Thüringer Wald

Unsere Kurzreise in den Thüringer Wald führte uns diesmal für sechs Übernachtungen in das schöne Städtchen Friedrichroda, ca. 430 hoch gelegen und anerkannter heilklimatischer Ort.
Ich hatte diese Reise im "Waldhotel" gebucht und musste sie wegen Krankheit um eine Woche verschieben, was zum Glück ohne Stornogebühren vonstatten ging.

Es waren diese bitterkalten und sehr eisigen Tage, die auch Thüringen im Griff hatte aber warm eingepackt waren wir bei Minus 12 Grad jeden Tag unterwegs, kehrten zum Aufwärmen irgendwo ein und dann gings weiter.
Ich kenne den Thüringer Wald aus Kindeszeiten recht gut, Erinnerungen mit sehr viel Schnee kamen hoch. Durch die Eiseskälte lag kaum Schnee, nur auf dem legendären Rennsteig konnte man die tief verschneiten Wälder bewundern.

Der Rennsteig, einer der bekanntetsen und beliebtesten Kamm,-und Wanderwege, erstreckt sich über ca. 170 km von Hörschel (Eisenacher Ortsteil) an der Werra bis Blankenstein an der Saale.
Erkennen kann man diesen Wanderweg am berühmten Wegzeichen "R" !

Natürlich war auch Eisenach mit seiner "Wartburg" ein Ausflug wert. Ich wußte garnicht mehr, dass der Aufstieg dann doch so anstrengend sein würde aber es lohnte sich wahrlich.
Eine Besichtigung in der Woche kann ich nur empfehlen, die Besucherzahlen halten sich sehr in Grenzen und somit kann man alles viel mehr genießen.
Das legendäre "Lutherzimmer" war natürlich die Attraktion schlechthin und ein Muss !
Man fühlte sich automatisch zurückversetzt in die Zeiten..., sah Luther dort regelrecht am Tisch sitzend, die Bibel übersetzen...
Das aber schon zu Luthers Lebzeiten seine Übersetzungen und Reformen solch großen Zuspruch hatten und die "Wartburg" sogar zum Pilgerort wurde..., erstaunte uns dann doch. 

Oberhof ist ja auch recht bekannt und wird vor allem sportbegeisterte Wintersportfans an Sportstätten, wie Bobbahn, Biathlonstadion, Langlaufhalle und die große Skischanze erinnern.
Jährlich finden dort  verschiedenste , hochkarätige Sportereignisse statt.

Thüringen ist ja vor allem bekannt durch Erfurt, Weimar, Gotha und Eisenach aber leider hat man oft den Eindruck, dass die Entwicklung im Thüringer Wald und den kleineren Örtchen dann doch nach der Wendezeit fast stehengebleiben ist...sehr viel Leerstand, verlassene Gasthöfe sind all zu sichtbar.

"Jetzt endlich"...kommt man darauf, ein entspr. Tourismuskonzept für die Vermarktung des Thüringer Waldes zu erstellen... es reicht eben nicht aus, Touristen nur mit einem Besuch der "Wartburg" anzulocken, dazu gehört halt sehr viel mehr.
Wenns nicht so traurig wäre, könnte man lachen...

Thüringen ist nach wie vor eine Reise wert und wer sich abseits der größeren Städte ein Bild machen möchte, sollte sich kleine Orte, wie Tambach-Dietharz, Schmalkalden, Finsterbergen, Georgenthal aber auch Masserberg und Ilmenau u.v.a.m. anschauen, den Rennsteig "R" bewandern und die Wälder genießen.

Auch dies alles ist Thüringen und wunderschön !
Man möchte Thüringen und dem Thüringer Wald für die Zukunft viel Schwung, Kraft aber vor allem kluge Köpfe wünschen !

Viel Spaß wünscht

Kristine


20180302_125458.jpg

20180305_141543.jpgEngelsburg

20180302_110036.jpgBerghotel "Ebertswiese"


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Tanzbuche am Rennsteig gelegen

20180301_112341.jpg"Wartburg" bei Eisenach

20180301_114105.jpgDer Zugang zur "Wartburg"

20180301_114751.jpgInnenhof der "Wartburg"
20180301_115517.jpgDie berühmte, kleine  "Lutherstube auf der Wartburg" mit dem berühmten Tintenklecks hinter  dem Ofen...dort wurde schon zu Luthers Zeiten kräftig abgekratzt und geklaut.
Hier ist, bis auf den im Vordergrund liegenden Walwirbel (weiß) nichts mehr echt.


