Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Wie wird der Osten wählen?

Innenpolitik Wie wird der Osten wählen?

lupus
lupus
Mitglied

RE: Wie wird der Osten wählen?
geschrieben von lupus
als Antwort auf lupus vom 16.08.2019, 19:18:07

Ich schrieb:

Die von Dutch geschilderte Trationswahl gibt es hier m.E. wenig.
 
Die "Nationale Front" hab ich nun auf dem Stimmzettel nicht gefunden. Tränen lachen
lupus
Tina1
Tina1
Mitglied

RE: Wie wird der Osten wählen?
geschrieben von Tina1
als Antwort auf ingo vom 14.08.2019, 11:13:45
Traurig, wenn Du ein Verschwinden von SPD und FDP als "zeitgemäß" und nicht als schlimm empfindest. Warum ich das sage? Wenn es Dir nur Recht wäre, dass die Parteien nicht mehr in die Parlamente kommen signalisierst Du, oder nimmst billigend in Kauf, dass die AfD dramatisch gestärkt wird. Und wenn das Dein Hintersinn ist, wäre es schlimm.
Du hast recht indem was du sagst, auch ich finde es schlimm, wenn Parteien verschwinden sollen. Vorallem die beiden Volksparteien. Du hast recht, umso weniger Parteien in die Parlamente kommen, wird die AfD damit dramatisch gestärkt werden.

In einer Demokratie muss es viele Parteien geben, damit sich jeder Wähler in einer Partei vertreten fühlt. Damit ist Deutschland Jahrzehnte gut gefahren. Wenn auch die Parteien, die Regierungen vieles falsch gemacht haben. Ich habe schon lange vor Renzo viele Reportagen darüber gebracht, es war alles nichts Neues, was er in dem Video äußert, darf das aber nicht heißen, dass man Parteien zerstören will, sondern man muss fordern, dass sie ihre Politik zugunsten der Bevölkerung ändert, dass sie aus den vielen Fehlern lernen. Jetzt gibt es aber Kräfte, die die Volksparteien CDU u. SPD zerstören wollen. Die dazu aufrufen, man sollte sie nicht mehr wählen. Das ist in meinen Augen Wahlbeeinflussung, denn man sagt damit auch, wählt die grünen u die linken. Und viele sind begeistert davon. Ich erinnere an das Renzo -Video. Man ruft damit nichts anderes wie "Merkel muss weg", wenn man die CDU zerstören will. Ich finde diese Entwicklung schädlich für die Demokratie. Es destabilisiert das Land u spaltet die Menschen noch mehr.

Wenn es keine Partei in der Mitte, keine Partei mehr für die konservativen gibt, für die Sozialdemokraten, dann macht man Platz für die Ränder außen links u rechts. Man muss sich dann fragen, wem sollen sie dann wählen?Die konservativen  CDU/ CSU Wähler werden bestimmt nicht die grünen o linken wählen, auch nicht die FDP. Das Thema Klima, was jetzt die Grünen besetzt haben, kann man auch bei den anderen Parteien finden. Und wie werden die CDU- Wähler reagieren, wenn es ihre Partei bald nicht mehr geben soll? Es kann passieren, dass man damit die AFD stärkt, denn es werden neue Protestwähler entstehen, sie haben keine Alternative mehr.

Ich finde es schädlich, wenn man die Parteienlandschaft abschaffen will, die Jahrzehnte die Demokratie geprägt u stabil gehalten haben. Wo jeder Wähler seine Partei finden konnte. Die CDU u SPD haben den Fehler gemacht, dass sie nicht mehr die politische Agenda ihrer Partei vertreten haben. Die CDU ist viel zu weit nach links gerückt und die SPD war nicht mehr für die Arbeitnehmer, für die schwachen da. Das hat ihnen erhebliche Wählerstimmen gekostet.Die heutigen Entwicklungen machen mir Angst, es läuft in eine Richtung, die ich lange genug erleben musste u das passiert ganz leise und sacht.

Meine Forderung ist, Änderung der Politik, die Interessen, die Forderungen der Bevölkerung ernst nehmen, wieder näher zu den Wählern kommen, ihnen Mitspracherecht geben, wieder ihren Auftrag als Partei ernst nehmen, damit sie ihre Wähler wieder zurückgewinnen können. Und so kann man auch die AFD schwächen. Abschaffen der Parteienlandschaft ist kontraproduktiv und läuft in Richtung Versuche, Experimente. In der heutigen Zeit kann sich Deutschland keine Experimente mehr leisten. Das Land, die Regierung ist schon genug instabil. Ich möchte als Wähler nicht nur die grünen und linken zur Auswahl haben. Die FDP schließe ich von vornherein aus.

