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Aktuelle Themen Muslime in der SChweiz weigern sich, die Hand zu reichen...

karl
karl
Administrator

Re: Muslime in der SChweiz weigern sich, die Hand zu reichen...
geschrieben von karl
als Antwort auf beresina vom 13.04.2016, 18:38:05
... weil alles so furchtbar belanglos ist
Belanglos ist dieses Thema sicherlich nicht, weil es, wie man ja lesen kann, bei vielen Missverständnissen besonders bei der Erstbegegnung von Menschen eine Rolle spielen kann.

Es gibt genügend Menschen, die ihre eigenen Rituale nie hinterfragt haben, sich deren überhaupt nicht bewusst sind und deshalb bei der Begegnung mit anderen Kulturen sich unnötigerweise beleidigt fühlen, obwohl der Gegenüber dies in keinster Weise beabsichtigt hat.

Deshalb ist eine Diskussion über Begrüßungsformeln in der heutigen Zeit durchaus hilfreich, weil die Relativität der eigenen Rituale dabei bewusst werden und das Wissen um andere Sitten helfen kann, unnötigem Streit aus dem Wege zu gehen.

Karl
margit
margit
Administrator

Re: Muslime in der SChweiz weigern sich, die Hand zu reichen...
geschrieben von margit
als Antwort auf uki vom 13.04.2016, 20:12:09
Liebe Uki,

danke für den Link. Der Artikel wäre eine eigene Diskussion wert.

Warum sollte ich denn unsere Gäste dazu zwingen, die Klügeren zu sein?
Interessanterweise gibt es auch bei Muslimen Unterschiede, nicht alle haben Probleme mit dem Handschlag. Und wie gesagt, der erste, der mir aus religiösen Gründen (wie ich vermute) den Handschlag verweigerte, war ein katholischer Abt in Rom. Ich war mit mehreren Schulklassen danach noch Gast in diesem Kloster und habe diese Attitude des Abtes ohne Schaden zu nehmen akzeptiert.

Margit
uki
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Mitglied

Re: Muslime in der SChweiz weigern sich, die Hand zu reichen...
geschrieben von uki
als Antwort auf margit vom 13.04.2016, 20:21:30
Warum sollte ich denn unsere Gäste dazu zwingen, die Klügeren zu sein?


Oh, oh, ich denke du weißt, dass ich es so nicht gemeint hatte, doch ich kann es auch gerne deutlicher sagen; erkläre ihnen, warum du nachgibst. -na ja, schon gut-

Jedenfalls, im Falle eines Falles, würde ich meinem Besuch, falls er es mir wert ist, unsere Gebräuche erklären.
Auch, das bei einer Verweigerung des dargebotenen Handschlags verbundene Gefühl der mehr oder weniger großen Ablehnung.

So geringfügig dieses Thema auch erscheinen mag, es steckt doch einiges an Fragen dahinter.

Meinen vorherigen Link zu lesen, -von einer Muslimin geschrieben- klärt schon etwas auf.

hier nochmals; Begrüßung

Lieben Gruß
~uki~

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margit
margit
Administrator

Re: Muslime in der SChweiz weigern sich, die Hand zu reichen...
geschrieben von margit
als Antwort auf uki vom 13.04.2016, 20:48:21
Liebe Uki,

für mich ist das shake-hands keine Machtfrage, sondern eine Nebensächlichkeit. Ich gebe nicht nach, sondern akzeptiere meine Gäste wie sie sind. Ich würde ja auch einen orthodoxen Juden genauso wenig wie einen frommen Mönch überzeugen wollen, mir die Hand zu reichen. Auch amerikanische oder japanische Freunde begrüße ich nicht zwangsweise mit Handschlag.
Ich empfinde das Verweigern des Handschlags nicht als Kränkung oder Ablehnung, wenn es nicht als diese gemeint ist, sondern als kulturelle Eigenheit, und bin durchaus mit der höflichen Verbeugung und dem freundlichen Gruß zufrieden. Dass das auch reziprok geschieht und die Gästin mir freundlich die Hand reicht, meinem Mann aber nicht, bedeutet ja auch nicht, dass sie ihn nicht schätzt oder gar kränken will.
Übrigens hätte ich keine Hemmungen, einen Gast, der sich daneben benimmt, aufzufordern zu gehen. Glücklicherweise ist das noch nie vorgekommen.
Wenn ich mich erinnere, wie schnell sich bei uns Bräuche und Sitten geändert und erweitert haben, mache ich mir keine Sorge, dass das Thema Handschläge in Bälde keine Wogen mehr schlägt - es sei denn, man stilisiert es zum Prinzip.

