Internationale Politik Brexit yes, no, euch wurscht?

novella
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von novella
als Antwort auf JuergenS vom 02.04.2019, 13:13:12

In vergangenen Zeiten war die Maxime der englischen Politik: "Splendid isolation". Das wollen sie wohl wieder haben: England als  distanzierter Schiedsrichter über das Weltgeschehen, um im Zweifelsfall ("balance of Power") einzugreifen. Aber ob diese "isolation" nach dem Austritt aus dem Brexit wirklich "splendid" wird, darf man sehr bezweifeln.

JuergenS
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf WoSchi vom 02.04.2019, 10:01:09
passt schon irgendwie

 meinst du das:?


Das Indiepop-Duo Kafka Tamura trotzt Entfernungen und liefert den Soundtrack für das Internetzeitalter. Auf ihrer Mini-Tour durch Deutschland spielen sie in der detektor.fm-Session ein paar Songs ein und erzählen, wie sie als deutsch-britische Band mit dem Brexit umgehen.

siehe auch, daher:
 

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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf JuergenS vom 02.04.2019, 13:59:47

Nein, das ist nicht gemeint ... die Briten, im Speziellen die Brexitgegner, vergleichen Mrs. May und den BREXIT immer öfter mit dem  „Odradek“ aus Kafkas Erzählung "Die Sorge des Hausvaters" -

In her pointlessness, she can seem to form something like a coherent whole. ...

also einer "echten"  Kafkaeske -

Zitat aus der FAZ: „Meistens meinen die Leute damit etwas Absurdes und zugleich Unheimliches, meistens geht es um irgendwelche Machtbeziehungen: Wenn diejenigen, die das Zentrum der Macht besetzen, im Dunkeln bleiben, dann hat man das Gefühl, die Situation sei «kafkaesk»



 

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JuergenS
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf WoSchi vom 02.04.2019, 14:20:24

naj, dann war das von dir auch kafkaesk dargeboten, orakelartig, das nächste mal solltest du wenigstens ein passendes smily hinschmeissen.

RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf JuergenS vom 02.04.2019, 14:25:29

nun, ich dachte, dass "kafkaesk" so mit das erste ist, was einem zum BREXIT einfällt. Wenn man bei jedem Witz auch noch eine Erklärung abgeben muss, wäre das traurig

Via
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von Via
als Antwort auf WoSchi vom 02.04.2019, 14:20:24

Aus der Wiener Zeitung heute:

Brexit-Erzählungen
 
Der nahende Ausstieg Großbritanniens aus der EU braucht einen nationalen sinnstiftenden Mythos.
Brexit ohne Ende: Im "Prozess" formulierte Franz Kafka die Idee, man könne ein Urteil zwar nicht vermeiden, aber man könne es so lange verzögern, bis die Verzögerung der Vermeidung entspricht. In diesem Sinn hat der Brexit etwas Kafkaeskes. Wobei eine Komponente bisher wenig ins Bewusstsein gedrungen ist, durch die sich die Handlungsweise der Briten zumindest zum Teil erklären lässt. Beim Brexit geht es auch um etwas, das die EU-Verhandler möglicherweise unterschätzen: nämlich ein britisches Brexit-Narrativ, das den Briten gestattet, ihre Häupter weiterhin erhoben zu tragen.

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JuergenS
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf karl vom 02.04.2019, 09:34:02

Und ein Tory-Abgeordneter ist nun aus der Partei ausgetreten, wenigstens einer hat Charakter:

GROSSBRITANNIEN--------------------------------- kleinbritannien

JuergenS
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf WoSchi vom 02.04.2019, 14:29:18

naja, ich hab in meiner Jugend zwar auch mal was von K. gelesen, hatte deshalb ein Fragezeichengefühl, der gefälschte Buchtitel ist vielleicht nicht für jeden eine Spur gewesen.
Ich bin ja durchaus ein humorvoller Mensch, aber für mich war der Witz nicht auf der Hand liegend.

