „unterhaltenden“ Schwachsinn, auch Aufklärung leistet: In ARTE: Sendereihe über Armut (- eine globale Herausforderung) Neben anderen Sendungen innerhalb dieser Reihe war bisher für mich sehr aufschlussreich die Sendung am Donnerstag 29. November:
23.15 Uhr: 740 Park Avenue – Geld, Macht und der Amerikanische Traum(Vielleicht per Mediathek 'nachzuschauen'?)
In dieser Sendung wurde die Diskrepanz zwischen der ur-us-amerkanischen Ideologie (Jeder kann, wenn er nur will etc. etc.) und der us-amerikanischen Realität aufgezeigt.
Die Bewohner der 740 Park Avenue in New York City sind ausschließlich Vertreter des superreichen Amerikas. Auf der anderen Seite des Harlem Rivers führt die Park Avenue in die South Bronx. In diesem Stadtteil beziehen 50 Prozent der Bevölkerung Lebensmittelmarken. In den letzten 30 Jahren ist die Ungleichheit rasant angestiegen: Der Amerikanische Traum gilt nur für Menschen, die das nötige Geld und somit Einfluss besitzen, um die Gesetze auf dem Capitol Hill in die gewünschte Richtung zu lenken.
(Text von der verlinkten Seite) Hier zwei weitere Literaturhinweise:
Wem gehört die Welt?: Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter von Silke Helfrich von oekom verlag (März 2009) Uns gehört die Welt!: Macht und Machenschaften der Multis von Klaus Werner-Lobo von Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juni 2010)
Robert
hat auf das Thema Difficile est ... im Forum Innenpolitik geantwortet
Haben sie gestern etwas geraucht, als sie diesen Kommentar geschrieben haben? Tut mir leid liebe Klostermaus, aber wenn sie hier Rentner zu Empfängern staatlicher Transferleistungen erklären, (...)
geschrieben von picaro
Was den Beitrag der Klostermaus betrifft ... difficile est, satiram intellegere ... Wer eifrig recherchiert, findet auch im Netz Gedanken und Überlegungen, wie man die baldige Altenmajorität bezüglich der Wahlstimmen einschränken kann ... R.
hat auf das Thema Ein Hintergrundgedanke ... im Forum Plaudereien geantwortet
(...) Diese Aufforderungen sind zwar ca 1.400 Jahre alt, aber es gibt ja überall Verrückte, siehe die Selbstmord-Terroristen, die sich und viele unschuldige Menschen in Allahs Namen in den Tod gesprengt haben. Ein gemäßigter Moslem wird diese Suren überlesen, auch wenn der Koran verbindlich für die strenggläubigen Muslime ist. Unberechenbar sind m.M.n. die fanatischen Islamanhänger, landläufig Islamisten genannt, da brauchst Du nur nach Afghanistan, Pakistan, Indien oder einige islamische Länder in Afrika zu blicken. Dort passiert oft unsägliches. M.
Der Gedanke bezüglich einer/der möglichen Reaktion dieser "Muslime" angesichts eines Umganges mit einem Koranexemplar, der ihnen vermutlich widerspricht ("Entsorgung" etc. - siehe meine Frage vor vielen Beiträgen) und die diesbezüglichen Beiträge zu dieser Frage - zum Teil sehr interessant! - lassen in mir den Verdacht hochkommen (so auch ein Beitrag hier), ob man tatsächlich die mögliche ablehnende, ignorierende oder gegebenenfalls "destruktive" Haltung bewußt einkalkuliert und bzw. oder als Anlaß für weitere haßerfüllte Reaktionen/Attacken nimmt? (Als Bestätigung für die Dekadenz, Verworfenheit, Ungläubigkeit? Letzteres ist wohl als solches schwerwiegender als ein Kapitalverbrechen, als die Mißhandlung von Mädchen und Frauen etc.?) Vor kurzem hatte ich das Vergnügen, in einem Fernsehhaushalt einen Ausschnitt (Nachrichtensendung oder so?) zu diesem Problem zu sehen; ein junger muslimischer Mann (offenbar deutscher Herkunft [!]) äußerte sich dergleichen, daß man als Ungläubiger in die Hölle [sic!] käme, daß man diese Ungläubigen (nicht die Hölle ...) vernichten solle etc. In der Annahme, daß immerhin dieser Ausschnitt (eben zumindest als Ausschnitt!) authentisch ist (und nicht eine fiktionale Szene war), frage ich mich ganz banal, was ist in der Entwicklung, Erziehung, Bildung und Sozialisation dieses jungen Menschen falsch gelaufen? Verblendet, verblödet, "fanatisch" (auch nur eine grobe, ungenaue