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Kommentare (11)

Syrdal
Syrdal
Mitglied

Liebe Kristine,
 
erst jetzt habe ich Deinen anschaulichen Bericht über Dein „Thüringen-Erlebnis“ bei klirrender Kälte gelesen und sah mich sogleich bildhaft versetzt in die Landschaft meiner Kindheit und Jugend. Ach ja, es hat sich vieles verändert im Thüringer Wald und in südthüringens Dörfern und Städten. Manch Schönes ist verschwunden, aber es ist auch sehr viel Neues entstanden und insgesamt hat Thüringens Charme in den letzten Jahren doch sehr gewonnen. Erfurt und Weimar sind sehenswert, auch das ehemals vernachlässigte Eisenach, ebenso Gotha, Meiningen, Hildburghausen, Schleusingen oder Ilmenau und die vielen schönen Urlauberorte zwischen dem Hörselberg (bei Eisenach) und dem Schiefergebirge bei Saalfeld. Ich könnte hier noch so viele einmalig schöne Orte und Stellen aufführen. – Ein Besuch dieser unvergleichlich schönen Landschaft mit den rauschenden Wäldern, herrlichen Wanderstrecken, urigen Rastplätzen und Gasthöfen ist immer ein unvergessliches Erlebnis und deshalb jederman wärmstens zu empfehlen. – Um sich gut auf solch eine Landschafts-Erkundung vorzubereiten, bietet Thüringen-Tourist (https://www.thueringen-entdecken.de) eine Vielzahl hochinteressanter Broschüren, Karten, Prospekte und auch einen regelmäßigen Newsletter (kostenlos per eMail) mit stets aktuellen Hinweisen auf regionale Veranstaltungen, Wanderrouten, Musikfestivals, Konzertreihen, Kulturereignissen  usw. – sehr zu empfehlen.
Danke für Deinen schönen Bericht – habe mich sehr darüber gefreut.
Es grüßt
Syrdal

 
(P.S.:  Ist die Abbildung „Engelsburg“ nicht das Schloß Elgersburg bei Ilmenau?)

Ernest
Ernest
Mitglied

Hallo Kristine,
danke für diesen schönen und informativen Bericht über den Thüringer Wald. Ich habe diesen Namen schon sehr oft gehört, kenne aber von Deutschland nur Hamburg, Lübeck, Sylt und Freiburg im Breisgau sowie Waldshut. Den Schwarzwald kenne ich sehr gut, liegt er doch gleich neben meinem Wohnort in der Schweiz.
Ein lieber Gruss. Ernst

werderanerin
werderanerin
Mitglied

Lieber Ernst,
ja, so ist es ja oft, man kennt bestimme Gegenden sehr gut und andere sind recht unbekannt aber vielleicht verschlägt es dich ja mal in den Thüringer Wald...wer weiß...

Kristine

werderanerin
werderanerin
Mitglied

Liebe Flensine,

es freut mich, wenn ich auch bei dir schöne Erinnerungen hervorrufen konnte.

Kristine

Flensine
Flensine
Mitglied

Da kann ich dir nur beipflichen!
Wir waren vor ein paar Jahren 14 Tage in Schönau vor dem Walde. Herlich, mitten im Naturschutzgebiet!
Eine wirklich schöner Reisebericht von dir.

werderanerin
werderanerin
Mitglied

Liebe Andrea,

danke für deine lieben Zeilen..., deine Erinnerungen liegen lang zurück aber auch das heutige Erfurt kann sich sehen lassen, es hat sich viel verändert, erneuert und erweitert.

Leider hat sich im Thüringer Wald nicht alles zum Positiven gewendet, sehr viele Menschen sind seit der Wende weggegangen, eher aus der Not heraus..., denn Arbeit gibt es dort nur wenig und man muss schon auch mobil sein und wenn man weg ist, kommt man meistens nicht wieder.
Hoffen wir mal, dass der Thüringer Wald dann doch noch bekannter wird, es wäre wünschenswert, denn allein die herrliche Natur tut gut.