Schwamm drüber Zwinkern

Ergänzung: kurz dachte ich auch an einen 1.4. Scherz rückwirkend.

RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf Via vom 02.04.2019, 14:30:55

passt auf vieles bei Kafka :-)

Hier noch ein Zeitungsartikel zum ODRADEK

"Auf den ersten Blick sieht es aus wie eine flache sternförmige Spule für den Faden", behauptet der Erzähler in "Die Sorge eines Familienmenschen", Franz Kafkas kurze, eindringliche Geschichte, in der Odradek erscheint. Aber während die zögerliche, umschreibende Beschreibung des Erzählers fortfährt, wird deutlich, dass Odradek tatsächlich keine verständliche Form hat. Er kann sprechen, aber er und der Erzähler sind nur in der Lage, eine Art stoppendes Halbgespräch fortzusetzen; der Erzähler scheint unsicher zu sein, ob er ihn als höfliche Bekanntschaft oder als Kind behandeln soll. "Man ist versucht zu glauben", dass Odradek früher Teil eines größeren, kohärenten Ganzen war, von dem er jetzt als "gebrochener Überrest" bleibt. Aber der Erzähler gibt zu, dass dies nicht wirklich der Fall zu sein scheint. und "das Ganze sieht sinnlos aus, aber auf seine Weise perfekt beendet."

Im Laufe der Jahre haben Philosophen und Kulturtheoretiker Odradek in vielerlei Hinsicht interpretiert: als Metapher für die Entfremdung von Arbeitern beispielsweise im Kapitalismus oder als Symbol für die Schuld der Welt. Heute glaube ich jedoch, dass Odradek nur für eines stehen kann: Theresa May, die britische Premierministerin.

Es gab eine Zeit, in der sich Frau May unbesiegbar fühlte. In den ersten Monaten ihrer Premierministerin stand ihre konservative Partei hoch in den Umfragen. Zeitungen berichteten über ihren Brexit-Plan mit jingoistischem Bombast. Frau May, mit viel politischem Kapital, blieb die neue Eiserne Dame.

Nicht länger. Als der letzte Brexit-Termin näher rückt, scheinen sowohl der Premierminister als auch der Austrittsprozess aus der Europäischen Union völlig zwecklos zu sein. Diese Woche wird Frau May nach einer langen und schädlichen Verzögerung ihren Brexit-Deal dem Parlament vorlegen.

 

soweit ein Auszug aus dem Artikel der in der New York Times erschien
Nick42
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RE: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von Nick42
als Antwort auf WoSchi vom 02.04.2019, 14:20:24
Nein, das ist nicht gemeint ... die Briten, im Speziellen die Brexitgegner, vergleichen Mrs. May und den BREXIT immer öfter mit dem  „Odradek“ aus Kafkas Erzählung "Die Sorge des Hausvaters" -
In her pointlessness, she can seem to form something like a coherent whole. ...
also einer "echten"  Kafkaeske -
Zitat aus der FAZ: „Meistens meinen die Leute damit etwas Absurdes und zugleich Unheimliches, meistens geht es um irgendwelche Machtbeziehungen: Wenn diejenigen, die das Zentrum der Macht besetzen, im Dunkeln bleiben, dann hat man das Gefühl, die Situation sei «kafkaesk»


 
Da möchte ich mich auch nochmal einblenden und mein negatives Urteil über die Briten etwas differenzieren.

Nach allem was ich höre , würde, wenn es die junge Generation der Briten entscheiden könnte, das Urteil ausfallen wie in Kontinentaleuropa: Die Mehrheit will die europäische Einigung.

Aber bei den älteren Briten hat sich immer noch nicht herumgesprochen, das Großbritannien  keine Weltmacht mehr ist, die wesentlich dabei war, die Welt unter sich aufzuteilen und auszubeuten. Und für den Niedergang im eigenen Land einen Sündenbock sucht. Und das sind jetzt die Bürokraten in Brüssel.

Aber so einfach ist das nicht mit dem Sündenbock.

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