Forum Wissenschaften Anthropologie / Psychologie ADHS - Wenn Pädagogen sich anmaßen medizinische Diagnosen zu stellen,

Anthropologie / Psychologie ADHS - Wenn Pädagogen sich anmaßen medizinische Diagnosen zu stellen,

carlos1
carlos1
Mitglied

Re: ADHS - Wenn Pädagogen sich anmaßen medizinische Diagnosen zu stellen,
geschrieben von carlos1
als Antwort auf Edita vom 19.08.2014, 14:46:33
Ein sehr interessanter Thread und ein kompliziertes Problem. Ich selbst bin ein ADHSler gewesen und bin es im Kern immer noch, weil bestimmte Merkmale dieser Störung sich nicht verlieren, aber im späteren Leben kompensiert werden, durch Training. Training hieß früher nicht psychologische Behandlung, sondern bittere Erfahrungen. Dazu gehörte auch eine Tracht Prügel.

Der Eindruck entsteht, dass ADHS gekennzeichnet ist durch Störung im Unterricht. Das muss nicht sein. Auch ein schächternes, sehr zurückhaltendes Kind kann von dieser Störung betroffen sein. Man spricht dann von ADS-Syndrom, wie ich mich erinnere.

Auffälligkeiten bei KIndern, bei denen ADHS/ADS auftritt, machen sich schon ab dem zweiten Lebensjahr bemerkbar. Nicht vorher. Bei meiner Enkelin fiel uns z. B auf, dass sie sich mit Macht gegen Radiomusik während der Autofahrt wehrte. Sie wurde ungebärdig und begann laut zu schreien. Ich versuchte es mit klassischer Musik (Mozart). Sie wollte nichts hören. Bei einem Flug in den Urlaub brüllte sie aus Leibeskräften, was den Eltern und uns als Großeltern schräge Blicke einbrachte. Andere Kinder fingen auch an zu brüllen. Das Flugzeug entwickelte sich zu einem einzigen Heul- und Schreikonzert, als andere KLeinkinder auch zu schreien begannen. Aus dem Flugzeug ausgestiegn: sofort war alles normal. Bei Geräuschen (Konversation mehrer Menschen genügen) nimmt sie nicht alles wahr oder schaltet ab. Das erste Schuljar war ein Problem, weil sie unter dem lauten Lärmpegel litt. Das Problem muss nicht sein, wie im ZEIT-Interview angedeutet wird. Es war schulbedingt. Hoher Lärmpegel führt eben zu Lernstörungen. Als zweites schulisches Problem kam die hohe Zahl an Arbeitsblätter hinzu. Bis zu acht Arbeitsblätter sind einfach zu viel. Was ist das für ein Unterricht? Wenn diese Blätter nicht erklärt werden, Begriffe nicht verstanden sind, scheitern die Schüler beim selbstständigen Arbeiten. Selbstständigem Arbeiten muss immer eine Einleitung mit Erklärungen vorausgehen. Motivationsphase nannte man das früher. Fehlt heute völlig.

Gerade eben erfahre ich von meiner Tochter, dass in der vierten Klasse eine Religionsarbeit bevorsteht. Die Eltern werden aufgefordert/ermahnt Begriffe wie Monotheismus, Polytheismus etc zu erklären und richtig schreiben zu lassen. Im Internet sollte auch ein Gedicht gesucht werden und auswendig gelernt werden. Die Herbstferien sind noch nicht zu Ende. Ich habe Arbeitsblätter gesehen in der dritten Grundschulklasse, die Begriffe aus der Geschichte der Kreuzzüge verwenden, die eigentlich für 13Jährige auf dem Gymnasium üblich sind. Zur Überprüfung werden Einsetzübungen verwendet, die aber nicht lösbar sind, weil lateinische Fachbegriffe nicht verstanden sind. Die Unruhe in der Klasse mit 20 Kindern ist beträchtlich bei solchen Lernbedingungen. Da rasten viele Kinmder mal aus.

