Innenpolitik Stuttgart 21

anna44
anna44
Mitglied

Stuttgart 21
geschrieben von anna44
Im neuen STERN befürwortet der Architekt Frei Otto, der S21 entworfen hat, den Baustopp für den neuen unterirdischen Bahnhof "Stuttgart 21".

Gutachten haben ergeben, dass Stuttgarts Untergrund für die Bauarbeiten gefährlich werden kann. Der Untergrund sei unkalkulierbar, er bestehe aus Mergelboden mit hohen Gipsanteilen. (Der ganze Bericht ist im neuen Stern, leider noch nicht online, nachzulesen)

In Staufen (Breisgau) wurde in Gips gebohrt, um evtl. Erdwärme zu fördern. Diese - im Vergleich- kleinen Bohrungen hatten katastrophale Folgen. In Stuttgart wird aber nicht nur gebohrt, sondern gegraben, gesprengt usw. Die Folgen? Kein Mensch weiß es.

Die Menschen protestieren, aber die Politiker geben trotzdem grünes Licht?

Anna44


Stuttgart 21
eko
eko
Mitglied

Re: Stuttgart 21
geschrieben von eko
als Antwort auf anna44 vom 30.08.2010, 11:30:24
Na, wer sagts denn! Jetzt fängt also diese unsägliche Diskussion über S21 auch noch hier an!

Der Herr Frei Otto ist ein Dummschwätzer !

Jahrelang hat er hat er selbst daran mitgearbeitet.....und nun diesen Schwachsinn verzapfen.

Was soll denn der Blödsinn mit dem angeblich nicht tragfähigen Untergrund? Seit 35 Jahren bestehen nun schon die Röhren für die S-Bahn, die liegen sogar noch tiefer als der geplante Hautbahnhof und bis heute ist noch nichts passiert, alles läuft völlig normal.

Was da plötzlich für ein Bohai gegen den Umbau gemacht wird, ist ja nicht mehr zu ertragen. Da gehts doch schon längst gar nicht mehr um den Bahnhof, das ist doch längst zum Politikum ausgeartet. Vor allen Dingen die Grünen blähen sich da auf. Wenn unsere Altvorderen so gehandelt hätten, wie die Grünen es wollen, würden wir heute noch das Licht mit dem Hammer ausklopfen und abends die Gehwege hochklappen.

Naja, die Gegenstimmen werden in diesem Thread nicht lange auf sich warten lassen. Es ist ja auch soooo einfach, populistisch grundsätzlich dagegen zu sein.

e k o
carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Stuttgart 21
geschrieben von carlos1
als Antwort auf anna44 vom 30.08.2010, 11:30:24
Hallo Anna,
in Stuttgart gibt es 40 km Tunnel, die großenteils im Gips-Hydrit verlaufen, seit vielen Jahrzehnten. Diese Tunnels müssten längst zu einer Gefahr für das Leben der Benutzer geworden sein, wenn die Panikmache - wenn ich es so sagen darf - zuträfe. Der verantwortliche Architekt Ingenhoven, Schüler des 83jährigen Frei Otto (der im STERN gegen das Projekt wettert), bezeichnet seinen Lehrer in der Bewertung des Bahnhofsumbaus (unterirdischer Bahnhof) als inkompetent.

Die schwärmerisch inszenierte Protesterei beim Abriss des Nordflügels des Bahnhofs ist eine Volksbewegung geworden. Die Chancen für die Stadtentwicklung werden von den Protestanten jedoch übersehen. Sie täten besser daran, sich um den Aufbau eines neuen modernen Stadtteils unter ökologischen Aspekten zu kümmern. Ein Kampf an falscher Stelle, mit falschen Mitteln, gegen falsche Gegner.

Die Vorteile des teuren Unternehmens liegen in der Anbindung der Region an das internationale IC-Schienennetz (Paris - München - Wien - Budapest). Es wird langfristig von großem Vorteil sein. Die Tatsache allein, dass der Flughafen an das ICE-Netz angeschlossen wird, bringt Autoverkehr aus dem Umland ohne große Umwege ans Ziel. Die EU fordert den Ausbau der Strecke Stuttgart-Ulm.

Mittelfristig wird Stuttgart 21 sehr viele Behinderungen für die Stadt bringen: Die Stadt wird in vielen Bereichen Baustelle. Wertvolle Bausubstanz wird abgerissen werden, Bäume werden gefällt werden. Eine Bekannte meiner Frau bat sie doch auch sich aus Protest an einen Baum anketten zu lasseb. Es wird sehr lange dauern. Es wird auch teurer werden.


c.


