Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Ein Satiriker lehrt Berlusconi und Bersani das Fürchten

Internationale Politik Ein Satiriker lehrt Berlusconi und Bersani das Fürchten

wolfgang
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Re: Ein Satiriker lehrt Berlusconi und Bersani das Fürchten
geschrieben von wolfgang

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w.
Re: Ein Satiriker lehrt Berlusconi und Bersani das Fürchten
geschrieben von klaus
als Antwort auf hinterwaeldler vom 26.02.2013, 22:42:57
Zuerst sollten wir die Frage stellen, was will Grillo eigentlich. Keine Zeitung berichtet darüber.


Punkte aus dem Wahlprogramm v. Grillo findet man u.a. in :
- www.spiegel.de ( dein Link!)
- www.welt.de
- www.tagblatt.de ( Schwaben)
- www.giessener-allgemeine.de
- www.finanzen100.de
- www.meta.tagesschau.de (ARD)
- www.lr-online.de ( Brandenburg)
- www.nachrichtenspiegel.de
- www.faz.net
- www.neues-deutschland.de
...
wolfgang
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Re: Ein Satiriker lehrt Berlusconi und Bersani das Fürchten
geschrieben von wolfgang
schau'n mer mal, wie lange es dauert, bis michael brauns kluger artikel im irrenhaus an der willy-brandt-straße in berlin gelesen wird. ich zitiere daraus: "Wutwähler, denen oft genug das Wasser bis zum Hals steht, die mit Arbeitsplatzverlust, mit der Pleite des kleinen Geschäfts, mit drückender Steuerlast zu kämpfen haben. Solchen Wählern sind 'europäische Stabilitätskriterien' völlig egal, mit gutem Grund: Ihrer eigenen Stabilität hat die Krise, hat die von Merkel-Europa sowieso schon den Boden unter den Füßen weggezogen." - und: "Wenigstens diese Lektion sollte auch in Berlin beherzigt werden: Demokratische Mehrheiten für eine in tiefe Rezession führende Sparpolitik sind kaum zu haben. Entweder Europa steuert um – oder es fährt gegen die Wand." - quelle: Gegen die Wand (von Michael Braun), taz, 26.02.2013
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marina
marina
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Re: Ein Satiriker lehrt Berlusconi und Bersani das Fürchten
geschrieben von marina
als Antwort auf wolfgang vom 27.02.2013, 11:44:14
Ja, das kommt davon, wenn Spardiktate immer und nur zu Lasten der sowieso schon gebeutelten Geringverdienenden bzw. gar nichts Verdienenden durchgesetzt werden, während die Wohlhabenden sich weiter die Taschen vollstopfen.
Jeder Freizeit-Ökonom weißt doch schon, dass das nicht funktionieren kann. Wie soll eine Wirtschaft je wieder auf die Beine kommen, wenn der sogenannte „kleine Mann“ nichts mehr in der Tasche hat und weder sich noch seine Familie ernähren kann. So gesehen kann man die Italiener schon wieder ein bisschen verstehen, dass sie auf rein populistische Versprechen von Politclowns aller Couleur reinfallen.
Spardiktate allein bringen's nicht, die EU-Politik ist gescheitert.
Man kann nur noch allergrößte Befürchtungen für die Zukunft haben, denn auch Deutschland, das ebenfalls hochverschuldet ist, wird nicht mehr lange seinen Hoheitsanspruch des ökonomischen Weltmeisters aufrecht erhalten können, irgendwann sind wir auch dran. Warte warte nur ein Weilchen.
Ich sehe schwarz.
Vielleicht gibt es doch noch ein Ende mit Schrecken.
olga64
olga64
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Re: Ein Satiriker lehrt Berlusconi und Bersani das Fürchten
geschrieben von olga64
als Antwort auf marina vom 27.02.2013, 13:11:00
Sie vergessen bei Ihrem tränenreichen Hinweis "auf den kleinen Mann" (wer immer das sein mag), dass gerade durch solche, überhöhten sozialen Segnungen "auf Pump", meist von Politikern vor Wahlen ausgesprochen, Länder wie Griechenland, Italien und jetzt auch Frankreich an den RAnd ihrer Existenz gedrängt werden.
Um Deutschland brauchen Sie sich so lange keine Gedanken zu machen, so lange unsere ARbeitslosenzahlen nicht spürbar steigen, so lange unsere Unternehmen erfolgreich in Deutschland bleiben und nicht z.B. aufgrund steigender Energiepreise, gesetzlicher Vorgaben, die nicht ins Konzept dieser Unternehmen passen ihre Werke hier schliessen und in Fernost, Südamerika, Russland oder USA wieder eröffnen.Das gleiche gilt für Gutverdienende Manager in unserem Land, die meist in internationalen Firmen arbeiten und sich dann ihre GEhälter in einem Niedrig-Steuerland ausbezahlen lassen (wie es die Sportler ja schon seit vielen Jahren machen).
Dann hat "der kleine Mann" (und auch die kleine Frau) wirklich Grund zur Trauer. Olga
adam
adam
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Re: Ein Satiriker lehrt Berlusconi und Bersani das Fürchten
geschrieben von adam
als Antwort auf olga64 vom 27.02.2013, 16:20:59
Olga,