Pädagogik heißt doch eine Lernatmosphäre in einer Gruppe schaffen, die zum Arbeiten anregt, Jugendliche fesselt. Das wird nicht mehr gelernt an den PHs. Übrigens: Mehr als 8-12 Minuten können sich Kinder im Grundschulalter nicht auf ein Thema konzentrieren. Sie wollen Abwechslung: variatio delectat. Vor allem muss geübt werden. Nicht den Eltern das Üben übertragen (Anmweisungen per Email), sondern das muss in der Schule geschehen. Dann vor allem: Mut zur Lücke. Der beste Mathelehrer, den ich hatte stimmte uns durch 10 Minuten Kopfrechnen ein.

Ich wurde ein sehr guter Schüler. Ob ich heute so erfolgreich wäre? Nein. Mir wäre es zu laut. Ich bin ein ADS-Typ. Unter meinen Vorfahren gab es eine Menge solcher Typen. Die Auswanderer nach Amerika waren großenteils ADS/ADHS-Typen. Nur "Spinner" konnten die Gefahren auf sich nehmen. In den USA soll es viele ADHSler geben.

Mein ADS macht sich heute bemerkbar bei der Wahrnehmung von mehreren Sprechenden. Ich könnte aus der Haut fahren, wenn mir beim, Telefoniernen jemand dazwidchen redet.

Es hift viel Rituale bei Kindern regelmäßig einzuhalten und nicht ständig Druck auszuüben. Jugendliche brauchen Erfolgserlebnisse.

Ohne Tabletten geht es bei echten ADHSlern oft nicht. Leider.
Edita
Edita
Mitglied

Re: ADHS - Wenn Pädagogen sich anmaßen medizinische Diagnosen zu stellen,
geschrieben von Edita
als Antwort auf carlos1 vom 31.10.2014, 21:10:03
Lieber Carlos,

ich finde es ganz großartig, daß Du Dich als " Betroffener " hier zu Wort meldest, mein allerhöchster Respekt!
So kann vielleicht auch mit dem Vorurteil aufgeräumt werden, daß ADHS/ADS gleichbedeutend ist mit " zurück geblieben " , " nicht händelbar ", " nicht bildungsfähig ", kurz gefaßt, " mit Katastrophe "!

Daß Pädagogik an PHs, eigentlich ist das ein Widerspruch schon in sich, nicht mehr gelehrt wird, ist u.a. gerade für solche Kinder, schlicht eine Katastrophe! Hinzu kommt die allgemeine Bewegungslosigkeit aufgrund der Unmöglichkeit noch draußen spielen zu können, die fortschreitende " Lustlosigkeit " von Eltern, ihren
" unruhigen Kleinen " gemeinsame sinnvolle und die Familienbande stärkende Beschäftigungen entgegenzusetzen!
Daß Erstklässlern heutzutage die Motorik fehlt um richtig schreiben zu lernen, ist ein Defizit, das man in allererster Linie den Eltern anlasten kann und auch muß, aber....... die Grundschullehrer könnten diese Scharte ja auswetzen, geht aber nicht, da sie nicht gelernt haben, wie man das angeht,usw.
Irgendwann, nach ein paar Wochen kristallisiert sich noch mehr raus, was das Kind nicht kann, und dann beginnt die Frust-Phase auf beiden Seiten, die dann darin enden kann, daß es wieder einen unglücklichen aber "behandlungsbedürftigen ADHS-ler" mehr auf der Welt gibt!

Edita
mane
mane
Mitglied

Re: ADHS - Wenn Pädagogen sich anmaßen medizinische Diagnosen zu stellen,
geschrieben von mane
als Antwort auf carlos1 vom 31.10.2014, 21:10:03
Hallo Carlos,

ich finde es gut, dass Du den Unterschied zwischen ADS und ADHS zur Sprache bringst. Für letzteres ist die Hyperaktivität ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Bei Kindern, die ADS haben, liegt der Schwerpunkt bei der Unaufmerksamkeit.

Die Auffälligkeiten kommen in verschiedenen Kombinationen und Ausprägungen vor.