Zustandsbeschreibung) ... oder wie soll man diese Haltung beschreiben und charakterisieren? Dumme, d.h. wirklichkeitsausblende Ansichten findet man ja, auch hier im ST, zuhauf (siehe diese reizenden, unterhaltsamen Ost-Westkontroversen in allen Spielarten), aber solche Haltungen in einem religiösen Rahmen, mit einen religiösen Allmachts- und Allwissensanspruch, mit einem Hang zur Verdammung und gegebenenfalls zur Vernichtung, haben doch etwas Beunruhigendes an sich. (Entwicklungen wie Aufklärung Demokratie und Pluralismus scheinen hier spurlos vorübergegangen zu sein?) Oder aus der anderen Perspektive: Was ist/läuft in den westlichen Gesellschaften (in den Familien, in der Schule etc.) so falsch, daß für junge Menschen solche "Religionen", daß "fundamentalistische Religionen und Weltanschauungen [wie man neulich in FAZ/SZ/ZEIT (?) entnehmen konnte] eine solche Anziehungskraft haben? Robertino
hat auf das Thema Re: Koran statt Wachturm im Forum Plaudereien geantwortet
Von den Initiatoren sicherlich auch als Provokation gedacht "jedem europäischen Haushalt seinen Koran", (war das nicht mal mit "Mein Kampf" ähnlich?), wird dieses gute Stück nun zur Ramschware degradiert, da millionenfach kostenlos "angeboten". Möglicherweise geht dieser Schuß nach hinten los. Was die Salafisten allerdings mit ihrer Aktion bezwecken, liegt auf der Hand. Und so ganz harmlos ist ja dieses Buch nun wirklich nicht ............
(fette Hervorhebung von mir) Was machen eigentlich diese Verteiler/Leute, wenn jemand dieses "verschenkte" Buch als Altpapier in die nächste Papiertonne wirft/verbrennt oder sonst irgendwie "entsorgt"? Oder wenn jemand an einem solchen "Buchstand" davon spricht, dieses verschenkte Buch entsprechend zu entsorgen oder so ...? R.
(...) Ich glaub doch, (...) bevor [hier] weiter diskutiert wird, geklärt sein sollte. Alles Andere führt in die Unwirklichkeit.
Liest man die Beiträge hier, dann die vielen, vielen Beiträge, Berichte und Kommentare in den Zeitungsausgaben der letzten Tage (einschließlich der Sonntagsausgaben der Welt und FAZ und des aktuellen Spiegel), hat man den Eindruck, jede/r sucht sich seinen Aspekt heraus, um seiner Betroffenheit, seinem Äger, seiner Wut und auch seinem Hang zur Selbstdarstellung, zur eigenen Wichtigtuerei freien Lauf zu lassen. (Medial gesehen ist ja die Publikation des Textes von Günter Grass in der SZ sehr folgenreich und erfolgreich - für die Zeitungen, für alle, die gerne sich in der Öffentlichkeit äußern etc.) Aber um was geht's aber? Um die Person von Günter Grass? Dessen Biographie? Dessen literarischer und moralischer Ansspruch als Schriftsteller (auch u.a. unter dem Aspekt des Literaturnobelpreises), dessen Person? Seine Haltung zur Nahostfrage, zum Staate Israel bzw. dessen gegenwäriger Regierung? Um seine Glaubwürdigkeit als Schriftsteller und Publizist? Um den Text als literarisches Konstrukt? Um poetische bzw. nicht-poetische Qualitäten des Textes? (Hier natürlich verbunden, in der Öffentlichkeit einmal die eigenen poetologischen Grundkenntnisse vorzuführen und zu demonstrieren.) Geht es um den Inhalt des Textes? (Es entsteht nicht unberechtigt der Eindruck, dass nicht wenige Meinungsäußerer den Text gar nicht richtig, vollständig gelesen haben.) Geht es um die berühmte Absicht des Autors? Oder geht es um den Staat Israel? Dessen Gründungsmythen, dessen Selbstverständnis, dessen Nahostpolitik während der letzten 45 Jahre? Um das Verhältnis des Staates Israel zur nichtjüdischen, lies: arabisch-palästinsischen Bevölkerung? Um die Siedlungs- und Militärpolitik des Staates Israel ebenfalls der letzten Jahrzehnte? Geht es darum, was man in Deutschland, was Deutsche (natürlich auch ungenau, wer alles darunter fällt) zum Staate Israel, zu dessen aktueller Politik etc. sagen und schreiben dürfen? Nur nebenbei: Wie sehen eigentlich andere europäische Staaten, Österreich, Schweiz, die anderen Nachbarn Deutschlands etc., das Verhältnis Israel-Iran, wie sieht man dort den