Forum Politik und Gesellschaft Religionen-Weltanschauungen Provokative Frage: Kann man den Glauben ersetzen - und wie?

Religionen-Weltanschauungen Provokative Frage: Kann man den Glauben ersetzen - und wie?

adam
adam
Mitglied

Re: Provokative Frage: Kann man den Glauben ersetzen - und wie?
geschrieben von adam
als Antwort auf cecile vom 14.11.2010, 10:00:10
"In sich selbst ruhen" kann meines Erachtens nur der Freigeist - und dazu braucht es, wie hier schon erwähnt wurde, bestimmt einer starken Psyche.


Cécile


Das glaube ich nicht Cecile,

ich selber könnte mich vielleicht den Freidenkern zuordnen, von ruhen in mir selbst kann aber keine Rede sein.

--

adam
hugo
hugo
Mitglied

Re: Provokative Frage: Kann man den Glauben ersetzen - und wie?
geschrieben von hugo
als Antwort auf JuergenS vom 14.11.2010, 10:09:25
danke heigl

ist ne interessante Konstellation die Du da beschreibst, in Sachen Religion und Glauben auf Familienebene.

Ja, solche und ähnliche Familien hab ich in meiner Verwandtschaft auch,,mal klappts besser mal weniger,,wie im normalem Leben *g*

ja Weihnachten,,,wessen Augen haben als Kind früher nicht geglänzt bei diesem Begriff,,,da hab ich mir noch keine Gedanken darüber gemacht, ob eine christliche oder heidnische Historie dahintersteht,, wär jetzt auch ein anderes Thema,,,immer mehr Menschen auf dieser Erde kommen ohne unsere Weihnachtsüblichkeiten aus und wenden sich anderen Gepflogenheiten zu.

hallo luchsi
"Reiner Glaube - nicht religiöser Kirchenwahn- wird heute mit Darwinstischen Argumenten, die auf Logik und Forschung beruhen, wegdiskutiert, aber trotzdem nicht erklärt"

ich bin begeistert, wie haste das nur hinbekommen, war sicher nicht Absicht, aber gelungen,,

reiner -also kein unreiner Glaube, was auch immer das sein sollte- wird von religiösen Kirchenwahns,,als Ihre Kompetenz vereinnahmt,, den kann man gar nicht wegdiskutieren, den gibts nämlich für die Kritiker gar nicht,,also warum sollten gerade Die Ihn erklären ??

luchsi,,ich muss darüber noch ne Weile sinnieren, hab sowieso gerade vom ingo eine kleine Auszeit verordnet bekommen *g*

das passt schon, danke , ingo,,

hugo



Karl
Karl
Administrator

Re: Provokative Frage: Kann man den Glauben ersetzen - und wie?
geschrieben von Karl
als Antwort auf ehemaligesMitglied54 vom 14.11.2010, 05:20:08
@ empora,


wenn ich Deinen Text lese, erkenne ich, dass Du Deine Erfahrungen mit der Kirche noch nicht wirklich verarbeitet hast, zu viel Aggression spricht noch aus Dir. Du wertest Dein, wie wir in verschiedenen Beiträgen lesen konnten, großes Wissen um die Geschichte des Christentums und der Religionen dadurch unnötig ab. Warum wird z. B. Ratzinger zu "Ratzfaz"? Was gewinnt Deine Argumentation dadurch? Nichts, sie verliert, weil Du sie in zu viel Aggression verpackst.

Ich war auch einmal ein zorniger junger Mann, habe diese Phase aber überwunden und erlaube mir inzwischen einen ruhigeren Blick, nicht mehr von innen, sondern aus der Distanz. Ich habe erfahren, dass ein religiöser Glaube Menschen beim Sterben hilft. Deshalb möchte ich diesen persönlichen Glauben auch niemandem nehmen. Persönlich kann ich sehr wohl die Erwägung des Nutzens des Gottesglaubens für viele von der philosophischen Frage nach der Existenz eines Gottes trennen. Auch meine Kritik trifft hart die Institutionen, die sich die angeborene Religionsfähigkeit des Menschen zunutze gemacht haben, um Machtstrukturen zu etablieren, mit denen sie Macht über Menschen ausüben. Ich bin dafür, alles zu tun, um diese Macht der christlichen Kirchen und anderer Religionen zu brechen.

Anders als die Vertreter religiöser Machtapparate bin ich aber dafür, die Individuen, die einem religiösen Glauben anhängen, zu achten und zu respektieren. Wir Menschen sind von der angeborenen Struktur unseres Gehirns her für religiöse Empfindungen empfänglich. Die tiefere Ursache liegt darin, dass sich hierdurch ein Individuum einer größeren Gruppe unterordnen kann und zu dem Teil eines Ganzen wird. Dies war bei der Evolution des Menschen sehr wichtig, denn dadurch konnten größere Gruppen organisiert werden und zusammen arbeiten. Ich möchte das hier nicht zu ausführlich darlegen. Was ich aber sagen möchte, ist, dass wir es Menschen nicht übel nehmen dürfen, wenn sie archaische religiöse Gefühle benötigen, um ihr Leben zu meistern.