Anzeige

eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Stuttgart 21
geschrieben von eleonore
als Antwort auf anna44 vom 30.08.2010, 11:30:24
diese projekt in stuttgart ist der größte schwachsinn in meine augen.

es kostet milliarden und aber milliarden, dabei verrotten die schienen woanders still vor sich hin.

wenn sie Ffm umbauen würdem, könnte ich zur not es verstehen, da auch kopfbahnhof.

aber hier geht es mal wieder um ein unsinnige prestige projekt von ein unfähige spätzle-connection.
anna44
anna44
Mitglied

Re: Stuttgart 21
geschrieben von anna44
als Antwort auf carlos1 vom 30.08.2010, 12:15:52
Es geht nicht um die "schwärmerisch inszenierte Protesterei", sondern Fakt ist, dass man durchaus diese Gutachten noch einmal neu überarbeiten könnte.

Ich bin nicht gegen technische Neuerungen, ein neuer Bahnhof, ICE gerecht ist ok, aber wer schon einmal in Staufen war und die Schäden an den Gebäuden sieht, kann sich mit etwas Phantasie durchaus ähnliches oder mehr in Stuttgart vorstellen.

anna44
hinterwaeldler
hinterwaeldler
Mitglied

Re: Stuttgart 21
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf anna44 vom 30.08.2010, 11:30:24
Ich will keines Wegs Stimmung machen!
Die Menschen protestieren, aber die Politiker geben trotzdem grünes Licht?

Es sind mittlerweile soviel Schmier- und Bestechungsgelder geflossen, das dieses Projekt nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, ohne das ein paar Politiker und Wirtschftsbosse total verarmen oder sogar sich verschulden. Die Gelder müssten wieder rückwärts fließen und zusätzlich der schon entstandene Schaden beseitigt werden. Wollt ihr das wirklich? Die aktuelle Webcam zum Geschehen findet ihr hier in HD-Qualität: http://webcam.schrem.eu/ Unten darunter findet ihr auch einen Link zu einer Zeitrafferaufnahme (Rechtsklick darauf und "Speichern unter..." wählen

Eigentlich ist es ganz einfach:
Man hat den Bau der Dresdner Waldschlößchenbrücke zum Vorbild und dort sogar billigend in kauf genommen, das dieser Stadt der Titel "Weltkulturerbe" abgesprochen wurde. Was schert da in Stuttgart ein denkmalgeschütztes Gebäude. Zudem kann noch der Fall eintreten, das der Einsturz des Kölner Stadtarchivs nur die Einführung zu dem ist, was Stuttgart erwartet.

Der nächste Kandidat ist schon genannt: Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses, was zwar auch keiner braucht, aber bei dem schon die ersten Bestechungsgelder geflossen sind.

Anzeige

eko
eko
Mitglied

Re: Stuttgart 21
geschrieben von eko
als Antwort auf anna44 vom 30.08.2010, 12:26:55
Zitat anna:

"Ich bin nicht gegen technische Neuerungen, ein neuer Bahnhof, ICE gerecht ist ok, aber wer schon einmal in Staufen war und die Schäden an den Gebäuden sieht, kann sich mit etwas Phantasie durchaus ähnliches oder mehr in Stuttgart vorstellen."


@anna:

Stuttgart ist nicht Staufen, da werden Äpfel mit Birnen verglichen, denn ansonsten würde die ganze Stuttgarter Innenstadt vom Hauptbahnhof über die Königstraße bis zum Feuersee längst schon so aussehen wie Staufen. Es ist aber in 35 Jahren nichts dergleichen passiert und deshalb wird auch jetzt nichts passieren.

Warum dieser Dummschwätzer Frei Otto jetzt auf einmal so einen Schwachsinn verzapft, ist rätselhaft. Wahrscheinlich ist er "geschmiert" worden, dies so zu schreiben.

Seit 15 Jahren laufen nun schon die Planungen, warum hat sich denn in all den Jahren niemand dagegen gewandt? Jetzt auf einmal, wo es ernst wird, werden Geister beschworen, die es gar nicht gibt.

@ eleonore:

Es steht mir nicht zu und ich will es auch gar nicht, Dir den Mund verbieten. Aber was weißt Du denn als Berlinerin schon über S21 ? Deine Bemerkung über die angebliche "Spätzle-Connection" kannst Dir an den Hut stecken!


