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Internationale Politik Flüchtlingsdrama vor Lampedusa

myrja
myrja
Mitglied

Flüchtlingsdrama vor Lampedusa
geschrieben von myrja
Wieder ist ein Boot mit hunderten Flüchtlingen vor Lampedusa gekentert. Ca. 100 Leichen wurden bisher geborgen, einige hundert werden noch vermisst.

Diese armen Menschen machten sich unter wirklich fürchterlichen Bedingungen hoffnungsfroh auf den Weg, geflüchtet vor Bürgerkrieg, Hunger und Elend, in ein etwas besseres und sichereres Leben.

Und Europa schaut mitleidlos zu.

Europa ist nicht der damals verheißene "Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts" geworden, der jedem Flüchtling ein gleiches faires Asylverfahren garantiert und unverhältnismäßige Lasten der Aufnahmeländer solidarisch verteilt. Wie denn auch? Es ging in der Praxis immer nur darum, möglichst wenige der aus Süden und Osten einströmenden Menschen aufnehmen zu müssen. Das Motto: Jeder für sich und alle gemeinsam gegen jene, die da zu uns kommen wollen.

Der Versuch, populistische Thesen ("Das Boot ist voll!") mit einer ethisch halbwegs sauberen Migrationspolitik zu verbinden, hat sich längst als Sackgasse erwiesen. Es will nur niemand zugeben, weil man keine andere Lösung hat. Deshalb reisen, an solchen Schreckenstagen wie dem heutigen Donnerstag, Politiker aus den Hauptstädten an die Orte des Grauens, verkünden Mitgefühl und versprechen politische Konsequenzen.

Ist das europäische Boot wirklich voll?

Myrja
justus39
justus39
Mitglied

Re: Flüchtlingsdrama vor Lampedusa
geschrieben von justus39
als Antwort auf myrja vom 03.10.2013, 19:41:04
Gerade am heutigen Tag sollten wir es besonders schätzen, was es bedeutet, in einem Land zu leben, welches Frieden, Sicherheit und ein menschenwürdiges Leben garantiert, und auch bedenken, welchen Preis ganze Familien, dazu zu zahlen bereit sind.
circe
circe
Mitglied

Re: Flüchtlingsdrama vor Lampedusa
geschrieben von circe
als Antwort auf myrja vom 03.10.2013, 19:41:04
es ist eine Schande, so sagt es der Papst, und er hat ein wahres Wort gesprochen! Es ist mir unerklärlich wie solche Unglücke laufend geschehen! In einem Zeitalter, wo die Kommunikation so weit fortgeschritten ist, war ein SOS nicht möglich? Es wurde mit Feuer auf sich aufmerksam gemacht! Oder wollte es niemand hören und sehen!

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nostalgie
nostalgie
Mitglied

Re: Flüchtlingsdrama vor Lampedusa
geschrieben von nostalgie
als Antwort auf circe vom 03.10.2013, 20:09:24
Ich bin da ziemlich in der Zwickmühle. Einesteils tun sie mir leid, andererseits weiß ich: wir können nicht alle aufnehmen, die weg wollen.
Sie zahlen viel Geld für die Überfahrt, also gehören sie nicht zu den wirklich Armen. Die müssen im Land bleiben, weil sie die Schlepper nicht bezahlen können.
Und es bleibt ja nicht bei Einzelpersonen. Im Zuge der Familienzusammenführung kommen dann ganze Sippschaften an, die letzendlich fast alle von HartzIV leben müssen oder in der Drogenszene abtauchen.
Wer soll das alles auf Dauer bezahlen?

Meiner Meinung nach müßten die Herkunftsländer Sorge tragen, das diese Flüchtlingsströme unterbunden werden, bzw. müßte sofort eine Rückführung statfinden.