Gruß Mane

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carlos1
carlos1
Mitglied

Re: ADHS - Wenn Pädagogen sich anmaßen medizinische Diagnosen zu stellen,
geschrieben von carlos1
als Antwort auf Edita vom 01.11.2014, 09:35:14
Danke für die beiden Beiträge. edita und mane. Ich wollte mich gegen die und vorschnellen Urteile wenden, ADHS/ADS sei eine Krankheit oder gar eine Katastrophe. Es wurde die Vermutung geäußert, dass es sich um eine Stoffwechselstörung im Hirn handelt. Mag sein. Von anderer Seite hörte ich es sei eine Wahrnehmungsstörung, die auf einer Stoffwechselstörung im Gehirn beruht (Dopamin und Serotonin betroffen). Es gibt Aufnahmen mittels Hirnscreening, die Auffälligkeiten verzeichnen im Vergleich mit anderen Hirnaufnahmen bei der Tätigkeit verschiedener Hirnregionen. Die Feststellung, ob ADHS/ADS vorliegt oder nicht obliegt nicht den Medizinern, sondern Psychologen und Neurologen, die nach langen Testreihen ein Urteil fällen können, inwieweit Reizleitungen und Reaktionen betroffen sind. Es steht aber m. E. außer Frage, dass es keine Krankheit ist, die Pädagogen berechtigt Alarm zu schlagen.

Der Begriff Inklusion wurde in diesem Thread genannt. Pädagogen sprechen zwar davon, dass sie aufgrund ihrer Ausbildung über die nötigen Maßnahmen Bescheid wissen. Meine Zweifel aber bleiben.

" Daß Pädagogik an PHs, eigentlich ist das ein Widerspruch schon in sich, nicht mehr gelehrt wird, ist u.a. gerade für solche Kinder, schlicht eine Katastrophe! Hinzu kommt die allgemeine Bewegungslosigkeit aufgrund der Unmöglichkeit noch draußen spielen zu können, die fortschreitende " Lustlosigkeit " von Eltern, ihren
" unruhigen Kleinen " gemeinsame sinnvolle und die Familienbande stärkende Beschäftigungen entgegenzusetzen!.


Daß Erstklässlern heutzutage die Motorik fehlt um richtig schreiben zu lernen, ist ein Defizit, das man in allererster Linie den Eltern anlasten kann und auch muß," edita


Du sprichst Probleme an, unter denen Eltern und Pädagogen leiden. Mit Schuldzuweisungen halte ich mich zurück. Denn das Schulsystem mit Stunden-, Pausen- und Stoffplänen, den vorgegebenen Bildungsstandards unterwirft Schüler, Lehrer und Eltern einem strengen Regime, das noch in seinen Auswirkungen durch die Pisa-Überprüfungen verstärkt wird. Es trifft zu, dass bei Vorschulkindern die Motorik oft nicht altersgemäß entwickelt ist (Bewegungsmangel). dass sie nicht mit Schere und Papier oder Klebstoff umgehen können oder einen Farbstift führen können. Ein Grund mehr, die Kinder dort abzuholen, wo sie stehen (und nicht sie als krank abzustempeln). Schüler dort abholen, wo sie stehen, das ist die praktische Aufgabe der Pädagogen. Sie/er muss eine "Sprache" wählen, die verstanden wird: Anschaulichkeit ist das erste Gebot. Auf jeder Altersstufe ändert sich die altersgemäße Sprache.

Wer denkt denn daran, dass Jungen anders biologisch programmiert sind als Lehrplanorganisatoren es vermuten. Sie sollen still sitzen und nach Wochenplan funktionieren. Derweil sagt ihnen ihr eigenes Programm, dass sie rennen sollen, damit in ihre Lungen Sauerstoff kommt. Das Stillsitzen ist nicht ihr Programm.

Aus einem Zeugnis (Schulbericht) des dritten Schuljahrs: "Sie beherrschte die Rechtschreibung ausgezeichnet, auch wenn sie die Regeln nicht kannte." Was soll ich dazu noch sagen? Wie wäre es mit folgender Beurteilung eines Autofahrers: "Er fuhr 50 Jahre unfallfrei, auch wenn er die Regeln der Straßenverkehrsordnung nicht auswendig kannte."

