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Plaudereien Hin hören - Zu hören

caya
caya
Mitglied

Hin hören - Zu hören
geschrieben von caya


Mir fällt auf, dass immer weniger Menschen wirklich hin hören, die meisten hören nur zu.....wenn überhaupt

Das heißt, sie machen zu und springen beim ersten *Reizwort in ihr eigenes Erleben und Fühlen, welches ihnen selbstredend viel wichtiger ist, als das, welches gerade vor ihnen ausgebreitet wird in dem naiven Glauben es würde *hin gehört* was es zu berichten gibt.

Mich macht das schon von jeher dermaßen sauer, dass ich schon manchmal abrupt aufgehört habe etwas zu erzählen oder auch um Rat zu fragen.

Was ist mit den Menschen los, die einen anderen nicht ausreden lassen können ohne gleich ihr Ego aufzublasen und ihrerseits
ihre viel wichtigeren Gedanken raus zu lassen?
Hört man ihnen auch nur zu und nicht hin, wenn sie etwas berichten wollen, was ihnen wichtig erscheint?

Ganz besonders schlimm empfinde ich es, wenn mein sogenannter Kommunikationspartner sofort nach der ersten Möglichkeit
zur Unterbrechung, von anderen Menschen erzählt, ohne mit einem einzigen Wort auf das von mir Gesagte einzugehen.

Jaja, der und der hatte das auch, oder dem ist das auch passiert, der Freund meiner Cousine hat genau das auch erlebt und und und...... ich flipp nochmal aus deswegen.

Der Kreis wird eng und die Menschen weniger mit denen ein wirklicher Austausch für mich erstrebenswert ist, und das hat wirklich nichts mit Hochmut oder Selbstüberschätzung zu tun.


Caya

digi
digi
Mitglied

Re: Hin hören - Zu hören
geschrieben von digi
als Antwort auf caya vom 04.11.2010, 13:49:43
Hi, Caya,
da bist Du nicht allein mit dieser Beobachtung.

Wahrscheinlich ist das bei Männern ausgeprägter als bei Frauen (gibt ein Buch darüber), weil ein Mann automatisch sofort nach irgendwelchen Lösungen sucht. Obwohl er noch nicht mal genau weiß, um was es geht.

Ich habe schon beobachtet, daß eine Frau den Kopf schüttelte, weil sie gar nicht wußte, von was er denn nun eigentlich redet. Balzgehabe? _g_

Das ist auch speziell ausgeprägt in der IT, wo es zudem zwar jeder besser weiß, aber nicht weiß wie.

Es gibt Menschen, die sind furchtbar einfach - und andere, die sind einfach furchtbar.

Und die lässe ich einfach sofort stehen - ignoriere sie einfach.
Weil die auch nichts lernen werden.
Und sie schauen einen auch nicht an - nicht wirklich.

Wie ist das?
Der Mensch hat zwei Ohren zum Hören ...
aber nur eine Gusche zum Reden.
Bei vielen ist die Funktion umgekehrt.
Und das Hirn? übernimmt die Koordination.
Das Hirn arbeitet aber viel schneller als die Gusche.
Deshalb gibt es ja auch den Spruch:
Vor dem Reden das Hirn einschalten.
Bloß bei manchen fragt man sich: welches Hirn?
Das wird dann 'Temperament' betitelt.

Die beste Empfehlung eines uralten 'Verkäufers':
Richtig zu- und hinhören ist eine Kunst, die erlernbar ist. Und Millionen bringt.
.
Za mir -digi-
peter25
peter25
Mitglied

Re: Hin hören - Zu hören
geschrieben von peter25
als Antwort auf caya vom 04.11.2010, 13:49:43


Mir fällt auf, dass immer weniger Menschen wirklich hin hören, die meisten hören nur zu.....wenn überhaupt

Caya

geschrieben von caya


Da würde ich mal einige Überlegungen anstellen. Liegt es an mir(caya)oder an dem Anderen.??
Es kann ja auch gut möglich sein,dass viele bei einem Gespräch sich immer wieder wiederholen.(schon 5x erzählt,eine Story)bei älteren Menschen kommt das häufig vor.
Ist doch dann verständlich, dass dann nicht mehr wirklich hingehört wird.
Noch eine Möglichkeit wäre,der Gesprächspartner hört schlecht und dadurch kann er dem Gespräch nicht richtig folgen.
Vielleicht ist ja evtl. deine Aussprache sehr leise und da fällt ein wirkliches hinhören sehr schwer.

