Innenpolitik Stuttgart 21

eko †
eko †
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Re: Stuttgart 21
geschrieben von eko †
als Antwort auf heinzdieter vom 10.09.2010, 17:29:24
Zitat heinzdieter:

"Nicht nur das ein denkmalgeschütztes Gebäude teilweise abgerissen wird, es werden auch ca 280 Bäume im Schlosspark ungefällt.
und mindestens 10 Jahre ist die Innenstadt eine Großbaustelle."



Tut mir leid, aber da schwillt mir die Zornesader ob solcher verdrehter Behauptungen!

Was, bitteschön, wird denn wirklich abgerissen ?

Zwei unscheinbare, architektonisch absolut nichtssagende schmale Seitenflügel, sonst nix!!

280 alte Bäume werden gefällt? Na und !! Erstens einmal sind die nicht unbedingt eine Zierde (ich bin jahrelang täglich daran vorbeigefahren, im Zug!!) und zweitens kann man Bäume nachpflanzen, es sollen sogar ziemlich große Bäume dorthin gepflanzt werden, wie ich heute meiner Karlsruher Tageszeitung entnommen habe und außerdem sollen 3000 neue Bäume noch dazugepflanzt werden. Also das Argument mit den Bäumen zieht nicht!

Ebenso wenig zieht das Argument der 10jährigen Großbaustelle. Wenn man nach diesen Einstellungen vorgehen würde, würde wir heute noch das Licht mit dem Hammer ausklopfen. Aber im Bremsen sind meine schwäbischen Landsleute schon immer große Klasse gewesen nach dem Motto:

Dô hôt mein Graußvater gmickt
ond dô hôt mei Vadder gmickt
ond dô mick i au
ond wenns da Buggl naufgôht

Schriftdeutsch:
Da hat mein Großvater gebremst
und da hat mein Vater gebremst
und da bremse ich auch
und wenn es den Berg rauf geht!





und:

No nex nuis!! Bloß nichts Neues!!!


Dagegen ist halt schwer anzukommen!



e k o
clara
clara
Mitglied

Re: Stuttgart 21
geschrieben von clara
als Antwort auf eko † vom 10.09.2010, 18:07:42
Lieber Eko, dieses Lied ist extra für Dich! Um Deiner Zornesader beim Abschwellen zu helfen!

Auf de schwäbsche Eisebahne

Humor darf auch bei diesem ernsten Thema sein!

Gruß, Clara
eko †
eko †
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Re: Stuttgart 21
geschrieben von eko †
als Antwort auf clara vom 10.09.2010, 18:49:07
@clara:

Dieses lustige Lied, in dem wir Schwaben uns selbst auf die Schippe nehmen, entstand in den Gründerjahren der Eisenbahn, als Meckenbeuren noch einen Bahnhof hatte. Heute ist der außer Betrieb.

Das, was sich derzeit in Stuttgart abspielt, sprengt den Rahmen alles dessen, was sich in unserem Südweststaat jemals abgespielt hat. Da ist selbst die damalige Protestbewegung gegen das Kernkraftwerk in Wyhl nur ein laues Lüftchen.

Heutzutage werden in Stgt. Kurse abgehalten darüber, wie man sich an Bäume ankettet und dies mit Hilfe von Pampers übersteht und ähnliche Aktionen.

Ich weiß gar nicht, wie die Gegner jemals einen Baustopp erzwingen wollen. Die ganze Sache ist juristisch längst in trockenen Tüchern und ich halte überhaupt nichts davon, wenn nun über unsachliche Emotionen von Leuten, die eigentlich gar nicht richtig wissen, was und wie gebaut werden soll, dieses Vorhaben gestoppt werden soll.

Die Leute haben keine Ahnung davon, dass die bereitgestellten Gelder nicht einfach grad mal so für andere Dinge, wie den Bau von Kitas, verwendet werden können. Die Gelder sind zweckgebunden! Und für Kitas gibts andere Töpfe.

Und wenn das Projekt am Protest der Straße scheitert, ist es aus mit einem Umbau. Auch das Projekt "K21", also Kopfbahnhof belassen, würde niemals zum Tragen kommen, weil erst mal wieder eine Planungsphase durchlaufen werden müsste mit einer Zeitverzögerung von weiteren 15 Jahren. Und bis dahin ist das Geld längst in andere Verkehrsprojekte gesteckt worden, die dann den Schwaben eine lange Nase machen.