Kristine

Muscari
Muscari
Mitglied

Liebe Kristine,
mit Begeisterung habe ich Deinen Bericht von Eurer Thüringen-Reise gelesen und die Fotos betrachtet.
Thüringen, so wie es sich heute darstellt.
Meine erste Erinnerung an Erfurt führt ins Jahr 1945 zurück, als der Krieg zuende und zunächst die Amerikaner, dann die Russen dort einmarschierten. Dazu gäbe es viel zu erzählen.
Vor 4 Jahren dann besuchten wir die Stadt wieder, um die Orte von damals wieder zu finden. Natürlich hat sich seit damals alles massiv verändert. Natürlich ist nichts mehr wie es war. Sogar das Haus, in dem wir damals wohnten, ist abgerissen.

Aber auch Weimar und Jena waren uns einen Besuch wert. Leider haben wir es zur Wartburg nicht mehr geschafft.
Und so danke ich Dir für diesen Bericht und grüße Dich herzlich.
Andrea

werderanerin
werderanerin
Mitglied

Liebe Renate & liebe Christine,

ich möchte mich herzlich für eure Erinnerungen bedanken...und auch bei mir sind es ja hin und wieder Jugenderinnerungen, die mich auf damalige Spuren lockten...nur, findet man vieles natürlich so nicht mehr, viele Jahre sind vergangen aber vergessen habe ich Thüringen nie.

Gerade auch die "Lutherstube" auf der Wartburg führen gedanklich in das Mittelalter und uns wurde auch gesagt, dass schon "damals" die Leutchens Souvenire aus dem, nicht bewachten "Lutherstübchen" mitnahmen, abkratzten...sodass heute nichts mehr im Original zu sehen ist.

Kristine



 

ladybird
ladybird
Mitglied

Liebe Kristine,
das ist ja richtig nett und lieb von Dir, Du läßt uns wieder einmal an Deinem/Eurem Urlaub teilnehmen. Ja, so komme ich auch wieder einmal "vor die Tür" (vom gemütlichen Sessel aus) und "wärme" bei Euern Erlebnissen auch meine Erinnerungen auf, an das so wunderschöne Thüringen.
Bei den minus Graden war das Einkehren sicherlich immer ein besonderes Vergnügen und die "Belohnungen" wärmten wenigstens von innen auf?
Als ich damals die Wartburg besichtigte, wurde erzählt, dass man Luther´s Tintenfleck an der Wand, des Öfteren "nach tintet".
In Oberhof waren wir begeistert von dem neuen sehr modernen Hallenbad.
Danke für die Fotos,liebe Kristine, das Wiedersehen auf diese Art macht auch Freude, die ich mir schätze.
Bei uns im Rheinland "klopft" der Frühling so langsam an.....
ich sende Dir einen Sonnenstrahl mit diesem Gruß
herzlichst Renate

100_6782.JPG
bei Oberhof .....

Christine62laechel
Christine62laechel
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Liebe Kristine,
ich habe mal zwei Wochen mit einem Schulausflug in Thüringen verbracht. Das war im Jahr 1972 - und ich kann mich sehr gut an viele Ereignisse, Düfte, und Menschen erinnern. Und dass wir, vier Mädchen, mal die Gruppe verlassen hatten, und aus einer Reise in den Nachbarort einfach per Anhalter zurückgemmen... Da bekamen wir was zu hören. :) In unserem Zimmer dann natürlich gekichert, laut zu lachen würde aber keine wagen. :)

Liebe Grüße
Christine

Komet
Komet
Mitglied

Hallo Kristine,
danke für deinen wundervollen Bericht und es reizt mal wieder auf Tour zu gehen. Ich kenne leider nicht sehr viel von Thüringen aber warum in die Ferne schweifen.....die schönen Ortschaften liegen so nah.
Schau mal, 2013 konnte man den Tintenklex in der Lutherstube noch sehen.
DSC_0620.JPG
Wahrheit oder nicht, Darüber streiten sich die Gelehrten.

Viele Grüße und ein schönes Osterfest wünscht Ruth.


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