Persönlich bin ich für die Aufklärung, auch über die Bedingungen unserer Evolution, weil sie uns helfen, uns selbst besser zu verstehen. Ich bin gegen die Religionen dieser Welt, gegen diese mehr oder weniger fest gefügten Denkschablonen, die die Religiösität der Menschen ausnutzen und im Laufe der Jahrhunderte teilweise riesige elaborierte virtuelle Luftschlösser konstruiert haben.

Ich vergesse aber nie, dass die Aufklärung ein sehr sensibler Prozess ist, der wohl selbst nur über viele Generationen gewinnen kann und jederzeit gefährdet ist, auch wieder abgewürgt zu werden. Zur Aufklärung gehört m. E. auch die Toleranz Andersdenkenden gegenüber.

Karl

Anzeige

luchs35
luchs35
Mitglied

Re: Provokative Frage: Kann man den Glauben ersetzen - und wie?
geschrieben von luchs35
als Antwort auf hugo vom 14.11.2010, 10:30:42
Hugo, ich mach dir das Denken einfacher, nicht dass du noch auf eine falsche Spur gerätst !

"Reiner" Glaube - unbeeinflusst von "Kirchwahn" - kannst du damit was anfangen?

Ansonsten ist mir auch deine Meinung wichtig, gerade weil du immer so schön anti bist , auch das macht Sinn.

Luchs
JuergenS
JuergenS
Mitglied

Re: Provokative Frage: Kann man den Glauben ersetzen - und wie?
geschrieben von JuergenS
Und noch ein Gedanke:

Gesetzt den Fall, irgendeine Religion wäre die Wahre.

Dann ist es doch unerheblich, ob ein Mensch daran glaubt oder nicht.

Sie wäre einfach die Richtige.

Punktum.

Vielen Menschen gibt eine Religion auch Halt.
Diese beneide ich.

Ich bin sicher, Religionen sind einzig und alleine aus dem Grund "entstanden", weil der Mensch so viel(zu viel) Verstand mitbekommen hat, sodass er seine Endlichkeit als unerträglich fand.

Er suchte, zum Beispiel, zu deuten, was ein Blitz, ein Mond, eine Sonne, der Sternenhimmel für Botschaften für ihn bedeuten könnte.

Die Sonne verschwand zum Beispiel, es regnete, er, der Mensch legte es os aus, als ob eine religiöse Botschaft einer überirdischen "Macht" dahinterstehen würde, die er zum Beispiel milde stimmen mußte durch irgendeine Handlung.

Zeigte diese Handlung Wirkung, asu seiner subjektiven Sicht, dann machte er einen Kult daraus, Brandopfer, Geruchsopfer, "Beten".
luchs35
luchs35
Mitglied

Re: Provokative Frage: Kann man den Glauben ersetzen - und wie?
geschrieben von luchs35
als Antwort auf Karl vom 14.11.2010, 10:36:35
Karl, deinem sehr ausgewogenen Beitrag kann ich absolut folgen und jeden Satz durchaus auch für mich annehmen.

Aber auch den Zorn, der aus empordas Worten klingt, kann ich nachvollziehen, denn diesen habe ich vor langer Zeit genauso empfunden. Das hat mit meiner persönlichen Geschichte aus meiner Kindheit zu tun, in der ich mit meiner Mutter in eine stockkatholische, kleine Gemeinde verschlagen wurde, während mein Vater noch in Gefangenschaft war.

Ich will nicht auf die ganze Leidensgeschichte eingehen, nur soviel: nach meiner Einschulung stellten Lehrer und Kinder fest, dass ich eine "Heidin" bin - ungetauft. Nur wenig später kam ich mit gebrochenen Armen nach Hause, die "Heidin" wurde "bekehrt". Meine Mutter liess mich auf Anraten eines zufällig in dem Ort weilenden Dominikanermönchs, der mich schützte, sofort - noch mit eingegipsten Armen - katholisch taufen - und von da an war ich ein "gerettetes Schäfchen", das plötzlich die Fürsorge und Liebe eines Dorfes "genoss", indem man nicht mehr die Hunde losband, wenn ich mich einem Bauernhof näherte.

Der Bruder meiner Mutter holte uns dann aus dieser Umgebung heraus. Aber alles ,was mit Kirche oder Religion zu tun hatte, war für mich schon als Kind erledigt.

Aber seit einigen Jahren versuche ich mich mit allem auseinanderzusetzen. Mein Zorn ist zwar verraucht, aber ich suche die Wurzel, warum ich nicht einfach abschliessen kann, weil irgendetwas in mir sagt, dass die Erklärungen, die es rund um Glauben oder Nichtglauben gibt, nicht der Weisheit letzter Schluss sein können.
Das hat nichts mit kirchlichen oder religiösen Institutionen zu tun, das ist für alle Zeit keine Thema mehr - aus den genannten Gründen.

