Aktuelle Themen Sexismus-Debatte

RE: Sexismus-Debatte
geschrieben von ehemaliges Mitglied
Ich befürchte, dass die Debatte um sexuelle Übergriffe ins Unmögliche abdriftet.
Damit meine ich, dass das Mögliche im charmanten Begegnen "verunmöglicht"
wird. (Ein grausiges Wort, muss aber hierher,)Zwinkern
Clematis

 
pippa
pippa
Mitglied

RE: Sexismus-Debatte
geschrieben von pippa
als Antwort auf Edita vom 06.02.2018, 08:29:48

Stummelschwänzchen oder Kleinwüchsige ist nun einmal genau so eine Verächtlichmachung, wie Mädel oder Mutti. Wer Respekt für sein Geschlecht einklagt, muss diesen auch dem anderen Geschlecht gegenüber haben.
Pippa

Lissy52
Lissy52
Mitglied

RE: Sexismus-Debatte
geschrieben von Lissy52
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 06.02.2018, 09:21:09

Das denke ich eigentlich nicht.
Man darf Frauen und auch Männern ruhig zutrauen, dass sie einen charmanten Flirt von einer unverschämten Anmache unterscheiden können.
Der dumme Spruch von den Herren, sie dürften wohl nun keine Komplimente mehr machen, weil sie dann als sexistisch gebranntmarkt werden, ist nur eine Ausrede. Denn die meisten Männer sind ja charmant und nett beim Flirt. 
Ich rate Männern, weniger  bei den anderen Männern  als toller Macho dastehen zu wollen, sondern lieber den Frauen zu zeigen, was für ein netter Typ man ist.


Anzeige

RE: Sexismus-Debatte
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Lissy52 vom 06.02.2018, 09:43:23
Lissy, ich denke es nicht nur, ich seh und hör es auch.

Möge Dein Optimismus in Gottes und allen männlichen Gehörgängen rauschen.

Und nein, ich bin nicht im Club der Betroffenen, weil ich rechtzeitig und heftig NEIN sagte.
Aber ich hatte es auch noch nie mit Regiseuren zu tun.

In der Manchester Art-Galerie wurde ein Gemälde abgehängt, das Nymphen zeigt, um die Darstellung von weiblichen Körpern abzustoppen.
An der Stelle, wo das Bild hing, ist ein Zettel mit der Aufforderung an die Besucher, ihre Meinung zur Kunst und Sexismus zu sagen.
Kulturzeit am 2. Februar 2018.

Gruss
Clematis

 
heide †
heide †
Mitglied

RE: Sexismus-Debatte
geschrieben von heide †

Mit *Stummelschwänzchen* kenne ich mich nicht aus. Wer allerdings persönliche Erfahrungen damit gesammelt hat und weiß wovon er spricht,  dem gehört hier mein Applaus. Brrrrr

mane
mane
Mitglied

RE: Sexismus-Debatte
geschrieben von mane
als Antwort auf Federstrich vom 05.02.2018, 16:05:50

Danke, liebe Mane, dass du ihre Position durch den Link noch mal unterfüttert hast.

Zwinkern Mir war schon klar, dass hier niemand aus der Schatulle plaudert. Nur ihr vehement vorgebrachtes Argument hatte ich in Diskussionen zu diesem Thema noch nicht gehört und deshalb habe ich mich gefragt, ob denn Frau Flaßpöhler damit unwidersprochen durchkommt, wenn es niemand kommentiert? Heißt Schweigen dann Zustimung?

Wäre es nicht angebrachter, dass sich manche Männer mit ihrer Sichtweise, ihrem Verhalten gegenüber Frauen auseinandersetzten, so dass Frauen sich nicht wehren müssen?

