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Soziales Die Tafeln - Essen, wo es hingehört

Redaktion
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Administrator

Eine wirklich hilfreiche Bewegung
geschrieben von Redaktion
Dieses Thema ist nicht neu im ST. Bereits 2004 gab es dazu einen interessanten Thread. Da dieser mittlerweile nur noch im "Archiv" zu finden ist, hat uns seine Eröffnerin erfreulicherweise darauf aufmerksam gemacht, dass die inzwischen enorm gewachsene soziale Bewegung auch unter den Informationsseiten zu gesellschaftlichen und sozialen Einrichtungen in unseren Lebensbereichen ihren Platz verdient hat.

Das hat sie! Die Tafeln sind in der Tat eine wirklich schätzens- und unterstützenswerte Einrichtung, die für viele Menschen eine kleine Existenzgrundlage bildet, die sie sonst nicht hätten. Gleichzeitig werden Unternehmen und Industrie in den Solidaritätsprozess mit einbezogen, was keineswegs schaden kann.

Wir freuen uns sehr über sinnvolle Anregungen - außerdem begrüßen wir das konsequente soziale Engagement und sagen herzlichen Dank!
Re: Eine wirklich hilfreiche Bewegung
geschrieben von crosby
als Antwort auf Redaktion vom 18.07.2012, 02:23:53
Da ich in Luxemburg wohne und Luxemburg einer der reichsten Länder der Welt ist wird die Armut oder besser gesagt die versteckte Armut bei uns in den Medien fast totgeschwiegen:
Mir kommt es fast in Luxemburg so vor wie wenn ARMUT in das Bild nicht passt was Luxemburg in den Medien darstellt..
Muss aber auch schreiben dass in Luxemburg noch keiner verhungert ist dass wir in den grösseren Städten bei Uns auch Mahlzeit verteilt wird .

Ich finde es gut dass die Armut im Forum behandelt wird oder behandelt auch wurde und weiter seinen Platz hier findet und bedanke mich bei der Redaktion


DANKE !



crosby
Felide1
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Mitglied

Re: Eine wirklich hilfreiche Bewegung
geschrieben von Felide1
als Antwort auf crosby vom 18.07.2012, 07:22:47
crosby,

die Armut bewirkt Unbehagen und wird zur Seite geschoben.

Kein Mensch müsste hungern wenn die diversen Läden schon ein paar Tage vor Ablauf der Lebensmittel die Preise drastisch senken würden statt in die Mülltonnen zu werfen.

Die Tafeln funktionieren nur in der Stadt.

Die Menschen die wirklich arm sind genieren sich oft dies zu zeigen.

Mein Sohn setzt z.B.: Einzelstücke das ganze Jahr über stark herunter und wer die Größe hat, hat wirklich ein "Schnäppchen" gemacht und keine Ramschware erhalten.

Felide

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Re: Eine wirklich hilfreiche Bewegung
geschrieben von crosby
als Antwort auf Felide1 vom 18.07.2012, 07:44:29
Möchte noch etwas Schreiben was ich unbedingt loswerden will.
Ich bewundere Die Menschen die jeden Tag auf Neues um Ihr Leben kämpfen müssen ich bedauere sie Nicht aber bewundere Sie das Sie auf festen Boden stehen.

Und noch was falls eine Person am Strassenrand sitzt um 1 Gabe zu erbetteln schaue ich immer fest in die Augen.
Falls die Person mich anlächelt und schaut mir ins Gesicht gebe ich Nichts
Falls die Person mir ins Gesicht schaut und schämt sich gebe ich was


Jetzt kann man meine Einstellung kritisieren bin aber der Meinung jeder soll machen wie er es für richtig hält


crosby :)
Klaro
Klaro
Mitglied

Re: Eine wirklich hilfreiche Bewegung
geschrieben von Klaro
als Antwort auf Felide1 vom 18.07.2012, 07:44:29
crosby,

die Armut bewirkt Unbehagen und wird zur Seite geschoben.

Kein Mensch müsste hungern wenn die diversen Läden schon ein paar Tage vor Ablauf der Lebensmittel die Preise drastisch senken würden statt in die Mülltonnen zu werfen.

Die Tafeln funktionieren nur in der Stadt.

Die Menschen die wirklich arm sind genieren sich oft dies zu zeigen.

Mein Sohn setzt z.B.: Einzelstücke das ganze Jahr über stark herunter und wer die Größe hat, hat wirklich ein "Schnäppchen" gemacht und keine Ramschware erhalten.

Felide


Hallo Felide,

die Tafeln funktionieren nicht nur in der Großstadt, sondern auch in unserem 15 000 Seelen Marktflecken.

Ich finde es ist eine gute Einrichtung (wie auch andere soziale und caritative), allerdings fängt dabei wieder das Thema und die Diskussion an...warum haben diese Leute nicht selber ausreichend vorgesorgt. Aber man weiß nicht ihre Schicksale.