Du vergißt, daß die Bundesrepublik von ihrem Export lebt und der überwiegende Teil dieses Exportes innerhalb Europas stattfindet. Sind die Länder, in die Deutschland exportiert, pleite, sind wir es bald ebenfalls. Außerdem solltest Du die Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik nicht auf der Positivseite bilanzieren. Sechs Prozent ist noch eine ganze Menge. Erinnerst Du Dich, wie Helmut Schmidt als Bundeskanzler argumentierte, daß 5% Inflation besser seien als 5% Arbeitslosigkeit?

Der Rest Deines Beitrages sind Zeilenfüller.

Die Wahlen in Italien sollten uns veranlassen, die Lage Europas realistisch einzuschätzen. Derzeit stehen die Zeichen auf Untergang. Das Europa der Regierungen und der Wirtschaft neigt sich dem Ende zu und die Bürger Europas, die nicht mitgenommen wurden, haben die Nase voll.

Wer in Europa könnte die Politikverdrossenheit der Italiener nicht verstehen? Leider sind die italienischen Protestwähler an den Spinner Beppo Grillo geraten, einen reichen Populisten, der bis heute nicht daran denkt, mit seiner "Bewegung" Verantwortung zu übernehmen, mangels Alternativen zu den unterschiedlichen Problemen. Er ist gegen alles, gegen die Mafia, gegen Korruption, gegen Intransparenz, gegen den Euro und gegen Europa. Aber ohne Bereitschaft Verantwortung zu tragen und ohne Alternativen ist er auch nur ein Kaputtmacher wie Berlusconi, der nur den eigenen Vorteil sieht und bereit ist, Italien und Europa in die Pleite zu schicken, nur damit er seine letzten Tage nicht im Gefängnis verbringen muß. Grillo ist ein ähnlich negatives Kaliber.

Berlusconi macht die Politik eines altrömischen Konsuls. Er kauft sich die Wählerstimmen und, ist er an der Macht, möchte er andere Staaten überfallen, um mit geraubten Reichtümern die Wirtschaft des eigenen Landes zu sanieren. Allerdings übersieht der alte Lustmolch, daß die Reichtümer des europäischen Rettungsschirms zum größten Teil nur aus Deckungszusagen bestehen, die von Staaten stammen, denen die Schulden selber bis zum Kinn stehen. Die Euro-Rettungspolitik der verschuldete Europastaaten ähnelt Nichtschwimmern mitten im Ozean, die sich gegenseitig immer wieder den selben Rettungsring zuwerfen, damit sie abwechselnd Luft holen können. Aber der schwerkrimminelle Lustopa aus Italien wird den Rettungsring unter Wasser ziehen und dabei solche Wellen machen, daß letzendlich alle absaufen.

Das Europa der eitlen Regierungen scheint sich wirklich dem Ende zu zu neigen. Als überzeugter Europäer überlege ich, ob ich darüber Tränen vergießen soll oder darauf hoffen, daß es gelingt, endlich ein Europa der Europäer zu formen, die mit dem Euro bezahlen und nicht für den Euro zahlen.

--

adam

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luchs35
luchs35
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Re: Ein Satiriker lehrt Berlusconi und Bersani das Fürchten
geschrieben von luchs35
als Antwort auf adam vom 27.02.2013, 21:11:45
So sehe ich das auch, Adam. Mario Montis starre Europapolitik hat Millionen Menschen in Italien zu Verlierern gemacht. Noch schwerer allerdings wog die Enttäuschung darüber, dass noch nicht mal im Ansatz sichtbar wurde, es würde nun auch endlich mit der Privilegienwirtschaft der Politiker,den mafiösen Strukturen in vielen politischen und wirtschaftlichen Bereichen, der anscheinend unausrottbaren Vetternwirtschaft , der Korruption und nicht zuletzt der Steuerhinterziehung aufgeräumt. Und gerade letzteres verursachte die enorm hohe Steuerbelastung der Bürger, die dafür zur Kasse gebeten wurden.