Das alles gehört indirekt mit zum Hintergrund meiner Frage nach der Bedeutung von Glauben und was geschehen würde, wenn dieser Rückhalt für so viele Menschen nicht mehr vorhanden wäre.

Würden da nicht Dämme brechen, die zu einem negativen Verhalten oder Geschehen führen würden?

Luchs










Anzeige

nasti
nasti
Mitglied

Re: Provokative Frage: Kann man den Glauben ersetzen - und wie?
geschrieben von nasti
als Antwort auf luchs35 vom 14.11.2010, 11:45:44
Meine Meinung.


Religion kann man durch MAGIE ersetzen

Zum volkstümlichen Verständnis der Magie gehören – in Abgrenzung zum Aberglauben – ..... „Wie oben, so unten; wie innen, so außen; wie im Großen, so im Kleinen.“ Damit ist gemeint, dass alle Wesen und Dinge über Sphären miteinander verbunden sind und durch Zauberhandlungen wechselseitig beeinflusst werden können. Beim Analogiezauber geht man also davon aus, dass eine Einwirkung in der einen Sphäre gleiches in einer anderen Sphäre bewirken kann. /Wiki/

Das heißt---auch Religionen sind nicht ausgeschlossen, ganauso wie Wissenschaft auch nicht. Die Türen sind geöffnet......*ggg* an alle Richtungen.

Nasti

Lilith
Lilith
Mitglied

Re: Provokative Frage: Kann man den Glauben ersetzen - und wie?
geschrieben von Lilith
als Antwort auf Lilith vom 14.11.2010, 10:26:00
Hast Du mein Posting Ende Seite 2 gelesen?
hema
hema
Mitglied

Re: Provokative Frage: Kann man den Glauben ersetzen - und wie?
geschrieben von hema
als Antwort auf ehemaligesMitglied54 vom 14.11.2010, 05:20:08
Das ist wieder einmal ein Thema, wo sich alle ... so richtig austoben können. Der T hat seine wahre Freude daran!!

Nun zur Sache:

Das ist dem Ratzfatz wohl nicht ganz geheuer, deswegen wiegelt er in besagter Enzyklika Spe-Salvi ab und kommt auf den Inhalt des Glaubens:
„Den Menschen war freilich längst bewusst geworden, dass viele von denen, die als Philosophen, als Lehrer des Lebens herumliefen, nur Scharlatane waren, die sich mit ihren Worten Geld verdienten und über das wahre Leben gar nichts zu sagen hatten“.


Das ist Wahrheit, aber aus einem Menschen kann nur das heraus kommen, was in ihm ist.

Glaube ist folglich die logische Ursache schwacher Kritikfähigkeit und nicht etwa deren Folge.

Das stimmt aber nicht. Wenn man ins Mystische geht, kann man spüren, dass etwas da ist, was man weder sehen noch greifen kann. Man kann es aber spüren!

Dass manche Religionsführer den Glauben der Menschen für eigene Zwecke, bzw. Machtansprüche ausnutzen, ist wiederum eine andere Sache und wohl bekannt.
Da müssen die Menschen eben noch lernen selber zu denken und nicht alles nachplappern was andere sagen.

Den „fiktiven Mumpitz im Himmel“ bitte ich zu unterlassen. Solche Aussagen sind respektlos und beleidigen nicht nur Gott, sondern auch gläubige Menschen.

Vielleicht beschäftigt sich der /die eine oder andere doch mit meiner Hompage ( www.hopeland.at ), besonders mit den Religionen, die Gutes verkünden.
hema
hema
Mitglied

Re: Provokative Frage: Kann man den Glauben ersetzen - und wie?
geschrieben von hema
als Antwort auf JuergenS vom 14.11.2010, 10:57:06
Gesetzt den Fall, irgendeine Religion wäre die Wahre.

Dann ist es doch unerheblich, ob ein Mensch daran glaubt oder nicht.

Sie wäre einfach die Richtige.


Es heißt wer suchet der findet! Lets go!

Zur richtigen Religion weil du das ansprichst:
Kennst du die "Ringparabel" aus "Nathan der Weise" von Ephraim Lessing? Ich hab dieses Stück vor kurzem am Landestheater gesehen. Sehr interessant und lehrreich.

Da fragt Saladin, Herr des Heiligen Landes den Juden Nathan welche der drei Religionen - Islam, Judentum oder Christentum - die richtige Religion ist. Er wollte ihm eine Falle stellen. Nathan, der als Weise bekannt ist antwortet eben mit der Parabel von den drei Ringen, die ein liebender Vater seinen drei Söhnen vererbte (er wollten keinen benachteiligen), wobei nur ein Ring der gesegnete und wahre Ring ist. Die beiden anderen sind gut gemachte Kopien.

Es muß sich also von alleine herausstellen welcher Ring (Religion) der Richtige ist.


Anzeige