Es macht wenig Sinn Pädagogen eine wissenschaftliche Ausbildung zu vermitteln und die pädagogische Praxis zu vernachlässigen. Ein Pädagoge muss in der Lage sein, eine unruhige Klasse ruhig zu stellen - durch guten Unterricht. Das ist eine Frage der Qualität der Pädagogen und der Methodik. Wo aber nur noch Arbeitsblätter ausgeteilt werden und die Schüler alles selbst erarbeiten (was sie nicht können). Der/die Pädagogin sitzt vorne bequem am Pult und korrigiert. Im Grunde könnte das auch über das Internet ablaufen. Wir könnten viele teure Stellen im Staatsdienst sparen.

Sicher gibt es ADHS/ADS-Fälle, aber nicht in dem Ausmaß, wie es suggeriert wird. Die Arbeitsmethoden an den Schule müssen sich ändern. Kinder, deren Eltern nicht helfen u. sich keine Nachhilfe leisten können, fallen in diesem System hinten runter. OECD-Studien belegen, dass die in Dtld Formen der sozialen Ungleichheit durch die schulsiche Situation nicht verbessert wird. Die Schule fördert nicht die soziale Durchlässigkeit.

An einer Grundschule wird ein Migrantenkind (Eritrea)wegen Verhaltensauffälligkeit getestet. Ergebnis: Hochbegabung. Was ist das für ein Unterricht, in dem hochbegabte Schüler nur noch als störend empfunden werden, wo Begabung nicht einmal festgestelt wird? Ich habe den Schüler selbst gesehen an der Schule meiner Frau. Das Problem sind manche Lehrerkollegien, nicht Schüler oder Eltern.
Re: ADHS - Wenn Pädagogen sich anmaßen medizinische Diagnosen zu stellen,
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf carlos1 vom 02.11.2014, 17:44:23
" Das Problem sind manche Lehrerkollegien, nicht Schüler oder Eltern."

Danke für Deinen Bericht Carlos,ich möchte ergänzen :

Hier sind die Klassen überfüllt,27 Erstklässler,davon 17 Kinder ausländischer Herkunft,die sich kaum bis wenig verständigen können.(Stadtrand,eher ländlich )Dazu eine noch recht junge Lehrerin,sieht so ein guter Start aus ..

Gruß
Inga
Edita
Edita
Mitglied

Re: ADHS - Wenn Pädagogen sich anmaßen medizinische Diagnosen zu stellen,
geschrieben von Edita
als Antwort auf vom 02.11.2014, 18:14:23

Hier sind die Klassen überfüllt,27 Erstklässler,davon 17 Kinder ausländischer Herkunft,die sich kaum bis wenig verständigen können.(Stadtrand,eher ländlich )Dazu eine noch recht junge Lehrerin,sieht so ein guter Start aus ..
Gruß
Inga
geschrieben von inga


Bei 27 Erstklässlern würde ich nicht von Überfüllung sprechen Inga, zu " unseren Zeiten " waren 35 oder sogar 40 Kinder in einer Klasse, aber........2/3 der Kinder sind der Sprache nicht mächtig, das ist das Problem, was folgt sind - ständige Überforderung - Frustration - Müdigkeit - Erschöpfung - Ungeduld - Resignation - und zwar auf beiden Seiten!
Das so mit Lehrern und Kindern verfahren wird, ist eine Schweinerei, und man kann und muß noch froh sein, wenn beide Seiten das unbeschadet überstehen, tun sie aber in der Regel nicht!
Warum läßt die Gesellschaft sich das gefallen?
Daß der guten und bestmöglichen Ausbildung der Lehrer seitens der Bildungspolitiker keine Umsetzung gestattet wird, ist eigentlich ein Skandal, immer mehr Kinder und auch Lehrer leiden darunter, und viele von ihnen ein Leben lang........aber niemand kümmert's!
Wenn Kinder keine engagierten Eltern haben, die versuchen als Alleinkämpfer diesen Mangel auszugleichen, dann kann man von Glück sprechen, wenn diese Kinder ihre Schulzeit unbeschadet überstehen, aber wie lange noch?