Meine Meinung,  die niemand teilen muss. In einer Demokratie gibt es die Meinungsfreiheit. In einer linken Diktatur wurde sie verboten.Das darf man nie vergessen.
Tina

 
ingo
ingo
Mitglied

RE: Wie wird der Osten wählen?
geschrieben von ingo
als Antwort auf Tina1 vom 17.08.2019, 15:31:01

Danke, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, so ausführlich zu schreiben, Tina. Ich hatte dafür nicht die Muße.
Hier passt übringens rein, dass die SPD sich jetzt mit dieser Masse an (teils seltsamen) Kandidaten noch weiter zerlegt als bisher schon. Die Mitglieder, die nun auswählen sollen, wird's zerreißen. Da werden Kandidaten im einstelligen Prozentbereich rauskommen. Welche Blamage!
Ich bin kein SPD-Anhänger; aber meine Lieblingskandidaten wären Frau Lange und Kevin Kühnert, wobei K. leider zu jung für den Parteivorsitz ist. Frau Lange hat in den Gesprächen, die ich bisher gehört/gesehen habe, klare Ansagen gemacht; auch, dass sie die GroKo würde verlassen wollen . L+K. stehen m.E. für eine deutliche Veränderung und Verjüngung in der SPD-Spitze; und genau das braucht diese Partei!


Anzeige

Tina1
Tina1
Mitglied

RE: Wie wird der Osten wählen?
geschrieben von Tina1

Im Presseclub bei Phönix heute Mittag, wird auch darüber diskutiert, was hier das Thema ist, deshalb stelle ich die interessante Diskussionsrunde hier ein. 

Es geht um die Wahlen im Osten. Es geht um die Frage, warum wird die AFD so stark gewählt, was sind die Gründe und was kann man dagegen tun. Was kann man tun, um die AFD zu schwächen, was müssen die Parteien tun. Es geht um die Frage, wie wird es nach den Wahlen weitergehen? Welche Parteien werden regieren? Dass alles u. mehr wird sachlich, ruhig, differenziert diskutiert. Man spricht über alles, es ist daher keine einseitige Diskussion. Man geht auch am Anschluss der Sendung auf die Zuschauerfragen ein u sagt seine eigene Meinung zu den gestellten Fragen.

Trotz unterschiedlicher Positionen u. Meinungen spürt man, dass die Diskussionsteilnehmer Respekt voreinander haben. Also keiner wird wegen seiner anderen Meinung kritisiert, es gibt kein "persönlich" werden. Es macht einfach Spaß solche Diskussionen sich anzusehen. Von so einem Diskussionsstil ist der ST in letzter Zeit sehr weit weg. Was zur Folge hat, dass viele Threads geschlossen werden müssen. Karls Aufrufe u Forderungen in Bezug Diskussionsstil, fruchten einfach nicht.

Man sollte solche Diskussionen einfach mal zum Anlass nehmen, indem man sich anschaut, wie ein Diskussionsstil sein sollte, damit es eine sachliche, interessante Diskussion werden kann. Das wichtigste ist auf die andere Meinung zu antworten, sagen wie man selber die Thematik sieht u jegliches persönlich werden einfach sein lassen.
Tina

Video:

http://mediathek.daserste.de/Presseclub/Wahlen-im-Osten-R%C3%BCcken-wir-weiter-ausei/Video?bcastId=311790&documentId=66025240


Wahlen im Osten: Rücken wir weiter auseinander?

 
"Die wachsende Stärke der AfD prägt die politische Landschaft in Ostdeutschland nachhaltig. In zwei Wochen sind in Brandenburg und Sachsen Landtagswahlen, Ende Oktober in Thüringen. Die Rechtspopulisten stehen nach aktuellen Umfragen vor einem großen Wahlerfolg, während CDU wie SPD mit einer deutlichen Niederlage rechnen müssen. Auch die Linke verliert teilweise an Zustimmung, anders die Grünen: Sie legen in allen drei Bundesländern deutlich zu."

 
wandersmann
wandersmann
Mitglied

RE: Wie wird der Osten wählen?
geschrieben von wandersmann
als Antwort auf Tina1 vom 18.08.2019, 16:44:28

@Tina1

Danke für den link.
Auch ich fand den Diskussionsstil gut, ebenso die Argumentation aller 5 Beteiligten.
 

adam
adam
Mitglied

RE: Wie wird der Osten wählen?
geschrieben von adam
als Antwort auf lupus vom 17.08.2019, 14:48:00
Ich schrieb:
Die von Dutch geschilderte Trationswahl gibt es hier m.E. wenig.
 
Die "Nationale Front" hab ich nun auf dem Stimmzettel nicht gefunden. Tränen lachen
lupus

Vielleicht sind damit die Wähler gemeint?

--

adam

Anzeige

RE: Wie wird der Osten wählen?
geschrieben von ehemaliges Mitglied

Die Gesprächsrunde habe ich auch als sachlich empfunden. Die Probleme wurden wirklich angesprochen und nicht verniedlicht.

