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Aktuelle Themen Virtuelle Welt vs. reales Leben

Lissy52
Lissy52
Mitglied

RE: Virtuelle Welt vs. reales Leben
geschrieben von Lissy52

Sorry, dass ich so lange nicht hier geschrieben habe, das tolle Wetter hat uns nach Dänemark gelockt.

Ich muss zugeben,  nicht bedacht zu haben  als ich meinen Beitrag schrieb, dass es Menschen gibt, die keine Familie und Freunde mehr haben und daher die Mitgleder des Forums als Ersatz dafür ansehen. 
Da ist man wahrscheinlich emotional eher angreifbar und empfindet Angriffe von völlig Fremden  verletzend. 

Natürlich respektiere ich den Menschen hinter dem Nick, aber da ich mich hüte von einer geposteten Meinung auf den Charakter des Menschen zu schließen, bleibt der User für mich ein Fremder, den ich nicht beurteilen kann. Es gibt eigentlich keinen User, den ich gar nicht mag, obwohl es mir  bei manchen rassistischen Äusserungen schwer fällt keine Vorurteile aufzubauen.
Ich lese immer den Beitrag und schaue erst dann , wer ihn geschrieben hat, das hilft .

Ich komme  hier ins Forum, um andere, neue Meinungen kennen zu lernen, daher muss ich dann auch Meinungen, die mir nicht gefallen , aushalten können.
Aber da ich keinen user hier persönlich kenne, weiß ich auch, dass keiner mich kennt und beurteilen kann,daher gehen Beleidigungen an mir vorbei.

Mir fallen die Personen, die ständig darauf pochen, dass sie so sensibel sind und jeden Beitrag auf sich beziehen, immer gleich beleidigt verkünden, nun nie mehr zu schreiben , ihre eigenen Befindlichkeiten obenan stellen und dadurch versuchen die anderen Schreiber hier zu manipulieren, besonders unangenehm auf
. Ist schon komisch, dass gerade die kleinen Mimosen besonders wenig Empathie für andere aufbringen und sich gerne zusammenrotten, um über ihre " Feinde " herzufallen. 

Wenn ich merke, ich fange an mich zu ärgern, meist wenn jemand hartnäckig Fakten verdreht oder besserwisserisch Falsches postet , gehe ich aus dem Forum und rege mich ab.
Aber ich bin auch nicht alleine und daher fällt es mir sicher leichter die digitale Welt hinter mir zu lassen. das hatte ich nicht bedacht.

Danke für eure Meinungen, ich habe dadurch einige neue Erkenntnisse gewonnen.Lächeln

olga64
olga64
Mitglied

RE: Virtuelle Welt vs. reales Leben
geschrieben von olga64
als Antwort auf britti vom 01.06.2018, 08:05:00
Olga, ich danke für die Wertschätzung! Das schafft Freude.

Ja, die alten Menschen sind meist weniger anpassungsfähig.
Aber die virtuelle Beziehung macht diesen Punkt weniger schwerwiegend.
Gerade wenn die reale Welt nicht wirksam wird, ist vieles nicht so gravierend.
Ist das dann Selbstbetrug?
Ich habe kürzlich einen TV-Beitrag zu Tinder gesehen. Diese Partnervermittlung ist kostenlos; dafür geben die User sehrviele DAten preis bis hin zu Bewegungsprofilen.
Es wurde eine junge Frau gezeigt, die auf Partnersuche war. Ihr Profil wurde dann gematched mit evtl. passenden, in diesem Falle männlichen Partnern.
Sie traf sich mit denen auch, stellte aber nach einiger Zeit fest, dass die meisten eigentlich nur einen One-Night-Stand suchten  - sie aber die romantische, lebenslange Beziehung.
Selbstbetrug wäre es m.E., wenn Menschen dann denken, sie könnten den anderen schon noch so ändern, dass er auf ihrer LInie ankommt. Das ist dann m.E. wieder altersunabhängig, bzw. denke ich, im höheren Alter ist dies weniger korrigierbar als bei jüngeren Menschen, die ein Recht auch auf miese Erfahrungen haben, aber das weitere Leben so ja nicht laufen muss.
Wenn sich dies alles auf die virtuelle Welt beschränkt, d.h. auf Austausch und Dialoge, ist es sicher nicht gravierend. Aber auch hier kommen natürlich die Betrügereien vor, wenn jemand Geld erbittet und der virtuelle PartnerIn dann auch noch zahlt (z.B. bei diesen Lover Boys in Afrika oder sonstwo), weil man sich einredet, man hätte dadurch eine gute, gemeinsame Zukunft.
Ich denke, eine strikte Trennung zwischen realer und virtueller Welt ist natürlich möglich, wenn man seinen "gesunden Menschenverstand" baldmöglichst einschaltet. Olga
Monja_moin
Monja_moin
Mitglied

RE: Virtuelle Welt vs. reales Leben
geschrieben von Monja_moin
als Antwort auf Edita vom 26.05.2018, 10:15:16
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Nehmen wir ein Kind, das Kind ist immer positiv besetzt, egal ob es brav oder ungezogen ist, für uns Erwachsene jedenfalls etwas, was unsere Rücksicht erfordert, spricht jemand aber von einem Blag, einem Gör, ist nicht davon auszugehen, daß er in der Lage ist, Rücksicht walten zu lassen, warum und wieso wird uns in den meisten Fällen verschlossen bleiben!
Also ist Sprache zwar allgemeinverständlich, dennoch kommt es auch auf, keine Ahnung wie ich es ausdrücken soll, hat Sprache und wie sie verwendet wird, mit individueller und emotionaler "Verortung" zu tun, und das ist es, was die Sprache für manche entweder neutral, aggressiv oder emotionslos erscheinen läßt!
Wenn wir uns darüber klarwerden, kann man manch "aggressiv" oder beleidigend erscheinenden Text doch gelassener hinnehmen!

