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Innenpolitik Martin Schulz und die SPD

Mitglied_a254d63
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RE: Martin Schulz und die SPD
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf pippa vom 21.11.2017, 16:39:53

Hier geht es doch schon lange nicht mehr um Fakten sondern um Personen.
Merkel ist die Allerheiligste ohne die D sofort untergeht.
Schulz wird gnadenlos niedergemacht, weil er es wagt die Göttin zu kritisieren.
Als nächster kommt dann Lindner dran, der es gewagt hat der Göttin zu widersprechen.
Aber weil wir bei den Personen sind.
Merkel, Seehofer und Schulz sollten abdanken und dann kann mit frischem Personal neu verhandelt werden.
Trotzdem wäre mit CDU/CSU, FDP und AfD auch eine Mehrheit vorhanden  .

Tina1
Tina1
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RE: Martin Schulz und die SPD
geschrieben von Tina1

Ich frage mich, warum will Schulz eine Neuwahl,  die Millionen kosten wird, wenn doch zum Ende die gleiche Sitution herrschen wird wie vorher. Es gibt auch dann nur 2 Möglichkeiten und die eine ist nun gescheitert. Es gäbe wieder die Situation einer Groko, will er dann wieder absagen? Oder denkt er wirklich, dass er durch eine Neuwahl doch noch Kanzler werden könnte?
Einen anderen Grund kann ich mir nicht vorstellen. Er geht ein Risiko ein, dass der SPD noch mehr schaden kann, sie könnten noch mehr Wähler verlieren. Was dann? Er hört nicht auf die Stimmen in der Partei, so wie auch Steinmeier, die ihn warnen.
Tina

http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/bundestagswahl/id_82747734/spd-im-dilemma-wir-haben-drei-optionen-und-alle-sind-schlecht-.html

Die SPD hat sich festgelegt: Keine Fortsetzung der Großen Koalition in Berlin und stattdessen Neuwahlen. Doch bleibt es wirklich dabei?
 
Aufrecht wollten sie in die Opposition gehen, sich neu aufstellen und die ungleichen Jamaika-Partner in Parlament und Regierung lustvoll vor sich hertreiben. So war der Plan, und so war es parteiweiter Konsens seit der Schlappe vom 24. September

Schulz konnte sich auf die Stimmung der Basis berufen, die er in den vergangenen Wochen bei Regionalkonferenzen umfassend ausgelotet hat: Tatsächlich würde eine große Mehrzahl der Parteimitglieder liebend gerne auf eine Neuauflage der Großen Koalition verzichten.

Zarte Hinweise der Ministerpräsidenten Olaf Scholz  aus Hamburg und des Niedersachsen Stephan Weil ("Brauchen wir wirklich so schnell wie möglich Neuwahlen?"), die Große Koalition nicht vorzeitig auszuschließen, verhallten.

Doch nun, eine Nacht und viele Gespräche später, beginnt sich die Stimmung in der Parteispitze allmählich zu drehen. Und viele stellen sich die Frage: Ist es tatsächlich klug, sich allen Appellen zu verweigern und stramm auf Neuwahlen zuzumarschieren?

Doch, so wie es aussieht, wird der Parteichef kaum umhinkommen, die apodiktische Verweigerungshaltung zu korrigieren. Schon am Montagabend, bei der Sitzung der Bundestagsfraktion, gab es nicht nur Beifall für den sozialdemokratischen Häuptling. "Ich komme zu einer anderen Bewertung als du", ließ ihn der Hildesheimer Genosse Bernd Westphal wissen. Und der Chef des eher rechten Parteiflügels (Die Seeheimer), Johannes Kahrs, sinnierte: "Vielleicht hätte man die Große Koalition besser nicht ganz so apodiktisch ausgeschlossen." Selbst der Schulz-Vertraute Achim Post kritisierte die Eile: "Warten wir doch auf den Bundespräsidenten."

Das Dilemma für die SPD: Sollte es zu Neuwahlen kommen, wird es auch danach kaum ohne die Sozialdemokratie gehen. Im Klartext: Eine Jamaika-Koalition erscheint nach dem Desaster vom vergangenen Sonntag ausgeschlossen, nach dem Zerwürfnis zwischen FDP und Grünen dürfte auch die ohnehin nur theoretische rot-gelb-grüne Ampel erledigt sein, für eine schwarz-gelbe oder schwarz-grüne Allianz dürfte es kaum reichen, genauso wenig für eine rot-rot-grüne Koalition. Bleibt nur eine neuerliche schwarz-rote Koalition.

Will sich die SPD dann weiter jedem Gespräch verweigern? Sie kann es kaum, aber wie will die Partei dann erklären, dass sie nach einem zig-millionen-teuren Wahlgang genau die Gespräche führt, die sie drei Monate zuvor noch vehement ausgeschlossen hat?