Grüße

Klaro
Felide1
Felide1
Mitglied

Re: Eine wirklich hilfreiche Bewegung
geschrieben von Felide1
als Antwort auf Klaro vom 18.07.2012, 12:09:06

Klaro,

es mag schon sein dass es bei 15000 Einwohnern klappt, aber sicher nicht in einem kleineren Ort wo jeder jeden kennt.
Da wird oft versteckt wenn es jemand schlecht geht.

z.B.: Kitzbühel ein Ort der doch sehr bekannt ist, wurde von einer Frau ein Sozialmarkt gegründet. Anfangs ist sie ihre Waren (in dem Fall Lebensmittel) nicht los geworden weil sich die Leute die diese Waren gebraucht hätten, sich geschämt haben da hin zu gehen.Inzwischen sind doch einige Menschen soweit, dass sie sich überwunden haben und in ihrer Not für ein paar Euronen dort einkaufen.

Die Diskussion über warum haben sie nicht selbst für sich gesorgt ist eigentlich überflüssig, nicht jeder hat das Glück eine gute Stellung zu finden.
Nur die die könnten aber wirklich zu Faul sind was zu tun, schreien oft am lautesten.

LG Felide

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david
david
Mitglied

Re: Eine wirklich hilfreiche Bewegung
geschrieben von david
als Antwort auf Klaro vom 18.07.2012, 12:09:06
allerdings fängt dabei wieder das Thema und die Diskussion an...warum haben diese Leute nicht selber ausreichend vorgesorgt.

Diese Diskussion führt m.E. oft an der Realität vorbei und lenkt von realen, gesellschaftlich bedingten Problemen ab. In Anbetracht der Situation, dass es sich bei ca. 30% der Tafelbesucher um Kinder und Jugendliche handelt, dass, wie jüngst wieder in der Presse berichtet wurde, viele Alleinerziehende von Armut bedroht sind, dass viele Menschen angesichts erschreckend geringer Löhne trotz Beschäftigung nicht genügend Geld zum Leben, geschweige denn für eine Altersvorsorge nach Hause bringen, scheint die Frage, "warum diese Leute nicht selber ausreichend vorgesorgt haben", doch in zynischer Weise vielfältige mögliche Ursachen der sich immer weiter ausbreitenden Armut auzublenden. Nicht jeder ist in der Lage, den stetig wachsenden Anforderungen an Mobilität, Flexibilität, etc. der modernen Arbeitswelt nachzukommen, nicht jeder findet einen guten Job oder kann ihn ausüben, aus welchen Gründen auch immer. Da hilft es wenig, "diese Leute" in einen Topf zu stecken und zu suggerieren, jeder könne, wenn er nur wolle, zur Genüge an den prallen Töpfen partizipieren. Hilfreicher dagegen ist in der Tat die Frage nach den Einzelschicksalen.
Aber man weiß nicht ihre Schicksale.


buchfreund
clara
clara
Mitglied

Re: Eine wirklich hilfreiche Bewegung
geschrieben von clara
als Antwort auf Felide1 vom 18.07.2012, 12:52:15

Klaro,

es mag schon sein dass es bei 15000 Einwohnern klappt, aber sicher nicht in einem kleineren Ort wo jeder jeden kennt.
Da wird oft versteckt wenn es jemand schlecht geht.


Felide, auch in unserem wesentlich kleineren Ort klappt es. Hier gibt es sogar zwei Tafeln, je eine auf privater wie kirchlicher Ebene.
Es ist aber richtig, dass es für Einwohner eines kleinen Ortes nicht immer leicht ist, sich als bedürftig zu outen. Arme schämen sich oft für ihre Armut, auch wenn sie nicht selbst verschuldet ist. Sie, aber auch Wohlhabende empfinden Armsein als Makel, leider.
Hier ist es so geregelt, dass die Ausgabe der Mahlzeiten nebst einem kleinen Speiseraum über einen Hof führt, der von außen nicht einsehbar ist. Da es daneben auch noch andere Läden gibt, ist sicher gestellt, dass man Tafelnutzer nicht von vorne herein identifizieren kann. inzwischen werden die Tafeln gut frequentiert.

Clara
olga64
olga64
Mitglied

Re: Eine wirklich hilfreiche Bewegung
geschrieben von olga64
als Antwort auf clara vom 18.07.2012, 15:12:50
Da sogar bei uns am "teuren, oberbayerischen See" Menschen leben, die es nicht so üppig haben, klappt es auch mit Tafel usw. hier sehr gut. Zum einen sind diese sehr begehrt bei (vorwiegend gut situierten) Damen, die ihrerseits sich gerne in Charity beschäftigen; zum anderen haben die Restaurants und Supermärkte Abnahmemöglichkeiten, die ihnen ein gutes Gewissen schaffen. Oft schicken die Eltern ihre Kinder in die Tafelläden, um die kostenlosen Tüten abzuholen - finde ich nicht schlimm. Wenn alles gut geht, ist dies für die Kids so abschreckend, dass sie versuchen, dies später nicht leben zu müssen. Olga
david
david
Mitglied

Re: Eine wirklich hilfreiche Bewegung
geschrieben von david
Interessant, wie das deutsche Finanzamt diese Inititiven bewertet...

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