Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Warum Erinnerungskultur wichtig ist

Innenpolitik Warum Erinnerungskultur wichtig ist

dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: Warum Erinnerungskultur wichtig ist
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 23.01.2017, 19:01:51
Kürzlich habe ich im Heise-Forum den Ausdruck "Grinke" aufge­schnappt und eine ganze Weile gebraucht, bis ich aus Verwendung und Wortaufbau die Bedeutung entschlüsselt habe:
Es handelt sich um Menschen, die den Fanatismus und die Menschenverachtung Grüner und Linker Radikaler vereinen. Er enthält keinerlei umdeutbare Ironie, sondern beschreibt nur die politische Positionierung. (Wobei eine akkustische Assoziation mit "Kranker" durchaus eindrucksvoll ist.) Das Wort hat das Potential, den Begriff "Gutmensch" zu ersetzen.

Dieses begeisterte Statement habe ich auf Deiner Webseite gelesen und es sagt mir eigentlich Alles über Deine "Ecken und Kanten" und warum Du aus einem Verein rausgeworfen wurdest, der sich mit Völkerverständigung beschäftigt.
Re: Warum Erinnerungskultur wichtig ist
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf Tina48 vom 24.01.2017, 12:35:14

Und kommen Sie mir bloß nicht so stigum um die Ecke mit ihrem anklingenden "Fremdenhass" . Da sind Sie bei mir an der völlig falschen Adresse .

"stigum"? What's that? Sind Sie Sächsin? Die schreiben nämlich meiner Erfahrung nach gern nach sächsischer Aussprache. Witzig witzig!
Aber ich bin offen und direkt, "stigum" um die Ecke kommen andere. Zum Beispiel die, die Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit mit Begriffen wie "Gutmensch" oder "Überfremdung" kaschieren. Das sind die typischen Begriffe für "stigum" um die Ecke Kommende.

Im Übrigen habe ich mir längst ein Bild von den Einträgen dieses Herrn Kunvivanto auf seiner Website gemacht. Für einen kritischen Geist sind da keine Fragen mehr offen. Das von dutch eingestellte Zitat ist nur eins von vielen dieser Art.

Hier noch ein Link zur Nachhilfe:
mane
mane
Mitglied

Re: Warum Erinnerungskultur wichtig ist
geschrieben von mane
Ich möchte noch einmal auf das Thema zurückkommen:

Die wiederholten Mahnungen "man dürfe nicht vergessen", stößt bei vielen jungen Leuten auf Unverständnis - denn das haben sie ja gar nicht vor. Die meisten räumen unserer Geschichte einen wichtigen Platz ein, den sie nicht verleugnen. Sie sind nicht geprägt durch die Erfahrungen der Nachkriegsgeneration, wo die nationalsozialistischen Verbrechen lange nicht thematisiert wurden. Die jungen Menschen kennen das Geschehen durch Gespräche mit den Eltern, der Schule, den Medien, Besuche in Konzentrationslagern usw.

Ewiggestrige und die heutigen Rechten werden, meiner Meinung nach, mit Erinnerungskultur nicht erreicht werden können.
Mane

Anzeige

werderanerin
werderanerin
Mitglied

Re: Warum Erinnerungskultur wichtig ist
geschrieben von werderanerin
als Antwort auf Tina48 vom 24.01.2017, 12:35:14
Warum immer so furchtbar spitz ...

Kristine
Tina48
Tina48
Mitglied

Re: Warum Erinnerungskultur wichtig ist
geschrieben von Tina48
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 24.01.2017, 13:36:29
Danke für Ihren sachlich-ruhigen Hinweis .
Sie haben völlig recht , ich habe "stiekum" falsch geschrieben .
Karl
Karl
Administrator

Re: Warum Erinnerungskultur wichtig ist
geschrieben von Karl
als Antwort auf dutchweepee vom 24.01.2017, 13:00:18
@ dutchweepee,

ich habe das auch gelesen. Wer politisch Andersdenkende als krank bezeichnet, charakterisiert sich selbst hinreichend. Ich stimme Dir voll zu.

Allerdings möchte ich den Ausdruck "Es handelt sich um Menschen, die den Fanatismus und die Menschenverachtung Grüner und Linker Radikaler vereinen" doch noch besonders kommentieren. Wenn dies keine Denunziation sein soll, dann weiß ich nicht, was eine Denunziation ist.