Iran, dessen offizielle (?) Äußerungen zu Israel, dessen [i]Atompolitik, dessen Ansspruch, auch die Atomkraft zu nutzen (?) (Zumindest in der Wochenendausgabe der NZZ fand sich kein Hinweis bezüglich Grass, Gedicht etc. Oder habe ich es übersehen?) [/indent] Geht es doch um den vielzitierten Antisemitismus, dessen Inhalt und Deutungshoheit eben nicht geklärt ist? Geht es um den Nahen Osten, wer dort das Sagen haben sollte, wer dort politisch, miliärisch-strategisch und vor allem wirtschaftlich (Öl!) bestimmen will? Zu diesen Fragen kommt das Problem, was man konkret weiß. Welche medialen und politischen Informationen und Aussagen sind zutreffend? Was ist falsch, Lüge, Propaganda, unvollständig etc.? Wer manipuliert, zensiert, agitiert? Zu welchem Zweck? Robertino
hat auf das Thema Was ist Antisemitismus? im Forum Internationale Politik geantwortet
Es gibt in der politischen und ideologischen Diskussion Begriffe, die, losgelöst aus dem historischen Kontext (wenn ein solcher vorlag), jede weitere Diskussion, Analyse, Betrachtung und Beurteilung nahezu unmöglich machen. Dazu gehören etwa Freiheit, Marktwirtschaft, Kapitalismus, Sozialismus, Kommunismus, Terrorismus und etliche Begriffe mehr. Und dazu gehört auch der Begriff Antisemitismus; hierzulande - eben aufgrund des nationalsozialistischen Massenmordes 1933-1945 - ist dies wohl der schlimmste politische Vorwurf gegenüber Personen, Institutionen und Vertretern der Politik, den man machen kann. Jede weitere Diskussion, eben Analyse, Erklärung etc., erübrigt sich dann bzw. ist unerwünscht, wenn nicht gar verboten, d.h. mit einem Bannstrahl belegt. Vermutlich setzt sich niemand mit dem politischen Inhalt des Textes von Grass auseinander, sondern alle/s alles plärrt und schreit Antisemitismus auf der öffentlichen Bühne ... Und eine kritisch-politische Auseinandersetzung, Analyse etc. mit den Strukturen und Gegebenheiten im Nahen Osten, konkret: Iran, Israel etc., ist aufgrund der letztlich ungenauen, unvollständigen, gefilterten etc. kaum möglich. (Letztlich hier auch in Deutschland unerwünscht, hier hat man die Deutungs- und Meinungshoheit der USA und Israel einfach zu übernehmen. Basta!) Allerdings bleibt unklar, was gegebenenfalls das Antisemitische ist. Denn wer hat die Deutungshoheit über den Begriff Antisemitismus? Wer bestimmt gegebenenfalls, was Antisemitismus ist oder nicht? Das Fatale scheint auch zu sein, dass offenbar von Deutschland bzw. der deutschen Bevölkerung, der deutschen Politik und Publizistik eine Art "Nibelungetreue" oder soll man schreiben: Uneingeschränkte Zustimmung zu jeder Form israelischer Politik erwartet wird? Generationenlange und generationenübergreifende Folge und Verpflichtung (?) eben aufgrund des Massenmordes? (Der nationalsozialistische Massenmord war seit 1948 (sic!) nie ein Grund gegen die Zusammenarbeit und Rüstungslieferungen durch bzw. mit deutsche/n Rüstungsfirmen; siehe auch entsprechende Publikationen von Rainer Rilling) In diesem Zusammenhang auch der Hinweis auf Norman Finkelstein und dessen Bücher. Eine kritische Auseinandersetzung mit der israelischen Politik ist eher in Israel selbst, in allen möglichen europäischen Ländern, in den USA, Kanada, in Lateinamerika etc. möglich, nicht aber in Deutschland. Nur ein Hinweis: Man möge nur einmal über etliche Wochen die beiden jüdischen Zeitungen "Allgemeine jüdische Wochenzeitung" (Deutschland) und "Tacheles" (Schweiz) aufmerksam lesen, um den großen publizistischen und öffentlichen Unterschied in Selbstdarstellung und im Verhältnis zur eben nichtjüdischen Bevölkerung zu erkennen. Robertino P.S. Mir ist bewusst, dass diese kritische Überlegung natürlich als antisemitisch ausgelegt wird, was angesichts meiner Herkunft und Biographie nicht einer gewissen Komik entbehrt. P.P.S. Die öffentlich-politische Tabuisierung bestimmter Themen ist natürlich kein singulär deutsches Phänomen; da kann man fast alle europäischen Länder durchgehen, sie haben alle ihre Tabuthemen ...