So einfach, wie heinzdieter sich das vorstellt, ist die Sache nicht!


e k o

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oldtimerin
oldtimerin
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Re: Stuttgart 21
geschrieben von oldtimerin
als Antwort auf eko † vom 10.09.2010, 19:21:53
Guten Morgen
Ich lese hier zu diesem Thema jetzt schon eine ganze zeitlang. Was den Bahnhof betrifft, kann er ja nicht plötzlich "hässlich" geworden sein, da man jahrelang an seinem Aussehen nichts bemängelt hat.Aber zur Filderbahn hätte ich schon eine Bemerkung zu machen.
Die Menschen, die über der Untertunnelung wohnen, erzählen mir immer wieder, dass sie nachts nicht schlafen können, da sie immer durch das Durchbrausen der Züge gestört werden.
Wie wird es dann erst sein, wenn alle Gleise unterirdisch verlegt sind?

nuria
nuria
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Re: Stuttgart 21
geschrieben von nuria
als Antwort auf eko † vom 10.09.2010, 18:07:42
Guten Morgen

Also es werden ja nicht nur 280 alte Bäume, die ja bekanntlich Sauerstoff liefern, abgeholzt. Der Pavillion muss weg und ursprünglich sollte auch das Planetarium dran glauben. Davon hat man jetzt aber anscheinend Abstand genommen. Wenn sich während der Bauzeit etwas anderes ergeben sollte, na dann muss das Planetarium halt doch dran glauben. Und was für ein Stadtteil würde dort denn entstehen? Ich glaube, das wird ein Banken- und Versicherungsviertel mit riesigen Glaspalästen. Dazu passen dann die vielen häßlichen Lichtschächte des unterirdischen Bahnhofs.

Man darf gespannt sein.
heinzdieter
heinzdieter
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Re: Stuttgart 21
geschrieben von heinzdieter
als Antwort auf eko † vom 10.09.2010, 19:21:53
Zitat

....So einfach, wie heinzdieter sich das vorstellt, ist die Sache nicht!

Eins steht doch fest, die Bevölkerung sollte in das Projekt einbezogen werden, denn es handelt sich nicht nur um die bereitgeszellten EU-Gelder sondern auch um Steuergelder von der Stadt Stuttgart- ca 465 Mio- für den Kauf des freiwerdenden Gleisareals- und BW 950 Mio zur Finanzierung der Arbeten an der Verbindung Wendlingen- Ulm.

Im Oktober 2007 wurde eine Volksbefragung durch eine vorzeitge Unterzeichung von Verträgen durch OB Dr Schuster verhindert.

Im Jahre 2004-das Jahr der OB-Wahl- verzichtete Herr Palmer - Mitglied der Grünen mit 40000 Stimmen im 1. Wahlgang- auf den 2. Wahlgang mit Empfehlung seiner Wähler Dr Schuster zu wählen, wobei Dr Schuster die Verpflichtung einging bei Übersteigen eines Baukostensnteils von 100 Mio eine Volksbefragung anzuberaumen.

Jetziger Stand.
Herr Dr Schuster wurde gewählt aber von seiner Zusage will er nichts mehr wissen, denn es hatte sie im Oktober 2007 selbst blockiert und nach Veraltungsgerichtbeschluss unmöglich gemacht, trotz Vorliegen von
100 000, die von der Stadt auf 67000 angeblich gültige Stimmen zur Durchführung einer Volksbefragung.

Das sind zusätzliche Themen der Demonstration.
MP Mappus sowie OB Schuster versuchen das "Problem" auszusitzen, eine Methode im 3100 Jahrhundert zur Lösung unliebsamer bzw lästiger Ereignisse.

Es wurde bei der Realisierung S 21 viel versäumt und die Oberen machten das Projekt sattelfest per Gesetz und Gerichtsbeschlüsse.

Gestern waren wieder 35000 laut Polizei bzw 70000 Demonstranten auf der Straße.

Was nun MP Herr Mappus ??
Was nun OB Herr Schuster ??

Weiterbauen gegen den Willen der Bevölkerung.

Es wurde ein sog. "Runder Tisch" vorgeschlagen unter Beibehaltung der Bauaktivietäten, Das passte den Demonstranten nicht.

Man sollte die Zusammenhänge wenigstens auszugsweise kennen.....

heinzdieter

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olga64
olga64
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Re: Bananenrepublik?
geschrieben von olga64
als Antwort auf klaus vom 09.09.2010, 19:02:11
Erstaunlich, wie im feudalistischen Bayern die Wirtschaft floriert, wie niedrig die Arbeitslosigkeit( unter 4%) und wie hoch der Bildungsstand in den Schulen( 1. Platz PISA)ist.