Ich bin in der Hinsicht einiges gewohnt, darum wiegt vieles für mich nur halb so schwer, wie es daherkommt!

Edita

Ich gehe auf den von Dir erwähnten Begriff "Gör" (Göre, Gören).
Der Begriff ist nicht unbedingt negativ besetzt.
So sollte auch unterschieden werden, in welcher Region dieser benutzt wird, bzw. wer diesen Begriff benutzt, woher er kommt und wo er wohnt.
 
Als Göre (oder auch Gör) bezeichnet man scherzhaft ein kleines, unartiges oder lebhaftes Kind, insbesondere Mädchen, in Norddeutschland und im Berliner Raum .
 
Ähnlich ist es ebenso mit anderen Begriffen, die regional unterschiedliche Bedeutung haben.
 
Monja.
 

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britti
britti
Mitglied

RE: Virtuelle Welt vs. reales Leben
geschrieben von britti
als Antwort auf olga64 vom 01.06.2018, 17:55:21

Ich antworte auf Olga "Selbstbetrug und strikte Trennung":
Ich dachte nicht an Partnervermittlung , sondern an einen virtuellen Partner, den man nie kennengelernt hat.
Man weiss nicht, ob er das ist, was er vorgibt, man hat  eine immaterielle Vorstellung und man fühlt sich lebendig! In dieser immateriellen Welt gibt es viele Möglichkeiten oder Wahrscheinlichkeiten (erinnert mich an Quantenphysik). Deshalb ist es für mich kein Selbstbetrug, denn es ist ein Gefühlswert.
Die strikte Trennung von Realität und virtueller Welt ist natürlich von Seiten der Ratio unerlässlich, von der Seite der Gefühle nicht. Beide beeinflussen sich gegenseitig und ich lebe mit beiden ohne Trennung besser.
Dies ist meine persönliche Meinung, ich anerkenne auch andere Meinungen. Bin weiterhin gespannt...

karl
karl
Administrator

RE: Virtuelle Welt vs. reales Leben
geschrieben von karl
als Antwort auf olga64 vom 01.06.2018, 17:55:21
olga64
Ich habe kürzlich einen TV-Beitrag zu Tinder gesehen. Diese Partnervermittlung ist kostenlos; dafür geben die User sehrviele DAten preis bis hin zu Bewegungsprofilen.
Die Partnersuche im Netz ist seit den Anfängen des Internets einer der wichtigsten Beweggründe, warum Menschen ins Internet gehen. Als Betreiber des Seniorentreffs haben wir dies von Anfang an festgestellt. Obwohl Margit und ich niemals die Absicht hatten, selber eine Partnerbörse zu eröffnen, wissen wir aber, dass sich im Seniorentreff viele Paare gefunden haben, ganz einfach deshalb, weil sich hier Menschen im virtuellen Raum kennengelernt haben, aber dann das Bedürfnis verspürten, dies im realen Leben fortzusetzen.

Als wir dies feststellten, haben wir die Zusammenarbeit mit einer Partnerbörse gesucht, um unseren Mitgliedern eine seriöse weitergehende Möglichkeit zur Partnersuche zu ermöglichen. Unsere Wahl ist  bereits vor vielen Jahren auf Parship gefallen, gerade weil diese nicht kostenlos waren und uns wegen der wissenschaftlich hinterlegten Matchingmethode als seriös erschienen. Unser Gedanke dabei war, dass jemand, der ernsthaft nach einem Lebenspartner, einer Lebenspartnerin sucht, nicht einfach nur 1 Euro zahlt, wie es damals bei einigen Alternativen üblich war, die aber auch nicht auf Lebenspartnerschaft, sondern primär auf Sexangebote ausgerichtet waren. Eine Kooperation mit solchen Agenturen wäre für uns nie in Frage gekommen.

Passend zum Thema dieses Threads habe ich erst kürzlich gelesen, dass online (virtuell) gestiftete Partnerschaften im statistischen Mittel  länger halten als Partnerschaften, die auf klassische Weise geknüpft wurden (gerade wieder danach gesucht und z. B. hier gefunden). Irgendwie scheint mir dies Sinn zu machen, denn bei großen Agenturen kann das Matching aus einem sehr großen Pool erfolgen, der viele Male größer ist als der Bekanntenkreis, über den die meisten Menschen verfügen, speziell wenn sie auf einem kleinen Dorf groß werden.

Gerade das Thema Partnersuche im Netz macht deutlich, wie eng die Verknüpfung von virtueller und realer Welt sein kann. Wie ich in meinem ersten Beitrag in diesem Thread bereits schrieb: Die virtuelle Welt bewegt unsere grauen Zellen und wirkt somit unmittelbar zu jeder Zeit in die reale Welt hinein.

Karl

P.S.: Originalstudie (auf Englisch), die zeigt, dass online geknüpfte Ehen länger halten als andere.

 

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