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Aktuelle Themen Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab

clara
clara
Mitglied

Re: Wollte Notärztin provozieren?
geschrieben von clara
als Antwort auf justus39 † vom 19.01.2013, 14:49:02
Schon allein die Überschrift
"Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab"
ist irreführend.

justus

Zu Deiner Information, Justus: Ich habe die Überschrift lediglich meinem Link entnommen, wo es heißt "Kurz nacheinander hatten zwei Kölner Krankenhäuser der katholischen Cellitinnen-Stiftung die Behandlung einer vergewaltigten Frau abgelehnt." "Behandlung" in diesem Fall kann verschieden definiert werden.

Im übrigen bin ich auch der Auffassung, die genaue Untersuchung des Falls abzuwarten. Dies ändert aber nichts an der Tatsche, dass in diesem Fall nicht nur das bedauernswerte Opfer die Medien auf den Plan ruft, sondern die Stellung katholischer Krankenhäusern ins öffentliche Bewusstsein rückt und hinterfragt wird. Ich wusste z. B. bis gestern nicht, dass konfessionelle Krankenhäuser nicht zumindest teilweise durch die Kirchensteuer getragen werden, sondern auch kirchenfremde Menschen sie mit allgemeinen Steuern mittragen. Dazu kann man stehen wie man will (die Kirchen begründen es ja damit, dass sie die Kirchgelder für andere notwendige Projekte einsetzen). Aber wenn sie schon öffentliche Gelder bekommen, sollten sie ihre Patienten auch so behandeln wie in nichtkonfessionellen Krankenhäusern und wie es der ärztliche Eid verlangt. Die Politik ist unbedingt gefragt!

Clara

@ Hockey: Hoffe diese bloedsinn hoehrt auch mal in D. auf
Hockey

Das kannst Du laut sagen, Hockey! Nach Deiner Schilderung hat hier das Dichterwort seine Berechtigung: "Amerika, da hast es besser..."
Mareike
Mareike
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von Mareike
als Antwort auf ehemaliges Mitglied_84475 vom 19.01.2013, 17:37:41
Ich denke mal, dass es nicht im Aufgabenbereich einer Notärztin liegt eine Spurensicherung "anzuordnen".
Sie kann allenfalls dahingehend aufklären, dass es ratsam ist, eine Spurensicherung vornehmen zu lassen und dass es auch die Möglichkeit einer anonymen Spurensicherung gibt.
In der Berichterstattung wird vieles vermischt und kritiklos als Fakt übernommen.
Da wundert es nicht, dass Frauen, sehr oft Jugendliche, in solchen Situationen völlig hilflos sind.

Mir wäre eine ordentliche Aufklärung in dem Sinne: "Was ist zu tun wenn .." - Beratung und Hilfe bieten: ..." wesentlich lieber als diese Hetzkampagne.

Mareike

Linktip: Vergewaltigung - Was tun?
Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von meli
als Antwort auf Mareike vom 19.01.2013, 18:22:00
Ich denke mal, dass es nicht im Aufgabenbereich einer Notärztin liegt eine Spurensicherung "anzuordnen".


Ich fasse es nicht Mareike.
Ich denke, eine Notärztin, die nicht aus dem Fach der Gynäkologie, sondern in der Regel aus der Inneren kommt, hat die Verpflichtung dafür zu sorgen, dass dem Opfer einer solch widerwärtigen Straftat alles an Hilfe zu Teil kommt, was nur möglich ist.
Und dazu gehört auch die Sicherstellung von Hautresten, Sperma und Dokumentaion von Verletzungen.

Und zwar nicht erst nach dem Anlauf eines 3. Krankenhauses.

Nehmen wir den Fall, diese junge Frau wäre "nur" zusammengeschlagen worden, was dann?
Sie wäre versorgt worden.

Aber hier geht es in verklemmten sexuellen Bereich der katholischen Kirche.

Das ist das Übele daran.

Und deshalb kann hier gar nicht oft genug nach einer Lösung durch die Politik gerufen werden, die sicher stellt, dass in a l l e n Krankenhäusern Frauen in einer solchen Notlage nicht ein 2. Mal ein Opfer werden.

So wie es Clara nun schon wiederholt tut und einige andere User hier auch.

Meli

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clara
clara
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von clara
als Antwort auf Mareike vom 19.01.2013, 18:22:00
Mareike, weil ich Deinen Link weiter oben so gut finde, hole ich ihn nochmal hervor. Das Gespräch klärt auf. Clara

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1982949/
Re: Wollte Notärztin provozieren?
geschrieben von marina
als Antwort auf clara vom 19.01.2013, 18:03:29
Ich wusste z. B. bis gestern nicht, dass konfessionelle Krankenhäuser nicht zumindest teilweise durch die Kirchensteuer getragen werden, sondern auch kirchenfremde Menschen sie mit allgemeinen Steuern mittragen. Dazu kann man stehen wie man will (die Kirchen begründen es ja damit, dass sie die Kirchgelder für andere notwendige Projekte einsetzen). Aber wenn sie schon öffentliche Gelder bekommen, sollten sie ihre Patienten auch so behandeln wie in nichtkonfessionellen Krankenhäusern und wie es der ärztliche Eid verlangt. Die Politik ist unbedingt gefragt!

