Forum Kunst und Literatur Musik Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....

Musik Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....

enigma
enigma
Mitglied

Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von enigma
als Antwort auf edith vom 04.09.2009, 13:00:12
Ja Edith,

das meine ich.

Und es ist nur angelehnt an den Psalm 19, wie aus dem Linktipp hervorgeht.

Das ist etwas anders als in “Die Schöpfung” von Haydn, in die Solisten einbezogen sind.

Aber die ist auch sehr schön, wie
hier zu hören ist.


Gruß

--
enigma
Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von marina
als Antwort auf enigma vom 04.09.2009, 14:44:32
Ja, wenn das so ist, dann kann ich mir doch nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, dass ich die Schöpfung erst im Herbst mit meinem Chor mitgesungen und eine sehr schöne CD davon habe. Schade, dass ich euch die Musik davon nicht schicken kann. Aber einen Link von der Kritik unseres Konzerts lasse ich euch trotzdem mal zukommen, auch wenn es für Außenstehende nur von bedingtem Interesse ist.

Viele Grüße von der begeisterten Chorsängerin
Marina
chris
chris
Mitglied

Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von chris
als Antwort auf marina vom 04.09.2009, 15:34:39
An den Mond

Füllest wieder Busch und Tal
Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz;

Breitest über mein Gefild
Lindernd deinen Blick,
Wie des Freundes Auge mild
Über mein Geschick.

Jeden Nachklang fühlt mein Herz
Froh- und trüber Zeit,
Wandle zwischen Freud' und Schmerz
In der Einsamkeit.

Fließe, fließe, lieber Fluß!
Nimmer werd' ich froh;
So verrauschte Scherz und Kuß
Und die Treue so.

Ich besaß es doch einmal,
was so köstlich ist!
Daß man doch zu seiner Qual
Nimmer es vergißt!

Rausche, Fluß, das Tal entlang,
Ohne Rast und Ruh,
Rausche, flüstre meinem Sang
Melodien zu!

Wenn du in der Winternacht
Wütend überschwillst
Oder um die Frühlingspracht
Junger Knospen quillst.

Selig, wer sich vor der Welt
Ohne Haß verschließt,
Einen Freund am Busen hält
Und mit dem genießt,

Was, von Menschen nicht gewußt
Oder nicht bedacht,
Durch das Labyrinth der Brust
Wandelt in der Nacht.

(Johann Wolfgang von Goethe)

vertont von Franz Schubert


an den Mond


--
chris

Anzeige

chris
chris
Mitglied

Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von chris
als Antwort auf chris vom 06.09.2009, 11:25:07

Johann Wolfgang Goethe

1. Wie herrlich leuchtet
Mir die Natur!
Wie glänzt die Sonne!
Wie lacht die Flur!

2. Es dringen Blüten
Aus jedem Zweig,
Und tausend Stimmen
Aus dem Gesträuch.

3. Und Freud und Wonne
Aus jeder Brust.
O Erd', o Sonne!
O Glück, o Lust.

4. O Lieb', o Liebe!
So golden schön
Wie Morgenwolken
Auf jenen Höhn!

5. Du segnest herrlich
Das frische Feld,
Im Blütendampfe
Die volle Welt.

6. O Mädchen, Mädchen,
Wie lieb ich dich!
Wie blickt dein Auge!
Wie liebst du mich!

7. So liebt die Lerche
Gesang und Lust,
Und Morgenblumen
Den Himmelsduft.

8. Wie ich dich liebe
Mit warmem Blut,
Die du mir Jugend
Und Freud' und Mut

9. Zu neuen Liedern
Und Tänzen giebst.
Sei ewig glücklich,
Wie du mich liebst!

Goethe hat dieses Gedicht für Frederike Brion von Sesenheim im Elsaß geschrieben.

Melodie: Ludwig van Beethoven:


Mailied


--
chris
edith
edith
Mitglied

Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von edith
als Antwort auf chris vom 06.09.2009, 14:10:22
Und noch ein wunderschönes Abendlied von Matthias Claudius:

Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar;
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

vertont von Johann A.P. Schulz

--
edith
chris
chris
Mitglied

Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von chris
als Antwort auf edith vom 04.09.2009, 13:00:12

Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre ist der Textbeginn einer Dichtung von Christian Fürchtegott Gellert.
Der Titel lautet Die Ehre Gottes aus der Natur. Unter diesem Titel liegt es auch in einer Vertonung von Ludwig van Beethoven (Opus 48,4) für Singstimme und Klavier vor. Es handelt sich um die Nr. 4 des Liederzyklus Sechs Lieder von Gellert, den Beethoven 1803 komponierte. Durch die Bearbeitung von Joseph Dantonello für vierstimmigen gemischten Chor, Orgel und Orchester ist sie eines der bekanntesten geistlichen Lieder geworden.