Das sollten sich die Politiker, die nun das Land regieren wollen vor Augen halten, wobei erwähnt werden muss, dass die Linke ebenfalls bei früherer Gelegenheit in diesen Punkten versagte.

Ohne glaubwürdige Reformen wird das Land weiter in die Misere rutschen , und die Italiener werden sich wiederum mit Neuwahlen befassen müssen.

Europa kann sich derartige politische und wirtschaftliche Kapriolen einzelner Länder nicht mehr leisten, es wäre nicht nur das Ende des EURO, sondern auch der Idee "Europa", welche die Menschen zusammenführen sollte und nicht in einem verzweifelten Überlebenskampf aufeinander hetzen.

Luchs
wolfgang
wolfgang
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Re: Ein Satiriker lehrt Berlusconi und Bersani das Fürchten
geschrieben von wolfgang
marode banken. wachsende schulden. steigende renditen für staatsanleihen. schwächelnde realwirtschaft, mehr arbeitslose, wachsende armut unter den kleinen leuten. dafür boomende irrealwirtschaft. slowenien. seit 2007 teil von EURO-land. merkels saat, sparen, sparen, sparen, ist aufgegangen. nach irland, griechenland, portugal, spanien, zypern wird slowenien ein weiteres EURO-land werden, das EU-geld beantragen muss.

jetzt hat die slowenische parlamentarische opposition die regierung von merkels gnaden gestürzt. ähnlich ist es am wochenende der ialienischen regierung ergangen. das volk hat merkels monti davongejagt.

die völker wachen auf. lassen sich nicht mehr ins elend sparen. götterdämmerung für merkel und deren unverantwortliche allein deutschlands mächtiger industrie dienende austeritätspolitik (die übrigens zeitversetzt wie ein bumerang zurückfliegen und deutschland selbst treffen wird).

EURO-pa hat ein problem: merkel.
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w.
olga64
olga64
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Re: Ein Satiriker lehrt Berlusconi und Bersani das Fürchten
geschrieben von olga64
als Antwort auf adam vom 27.02.2013, 21:11:45
zitDu vergißt, daß die Bundesrepublik von ihrem Export lebt und der überwiegende Teil dieses Exportes innerhalb Europas stattfindet. Sind die Länder, in die Deutschland exportiert, pleite, sind wir es bald ebenfalls. Außerdem solltest Du die Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik nicht auf der Positivseite bilanzieren. Sechs Prozent ist noch eine ganze Menge. Erinnerst Du Dich, wie Helmut Schmidt als Bundeskanzler argumentierte, daß 5% Inflation besser seien als 5% Arbeitslosigkeit?

Der Rest Deines Beitrages sind Zeilenfüller.

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adam
geschrieben von adam


Sie scheinen nicht aktuell informiert zu sein: der überwiegende Teil unserer Exporte geht mittlerweile - dank der schlechten Wirtschaftslage in wichtigen europäischen Ländern (mit Ausnahme von Deutschland) nach Asien, Russland, USA und Südamerika. Ein erstes Zeichen für eine solche Verschiebung ist immer die Automobil- und Chemie-Industrie und diese haben seit längerem ihre Aktivitäten in die Länder verschoben, wo ihre Hauptklientl sitzt.
Ich möchte auch nicht- wie Sie - auch einen Kanzler unseres Landes zurückgreifen müssen, der seit Jahrzehnten kein politisches Amt mehr bekleidet und als Kanzler aus demselben gejagt wurde.
Es wäre nicht schlecht, wenn wir Deutsche mal etwas stolz auf unser Land und dessen Erfolg wären und nicht in vorauseilendem Verfolgungswahn nur Schlechtes vermuteten.
Der Rest Ihres Beitrages ist Zeilenfüller - darauf gehe ich nicht ein. Olga
silhouette
silhouette
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Re: Ein Satiriker lehrt Berlusconi und Bersani das Fürchten
geschrieben von silhouette
als Antwort auf olga64 vom 28.02.2013, 15:54:04


Ein erstes Zeichen für eine solche Verschiebung ist immer die Automobil- und Chemie-Industrie und diese haben seit längerem ihre Aktivitäten in die Länder verschoben, wo ihre Hauptklientl sitzt.

Seit wann gehören Produktionen aus Betriebsverlagerungen zu den Exporten?


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