Der Botanische Garten von Puerto de la Cruz


Dieser Bericht ist Teil der Beschreibung unserer Teneriffareise.


Unser erster Ruhetag in den Gärten von Puerto de la Cruz - 13.5.15

Teil 1: Der botanische Garten

Weltberühmt ist er, der Botanische Garten von Puerto de la Cruz. Nach der anstrengenden Wanderung vom Vortag wollten wir dort einen ruhigen Tag ohne Autofahrt einlegen.

Wir nahmen den Weg durch die Palmenpromenade, vorbei an dem Bettler, der jeden Tag in stoischer Ruhe auf einer der Bänke sitzt, und vorbei an dem Mann mit den beiden Aras, der auf Fotokundschaft wartet, und wanderten bergauf in Richtung zum Jardín de aclimatación de La Orotava.

Der Garten kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. König Karl III. gab 1788 kurz vor seinem Tod noch den Auftrag zur Gartenanlage, um dort Pflanzen aus den spanischen Provinzen in der Neuen Welt langsam an das Klima in Spanien zu gewöhnen. Sein Nachfolger Karl IV. ließ die Planung weiterführen und 1792 wurden die ersten 35 Pflanzungen sowie Ansaaten vorgenommen. Den Garten geplant hatte der Archtekt Diego Nicholas Eduardo. "De La Orotava" im Namen kommt daher, dass Puerto de la Cruz früher der Hafen von der höher gelegenen Stadt Orotava war.

Der Weg führte uns durch Puerto de la Cruz stetig aufwärts, vorbei an Hotels und Geschäften mit Souvernirs und Modeboutiquen. Die Gewächse in den Gärten und an den Straßen bestanden aus Pflanzen, die man bei uns in botanischen Gärten bestaunen würde: Hibiskushecken,



die freigiebig rot, weiß oder gelb blühten, verschiedenartigste Palmen, Kakteen, Blaublütenbäume und Bougainvilien und nicht zuletzt riesige Oleanderbüsche, dazu noch Blüten, deren Namen ich nicht kenne, die aber in den schönsten Farben blühten und dufteten.

Gummibäume mit dichtem Wurzelwerk zeigten, wie prächtig sie unter optimalen Bedingungen gedeihen können.

Die Sonne machte uns keine Probleme, konnten wir doch auf der Schattenseite gehen und ein leichter Wind sorgte für ein frische Brise.

Als wir in unsere Zielstraße einbogen, fiel unser Blick zuerst auf ein altes, traumhaft schönes Hotel mit südlichem Flair, das aber seine besseren Zeiten schon hinter sich hatte. Man kann es sogar kaufen. Wäre das nicht eine ideale Seniorenresidenz?



Der zweite Blick fiel auf das gegenüberliegende, eindrucksvolle Portal zum Botanischen Garten, das mich in seiner Monumentalität spontan an Tore zu Tempelbezirken in Kyoto erinnerte. Die Schilderaufsteller hatten die Assoziation nicht und setzten mit dem Parkverbot ihren eigenen Akzent.



Nachdem wir unseren Obolus entrichtet hatten, durften wir eintreten und betraten einen runden Platz, in dessen Mitte eine große, über und über mit Tillandsien bewachsene Sumpfzypresse stand. Die Bromelien wuchsen von oben auf weiße Kallasblüten zu.

Einige Stufen führten uns zur Mittelachse des Gartens,



und ein riesiges Baumgebilde zog nicht nur unsere Blicke auf sich: ein Baum, der an seinem eigenen Wald baute. Viele Stämme wuchsen aus weitverzweigten Wurzeln nach oben – so schien es auf den ersten Blick. Bei genauerem Hinsehen wurde klar, dass die Wuchsrichtung genau umgekehrt war, die Äste sandten Luftwurzeln nach unten, die sich dann über den Boden schlängelten und eingruben und wiederum zu Stämmen wurden und nach oben die Äste stützten. Um den ursprünglichen Stamm herum war ein Labyrinth von Stämmen und Höhlen gewachsen. Es ist eine Frage der Zeit, bis wann der Baum den ganzen Garten besiedelt haben wird. Doch die Fotos können das viel besser verdeutlichen als jede Beschreibung:





... mehr Fotos von der großblättrigen Würgefeige sind in meiner Bildergalerie.

Uns hat der Baum, der bereits fast ein Viertel des Gartens dominiert, so sehr beeindruckt, dass wir mehr über ihn und wie er zu seinen Namen „Würgefeige“ kam, wissen wollten. Und im Internet haben wir die Erklärung gefunden. Ähnlich wie bei unserer Mistel hinterlässt ein Vogel mit seinem Kot ein Samenkorn, das auf einem Ast in der Baumkrone zu keimen beginnt. Die Pflanze schickt dann aber Luftwurzeln zur Erde, teils frei und teils am Baumstamm entlang. Dieser wird durch die Wurzeln regelrecht stranguliert, während in der Baumkrone die Blätter des Gastes dem Wirt die Sonne verdecken. Mit der Zeit ist das Geflecht der Würgefeige so stabil, dass das Absterben des Gastbaums keine Probleme verursacht. Eine gute Animation dazu findet sich hier.