Dem Satz liegt folgender Text zugrunde, der sich an Ps 19,2 LUT (Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk) anlehnt:

Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre,
Ihr Schall pflanzt seinen Namen fort.
Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere,
Vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort.

Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne?
Wer führt die Sonn’ aus ihrem Zelt?
Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne,
Und läuft den Weg gleich wie ein Held.

Vernimm’s, und siehe die Wunder der Werke.
Die die Natur dir aufgestellt!
Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke
Dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt?

Kannst du der Wesen unzählbare Heere,
Den kleinsten Staub fühllos beschaun?
Durch wen ist alles? O gib ihm die Ehre!
Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun.

Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde;
An meinen Werken kennst du mich.
Ich bin’s, und werde sein, der ich sein werde,
Dein Gott und Vater ewiglich.

Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte,
Ein Gott der Ordnung und dein Heil;
Ich bin’s! Mich liebe von ganzem Gemüte,
Und nimm an meiner Gnade teil.

Beethoven vertonte nur die ersten beiden Strophen von Gellerts Gedicht. In verschiedenen Bearbeitungen wurden weitere Strophen angefügt, die sich zum Teil frei an Gellerts restliche Dichtung anlehnen.


Anzeige

Shenaya
Shenaya
Mitglied

Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von Shenaya
Lyrik-Projekt
R. M. Rilke - Der Panther

(Die vertonte Version mit Otto Sander [Rilke-Projekt] habe ich leider nicht gefunden)
Saxwolf
Saxwolf
Mitglied

Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von Saxwolf
Saxwolf
Saxwolf
Mitglied

Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von Saxwolf
Erstellt mit Software Synthesizern und Doepfer A-100 Modularsystem
chris
chris
Mitglied

Re: Vertonte Gedichte, die zu schönen Liedern werden....
geschrieben von chris
Die Uhr

Johann Gabriel Seidl (1804-1875)

Ich trage, wo ich gehe,
Stets eine Uhr bei mir;
Wieviel es geschlagen habe,
Genau seh ich an ihr.

Es ist ein großer Meister,
Der künstlich ihr Werk gefügt,
Wenngleich ihr Gang nicht immer
Dem törichten Wunsche genügt.

Ich wollte, sie wäre rascher
Gegangen an manchem Tag;
Ich wollte, sie hätte manchmal
Verzögert den raschen Schlag.

In meinen Leiden und Freuden,
In Sturm und in der Ruh,
Was immer geschah im Leben,
Sie pochte den Takt dazu.

Sie schlug am Sarge des Vaters,
Sie schlug an des Freundes Bahr,
Sie schlug am Morgen der Liebe,
Sie schlug am Traualtar.

Sie schlug an der Wiege des Kindes,
Sie schlägt, will's Gott, noch oft,
Wenn bessere Tage kommen,
Wie meine Seele es hofft.

Und ward sie auch einmal träger,
Und drohte zu stocken ihr Lauf,
So zog der Meister immer
Großmütig sie wieder auf.

Doch stände sie einmal stille,
Dann wär's um sie geschehn,
Kein andrer, als der sie fügte,
Bringt die Zerstörte zum Gehn.

Dann müßt ich zum Meister wandern,
Der wohnt am Ende wohl weit,
Wohl draußen, jenseits der Erde,
Wohl dort in der Ewigkeit!

Dann gäb ich sie ihm zurücke
Mit dankbar kindlichem Flehn:
Sieh, Herr, ich hab nichts verdorben,
Sie blieb von selber stehn.

Melodie - Johann Karl Gottfried Loewe, 1830 (1796 - 1869)



Ich habe nicht überprüft, ob dieses Gedicht evtl. schon mal
eingestellt wurde.

Aber im TV gibt es auch Wiederholungen, deshalb auch
hier.

Chris

Anzeige