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Aktuelle Themen Die Homoehe in Frankreich

bongoline
bongoline
Mitglied

Re: Die Homoehe in Frankreich
geschrieben von bongoline
Ich schäme mich für viele hier und im Thread "gleichgeschlechtliche Ehen" gemachte Beiträge.

Vielleicht liegen diese Aussagen derjenigen auch darin begründet, (scheinheilig) entsetzt zu sein um ev. eigene Schweinereien als Hetero zu vertuschen oder sie sich selbst schön zu reden. Wer weiß das, meist ist es schwierig, vor der eigenen Tür zu kehren.

Ein Homosexueller oder eine Lesbe ist ein genauso wertvoller Mensch wie der sich auf den Sockel stellende Hetero. Da wird sogar aufgefordert, die Offenbarung zu lesen - ja wer hat die denn geschrieben und welche Neigung hatte der Schreiber - wissen wir das?
Und Weltuntergang bedeutet gleichgeschlechtliche Liebe ganz sicher nicht - im Gegenteil, wo Liebe ist - und im Fall der Gleichgeschlechtlichkeit eine steinige Liebe, die sich gegenüber bornierten Anfeindungen bewähren muss - geht die Welt nicht unter, ein Blödsinn, so etwas überhaupt nur laut auszusprechen geschweige denn zu schreiben. Mittelalter läßt grüßen.

Und falls Weltuntergang damit gemeint ist, dass Homosexuelle keine Kinder auf normalem Wege bekommen können (Lesben können dies ja, da gibt es auch die künstliche Befruchtung) - Homosexualität ist eine Veranlagung und diese Veranlagung dermaßen in einer verschwindend geringen Minderheit, sodass die paar Kinder, die da nicht gezeugt werden, das Kraut auch nicht mehr fett machen. Sehr vielen Heteros ist eine Zeugung von Kindern genetisch oder durch Krankheit versagt - da regt sich doch auch niemand auf und schreit vom Weltuntergang und bei denen, die keine Kinder wollen, sei es aus Karriere- oder sonstigen Gründen, vor denen ziehen die, die die Gleichgeschlechtlichen am liebsten im Sumpf sehen würden den Hut, sind doch Karrieremenschen, da will man doch Liebkind sein.

Ja ich schäme mich für die Aussagen einiger hier im ST, die das Leben selbst fast schon zu Ende gebracht haben aber immer noch anderen, die ihnen oder ihrer verbiesterten Moral nicht entsprechen, Steine, ja am liebsten ganze Gebirge in den Weg legen wollen. Im Leben sicher selbst von vielen Mitmenschen Mitgefühl und Toleranz eingefordert sind sie nicht fähig oder wollen es gar nicht, im verbohrten Alter gegenüber anderen (andersartigen) Toleranz und Mitmenschlichkeit an den Tag zu legen.

bongoline
karl
karl
Administrator

Re: Die Homoehe in Frankreich
geschrieben von karl
als Antwort auf bongoline vom 27.02.2013, 00:10:49
Die Verlogenheit bürgerlicher Moral wird einem doch wieder einmal drastisch vor Augen geführt, wenn plötzlich ein Kardinal, der beinahe den nächsten Papst mitgewählt hätte und der als scharfzüngiger Redner gegen Homosexualität galt, zurücktreten muss, weil er sich an jungen Priestern vergriffen hat.

Da lobe ich mir eine ehrliche Gesellschaft, in der der Mensch sich nicht verbiegen muss. Der Niedergang kirchlicher Macht ist Voraussetzung für eine offene und freie Gesellschaft.

Karl
bongoline
bongoline
Mitglied

Re: Die Homoehe in Frankreich
geschrieben von bongoline
als Antwort auf karl vom 27.02.2013, 00:22:29
Danke Karl

bongoline

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adam
adam
Mitglied

Re: Die Homoehe in Frankreich
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 27.02.2013, 00:22:29
Der Niedergang kirchlicher Macht ist Voraussetzung für eine offene und freie Gesellschaft.
geschrieben von karl


Das ist eine treffende Aussage.

Entsprechend zur politischen Forderung der Trennung von Staat und Kirche, ist mir heute der Gedanke gekommen, man müsse auch unbedingt Gott und Kirche trennen, nachdem sich diese Institution immer mehr und weltweit als Unterschlupf von Pädophilen und Päderasten outet.

--

adam
hisun
hisun
Mitglied

Re: Die Homoehe in Frankreich
geschrieben von hisun
als Antwort auf bongoline vom 27.02.2013, 00:10:49
Danke bongoline für deine klare Stellungnahme !!