Auch für Schulz und seine persönlichen Ambitionen wäre es mutmaßlich cleverer, die Hand, die ihm Angela Merkel entgegenstrecken wird, anzunehmen. Denn im Falle von Neuwahlen wird er schnell die Frage beantworten müssen, seiner eigenen Partei und den Wählern, was er denn anders machen will als bei der verunglückten Kampagne im vergangenen Sommer. Wie sehen die neuen Themen, das neue Personal, die andere Sprache aus? Und wie will er sich und seine Partei überhaupt neu erfinden in der knappen Zeit bis zum Wahltag?

Die Antworten werden ihm schwer fallen, die SPD wird auch aus einem neuen Wahlgang kaum kraftvoller herausgehen, und so wären Neuwahlen mutmaßlich sein politisches Ende.
 
 


 
Edita
Edita
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RE: Martin Schulz und die SPD
geschrieben von Edita
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 21.11.2017, 17:03:01

Schulz wird gnadenlos niedergemacht, weil er es wagt die Göttin zu kritisieren.
 
Kritisieren nennst Du das??? Ich nenne das Beschimpfen und Diffamieren!
Kritik hat positive und negative Aspekte, zudem kommt es auch auf den Ton an, in dem Kritik geübt wird. Sachliche Kritik, bezieht sich auf eine Aufgabe oder eine Tatsache, die aber den Menschen dahinter nicht persönlich angreift oder verletzt. Kritik, die schon geäußert wird, ist keine Kritik sondern  ein Angriff oder eine Beleidigung unterhalb der Gürtellinie.

Edita

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olga64
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RE: Martin Schulz und die SPD
geschrieben von olga64
als Antwort auf Edita vom 21.11.2017, 17:13:33

Ist schon richtig, dass wir alle Herrn SChulz nicht kennen und auch nicht beurteilen können, was wirklich hinter seiner Strategie steht (wenn er über eine solche verfügen soll). Mich würde am meisten interessieren, ob ER wirklich nochmals als Kanzlerkandidat antreten würde. Warum macht er nicht im Falle von Neuwahlen den Weg für eine Frau oder einen jüngeren Menschen frei? Also all das, was er von unserer Kanzlerin so vehement fordert? Olga

Edita
Edita
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RE: Martin Schulz und die SPD
geschrieben von Edita
als Antwort auf olga64 vom 21.11.2017, 17:18:09
 Mich würde am meisten interessieren, ob ER wirklich nochmals als Kanzlerkandidat antreten würde. Warum macht er nicht im Falle von Neuwahlen den Weg für eine Frau oder einen jüngeren Menschen frei? Also all das, was er von unserer Kanzlerin so vehement fordert? Olga
Er schon, aber ....... die Chance gibt ihm die SPD nicht, Scholz und Schröder sägen schon ......

Edita
olga64
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RE: Martin Schulz und die SPD
geschrieben von olga64
als Antwort auf Edita vom 21.11.2017, 17:28:03

Na also der SChröder möge doch bitte still sein; er hat ebenfalls seinen Anteil als Gierschlund, dass Genosse SChulz so krachend verloren hat.
Auch Gabriel hat SChuld. Der hatte schon vorher die Hosen voll bei der Vorstellung, sich der Kandidatin Merkel stellen zu müssen und dann alles lauthals als schlecht verkaufen zu müssen, woran er selbst mitwirkte.
Herr SChulz möge sich ein Beispiel an Steinbrück und Steinmeyer nehmen. Beide haben auch die Wahlen krachend verloren. Herr Steinbrück wurde aber bei der Nachfolgeverwendung ein reicher und gefragter Mann; Herr Steinmeyer sogar Präsident. Und Herr Gabriel reist derzeit durch die Weltgeschichte, also ob er dies auf Vorrat machen müsse, wenn er bald in der niedersächsischen Heimat an Haus, Hof und Kinderzimmer gefesselt sein wird und auf der Hinterbank im Parlament Platz nehmen muss. Zuzutrauen wäre ihm natürlich ,dass er den Parteivorsitz wieder für sich beansprucht, um dann evtl. zum Ende der Ära Merkel doch noch zu kandidieren. Olga


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pschroed
pschroed
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RE: Martin Schulz und die SPD
geschrieben von pschroed

Zeigt der Kaeser Brief an Schulz daß die Politik noch immer im analogen System denkt, den wirtschaftlichen Wandel wo wir (Bürger Europaweit) betroffen sind noch immer nicht erkannt bzw. verstanden hat ?
Wäre es nicht endlich an der Zeit, den Verlierer der digitalen Welt jetzt schon entgegenzukommen, auszubilden bzw. soweit wie nur möglich mit politischem Druck und Steuerentlastungen in anderen Betrieben unterzubringen .
Die Thrillerpfeifen Zeit der Gewerkschaften ist meines e.a. vorbei und wird nur noch zu einem Aufschrei gehören und nicht mehr viel ändern.  Phil. 