Margit
barbarakary
barbarakary
Mitglied

Re: Muslime in der SChweiz weigern sich, die Hand zu reichen...
geschrieben von barbarakary
als Antwort auf margit vom 13.04.2016, 22:21:53
Da ich des Handschlags in meiner vorherigen Region ziemlich entwöhnt war (was ich sehr gut fand!), passte ich mich hier an, da es direkt ein Hobby zu sein scheint, dass Jeder Jedem die Hand gibt. Aus hygienischen Gründen bin ich eher dagegen..., d.h. ich würde niemand vor den Kopf stoßen, aber auch nicht von mir aus die Hand reichen.

Interkulturell muss man da mit Feingefühl agieren je nach Situation, denke ich.

LG barbarakary
karl
karl
Administrator

Re: Muslime in der SChweiz weigern sich, die Hand zu reichen...
geschrieben von karl
als Antwort auf uki vom 13.04.2016, 20:48:21
Nicht jeder Muslim, der Frauen nicht die Hand gibt, ist frauenfeindlich. Es gibt Muslime, die glauben, gerade auf diese Weise Respekt zu zeigen. Wer mit dem Volksislam aufwächst, hinterfragt kaum Gebote und Verbote, Traditionen und Regeln, sondern befolgt sie brav. Diesen Muslimen nehme ich es nicht übel, wenn sie mir die Hand nicht reichen oder meine Geste nicht erwidern. Denn sie haben gelernt, dass Frauen und Männern sich nicht zu berühren haben, sofern sie nicht verheiratet oder nah verwandt sind.
geschrieben von Ukis Link
das ist der Fall bei unserer Flüchtlingsfamilie, es handelt sich nicht um einheimische Muslime. Wir haben nicht beleidigt reagiert, weil wir uns informiert haben. Zudem haben uns die Syrer die Situation erklärt, wir verstehen uns gut und ein Missverständnis gab es deshalb nicht.

Bei dieser Gelegenheit, das erzählte ich auch den Syrern und wir hatten dabei viel Spaß, vielleicht einmal die Schilderung echter kultureller Irritationen, die ich mit meinem ersten indischen Mitarbeiter hatte. Egal, was ich ihm auftrug, er schüttelte den Kopf. Ich war ziemlich irritiert und er offensichtlich auch über meine Miene. Als intelligente Menschen haben wir dann unsere Probleme miteinander offen besprochen. Ich ( und er) mussten lernen, dass bei ihm Kopfschütteln Zustimmung und bei mir Ablehnung bedeuten. Meine zukünftigen indischen Mitarbeiter erhielten dann zu Beginn immer eine Einführung in kulturelle Unterschiede. Das hat ihnen manchen Frust erspart, auch außerhalb des Labors.

Karl

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olga64
olga64
Mitglied

Re: Muslime in der SChweiz weigern sich, die Hand zu reichen...
geschrieben von olga64
als Antwort auf margit vom 13.04.2016, 20:00:49
Der Klügere...Der Klügere - zumindest in unwesentlichen Dingen.
In wesentlichen nicht - sonst herrschen die Dummen.

Das Ritual des Grüßens hat sich auch bei uns im Lauf der Jahre gewandelt. In meiner Kinderzeit haben die Mädchen noch gelernt einen Knicks zu machen und die Jungen einen Diener. Die Herren haben beim Gruß den Hut gelüftet oder die Hand an den Hut gelegt. Heute wird ein freundliches "Hallo" genauso akzeptiert wie ein "Grüßgott".