Edita

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Re: ADHS - Wenn Pädagogen sich anmaßen medizinische Diagnosen zu stellen,
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Edita vom 03.11.2014, 10:13:56
Hallo Edita,ich denke,man darf nicht vergleichen und sagen,früher war es auch so und es hat funktioniert.Schon der Vergleich,Erziehung früher und dann heute,offenbart den Unterschied.
Eine Klasse mit 27 Kindern,davon 17 Kinder mit ausländischem Hintergrund stellen eine große Herausforderung dar und es kann zu Fehleinschätzungen und falschen Empfehlungen kommen,z.B. stellen sie ihr Kind bitte einem Neurologen vor...und schon beginnt eine gewisse Karriere..
Leider gibt es nicht überall ältere und erfahrene Lehrer/innen,die vieles auffangen könnten.

Gruß
Inga
olga64
olga64
Mitglied

Re: ADHS - Wenn Pädagogen sich anmaßen medizinische Diagnosen zu stellen,
geschrieben von olga64
als Antwort auf vom 03.11.2014, 15:46:55
zitLeider gibt es nicht überall ältere und erfahrene Lehrer/innen,die vieles auffangen könnten.

Gruß
Inga
geschrieben von inga


Das stimmt natürlich nicht. Deutschland ist das Land innerhalb der EU mit den ältesten Lehrern - jeder 2. ist über 50 Jahre alt.
Es zeigt aber - wenn Eltern das so sehen - dass Erfahrung und Weis- und Klugheit nicht automatisch mit dem Alter kommen (kennen wir ja auch uns selbst zur Genüge). Viele der alten und älteren Lehrer sind einfach auch fertig mit diesem Beruf und warten,bis sie ohne Abzüge ihre Beamtenpension kassieren können. Wer sollte es ihnen verdenken? Ich hätte diesen Job nie gemacht - mich jahrzehntelang mit Kindern rumärgern, bei denen versäumt wurde, die Grunderziehung im Elternhaus anzulegen und dann die resultierenden Defizite gezielt auf den "unfähigen Lehrkörper" zu verlagern. Olga
Re: ADHS - Wenn Pädagogen sich anmaßen medizinische Diagnosen zu stellen,
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf vom 03.11.2014, 15:46:55
@inga...

gerade weil das so ist, daß der anteil der ausländerkinder
so groß ist, geben viele hier in meinem umkreis ihre kinder
in privatschulen.

das sollte zwar nicht die regel werden, aber es hilft den kindern
sehr.

die lehrer sind ausgeglichener, weil der kenntnisstand der schüler
in etwa gleich ist. auch die förderung im hause ist gleich.

das kostet zwar - aber wer es sich leisten kann, da finde ich
es ok.

das schulsystem im allgemeinen gerät aus dem ruder -
alle sind überfordert. lehrer, kinder und auch die eltern, die sich
zuhause mit allem auseinander setzen müssen, wenn die kinder in der
schule nicht den anschluss verpassen sollen.
Bruny
Bruny
Mitglied

Re: ADHS - Wenn Pädagogen sich anmaßen medizinische Diagnosen zu stellen,
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 03.11.2014, 15:53:58
Mit Grunderziehung hat das im Fall von ADHS oder ADS nichts zu tun. Diese Kinder sind teilweise überfordert mit Dingen die wir uns gar nicht vorstellen können. Einen anderen Weg zum Kindergarten oder zur Schule einzuschlagen kann schon in reiner Unsicherheit und Verzweiflung enden.
Hinzu kommt, dass es bis zur vierten Klasse nur Lehrerinnen gibt und viele Kinder von alleinerziehenden Müttern groß gezogen werden. Es fehlt, besonders bei kleinen Buben eine männliche Bezugsperson.
Bruny

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