Clara

Ich stimme dir hundertpro zu. Das wusste ich auch nicht, und so gesehen sollte ein konfessionelles Krkhs. sich eigentlich nicht auf kirchliche Sonderregelungen berufen dürfen. Mich wundert, dass dies überhaupt juristisch möglich ist, wenn die Finanzierung ausschließlich staatlicherseits geregelt ist.
Es gibt hier ein Kuddelmuddel von Interessen, die viel klarer geregelt werden müssten.

Mareike, vielleicht führt dieser unsägliche Fall ja tatsächlich mal dazu, dass die von dir geforderte "Was ist zu tun wenn ..- Beratung und Hilfe“ angedacht und in Zukunft klarere Regeln durchgesetzt werden. Es wäre auf jeden Fall wünschenswert, denn solche Interessenskollisionen dürfen nicht auf dem Rücken von schwer geschädigten, vielleicht sogar traumatisierten, Opfern ausgetragen werden.
Edita
Edita
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von Edita
als Antwort auf Mareike vom 19.01.2013, 18:22:00
In der Zeit steht, daß dieses Krankenhaus schon mal von katholischen Abtreibungsgegnern beim Erzbistum angeschwärzt wurde : Eine Abtreibungsgegnerin hatte ungeschützten Sex vorgegeben und die Pille " danach " verlangt, sie hat sie bekommen! Ich kann mir gut vorstellen, daß die auch wieder geglaubt haben, daß sie getestet werden, und nicht bedacht haben, welch verheerende Folgen das haben kann!

zeit.de - Barmherzigkeit steht über allem

Edita

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justus39 †
justus39 †
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von justus39 †
als Antwort auf Mareike vom 19.01.2013, 18:22:00
Ich denke mal, dass es nicht im Aufgabenbereich einer Notärztin liegt eine Spurensicherung "anzuordnen".
Sie kann allenfalls dahingehend aufklären, dass es ratsam ist, eine Spurensicherung vornehmen zu lassen und dass es auch die Möglichkeit einer anonymen Spurensicherung gibt.
In der Berichterstattung wird vieles vermischt und kritiklos als Fakt übernommen.

Mareike

Linktip: Vergewaltigung - Was tun?


Wir erfahren nur sehr wenig über diesen Vorfall, der sich schon Mitte Dezember ereignet hat.
Eine Vergewaltigung ist ein schweres Verbrechen, und ich finde es nicht richtig, dass die Notärztin die Frau alleine losgeschickt haben soll, um sich ein Krankenhaus zu suchen.
Sie hätte sie auch zu einer Anzeige ermuntern können, denn viel zu viele Sexuqalstraftäter kommen immer noch ungeschoren davon.
Der Sprecher der Stiftung der Cellitinnen, Christoph Leiden, schildert den üblichen Hergamg in der FAZ so

Klinik-Sprecher Leiden sagte, vor dem Fall Mitte Dezember sei es bei der Behandlung von Vergewaltigungsopfern nie zu Problemen gekommen. Es habe stets eine enge Abstimmung zwischen der Notfallpraxis und dem St.-Vinzenz-Krankenhaus gegeben. „Die Patientin ist zur Erstversorgung zum Notfallarzt gegangen, der sie dann ins Krankenhaus geschickt hat. Dort ist die Spurensicherung gemacht worden, und danach hat die Patientin sich wieder in die Notfallpraxis begeben, wo sie die ,Pille danach’ bekommen hat, wenn sie es wünschte.“ Dieses Prozedere habe sich über Jahre hinweg bewährt. Wieso es in diesem Fall nicht funktioniert habe, werde gerade untersucht.
geschrieben von Christoph Leiden
Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von meli
als Antwort auf Edita vom 19.01.2013, 18:43:59
Danke Edita, für diesen Link.

Ich bin froh, dass ich ihn gelesen habe.

Es ist gut einmal zu lesen, dass dieses gesamte Verhalten der Sprecher der Krankenhäuser, hinterher zu relativieren, Entschuldigungen für das Vorgehen ein einziger Zynismus ist und der Versuch, sich die Hände in Unschuld zu waschen.

Danke!

Meli
justus39 †
justus39 †
Mitglied

Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von justus39 †
als Antwort auf Edita vom 19.01.2013, 18:43:59
Hier steht wieder, dass die Notärztin sowohl die Polizei informierte als auch Kontakt zu dem Krankenhaus aufnahm, man weiß hier nicht mehr, was man glauben soll. Nach mehr als einen Monat müsste der Vorfall doch nun langsam geklärt sein.
Re: Krankenhäuser lehnen Behandlung einer vergewaltigten Frau ab
geschrieben von meli
als Antwort auf justus39 † vom 19.01.2013, 18:49:09
Eine Vergewaltigung ist ein schweres Verbrechen, und ich finde es nicht richtig, dass die Notärztin die Frau alleine losgeschickt haben soll, um sich ein Krankenhaus zu suchen.


Justus, das Problem dabei ist, dass die Notfallärztin Dienst tut und die Notfallpraxis nicht alleine lassen darf.

Dazu kommt, dass dies eine ambulante Behandlung ist.
Da bezahlt Dir keine Krankenkasse, so lange Du nicht die Beine gebrochen hast oder sonstwie nicht fähig bist zu laufen, einen Krankentransport.

Denn sie konnte die Patienten nicht einweisen, sonder nur überweisen.
Das ist ein wesentlicher Unterschied.

Ich habe das schmerzlich nach meinem Verkehrsunfall erfahren.

Die 60 € für mein Taxi vom Krankenhaus nach Untersuchung und Beobachtung musste ich selbst berappen.

Meli

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