Margit


Ich finde die Kommentare interessant, die ich hier lese.
Allerdings denke ich, dass die wenigsten von uns wirklich Muslime öfter zu Gast haben. Wenn dann treffen sie diese als Kollegen oder Vorgesetzte oder wenn sie sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Natürlich auch als Ärzte, Friseure usw.
Es ist auch richtig, wenn erwähnt wird, wie sich die kulturelle Ausgestaltung in verschiedenen Ländern darstellt. Dort haben wir uns dann auf die Interna einzustellen; wir informieren uns - sofern wir an Land, Leuten und Kultur interessiert sind, vorher, damit wir nicht in Fettnäpfchen treten, befolgen dann diese (und lästern oft unter uns hinterher über diese eigentümlichen Unterschiede zu uns).
Aber hier geht es ja um ausländische Gäste bei uns und schon auch meine Frage, ob hier eine gewisse Akzeptanz unserer Regeln schon als intolerant auf unserer Seite zu werten ist?
Witzig finde ich den Vermerk zu Knicks (heute erlebe ich DAmen, die einen angedeuteten Diener machen, wie er früher nur bei Männern üblich war, was mir gut gefällt). Hüte werden heute meist nur noch von Rappern getragen - andere tun dies ja nicht mehr sehr häufig.
Und wird das fröhliche Hallo wirklich von jungen Leuten praktiziert, wenn sie ihrem Chef gegenüber stehen und dieser ihnen die Hand zum Grusse hinhält? Ich glaube es nicht. Es würde ja auch auf eine schlechte Erziehung der Eltern hinweisen, da Höflichkeitsformeln und gutes Benehmen doch auch das Schmiermittel im Zusammenleben einer Gesellschaft sind, wie ich finde. Olga
ehemaligesMitglied33
ehemaligesMitglied33
Mitglied

Re: Muslime in der SChweiz weigern sich, die Hand zu reichen...
geschrieben von ehemaligesMitglied33
als Antwort auf olga64 vom 13.04.2016, 16:41:51
hallo olga, ich sehe jetzt erst deinen interessanten artikel,
mille gracie, --- als ich noch in usa lebte, war es überhaupt
nicht usus, einander shake hands zu machen. nur männerfreunde
untereinander. ich habe eine starke abneigung gegen händereichen
wegen übertragung von krankheiten, in manchen arztpraxen steht
sogar ein schild, "bitte nicht hände zu schütteln", da habe
ich volles verständnis, lg, witta
myrja
myrja
Mitglied

Re: Muslime in der SChweiz weigern sich, die Hand zu reichen...
geschrieben von myrja
als Antwort auf uki vom 13.04.2016, 17:43:11
Langer Rede kurzer Sinn: Lasst doch jeden nach seiner Fasson selig werden und/oder grüßen und baut keine Probleme auf, wo keine sind.

Margit
geschrieben von uki


Ha, ha, wie funktioniert das in dem beschriebenen Fall?

~uki~


Ganz einfach, durch Gelassenheit. Ein freundliches Lächeln ist oft mehr wert und ehrlicher als jede Begrüßung durch Handgeben! Zwangsbegrüßung bringt doch nichts.
uki
uki
Mitglied

Re: Muslime in der SChweiz weigern sich, die Hand zu reichen...
geschrieben von uki
als Antwort auf myrja vom 29.04.2016, 11:51:51
Langer Rede kurzer Sinn: Lasst doch jeden nach seiner Fasson selig werden und/oder grüßen und baut keine Probleme auf, wo keine sind.

Margit



Ha, ha, wie funktioniert das in dem beschriebenen Fall?
geschrieben von uki



Ganz einfach, durch Gelassenheit. Ein freundliches Lächeln ist oft mehr wert und ehrlicher als jede Begrüßung durch Handgeben! Zwangsbegrüßung bringt doch nichts.




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Darum geht es aber nicht.
~uki~

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