Forum Allgemeine Themen Aktuelle Themen Obama hält "linke" Antrittsrede !!

Aktuelle Themen Obama hält "linke" Antrittsrede !!

luchs35
luchs35
Mitglied

Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von luchs35
als Antwort auf hafel vom 21.01.2009, 20:05:34
Bei allem - unpathetischen -Patriotismus in Obamas Rede, hat mir folgender Passus am meisten Hoffnung auf einen humaneren und erweiterten Blickwinkel Amerikas auf die arabischen Staaten und die Drittweltländer gemacht:

Der islamischen Welt sei gesagt, dass wir einen neuen Weg nach vorne suchen, basierend auf gemeinsamen Interessen und gemeinsamem Respekt. Für die Führer in der Welt, die Konflikte säen wollen oder die die Krankheiten ihrer Gesellschaften dem Westen anlasten – lasst Euch gesagt sein, dass die Menschen in Euren Ländern Euch danach beurteilen werden, was Ihr aufbaut, nicht danach, was Ihr zerstört. Denen, die durch Korruption, Betrug oder die Unterdrückung abweichender Meinungen an die Macht kamen, sei gesagt, dass sie auf der falschen Seite der Geschichte stehen. Aber wir sind bereit, eine Hand auszustrecken, wenn sie ihre Faust öffnen.

Den Menschen in den Entwicklungsländern sei gesagt, dass wir mit ihnen arbeiten, damit ihre Farmen florieren und sauberes Wasser fliesst, damit Hungernde zu Essen bekommen und der Geist Nahrung hat. Und den Nationen, die in Reichtum leben, sage ich, dass wir das Leid jenseits unserer Grenzen nicht länger ignorieren können. Und wir können auch nicht die Ressourcen der Welt nutzen, ohne auf die Folgen zu achten. Denn die Welt hat sich verändert, und wir müssen uns mit ihr verändern. (…)
geschrieben von Barack Obama:


Und Obama wird wissen, dass auch er danach beurteilt werden wird, was er zu erreichen vermag.
--
luchs35
karl
karl
Administrator

Re: Alle Menschen haben gleiche Rechte
geschrieben von karl
als Antwort auf vom 20.01.2009, 22:53:09
Du Karl, verlinkst hier die Rede Obama´s von der Homepage des Spiegels.
Diese Homepage ist unter anderen Homepages auch eine der Informationsquellen
für mich.
Wer sagt Dir denn, daß dieses deutsche Medium die Wahrheit schreibt.
geschrieben von clabautermann


Hallo Clabautermann,

ich habe die Rede Obamas im Original auf Englisch bei CNN gehört. Die deutsche Übersetzung aus Spiegel Online finde ich sehr gut. Aus Urheberrechtsgründen habe ich nur in Auszügen zitiert (man darf ganze Werke nicht zitieren). Die Unterbrechungen habe ich kenntlich gemacht.

Ich betone noch einmal, dass ich im Gegensatz zu einigen hier, Obama keineswegs nur auf Amerika bezogen reden gehört habe.

@ luchsi,

ich lese deinen Beitrag erst jetzt. Danke für das Zitat. Das ist genau einer der Redeabschnitte, die auch ich sehr gut fand.
--
karl
silhouette
silhouette
Mitglied

Re: Alle Menschen haben gleiche Rechte
geschrieben von silhouette
als Antwort auf karl vom 21.01.2009, 20:41:00
Wenn ich aushelfen darf, bitte sehr. Für alle ungläubigen Thomasse.
Die Adresse eines gerichtlich beeidigten Übersetzers kann ich bei Bedarf auch noch reichen. Vorsicht Clabautermann, nicht ganz billig, wenn der nochmal Hand anlegt!
)
--
silhouette

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eko †
eko †
Mitglied

Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von eko †
als Antwort auf karl vom 21.01.2009, 19:29:07
Natürlich war die Rede Obamas patriotisch, aber ich habe sie im Original gehört und ich bin ziemlich sicher, dass Obama weiter denkt als nur an Amerika. Wenn er davon spricht, alle Menschen seien gleich, dann meint er das auch - und zwar über Amerikas Grenzen hinweg.