Freilich wäre es das, aber das geht auch nicht ohne die Frauen, denn durch diese fühlen sich Männer mitunter auch bestätigt. Wie oben schon angedeutet, müsste ein anderes Bild von Männlichkeit stärker Raum greifen, das das allgegenwärtig medial vermittelte, rustikale Männerbild bei den Männern selbst und bei den Frauen in Frage stellt. Diese Diskussion wird nun seit den 90ern erneut befeuert durch die Migrationsbewegungen. Männer müssten sich selber im Klaren darüber werden, welches Männerbild ihnen entspricht, denn was Maskulinität ausmacht, ist umstritten sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Dabei ginge sicherlich Liebgewordenes verloren, denn das aktuell dominierende, letztlich archaische Männerbild begünstigt eben bestimmte Verhaltensweisen bis hin zu sexuellen Belästigungen, wie man auch bei Frau Flaßpöhler herauslesen kann.  Daneben haben bestehende Strukturen und Vorbilder, an denen sich Männer orientieren, einen Einfluss auf die Entwicklung des Männerbildes. Gruß, Federstrich
 

Lieber Federstrich,

ich habe die Erfahrung gemacht, dass Schweigen keinesfalls immer Zustimmung bedeutet. Im Seniorentreff heißt das wahrscheinlich, dass die hier Lesenden keine Lust haben, sich mit der Ansicht von Svenja Flaßpöhler näher zu befassen. Weil sie ganz andere, nicht sofort verständliche Sichtweisen einbringt, die auch ich vorher noch nicht gehört hatte. Sie ist der Meinung, dass die MeToo-Debatte den Frauen letztendlich mehr schade als nütze, dass sie alte Rollenbilder verstärke statt sie aufzulösen, dass sie weibliche Handlungsfähigkeit ablehne statt einzufordern und weibliches Begehren als ausschließlich reaktiv beschreibe.

Dass Frauen im Verlauf der Geschichte und ihrer Sozialisierung im Patriarchat ihre Sexualität für lange Zeit nicht frei wählen und ausleben konnten, sondern sie immer nur reaktiv mit dem, aus psychoanalytischer Sicht, „allmächtigen Phallus“ interagierten, sehe ich ähnlich. Das hat schon Simone de Beauvoir in diesem Sinne in ihrem Klassiker  „Das andere Geschlecht“  formuliert. Ob Frauen sich aber im Laufe der Jahre wirklich nicht weiter entwickelt haben?

Es ist eine Sichtweise, mit der es sich zu befassen lohnt. Dazu sind beide Geschlechter gefragt, das ist richtig. Die Vorstellungen von Gleichberechtigung und dem eigenen Leben, den eigenen Wünschen und Bedürfnissen, klaffen oft weit auseinander. Auf der einen Seite lieben viele Frauen z.B. etwas „rustikalere“ Männer, was aber auf der anderen Seite, wie du richtig schreibst bestimmte fordernde Verhaltensweisen begünstigt. Auch importiert Migration eher archaische, patriarchalische Rollenbilder, welches Frauen unter die Kontrolle des Mannes stellt. Für einen wirklichen gesellschaftlichen Wandel braucht es einen langen Atem. Ich hoffe, wir haben ihn!
Gruß Mane
 

Anzeige

olga64
olga64
Mitglied

RE: Sexismus-Debatte
geschrieben von olga64
als Antwort auf mane vom 06.02.2018, 11:33:22

Dass Frauen im Verlauf der Geschichte und ihrer Sozialisierung im Patriarchat ihre Sexualität für lange Zeit nicht frei wählen und ausleben konnten, sondern sie immer nur reaktiv mit dem, aus psychoanalytischer Sicht, „allmächtigen Phallus“ interagierten, sehe ich ähnlich. Das hat schon Simone de Beauvoir in diesem Sinne in ihrem Klassiker  „Das andere Geschlecht“  formuliert. Ob Frauen sich aber im Laufe der Jahre wirklich nicht weiter entwickelt haben?
 