Ich zieh schon mal den Kopf ein..
Re: Flüchtlingsdrama vor Lampedusa
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf circe vom 03.10.2013, 20:09:24
Nun das Feuer geriet außer Kontrolle dafür kann man ja etwaige Helfer nicht verantwortlich machen!!
Mir tun diese Menschen auch sehr leid und wir werden noch viele aufnehmen müssen aber flankierend dazu sollte man auch die Regierungen der Länder aus denen die Flüchtlinge kommen ein wenig, na sagen wir mal, unter Druck setzen, die sind nämlich in vielen Fällen die ärgsten Feinde dieser Menschen.
JuergenS
JuergenS
Mitglied

Re: Flüchtlingsdrama vor Lampedusa
geschrieben von JuergenS
Menschen haben sich schon immer, seit es sie gibt, räumlich dorthin verändert, wo sie sich Vorteile erhofften gegenüber dem bisherigen Standort.
Heutzutage, wo es zu viele Menschen auf der Welt, vor allem ein großes Gefälle zwischen Lebensräumen, politisch, sozial etc. gibt, muß dieses in geregelten Bahnen laufen.

Tut es aber nicht.
Die Fluchtstaaten sind meist furchtbar und wir, der Westen wollen nicht gestört werden.

Was tun?

1.helfen, die Lebensbedingungen in den Fluchtländern zu bessern.

2.Flüchtlinge auf den ganzen EU-Raum verteilen.

Beides ist eine Herkulesaufgabe, die UNO wäre die richtige Plattform.

Servus

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Mitglied_5ccaf87
Mitglied_5ccaf87
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Re: Flüchtlingsdrama vor Lampedusa
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf myrja vom 03.10.2013, 19:41:04
Diese Menschen waren auf dem besten Weg "freie Menschen" in einem "freien Europa" zu werden und haben dafür ihr Leben riskiert. Strauß hat damals der DDR 500 Mio. DM gezahlt, damit die Stacheldraht-Grenze mit Selbstschussanlagen wenigstens noch sechs Jahre erhalten bleibt und nicht verrottet. Daran sollten wir denken, wenn wir den Tag der deutschen Einheit feiern.

Leider ist es unmöglich im Mittelmeer eine Stacheldraht-Grenze oder gar eine Mauer mit Selbstschussanlagen zu errichten. Auch nicht mit einem Aufwand von 500 Mrd. Euro. Also lässt man die armen Menschen aus der dritten Welt einfach absaufen. Das ist immer noch die billigste Lösung und hält viele Außer-Europäer davon ab das Risiko einzugehen, sich im reichen Europa eine Sklavenarbeit zu suchen. Sie würden in der Endkonsequenz die Verarmung nach Europa bringen.

Das ist nicht ironisch gemeint, sondern im Höchstfall eine sarkastische Meinungskundgebung!
Re: Flüchtlingsdrama vor Lampedusa
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 04.10.2013, 10:06:21
Also lässt man die armen Menschen aus der dritten Welt einfach absaufen. Das ist immer noch die billigste Lösung.


Und was schlägst du vor?? Selten so einen Unfug gelesen!!!!
sammy
sammy
Mitglied

Re: Flüchtlingsdrama vor Lampedusa
geschrieben von sammy
Das ist immer noch die billigste Lösung und hält viele Außer-Europäer davon ab das Risiko einzugehen, sich im reichen Europa eine Sklavenarbeit zu suchen.

..auch hier erscheint es mir eine defuse Meinungsäußerung zu sein, anstatt mit Polemik, sondern lieber mit sachlichen Argumenten dieses schwierige Problem anzugehen scheint wohl nicht in seinen Möglichkeiten zu liegen...
Dabei dachte ich nach der Bundestagswahl würde es ein bisschen sachlicher zugehen, war aber wohl ein Irrtum!

sammy
dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: Flüchtlingsdrama vor Lampedusa
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 04.10.2013, 12:59:01
Auf wdr-5 kam soeben ein Interview mit der Bürgermeisterin von Lampedusa. Die in Seenot geratenen Flüchtlinge haben seit 4 Uhr Morgens durch rufen und Feuer versucht auf sich aufmerksam zu machen, da bereits mindestens vier Fischerboote vorbeigefahren waren, ohne Hilfe zu leisten.

Durch die in Italien verschärften Gesetze sind in den letzten Monaten tatsächlich Ficher wegen "Hilfeleistung bei der illegalen Einwanderung" verurteilt worden, weil sie schiffbrüchigen Flüchtlingen geholfen haben.

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