In dem Artikel Die Kinder der Anderen beschäftigt sich der CDU-Abgeordnete Jens Spahn mit der demographischen Entwicklung. Eine Gesellschaft, in der bald jeder Dritte älter als sechzig ist, muss über die Lastenverteilung in Pflege und Rente neu nachdenken. Doch gerade dieses Nachdenken scheuen wir, sowohl in indivi-dueller wie in gesamtgesellschaftlicher Form. Wir denken, es sei noch Zeit. Doch das stimmt nicht. [/indent] Vermutlich wird dieses Thema etliche alte Menschen wenig tangieren; sei es, dass sie der Meinung sind, daß dies nicht mehr ihr Thema ist, dass sie von diesen Fragen und Problemen nicht mehr [i]belästigt werden wollen oder sie huldigen der sonnigen Ansicht: "Es wird schon alles gut werden."
Niemand redet gern übers Altern, übers Kranksein und Hilfloswerden. Und niemand stellt sich gern konkret der Frage, was passiert, wenn die eigenen Eltern nicht mehr allein können - wie wäre es, den eigenen Vater zu wickeln oder zu füttern? Nicht nur auf der familiären Ebene bleiben wir bei die-sen Themen gern im Abstrakten. [...] Sollten wir wirklich in Wahlkämpfen Rentenerhöhungen versprechen, weil die Senioren die größte Wählergruppe sind? Wie viele tausend Schulen müssen geschlossen werden, weil die Kinder, die sie besuchen sollen, vor sechs Jahren nicht geboren wurden? Teuerste Gerätemedizin für Intensivpatienten in den letzten Lebenswochen - notwendig, bezahlbar, ethisch vertretbar? Verpflichtender sozialer Dienst für über Fünfundsechzigjährige anstatt für Achtzehnjährige - dummes Zeug, unzumutbar oder vielleicht doch eine Bereicherung für beide Seiten?
Auch wenn der Autor Jens Spahn hervorhebt, dass diese Problematik vor allem die Jahrgänge ab 1960 ff. betrifft, werden diese Fragen und vor allem die entsprechenden Weichenstellungen (z.B. - auch wenn's manche als Spekulation etc. gerne abtun - Senkungen von Renten und Pensionen, weil vermutlich die normalen Inflationsverluste nicht ausreichen) bereits die jetzigen Alten betreffen. R. (Eingerückte Texte sind dem Artikel entnommen: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14.03.2012 Seite 27) P.S. Für "Meinungs-Liebhaber": Auf der Webseite der FAZ (Link siehe oben!) finden sich über 150 Meinungsäußerungen.
Und was die alten und älteren Menschen betrifft: Nimm denen ihr Wahlrecht und ihre Sparbücher ... dann sind sie für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik uninteressant. R.