Gewalt gegen Menschen geht traditionell von rechts aus und die Grünen sind hier m. W. noch nie unangenehm aufgefallen. Gerade weil rechte Ideologen offen über unwertes Leben geschrieben haben und rechte Praktiker danach handeln, ist diese Auslassung empörend.

Karl

Anzeige

Tina48
Tina48
Mitglied

Re: Warum Erinnerungskultur wichtig ist
geschrieben von Tina48
als Antwort auf werderanerin vom 24.01.2017, 14:22:23
Warum immer so furchtbar spitz ...

Kristine


Nicht immer , nur wenn es mal sein muss.
Ich bin und schreibe überwiegend ruhig und "rund".
olga64
olga64
Mitglied

Re: Warum Erinnerungskultur wichtig ist
geschrieben von olga64
als Antwort auf mane vom 24.01.2017, 14:13:39
xxxx Die wiederholten Mahnungen "man dürfe nicht vergessen", stößt bei vielen jungen Leuten auf Unverständnis - denn das haben sie ja gar nicht vor. Die meisten räumen unserer Geschichte einen wichtigen Platz ein, den sie nicht verleugnen. Sie sind nicht geprägt durch die Erfahrungen der Nachkriegsgeneration, wo die nationalsozialistischen Verbrechen lange nicht thematisiert wurden. Die jungen Menschen kennen das Geschehen durch Gespräche mit den Eltern, der Schule, den Medien, Besuche in Konzentrationslagern usw.

Ewiggestrige und die heutigen Rechten werden, meiner Meinung nach, mit Erinnerungskultur nicht erreicht werden können.
Mane
geschrieben von Mane


ERinnerungskultur muss natürlich auch freiwillig erfolgen und darf und sollte nicht ausschliesslich "staatlich" oktroyiert werden (da es dann zu nicht viel führt).
Die Erinnerungskultur bei manchen jungen Menschen, die vermutlich in ihren Elternhäusern auf rechts getrimmt wurden, besteht dann in der Missinterpretation darin, dass Deutschland Unrecht getan wurde - unter kompletter Aussparung der geschichtlichen Tatsachen. Ein Zeichen, dass dies so ist, besteht auch darin, dass diese Dumpfbacken zu keiner Diskussion in der Lage sind, sondern ihre Standpunkte schreiend und grölend unters Volk bringen.
Eine Prägung durch die Nachkriegsgeneration führt auch zu nix, weil diese Generation (also unsere) damals als Babies nicht mit viel mitbekamen von den Grausamkeiten der Nazis. Die Protagonisten waren unsere Eltern und Grosseltern, die sich nach dem Krieg in absolutes Stillschweigen hüllten, bzw. erklärten, sie hatten von nichts gewusst. Die Schulen handelten dies in ähnlicher Form ab als wir noch Kinder waren; der Grund liegt darin,dass damals noch alte Nazis an den Schulen lehrten. Dies änderte sich erst in den 60er/70er Jahren.
Bei dem jetztigen Höcke-Ausreisser bezieht sich dieser vermutlich auch auf die früheren Aussagen von Spiegel-Chef Augstein und auch Martin Walser, die in ähnlicher Form schon damals forderten, die Erinnerungen an Deutschland schwärzeste Stunden und grösste Verbrechen müssen allmählich eingedämmt werden, bzw. verschwinden (Paulskirchen Rede Walsere Ende der 90er Jahre). Höcke lässt dies durchblicken, um sich den Anstrich einer gewissen Intellektualität zu geben. Er vergisst aber ,dass Augstein und auch Walser in den 20er Jahren geboren wurden und in der Nazi-Ideologie erzogen wurden und dies auch auf den Schulen, die sie damals besuchten. Das prägt Menschen für ihr gesamtes Leben.
Bei Herrn Höcke darf man nur hoffen, dass er nie wieder Geschichte unterrichten darf und dass ihm sein Beamtenstatus, den er derzeit ruhen lässt, enzogen wird. Weshalb soll sein Arbeitgeber, "der Staat" ihn ernähren bis zu seinem Tode, wenn er genau diesen Staat zerstören möchte? Olga
justus39
justus39
Mitglied

Re: Warum Erinnerungskultur wichtig ist
geschrieben von justus39
Gegen das Vergessen
vor 72 Jahren


Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz

olga64
olga64
Mitglied

Re: Warum Erinnerungskultur wichtig ist
geschrieben von olga64
als Antwort auf justus39 vom 24.01.2017, 17:08:50
DEr 27. Januar wurde als Gedenktag von Roman Herzog installiert, dessen Trauerfeierlichkeiten heute begangen wurden. Olga

Anzeige