Wutbrief an Schulz ist eine Absage an den Klassenkampf

ZITAT DIE WELT

Joe Kaeser hat keine Berührungsängste mit der Politik. Im Gegenteil. Mit den Mächtigen dieser Welt, von Putin über Trump bis hin zu Chinas Staatschef Xi Jinping, hat der Siemens-Chef schon gesprochen. Und er gehört zum inneren Zirkel der Industriechefs, mit denen Angela Merkel sich austauscht.
In dieses Netzwerk der Großen grätschte jetzt SPD-Chef Martin Schulz, der gerne auf seine ersten politischen Erfolge als Bürgermeister der Kleinstadt Würselen verweist. Schulz beschimpfte die Siemens-Führung als „Manchester-Kapitalisten“, weil 3000 Stellen in Deutschland gestrichen werden, aber ein Rekordgewinn eingefahren wird.
Schulz provozierte Kaeser so stark, dass er ihm einen gepfefferten Drei-Seiten-Antwortbrief schrieb. Wohl noch nie hat ein Siemens-Chef einen SPD-Chef so unmittelbar angegriffen.

hobbyradler
hobbyradler
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RE: Martin Schulz und die SPD
geschrieben von hobbyradler
als Antwort auf pschroed vom 25.11.2017, 13:10:24

Hallo pschroed,

du sprichst immer wieder, stellst es auch heraus, von digitalem Denken.

Meine Recherchen was das sein soll, waren für mich wenig erfolgreich. Der Begriff wird zwar im Internet ab und zu verwendet, ist meiner Meinung nach aber grundsätzlich keine Form des Denkens.

Wäre es nicht furchtbar wir würden als Menschen nur in den Zuständen „an“ und „aus“ denken?

Die Nutzung der Digitaltechnik ist nichts anderes als das Benutzen von Werkzeugen.

Ich nutze gerne moderne digitale Technik, finde aber den Begriff „digital denken“ für den Menschen  furchtbar.

So lange unsere Politik bei Digitalisierung nur von Breitbandnetzen spricht hat sie wohl noch nicht den Nutzen der Digitalisierung verstanden. Sonst dürften nicht so viele Behörden mit nicht koordinierten, redundanten Datenbeständen arbeiten. (Ähnlich dem Fall Amri)

Das viele Forschungsergebnisse oder deren Anwendung erst mit digitaler Technik möglich waren ist Fakt. Digitale Technik wird seit Erfindung der ersten elektronischen Rechner genutzt.

Konkret an dich die Frage:
Was ist beim Menschen der Unterschied vom digitalen Denken zum analogen Denken?

Ciao
Hobbyradler
 

JuergenS
JuergenS
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RE: Martin Schulz und die SPD
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf pschroed vom 25.11.2017, 13:10:24

Ich hab mir den "Wutbrief" Kaesers an Schulz durchgelesen, pschroed, insbesondere auch, weil ich mal bei dieser Firma gearbeitet hatte, und auch meine Firmenrente für mich nicht unwichtig ist.

Ich denke, die beiden müssten mal gemeinsam über das Thema reden, denn natürlich können solche verschiedenen Sichtweisen, die durch die verschiedenen Aufgaben, die beide haben, vorgegeben sind, nur im Dialog zum Gewinn beider Seiten stattfinden.

Ich bin sicher, die können miteinander ganz entspannt sprechen, werden es sicher auch tun.

Ein Vorstandvorsitzender eines so erfolgreichen Konzerns, der weltweit so viele Arbeitsplätze pflegt, hat nie kurzfristige Ziele, sondern mittel und langfristige, um das Schiff zu betreiben.
Veränderungen gehen immer zu Lasten von Menschen, das hab ich selbst auch erlebt, die anderen die bleiben dürfen, haben Glück gehabt.

Dennoch bin ich sicher, ein Konzern darf nie wesentlich von Staatszielen bestimmt sein oder gar gesteuert.
Übrigens füttert ein Konzern immer unzählige Mittel und Kleinbetriebe, sei es in Entwicklungen, Produkt-Zulieferungen als auch in Arbeitsplätzen.

Reden ist besser als Pfeifen, kann aber manchmal nur durch Pfeifen beginnen.

youngster
youngster
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RE: Martin Schulz und die SPD
geschrieben von youngster
als Antwort auf JuergenS vom 25.11.2017, 14:16:14

Kaeser hat mit seinem Brief an H. Schulz vollkommen recht. Ausserdem hat sich H. Schulz bei den Protestveranstaltungen der Siemens Belegschaft verhalten wie ein Gewerkschafter, nicht aber wie ein Politiker, der vielleicht mal Minister werden will.

Ich hoffe sehr, dass H. Schulz beim nächsten SPD Parteitag als Vorsitzender rausgeworfen wird und er auch bei den Koalitionsverhandlungen der kommenden GROKO so es zu diesen kommen sollte keine Rolle mehr spielt.

Gruß youngster


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