Im Schatten des Baumungetüms haben wir Mittagspause gemacht, um dann den Rest des Parks zu durchwandern und Bäume, Sträucher und Blüten zu bestaunen, die wir noch nie gesehen hatten und deren Namen uns bis dahin unbekannt waren. Ich nehme Euch jetzt einfach mit auf unseren Rundgang und lade Euch ein dabei zu sein, auch wenn ich nicht alle Pflanzen benennen kann.






















... mehr in meiner Bildergalerie.

Erschöpft verließen wir den Park, um uns in "unserer Seniorenresidenz“ gegenüber mit Eiscreme zu erholen, bevor wir uns aufmachten, mehr von der Stadt zu sehen und auch den öffentlichen TaoroPark zu besuchen und von dort den Blick über die Stadt zu genießen. Steilbergauf wanderten wir durch schöne Wohngebiete mit großen Gärten, von deren Pracht allerdings nur die Pflanzen, die über die Gartenmauern wucherten, etwas ahnen ließen. Aber wie es sich für gehobene Wohnlagen schickt, gab es keine Durchgangstraßen, aber leider auch keine Querverbindungen wie bei uns für Fußgänger, so dass wir nach einigen Versuchen aufgaben und doch der Hauptstraße folgten. Immerhin hatte das bergauf- bergab für einige zusätzliche Kilometer in Karls Tagesstatistik gesorgt .

Teil 2: DerTaoro-Park

Am Taoropark angekommen, der an einem steilen Hang terassenförmig angelegt ist, stiegen wir wieder bergauf, freuten uns über die Eidechsen, die uns überall beobachteten, um dann schnell davonzuhuschen.

Fortsetzung folgt ... .

Margit



Alle Tage unserer Teneriffareise

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Kommentare (7)

Luise52 Danke für diesen schönen Bericht, der für uns gleichzeitig Anregung ist, denn wir werden September ein zweites Mal Urlaub auf Teneriffa bzw. in Puerto machen und haben noch einiges NICHT gesehen, auch nicht den Botanischen Garten und den Taoro Park. Wir werden uns das nicht entgehen lassen, denn wir werden zwei Wochen Zeit haben für all die schönen Dinge, die wir beim ersten Mal 2012 nicht alle besichtigen konnten.
Deinen Bericht werde ich weiter verfolgen. Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.

Herzliche Grüße
Luise52
nixe44 Hallo Margit,
danke für den interessanten Reisebericht.

Wir besuchten den Botanischen Garten zur Weihnachtszeit.
Ein Besuch lohnt sich zu jeder Jahreszeit.
Erinnerungen kamen bei mir auf, bereiste bisher 3mal diese Insel, immer zur Winterzeit.

Unser gebuchtes Hotel war in der selbigen Stadt und befand sich in der Fußgängerzone in Nähe der Brandung.
Liebe Grüße
nixe-Monika
tilli † hast du uns deine Reise beschrieben. Die Fotos dazu.
Das ist wieder ein Genuss es zu lesen und zu sehen.
Das erinnert mich an meine Faszination Eurer Reise nach Japan.

Vielen Dank mit Grüßen Tilli
comeback Hallo Margit!

Danke, dass du uns teilhaben lässt an deine so tollen Sehenswürdigkeiten von Teneriffa.

Liebe Grüße
comeback
Komet man staunt immer wieder über die Vielfalt der Blumen und Bäume. Es ist eine wahre Pracht in diesen südlichen Ländern. Davon kann ich im Westerwald nur träumen.
Auch hier gibt es Eidechsen. Sie sind sehr klein und flink und haben sich der Natur angepasst.


aufgenommen in den Weinbergen an der Mosel.


Mit einer Mistel bedanke ich mich für Deinen schönen Bericht.

Herzliche Grüße sendet Dir und Karl Ruth.
margit Lieber Gerdd,

die Eidechsen gab es überall. Die Männchen waren deutlich größer und farbenprächtiger als die Weibchen und wesentlich ängstlicher. Sie verschwanden meist in ihrer Höhle, bevor ich sie fotografieren konnte. Neugierig und vorsichtig lugten sie dann nach einiger Zeit wieder hervor, um die Lage zu peilen.

Margit
Gerdd Lbe Margit,
ein interessanter Bericht, bin gespannt auf die Fortsetzung.
Eine Aufnahme von einer Eidechse erinnerte mich stark an E.T.

hzl Gerdd

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