Ich mache mir nichts vor. Auch mit Obama werden die USA zu allererst an sich selber denken, aber im Gegensatz zu George Bush und vielen der kleinkarierten Rechten in den USA weiß Obama, dass es den USA am Besten gehen wird, wenn die Menschen auf dieser Erde sich vertragen und sich gegenseitig achten - unabhängig von ethnischer Herkunft und Religion. So habe ich seine Rede verstanden.

Man bedenke auch, dass Obama Kosmopolit ist, nicht nur aufgrund seiner Herkunft, sondern auch aufgrund seiner Lebensgeschichte. Er hat große Teile seiner Jugend in Indonesien verbracht.

Ich bin natürlich gespannt, welche Taten seinen Worten folgen werden.
--
karl
geschrieben von karl


Dieses Mal, Karl, sehe ich es genauso wie Du. Dass Obama aufgrund seiner Vita das ist, was man allgemein als "Kosmopolit" bezeichnet, daran hatte ich noch gar nicht gedacht, aber es ist wirklich so. Dieser Mann schaut auch über den amerikanischen Tellerrand hinaus!
Und das ist gut so!
Dass er seinen Worten sofort hat Taten folgen lassen, hat er in eindrucksvoller Weise heute schon mit der 6-monatigen Sperre der Guantanamo-Verfahren bewiesen. Und er hat auch schon den Truppenabzug aus Irak in Angriff genommen. Wenn er so weitermacht, werden wir uns noch die Augen reiben über diesen Mann.

Ich bin mir sicher, keine Hillary und kein McCain hätten das so hingekriegt. Ich bin mir ganz sicher, der lässt uns alle noch staunen. Und ich mag ihn auch als Menschen, als Person. Und dazu seine Michelle, die Frau strahlt was aus, die weiß, was sie will.

Dass Barack Obama nicht nur seine amerikanischen Landsleute angesprochen hat, sondern quasi alle Völker dieser Welt, na, das zeigt doch, was der so "drauf" hat. Keine Silbe von der "Achse des Bösen" und kein Wort über "Schurkenstaaten". Der Mann hat ein anders Vokabular. Und er ist noch jung und dynamisch, grad mal so alt wie meine Tochter, na, da werden wir noch so manche Überraschungen erleben. Ich bin da sehr zuversichtlich.










--
eko
karl
karl
Administrator

Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von karl
als Antwort auf hafel vom 21.01.2009, 20:05:34
Hallo Hafel,


und es geht gut weiter:

Der neue US-Präsident kommt schnell zur Sache: Schon am Morgen seines ersten Tages im Amt telefonierte Barack Obama mit den wichtigsten Politikern der Krisenregion, auch Israels Premier Olmert. Er fordert mehr Engagement für den Frieden.
geschrieben von spiegel online

Schaun mer mal ...
--
karl
hafel
hafel
Mitglied

Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von hafel
als Antwort auf karl vom 21.01.2009, 21:11:12
Der Waffenstillstand von Israel "riecht" so etwas, als wollte man die "unpräsidiale Zeit" der USA ausnutzen. Hoffen wir alle, dass Obama das schnell zu seinem Hauptthema werden lässt.
--
hafel

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Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von mart1
als Antwort auf hafel vom 21.01.2009, 23:49:23
Das "riecht" nicht so, dass ist doch eine klare Tatsache.
--
mart1
carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von carlos1
als Antwort auf karl vom 21.01.2009, 19:29:07
"Natürlich war die Rede Obamas patriotisch, aber ich habe sie im Original gehört und ich bin ziemlich sicher, dass Obama weiter denkt als nur an Amerika. Wenn er davon spricht, alle Menschen seien gleich, dann meint er das auch - und zwar über Amerikas Grenzen hinweg."Karl

"...bedenke auch, dass Obama Kosmopolit ist, nicht nur aufgrund seiner Herkunft, sondern auch aufgrund seiner Lebensgeschichte." Karl

Ich weiß nicht, ob Patriotismus richtig die Motive wiedergibt. Es ist weit mehr. Wer den Text der englischen Rede herannimmt und die Schlüsselwörter herauspickt, kommt zu einem anderen Ergebnis. Barack Obama bezieht seine Überzeugung aus dem Glauben, aus der Transzendenz. Seine Rede ist eine christliche Predigt übersetzt ins Poltische. Dieser Mann ist ehrlich und er will Tabus brechen. Er kündigt das ausdrücklich an.