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JuergenS
JuergenS
Mitglied

Re: Hin hören - Zu hören
geschrieben von JuergenS
Caja, deine Beobachtung teile ich auch, wenngleich ich nicht sicher bin, auch gelegentlich mal derjenige zu sein, der sein deja vue für noch wichtiger hält als das was ein anderer gerade erzählen wollte.

Eine stillschweigende Überlegung versuche ich bei Unterhaltungen als Masstab durchzuhalten.

Ein gelungener Dialog ist m.E., wenn jeder etwa gleich lange spricht.
Das klingt zwar simpel, aber die Einhaltung dieser einfachen Regel hilft, dass jeder/jede anschliessend ein wenig stolz daruf sein kann, einen einigermassen echten "Dialog" geführt zu haben.

Oft spricht ein einziger Mensch ungefragt zu vielen, weil laut, dominiert er alles, pfui deibel.
marianne
marianne
Mitglied

Re: Hin hören - Zu hören
geschrieben von marianne
als Antwort auf JuergenS vom 04.11.2010, 16:01:48
An dich, Heigl...,
und an alle Vorschreiber/ innen:

Jetzt eben haben wir das, genau das, doch erlebt.
Karl Webmaster ist gestürzt, ist jetzt im Krankenhaus.

So manche Mitleser und -Schreiber erzählten ihre eigenen Krankengescchichten.
(Manche, nicht alle!)
Ich persönlich glaube nicht so ganz, dass dies Margit und Karl geholfen hat....

M
olga64
olga64
Mitglied

Re: Hin hören - Zu hören
geschrieben von olga64
als Antwort auf marianne vom 04.11.2010, 16:07:30
Danke Marianne - dass Sie auf ein solch nicht mitfühlendes Verhalten aufmerksam machen. Ich wünsche Karl alles Gute und hoffe, dass er bald wieder gesund und so ausdrucksstark, wie wir ihn kennen, in unserer Diskussionsgruppe sein kann. Und allen anderen mit interessanten Krankheitsgeschichten wünsche ich einige Minuten, dies zu vergessen und an andere zu denken!
Olga

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JuergenS
JuergenS
Mitglied

Re: Hin hören - Zu hören
geschrieben von JuergenS
Da hast du recht, Marianne, über Krankheiten zu berichten, ist halt eine Schwäche von uns etwas Älteren.
Auch ich hab sofort von mir was erwähnt, aber ich denke das ist auch ein wenig Verlegenheit und vielleicht der Versuch, zu erzählen: "Pass auf, auch hatte dies oder jenes, ich habe es überstanden, das wird auch bei dir sein". Es ist der Versuch eines Trostes.
Was soll man Karl denn sonst erzählen derzeit, ausser guten Wünschen?
marianne
marianne
Mitglied

Re: Hin hören - Zu hören
geschrieben von marianne
als Antwort auf olga64 vom 04.11.2010, 16:15:30
WOW! M
caya
caya
Mitglied

Re: Hin hören - Zu hören
geschrieben von caya

Es ist einerseits tröstlich, andrerseits traurig, dass auch andere meine Erfahrung teilen.

Was soll man z.B. machen, wenn man jemanden anruft um etwas zu besprechen was einem wichtig erscheint und der einen gleich, als hätte er nur auf den Anruf gewartet, mit einer Redeflut überschwemmt und von Menschen und Dingen erzählt, die man weder kennt noch nachvollziehen kann. Schon gar nicht, wenn einen etwas Wichtiges bewegt und der Grund des Anrufes ist.

Ich mache das in letzter Zeit so, dass ich knallhart sage, dass ich jetzt keine Zeit habe für einen langen Schwatz und nur das und das schnell sagen oder wissen wollte.
Das klappt ganz gut und mir geht es besser dabei als später verdattert festzustellen, dass mein Anliegen gar nicht zur Sprache gekommen ist, und ich mir den Anruf hätte sparen können.

Mich interessieren einfach die Erlebnisse von anderer Leute Bekannten und Verwandten, die Jahre zurückliegen, nicht sonderlich

Caya
Re: Hin hören - Zu hören
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf caya vom 06.11.2010, 10:05:35


naja Caya,

ist es nicht denkbar, dass dein/e Bekannte/r seinerseits auch kein Interesse an deinem aktuellen Problem hat?

Ich halte viel davon, erstmal nachzufragen, ob der Angesprochene/Angerufene gerade den Kopf und die Seele frei hat, sich mal meine Sorgen anzuhören.

Und teilt man nicht den Menschen eher seine Sorgen mit, die man schon als gute Zuhörer kennengelernt hat?

Mit anderen Worten:
Kann ich erwarten, dass andere meine "schwere Kost" einfach annehmen und darauf eingehen?


Sorella

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