Es wurden genau die Ursachen benannt, die Pegida und AfD stark machen und die sich keiner anhören will - und das seit Jahren. Hätte man diese Menschen als Wahlvolk für voll genommen und nicht alle als Nazis abqualfiziert, wären sie nicht so stark geworden. Aber mit Verunglimpfung von 25% der Bevölkerung und noch mehr Sympasitanten, haben sich Presse und die alten Parteien keinen guten Dienst erwiesen und bekommen nun die Quittung.

Statt den Osten mit 2 Mio Menschen zu entleeren, hätte man ohne Not staatliche Dienststellen statt im Westen vorsorglich im Osten ansiedeln können. Da hat sich Frau Dr. Merkel nicht mit Ruhm bekleckert. Die DDR hatte u.a. im industriearmen Eichsfeld z. B. eine große Textilfabrik angesiedelt und Arbeit geschaffen. Da gibt es mehrere Beispiele.
 
Nun sitzen die Alten hier, die Kinder sind weg, und erinnern sich, das sie zwar nicht in den Westen reisen durften, heute aus finanziellen Gründen aber nicht können. Dass sie wertgeschätzt wurden und nicht ständig Angst vor Überfällen und Abzocke haben mussten.

Vor allem hat sich der Moderator die immer mehr verbreiteten Spekulationen der Journalsten verkniffen - schon mal positiv, obwohl sich dadurch auch nichts ändert.

Ich prognostiziere, dass die AfD die stärkste Macht wird und alle anderen Parteien sehen müssen, wie sie eine Einheitsfront ;-) (für Wessis: alter Ost-Begriff) gegen diese Proteste der Bürger finden.

JuergenS
JuergenS
Mitglied

RE: Wie wird der Osten wählen?
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 19.08.2019, 08:23:45

ich habe die Runde auch als sachlich empfunden und neue Aspekte gelernt, die mir einfach fehlten.

Besonders gut ist es auch immer, wenn kein Politiker dabei ist, denn der muß fast immer Wahlkampf machen, sorry.

Die Wahlergebnisse können Deutschland ganz schön zusetzen, aber die oft ratlose Politik tut wenig, um der Politik-Verdrossenheit zu begegnen.

Vor allem habe ich gelernt, dass die sog. Wende die DDR-Bürger nicht mitgenommen hat, wie man heute so schön sagt, ohne damit zu meinen, dass der Westen dem Osten zu viel weggenommen hat, auch viele junge Bürger defacto.

lupus
lupus
Mitglied

RE: Wie wird der Osten wählen?
geschrieben von lupus
als Antwort auf adam vom 19.08.2019, 00:04:33

War nicht für dich bestimmt. Das versteht nur ein langjähriger Wähler aus der DDR.ZwinkernLachen
lupus

olga64
olga64
Mitglied

RE: Wie wird der Osten wählen?
geschrieben von olga64
als Antwort auf ingo vom 17.08.2019, 16:16:16
 
 
Ich bin kein SPD-Anhänger; aber meine Lieblingskandidaten wären Frau Lange und Kevin Kühnert, wobei K. leider zu jung für den Parteivorsitz ist. Frau Lange hat in den Gesprächen, die ich bisher gehört/gesehen habe, klare Ansagen gemacht; auch, dass sie die GroKo würde verlassen wollen . L+K. stehen m.E. für eine deutliche Veränderung und Verjüngung in der SPD-Spitze; und genau das braucht diese Partei!
Herr Kühnert hält sich ja bedeckt und das ist sehr gut so. Er is auch massgeblich beteiligt gewesen in der Vergangenheit, wenndie SPD wieder mal weitere Punkte verloren hatte, weil er vor Kameras rumplapperte.
Was hat der 30-jährige bisher schon vollbracht, dass er ein so wichtiges Amt ausfüllen könnte? Diverse Studienbereiche abgebrochen, einige Jahre Tätigkeit in einem Callcenter und dann "in die Politik" und gerne vor jeder sich bietenden Kamera und TAlkshow sich aufbauend und Häme über andere Genossen ausbreitend,die aber auf eine prägnantere Vita zurückblicken können.

Auch bei Frau Lange habe ich den Verdacht, dass sie dringend in die Politik möchte, was sie dann darauf machen würde (wenn die SPD nicht mehr in der Regierung ist) erscheint unklar.

MIr erscheinen gut geeignet: Boris Pistorius aus Niedersachsen zusammen mit der mir sehr gut geeignet erscheinenden Frau Petra Köpping, Integrationsbeauftragte in Sachsen. DA käme dann doch mal West und Ost als Tandem zusammen, was sehr wichtig ist, wie ich finde. Olga

Anzeige