Der erste Abschnitt der verwendet bereits das religiöse Vokabular und die Bildersprache religlöser Vorstellungen: humbled (demütig), grateful for the trust bestowed on me (dankbar für das mir gegebene Vertrauen), sacrifices borne by our ancestors (Opferberetischaft unserer Vorfahren). Das ist fast messianisch. "Ihr habt mich erwählt"(Jesus). ....Ich aber sage euch. Das ist die Sprache der Bibel. Wir sind den Idealen unserer Väter treu geblieben. Die Grüdnungsurkun (Unabhängigkeitserklärung) wird beschworen, die Pilgerväter steigen vor dem geistigen Auge auf, die im Oktober 1620 an der Küste bei Cape Cod landeten, vertrieben wegen ihres Glaubens. Die Kinder in Amerika kennen Plymouth Rock, die Stelle, wo sielandeten. Der Fels wurde unter Glas gesetzt, sonst hätten ihn Souvenirjäger längst zerlegt. Bevor sie landeten schlossen sie einen Vertrag, gründeten einen Staat, gaben sich eine Obrigkeit, "he rule of law" in Gottes Namen. Der erste Winter war hart und fast die Hälfte der Pilgerväter starb. "The rights of man" (Menschenrechte) kamen später in der Unabhängigkeitserklärung hinzu. Hier werden Bilder beschworen.

Obama sagt nicht, dass alle Menschen gleich seien, keine Rede davon, er spricht von dem Gott-gegebenen Versprechen, dass alle Menschen gleich sind.... und dass alle verdienen eine Chance zu erhalten, um ihren Anteil am (menschlichen) Glück anzustreben. Hier wird kein Füllhorn von Versprechungen ausgeschüttet, sondern an harte Arbeit erinnert! Dann folgen drei Absätze in denen vom Pfad und dem Weg und der Reise gesprochen: "Our journey has never bee one of shortcuts ...... it has not been the path of the faint-hearted (dieser Weg ist kein Weg für die Kleinmütigen) ..... the rugged path towards prosperity and freedom. Dann die Erinnerung an die Pionierzeit, die harte Sklavenarbeit. Die Schlachten im Krieg - Concord, Gettysburg, Normandie. Dann das Bekenntnis: Sie opferten sich und arbeiteten schwer fü ein besseres Leben, weil sie wussten, dass Amerika größer ist als die Summe allen individuellen Ehrgeizes, ... allen persönlichen Reichtums. Dann wieder das Bild der Reise: Auf diesem Weg gehen wir heute weiter. Weiteroben spricht er von den Idealen, die die Welt erhellen. "Ihr seid das Licht der Welt", so Jesus. Wie in der Bergpredigt stamnd er oben auf dem Kapitol und unten die Menschen, die ergriffen zuhörten.

Er verweist auf die Zyniker, die nichts verstehen und verstanden haben, auf abgestandene, verstaubte Argumente, die nicht mehr anwendbar sind. So redet einer, der bereit ist Tabus zu brechen? Er legt keinen Wert auf Dogmen, er will, dass in den Behörden gearbeitet wird und effizient gearbeitet wird, um Menschen zu helfen Jobs zu finden etc. Dann: Das ist die Quelle unseres Vertrauens, das Wissen, dass Gott uns berufen hat "to shape an uncertain destiny." Eine immer noch junge Nation wie Amerika wird "wie die Heilige Schrift (Scripture, das Wort Gottes) sagt", das "kindische Gerede" sein lassen, beiseite legen. Wiederbelebung des Geistes der Ausdauer ....etc Das soll Patriotismus sein? Es sit eher das Bewusstsein: Wir schaffen das.

Das nur als kleiner Hinweis auf eine mögliche Deutung. Raumbedingt sehr kurz und unzusammenhängend


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carlos1
Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von mart1
als Antwort auf carlos1 vom 22.01.2009, 09:06:52
Ich denke, er hat das positive Potential der USA aufbauend auf Chiffern, die jedem US-Bürger geläufig sind, sehr gut rübergebracht - Hoffnung und Verpflichtung für die eigene Regierung, die US-Bürger und die Welt.
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mart1
Medea
Medea
Mitglied

Re: Obama ist nicht kleinkariert
geschrieben von Medea
als Antwort auf carlos1 vom 22.01.2009, 09:06:52
Mir ist der starke Gottesbezug auch aufgefallen.
Das liegt wohl auch in der Tradition amerikanischer Präsidenten.
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Medea

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