Du sprichst mir aus dem Herzen, und weil ich mich mitschäme, wiederhole ich deinen Schlusssatz:

„ja ich schäme mich für die Aussagen einiger hier im ST, die das Leben selbst fast schon zu Ende gebracht haben aber immer noch anderen, die ihnen oder ihrer verbiesterten Moral nicht entsprechen, Steine, ja am liebsten ganze Gebirge in den Weg legen wollen. Im Leben sicher selbst von vielen Mitmenschen Mitgefühl und Toleranz eingefordert sind sie nicht fähig oder wollen es gar nicht, im verbohrten Alter gegenüber anderen (andersartigen) Toleranz und Mitmenschlichkeit an den Tag zu legen.“

Einer meiner Jugendfreunde war homosexuell, damals noch verpönter als heute.
Wir gingen oft zusammen aus, zum Tanz mit 6er-Live-Band, nicht wie heute nur Disco, ins Kino oder sonst wo hin, bis in die Morgenstunden, ich fühlte mich immer beschützt und sicher an seiner Seite. Er ist einer der liebsten Menschen, die ich kenne und ein echter Freund und Gentleman. Er hat uns (nach meiner Heirat) oft besucht (auch mit seinem Freund) und meine Kinder mochten sie beide..

Zitat Karl:
Die Verlogenheit bürgerlicher Moral wird einem doch wieder einmal drastisch vor Augen geführt, wenn plötzlich ein Kardinal, der beinahe den nächsten Papst mitgewählt hätte und der als scharfzüngiger Redner gegen Homosexualität galt, zurücktreten muss, weil er sich an jungen Priestern vergriffen hat.

Da lobe ich mir eine ehrliche Gesellschaft, in der der Mensch sich nicht verbiegen muss. Der Niedergang kirchlicher Macht ist Voraussetzung für eine offene und freie Gesellschaft.


Lieber Karl, ich bin 100% mit dir..

hisun
.*.
eka231246
eka231246
Mitglied

Re: Die Homoehe in Frankreich
geschrieben von eka231246
als Antwort auf hisun vom 27.02.2013, 04:51:43
Danke an Euch für die klaren Worte. Da gibt es nichts hinzuzufügen. Ich bin 100%tig bei Euch bongoline und Karl.

Eka

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Felide1
Felide1
Mitglied

Re: Die Homoehe in Frankreich
geschrieben von Felide1
als Antwort auf bongoline vom 27.02.2013, 00:10:49
Bongoline,

die verbiesterten und stehengebliebenen wird es leider immer geben. Sie müßen doch so von oben herab handeln um sich selbst höher zu fühlen. Schade, sie kapieren und sehen nicht ihren eigenen Sumpf. Statt den Menschen zu sehen und annehmen, wird sofort weil er/sie andere Vorstellungen(Neigungen)hat der Finger gehoben. Vergessen dabei aber ganz, auch das sind Menschen wie du und ich, oftmals freundlicher und entgegenkommender als so manch hetero veranlagter Mensch.

Ich frage mich, ob so mancher der mit den Fingern auf diese Menschen zeigt, wenn er/sie sehr krank ist und Hilfe braucht zuerst fragt welche Veranlagung sie haben und wenn die Veranlagung nicht so ist wie sie es gerne hätten, die Hilfe ablehnt.

Bongo viele denken nur bis zu ihrer Nasenspitze. Verarge es ihnen nicht sie können nichts dafür.

LG Felide
Re: Die Homoehe in Frankreich
geschrieben von meli
als Antwort auf karl vom 27.02.2013, 00:22:29
Bongoline, Karl und Adam,

auch ich schließe mich hier an. Was Ihr geschrieben habt, entspricht meiner Überzeugung und meinem gelebten Leben.

Meli
digizar
digizar
Mitglied

Re: Die Homoehe in Frankreich
geschrieben von digizar
als Antwort auf Felide1 vom 27.02.2013, 07:10:23
Wenn ich mich hier mal so zaghaft wieder melde, sei es verziehen?
Warum melde ich mich?

Felide, aus dem Tenor Deines Beitrages lese ich einwandfrei heraus,
dass Du Menschen mit anderer Ansicht, mit anderen Gewohnheiten,
herablassend beschreibst.
Motto etwa "Lass sie doch, sie wissen es nicht besser."
Ross und Reiter zu nennen wäre aber auch nicht so fein, obwohl Du offensichtlich den einen oder die andere Im Blickfeld hast.

Dir ist (nicht) bekannt/bewusst, dass Du damit durchaus manchem (auch mir) auf die Zehen steigen könntest?
Ein Grund, warum hier im ST immer wieder Zoff angefangen wird.
Und auch ein Grund, warum so mancher hier nicht (mehr) schreibt.

Das 'gönnerische, herablassende Abbürsten' zu einer sicher nicht so kleinen Anzahl Mitstreiter mit anderer Meinung ist nämlich gar nicht so arg schön.

Schade eigentlich; denn jeder könnte es doch sicher anders...

Nur mal so'n Denkanstoß, kein Grund zum Stänkern also.
Und auch nicht als Maßregelung gedacht.

Und von mir keine Aussage zum eigentlichen Thema.
lars
lars
Mitglied

Re: Die Homoehe in Frankreich
geschrieben von lars
als Antwort auf digizar vom 27.02.2013, 08:31:20
Bin halt noch einer von der alten Garde!
Kann nicht zuschauen, wenn sich zwei Männer öffendlich küssen!
Aber die Zeiten ändern sich, ist auch gut so.

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