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Internationale Politik Charlottesville ist nicht harmlos

hinterwaeldler
hinterwaeldler
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RE: Charlottesville ist nicht harmlos
geschrieben von hinterwaeldler

Das es einigen gelungen ist, der Diskussion eine andere Richtung zu geben, sollte jedem auffallen. Darum zurück zum Thema. Wem es unpassend erscheint darf zweifellos ein neues eröffnen oder wenigstens ein anderes Subjekt benutzen. Dann wissen wir woran wir sind.

Das GoDaddy, Google und Cloudflare die "The Daily Stormer" (Der schnelle Stürmer) aus dem amerikanischen Internet verbannt hat und die russischen Hoster eine Aufnahme ablehnten, darüber habe ich schon berichtet. Nun melden sich plötzlich US-Bürgerrechtler zu Wort und diskutieren darüber, das "Free Spech" eigentlich für alle gilt. In heise.de/newsticker - US-Bürgerrechtler - Redefreiheit im Netz muss auch für Neonazis gelten. Dort wird geschrieben

  • Der Schutz der "Free Speech" sei keine Schönwetterdisziplin, betont die Electronic Frontier Foundation. Auch Neonazis müssten daher online Hass verbreiten dürfen. Der umstrittene "Daily Stormer" ist derweil ins Tor-Netzwerk gezogen.
Abgesehen davon, das die TOR-Aktivisten entsetzt reagieren, gibt das die amerikanische Auffassung von Meinungsfreiheit wieder. Das diese Meinungsfreiheit auch Mord unterstützt, Ist offensichtlich in diesem freiesten Land der freien Welt üblich. Dazu nur ein Beispiel: Die Totesliste für Drohnenpiloten.

Lest bitte auch dazu die Kommentare der Leser von Heise.de. Dort wird dieses Thema kontrovers diskutiert.
olga64
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RE: Charlottesville ist nicht harmlos
geschrieben von olga64
als Antwort auf olga64 vom 17.08.2017, 15:19:22

Es ist wohl nicht zielführend, jetzt auf Um- oder Zustände in den USA hinweisen zu wollen (oder diese als Erkärung für die aktuellen SChweinereien zu benützen), was vor 40 Jahren dort persönlich erlebt wurde (und wohl auch in der Erinnerung sich anders darstellt nach dieser langen Zeit).
Es geht auch  nicht nur um den KKC, sondern insbesondere um die Alt-Right-Bewegung, deren oberster Sympathisant Steve Bannon ist, der Immer-Noch-Wadlbeisser von Mr Trump.
Man hoffte ja, dass durch diese EReignisse in Charlottesville dessen Einfluss geringer werden würde, insbesondere als Mr Präsident aus seinem Urlaub in N.J. zurückkehrte und seine erste Rede etwas revidierte.
Ist aber nicht so,er nahm ein Dementi vom Dementi und stellte klar, dass er seinem rechten Wählerpotential weiterhin wohl gesonnen bleibt.

luchs35
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RE: Charlottesville ist nicht harmlos
geschrieben von luchs35
als Antwort auf olga64 vom 21.08.2017, 16:39:55

Steve Bannon wird sein eigenes Süppchen weiterkochen, denn er kündigte nach seinem  Rauswurf an, dass er nun "Druck machen wolle auf alle Gegner seiner von ihm verfochtenen populistischen und nationalistischen Politik ", auch auf jene, die ihn bekämpft hätten.
Er kündige vollmundig an, dass er die Opposition zerschlagen wolle, die Trump daran hindern möchte, seine Politik durchzusetzen. 

Wie weit es Trump möglich sein wird, sich wirklich von seinem Ex-Chefberater voll zu distanzieren , wird sich zeigen. Denn es wird auch darauf ankommen, wie weit Bannon von manchen Vorkommnissen aus Trumps privatem und politischem Bereich informiert ist, was ihn erpressbar machen könnte. Es ist zu befürchten, dass mit dem Abgang von Bannon dieses Kapitel noch längst nicht abgeschlossen ist. ...Luchs35
 


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olga64
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RE: Charlottesville ist nicht harmlos
geschrieben von olga64
als Antwort auf luchs35 vom 21.08.2017, 18:10:02

Meine amerikanischen Freunde (Nicht-Trump-Wähler) hoffen dadurch ,dass Trump bald nur noch ein kleiner Absatz in der amerikanischen Geschichte sein wird.
Aber auch Mike Pence ist womöglich eine schlimme Alternative; allerdings dürfte er und die REpublikaner aus dem Trump`schen Ausflug gelernt haben.
All das wird sich addieren bis zu den Midterm Electon in ca 1 Jahr; dann wird neu gerechnet.
Es gibt ja auch "aufrechte" REpublikaner und es gibt vor allem einen Mr Muller,d er nicht aufhören wird, Trump "richtigzustellen".
Eine GEfahr droht aber in jedem Fall, wenn Trump z.B. aufgibt oder zurücktreten muss, weil dann die starke Rechte mit ihren diversen Gruppen Charlottesville über das ganze Land verbreiten wird und es zu einer Art Bürgerkrieg kommen wird, wenn "man ihnen ihren Präsidenten nimmt". Olga

olga64
olga64
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RE: Charlottesville ist nicht harmlos
geschrieben von olga64

Gestern las ich im Zusammenhang mit dem Rücktritt des Stephen Bannon einen interessanten Artikel in der SZ:
Es gibt das einen US-$-Multimilliardär Robert Mercer, 71 Jahre alt, der u.a. von sich erklärt, er sei glücklich, wenn er duch sein Leben gehen könnte, ohne auch nur ein Wort mit irgendwem zu wechseln.
ER möchte nicht nur die Welt verändern (mindestens die USA) und zwar hin zu rechtem Gedankengut. DAfür ist ihm nichts zu teuer: Um Mr Trump zum Präsidenten zu machen, spendete er 22.5 Mio US--$, weil er Stephen Bannon vertraute. Von ihm ist Mr Mercer fasziniert und von dessen rechten Medienimperium.10 Mio US-$ steckte er in Breitbart News.
Nach dem Rauswurf des Herrn B. aus dem Weissen Haus  wird gemunkelt, dass er erneut Geld dafür bereitstellt, um ein agierendes Medienimperium der AltRight-Bewegung zu forcieren.
Den Staat sähe er gerne auf Grösse einer Stecknadel reduziert. Armut gilt ihm als menschliche Schwäche, die nicht mit Almosen aus Steuergeldern unterstützt werden dürfe.
WEiter will er die öffentliche Meinung verändern. Er unterstützt ihm genehme Kandidaten, um sie in wichtige Ämter zu bringen und er möchte direkten Einfluss auf den Wählerwillen nehmen. Dafür investierte er 5 Mio US-$ in eine Firma, die mit Daten-Analysen dieses Ziel verfolgt.

Seine Tochter Rebekah (first Lady der Alt-Right-Bewegung) sass im Vorstand von Trumps Übergangsteam und hat die Amtsübernahme von 'Trump mit vorbereitet.
Bin gespannt, wie dies nun noch brutaler weitergehen wird, wenn Stephen Bannon mit seinen nun vorhandenen Kenntnissen aus dem Weissen Haus "wieder losgelassen wurde". Olga

qilin
qilin
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RE: Charlottesville ist nicht harmlos
geschrieben von qilin

Die University of Texas hat kürzlich beschlossen, die Statuen der Konföderierten auf ihrem Terrain zu entfernen. Der Rektor, Greg Fenves, erklärte dazu: "Wir wählen nicht unsere Geschichte, aber wir wählen, was wir auf unserem Campus ehren und feiern."
 


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