Gruß Mane
 
geschrieben von mane
Ich wundere mich ein wenig darüber, dass es jetzt hier wieder FRauen gibt, die Männer in Schutz nehmen, nur weil ich mir erlaubte, das Stummelschwänzchen  anzuführen, das diese mit ungebührlichem Verhalten Frauen gegenüber wohl präsentierten. Eine Diskutantin geht sogar noch weiter und unterstellt mir anscheinend einschlägige Erfahrungen auf diesem Gebiet. Und das alles, weil ich Vorfälle schilderte, wo Amerikanerinnen nach Jahrzehnten ihre Erfahrungen mit wichtigen Männern schilderten. Es nützt natürlich nichts mehr, hier Frauen unserer Generation aufzurufen, dies anders zu machen - um uns geht es ja nicht. Diese Zeitspanne ist ja vorbei und wie es viele von uns gehalten haben, mag ich mir gar nicht so vorstellen. Es geht um Töchter und Enkelinnen unserer Generation und diese sollten so selbstbewusst Männern gegenüberstehen und sich auch nicht scheuen, die Sache beim Namen zu nennen und nicht auf Hilfe irgendwelcher Männer warten oder vertrauen - für wirklich wichtige Dinge sollte man diese Herren wirklich nicht beschäftigen.

Mane  den Vergleich mit Simone de Beauvoir finde ich schon lange nicht mehr passend in diesem Zusammenhang. Dieses Buch schrieb die von mir sehr geschätzte Autorin 1949. Dann gab es aber ab Anfang er 60er Jahre die Pille, die doch unser weibliches Sexualverhalten ganz anders positionierte (zumindest bei einigen von uns). Aber auch die Sätze von damals bleiben mir im Gedächtnis, sehr oft ausgesprochen von verunsicherten MÄnnern, die schon damals ihre Domäne der Wahlfreiheit Frauen gegenüber in Gefahr sahen: sie erklärten dann gerne, dass dies nicht gut sei, wenn Frauen jetzt stets frei verfügbar wären. Dabei dachten sie sicher an ihre erwählte Ehefrau und befürchteten deren sexuelle Revolution, wenn die jetzt eigene Erfahrungen mit anderen Männern machen wollte.
Ähnlich kam es ja: es wurden weniger Kinder geboren, Frauen reichen öfters die Scheidung ein, sie wählen Männer, die auch bevorzugt einige Jahre jünger sind, verdienen eigenes Geld und müssen sich nicht mehr in Ehen drängen lassen, um keine Existenzängste mehr haben zu müssen. Das alles machte doch auch den "allmächtigen Phallus" zu dem, was er sein sollte: einer positiven SAche, wenn frau Lust darauf hat.... Olga
RE: Sexismus-Debatte
geschrieben von ehemaliges Mitglied


In der Manchester Art-Galerie wurde ein Gemälde abgehängt, das Nymphen zeigt, um die Darstellung von weiblichen Körpern abzustoppen.
An der Stelle, wo das Bild hing, ist ein Zettel mit der Aufforderung an die Besucher, ihre Meinung zur Kunst und Sexismus zu sagen.
Kulturzeit am 2. Februar 2018.

Gruss
Clematis
zitiert nach Clematis 6. 2. 2018, 9.43 Uhr



Soeben berichtet Kulturzeit, dass in der Manchester-Art-Galerie das Bild mit den Nymphen wieder hängt. Die Vernunft siegt doch immer wieder.
Es sind wohl sehr viele Meinungen - und offensichtlich mit einer klaren Haltung - zustande gekommen.

Wenn wir alle nackten Frauenbilder aus den Museen verbannen würden, wären alle Rubensens bis Egon Schieles nicht mehr da.

Das Pendel, das zur Zeit mächtig weit ausschlägt, wird sich auch wieder einpendeln.

Clematis



 
schorsch
schorsch
Mitglied

RE: Sexismus-Debatte
geschrieben von schorsch

Auf die Gefahr hin, in die internationalen Medien zu gelangen mit meinem "Sexfoto", stelle ich dieses hier ein und bitte zu beachten, dass das "Ding" in der Mitte und das "Ding" weiter unten keine menschlichen Genitalien darstellen!


schorsch
schorsch
Mitglied

RE: Sexismus-Debatte
geschrieben von schorsch
als Antwort auf schorsch vom 07.02.2018, 10:56:24

....aber ihr dürft immerhin raten, um was es sich handelt!


Anzeige