geschrieben von adam
Welche Weisheit! Nimm dem Gepard Gebiss und Beine und keine Antilope interessiert sich mehr für ihn. Der Witz ist: Weder Rentner noch Gepard lassen sich das Entsprechende nehmen. adam
Es ging hier weder um Weisheit noch um Witz, nicht um schiefe, um nicht passende Vergleiche, sondern um Sarkasmus angesichts der sich selbst überschätzenden Altengeneration (wohlbemerkt: Ich gehöre mit meinen 77 Jahren natürlich auch dazu!). Die nächsten zehn, zwanzig Jahre werden zeigen, wie - nicht nur hier in Deutschland - hier mit den alten Menschen umgegangen werden wird. Renten- und Pensionseinschränkungen werden noch das geringste Übel sein. Und da werden die Rentner/ Pensionäre eben nicht gefragt werden. In dem Augenblick, wo wahltechnische bzw. wahlrechtliche Änderungen den Alten ihre Wahlmajorität nehmen (das wurde schon vor etlichen Jahren in bestimmten Zeitungen und Gremien diskutiert!), fällt die "Rücksicht" der Parteien (lies: diew wahltaktischen Argumentationen und -entscheidungen) bezüglich der bloßen Alten-Quantität weg. Gegenüber allen staatlich alimentierten Alten (und Menschen) übernimmt dann der Staat eine Art Wahlpatronat. Vereinfacht: Wer sich nicht selbst alimentieren kann, hat keine politische Stimme mehr. (Die Unterscheidung zwischen den eher wenigen wohlhabenden und reichen alten Menschen und eben der Heerschar der Rentner und Pesnionären spielt, quantitativ gesehen, keine entscheidende Rolle.) Die Vorkiegsjahrgänge wird das, soweit sie noch leben, weniger tangieren; die Frage ist, was mit den eben geburtenreichen Jahrgängen geschehen wird. (Diese können ja mal ihre Phantasie spielen lassen und sich vorstellen, wie das, lies: ihr Leben so um und ab 2030 aussehen wird. (Ich werde vermutlich dann nicht "Der Hundertjährige [sein], der aus dem Fenster stieg und verschwand".) R. P.S. Aber da es ja hier um den Bundespräsidenten Gauck gehen soll - sehr interessant und aufschlussreich das mediale Echo in SZ, FAZ, WELT, FR, taz und SPIEGEL. Wenn man die Selbstaussagen von Herrn Gauck sowie die gestrige Rede (die natürlich der Situation entsprach) mit der sich auch heute in den Zeitungen präsentierenden sozialen, wirtschaftlichen, finanziellen und ökologischen Realität vergleicht, so kann man nur konstatieren: Die (bisherigen) Worte Gaucks haben mit dieser sozialen und politischen Realität nichts zu tun, wenn man von dem sowohl für ihn biographisch und historisch verständlichen Freiheitsreflex absieht. Tonart, Terminologie, Pathos erinnern mich an die Predigten in den fünfziger Jahren, die mit pastoral-theologischen Worthülsen alles Mögliche beschworen (damals noch verstärkt Himmel, ewiges Leben und Gerechtigkeit nach dem Tode [sic!] etc.) und so an der Realität, den Nöten der Menschen damals grandios vorbeipredigten. Abgesehen davon, dass bisher die Reden und Aktionen der Bundespräsidenten politisch und gesellschaftlich folgenlos waren (sieht man von der bekannten Rede Weizsäckers einmal ab) und vermutlich von den Menschen am Weihnachtsabend bzw. Sylvester zwischen den Abendprogrammen so en passant wahrgenommen werden, werden vermutlich gerade die 20-25 Prozent Geringverdienenden in dieser Arbeitsgesellschaft nach den tröstenden und aufmunternden Worten (Freiheit, Verantwortung, Lust an der Politik etc. etc.) lechzen. Da ja hier auch nach Meinungen immer gefragt wird: Ich finde, die BRD hat nicht nur einen neuen Bundespräsidenten gewählt, sondern vor allem einen ...
Bundespastor
... bekommen. Das ist doch schön; oder? Die doch häufiger verwendete, nicht ganz korrekte Abkürzung BP bekommt somit eine weitere, in diesem Fall eben zutreffendere Bedeutung. P.P.S. Interessant und amüsant zu beobachten, wie lange die angesichts der gesellschaftlichen und politischen Bedeutungslosigkeit dieses Amtes die öffentliche Diskussion, aber auch die wahrhaft unendlichen Beiträge und Meinungsäußerungen im Internet, um Herrn BP Gauck anhalten. Der Vorschlag, einfach zum Herrn Gauck zu schweigen und zu beobachten, wann und wie der Bundespräsident die soziale, wirtschaftliche etc. Realität in Deutschland registriert und wie er dazu Stellung nimmt, wird wohl die Flut der Stellungnahmen und Meinungen nicht stoppen. P.P.P.S. Hat Herr Gauck eigentlich die normale Arbeitswelt, die Situation lohnabhängiger Menschen in der kapitalistischen Konsumgesellschaft selbst kennengelernt; d.h. am eigenen Leibe erlebt?

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