Im Übrigen ist der Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofes eine Sache, die man europäisch sehen muss. Es geht doch nicht nur um die Belange der "Stuegerter", sondern um den Auf- und Ausbau der europäischen Magistrale Paris - Budapest. Und da ist der Stuttgarter Hauptbahnhof und die Strecke Stuttgart - Ulm ein großer Hemmschuh. Ausserdem soll ja die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke auch über den Flughafen Stuttgart geführt werden. Also es geht nicht nur um das Gebäude des Stuttgarter Hauptbahnhofes, sondern um eine Modernisierung des gesamten Raumes zwischen Stuttgart und Ulm.

e k o
digizar
digizar
Mitglied

Re: Stuttgart 21
geschrieben von digizar
als Antwort auf eko vom 30.08.2010, 13:04:32
Ich verstehe auch nicht,
wie der Stuttgarter Bahnhof überhaupt als 'Denkmal' erhalten werden soll.
Das ist eines der häßlichsten Gebäude, die ich weltweit überhaupt je gesehen habe.
Nun, Bahnhöfe sind selten eine Zierde der Nation.

Und sind Sackbahnhöfe heutzutage überhaupt noch den (künftigen) Anforderungen gewachsen?
clara
clara
Mitglied

Re: Stuttgart 21
geschrieben von clara
als Antwort auf digizar vom 30.08.2010, 13:19:25
Digizar, mir ging es ähnlich! Ich lebte mehrere Jahre in der Nähe von Stuttgart, und es war jedes Mal schwierig, überhaupt einen Parkplatz im Bahnhofsbereich zu finden, wenn ich einen Besucher zum Zug bringen wollte.
Nun ist Stuttgart größenmäßig nicht mit Hamburg oder München zu vergleichen (trotzdem schön!), aber die genannten Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen.
Darüber, ob das Ganze zu teuer ist, kann ich mir kein Urteil erlauben. Wenn ich an die Kostenexplosion der im Bau befindlichen Elbphilharmonie in HH denke, entstehen auch leise Zweifel...

Clara
Re: Stuttgart 21
geschrieben von klaus
als Antwort auf hinterwaeldler vom 30.08.2010, 12:29:01
"Es sind mittlerweile soviel Schmier- und Bestechungsgelder geflossen, das dieses Projekt nicht mehr rückgängig gemacht werden kann...
Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses, was zwar auch keiner braucht, aber bei dem schon die ersten Bestechungsgelder geflossen sind."


Zu diesen 3 von dir genannten Projekten wird es wohl - wie immer - Befürworter und Gegner geben.

Ich persönlich bin GEGEN die Waldschlösschenbrücke in Dresden( hier habe ich Verwandtschaft, ich kenne diese Gegend sehr genau und glaube, dass sie das herrliche Elbtal zu stark verändert) und FÜR den Wiederaufbau des Stadtschlosses in Berlin in der beschlossenen Form und Nutzung.

Über "Stuttgart" kann ich mich nicht äußern, weil ich die genauen Zusammenhänge zur Bahnplanung- speziell im Rahmen der EU - nicht kenne und nie in Stuttgart war.
Inzwischen wurde der Bahnhof ja von allen Seiten gezeigt und ich staune, dass dieses ziemlich hässliche Gebäude( Entschuldigung bei den Anwohnern) plötzlich so geliebt wird.
Aber - das ist natürlich Ansichtssache.
Was mich auch wundert, ist, dass dieses Projekt schon über 15 Jahre diskutiert wird, 2 Jahre lang den Bürgern an 4 Orten in Stuttgart vorgestellt wurde( Modelle, Foren, Einwohnerversammlungen), im Stadtparlament 2009 mit großer Mehrheit abgesegnet wurde und URPLÖTZLICH Demonstrationen einsetzen, an denen auch einige derjenigen teilnehmen, die mit ihrer Stimme das Projekt 2009 abgesegnet hatten.

Dass du gegen all diese Projekt bist, ist mir schon klar - aber du willst ja keine Stimmung machen. Deshalb auch deine Bestechungsbeschuldigungen.

Aber - hinterwaeldler - wenn du hier die Behauptung aufstellst, dass Schmiergelder und Bestechungsgelder geflossen sind, hast du auch die Pflicht, zu beweisen, wer die Zahler und Empfänger sind, weil es ansonsten Verleumdungen sind.


Anzeige