Uns( Brandenburg) laufen die Jugendlich weg, um im feudalistischen Bayern ihre Chance zu nutzen und in der Regel auch zu finden.
Das eine schiesst das andere nicht aus - seitdem sich Bayern vom Agrar- zum weltweit begehrten Technologie-Standort änderte, sind wir noch erfolgreicher.
Ich bezweifle aber, dass viele Jugendliche in den IT-Firmen mit stark internationaler Ausprägung (mindestens eine Fremdsprache, gut absolviertes Studium) wirklich so erfolgreich werden? Die ARbeitgeber hier haben ja die freie Auswahl, die besten zu nehmen.
Ist es nicht so,dass viele Jugendliche aus Neufünfland weiterziehen z.B. nach Österreich, wo sie in der saisonalen Gastronomie ihr Auskommen finden?
Und unser Schulsystem und die Lehrbedingungen waren immer schon Spitze - ein in Bayern absolviertes Abitur war oft schon mehr wert als jenes in anderen Bundesländern.

Olga
Re: Bananenrepublik?
geschrieben von klaus
als Antwort auf olga64 vom 13.09.2010, 15:25:48
"Und unser Schulsystem und die Lehrbedingungen waren immer schon Spitze - ein in Bayern absolviertes Abitur war oft schon mehr wert als jenes in anderen Bundesländern."


Und wie passt das mit deiner Aussage zum feudalist. Bayern zusammen?

Ich kenne( besser kannte ) die bayr.Lehrpläne und habe 1992 3 Wochen im Dürergymnasium in Nürnberg im Fach Chemie hospitiert und eine hochmoderne - zukunftsorientierte Schule vorgefunden - mit Lehrern, die es verstanden, auf Schüler einzugehen...
Etwas älter war nur das Schulgebäude.
Man sollte nicht so leichtfertig mit solchen Begriffen, wie "feudalist. Bayern..." umgehen.

Ich glaube, das eine schließt das andere dann doch aus.
olga64
olga64
Mitglied

Re: Bananenrepublik?
geschrieben von olga64
als Antwort auf klaus vom 13.09.2010, 15:48:24
Dann müssen wir doch die Definition bemühen: Feudalismus ist eine vor allem in Agrargesellschafaten übliche, auf Grundbesitz beruhende, hierarchisch aufgebaute Herrschaftsform. Die Grundbesitzer (Monarch, Adel und Kirche) bilden im Feudalismus die sozial und politische führende Schicht. Dies trifft doch voll und ganz auf Bayern und die immer noch starke CSU zu und auch das Denken und Handeln viele Bewohner (besuchen Sie mal die bayerischen Seen und auch München!?.
Und ich als geborene und hier lebende Bayerin darf mir sicher auch kritische Töne zu meinem Heimatland erlauben, welches ich übrigens heiss und innig liebe und denke, dass es das schönste Bundesland in Deutschland ist. Nix füa unguat - Olga
hinterwaeldler
hinterwaeldler
Mitglied

[OT]: Bananenrepublik?
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf olga64 vom 13.09.2010, 15:25:48
Ich weiß jetzt nicht, was dein Einwurf mit Stuttgart 21 zu tun hat, aber auch der von uns allen verehrte Tilo Sarrazin hat schon festgestellt, das die Kinder aus der Uckermark um vieles dümmer sind als die Dümmsten aus dem Südwesten Deutschlands: Sonneborn bei Sarrazin Könnte es daran liegen?

Ich habe bsw. auch deswegen Dresden fluchtartig verlassen als ruchbar wurde, dass die Waldschlößchenbrücke nicht nur eine Vision zahlungskräftiger Lobbyisten, sondern in Wirklichkeit die Unesco der kursächsischen Landeshauptstadt den von ihr zuvor verliehenen Titel Weltkulturerbe entzog. Gut, Stuttgart besitzt diesen Titel nicht, dafür sind die Stuttgarter Kinder klüger als die im Osten Deutschlands. Möglicherweise haben sie die Lehren aus Dresden gezogen und meinen nun ebenfalls:

Pecunia non olet


Siehe auch http://www.waldschloesschenbruecke.de/ Dabei besteht aber ein Unterschied: Ein Tunnel hätte weder das Stadtbild und damit die Unesco noch die Dresdner Einwohner gestört und der Platz dafür war auch da. Lediglich ein paar Plattenbauten beiderseits der Elbe hätte möglicherweise das Zeitliche gesegnet. Die Argumente der Stuttgarter Lobby ist aber identisch mit denen in Dresden. Auch dort schob man es auf eine angebliche Duldung durch die Einwohner in der Planungsphase und auf die Annahme, das die Brücke anfangs so gewollt war.

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