Internationale Politik Rückzug aus Afghanistan

karl
karl
Administrator

Rückzug aus Afghanistan
geschrieben von karl
Gestern Abend hat Obama den Teilrückzug aus Afghanistan verkündet. Seine Generäle wollten das nicht, denn dieser Krieg ist nicht gewonnen. War er seine Opfer wert?

Wie immer entscheiden diese Frage nicht die Toten, sondern die Lebenden. Die Toten haben ihre Stimme für immer verloren.

Obama blickt nicht zurück. Nach dem Tod Bin Ladens sieht er in dem Krieg in Afghanistan keinen Sinn mehr. "Es ist Zeit sich der Staatenbildung hier zu Hause zu widmen" hat er sinngemäß gesagt. Amerika ist durch seine Rachefeldzüge finanziell ruiniert. Seit dem Fall der WTC-Türme ist seine Macht durch unüberlegte Entscheidungen rapide zurück gegangen. Hunderttausende von Menschen sind tot. Gewinner sind nur Inhaber von Aktien der Rüstungsindustrie, die übrige Wirtschaft und vor allem der Staat liegen am Boden.

Deutschland wird den Krieg am Hindukusch alleine nicht gewinnen. Ohne die Amerikaner werden sich auch die Deutschen zurück ziehen müssen. Afghanistan hat seine Eroberer wieder einmal aufgefressen und seine Stämme werden unter sich ausmachen, wie es regiert wird.

Ähnlich desaströs wird der Nato-Einsatz in Libyen verlaufen, das ist meine düstere Prognose. Eine Entscheidung für eine militärische Intervention in einem anderen Land, für Angriffskriege, ist immer die falsche Entscheidung.

Karl

luchs35
luchs35
Mitglied

Re: Rückzug aus Afghanistan
geschrieben von luchs35
als Antwort auf karl vom 23.06.2011, 08:06:20
Der ja schon beim Amtsantritt Obamas angekündigte langsame Rückzug auf Afghanistan ist ist wohl in erster Linie der Erkenntnis geschuldet, dass ein Krieg dort auch mit Aufbietung aller miltärischen Möglichkeiten nicht zu gewinnen ist. Diese späte Erkenntnis hatte zuvor auch die Sowjetunion, die auch nicht von den Afghanen ins Land gebeten wurden.

Wenn aus diesen Ländern - gilt auch fur die Aufstände in arabischen Ländern-nicht selbst der Umbruch in ein anderes Zeitalter aus innerer und eigener Kraft herbeigeführt wird, werden sogenannte "Helfer" überwiegend in der Bevölkerung als Eindringlinge /Aggressoren gesehen und aus dem Hinterhalt bekämpft. Man kann diesen Ländern nicht die Sicht des Westens aufzwingen- eine Sicht, die auch immer mit der Gier nach Bodenschätzen zu tun hat. Bei Ländern ohne Bodenschätze werden die größten Massaker nur als Randnotiz vermerkt.

Die USA haben sich mit ihren Kriegen an den Rand des Bankrotts geführt und andere Länder mitgerissen. Es ist höchste Zeit, dass Konsequenzen gezogen werden. Deutschland wird sich anschließen und seine "Freiheit nicht mehr am Hindukusch" verteidigen - spät zwar, aber wenigstens ist ein Ende in Sicht, sollte Obama sich durchsetzen.

Luchs

hafel
hafel
Mitglied

Re: Rückzug aus Afghanistan
geschrieben von hafel
als Antwort auf karl vom 23.06.2011, 08:06:20
@ Karl:

In diesem Punkt sind wir lippensynchron einer Meinung. Dem kann ich nichts mehr hinzufügen.

Hafel

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Medea
Medea
Mitglied

Re: Rückzug aus Afghanistan
geschrieben von Medea
als Antwort auf hafel vom 23.06.2011, 10:12:55
.... und zwar so hurtig,
wie möglich.

Kameraden vorwärts, wir gehen zurück.

(nach Deutschland)

Medea.

youngster
youngster
Mitglied

Re: Rückzug aus Afghanistan
geschrieben von youngster
als Antwort auf luchs35 vom 23.06.2011, 10:09:31
Hallo luchs35,

bin ganz deiner Meinung. M.E. ist das deutsche Engagement in Afghanistan völlig sinnlos. Das was die Amerikaner in der Welt so anstellen ist nach dem schrecklichen Anschlag auf die zwei Türme so wie so nicht sinnvoll. Aber das ist in erster Linie mal das Problem der amerikanischen Regierung bzw. des amerikanischen Volkes. Es ist wie immer die Bevölkerung wird nicht gefragt.
wolfgang
wolfgang
Mitglied

Re: Rückzug aus Afghanistan
geschrieben von wolfgang
das wird so ein rückzug werden, wie der aus irak, also kein wirklicher. agitprop ist das.

obama macht den wahlkämpfer.

vorausschauend hatte er um 30.000 soldaten erhöht. die werden jetzt unter großem tamtam heim ins reich geholt. das gibt gute bilder.

--
Wolfgang

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marina
marina
Mitglied

Re: Rückzug aus Afghanistan
geschrieben von marina
Und was hat der Krieg gebracht, wenn man ein Fazit zieht? Nichts als Tod und Zerstörung wie alle Kriege. Sind die Taliban besiegt? Steht das Land kurz vor einer Demokratie?
Ein Witz, wenn es nicht so traurig wäre!
Nachdem die Russen schon mit ihrem zehnjährigen Einsatz gescheitert sind, hätte man es von Anfang an besser wissen können.

Hier ein Interview mit einem ehemaligen Militärangehörigen (!), der vehement für den Abzug eintritt :
Text:
„Reinhard Erös, Oberstarzt a. D., ließ sich 2002 von der Bundeswehr vorzeitig in den Ruhestand versetzen, um sich seiner 1998 gegründeten Organisation »Kinderhilfe Afghanistan« (www.kinderhilfe-afghanistan.de) zu widmen. Die Organisation hat seither in den Ostprovinzen Afghanistans Friedensschulen, Mutter-Kind-Kliniken, Gesundheitsstationen, Waisenhäuser, Solarwerkstätten und weitere Projekte ausschließlich mit privaten Spendengeldern errichtet.“
wolfgang
wolfgang
Mitglied

Re: Rückzug aus Afghanistan
geschrieben von wolfgang
als Antwort auf marina vom 23.06.2011, 13:30:21
im militärisch-industriellen komplex haben sie den krieg gemocht. der krieg geht ihnen ja auch nicht verloren. gerade werden neue geschäftsfelder aufgetan.

--
Wolfgang
sittingbull
sittingbull
Mitglied

Re: Rückzug aus Afghanistan
geschrieben von sittingbull
als Antwort auf wolfgang vom 23.06.2011, 12:19:20



" Truppenabzug nach Friedensnobelpreisträgers Art: Als Barack Obama im Januar 2009 das Präsidentenamt übernahm, waren 31000 US-Soldaten in Afghanistan stationiert. Hinzu kam eine Brigade, etwa 4000 Soldaten, deren Entsendung schon unter seinem Vorgänger George W. Bush beschlossen worden war. Obama verdreifachte das Kontingent am Hindukusch auf 100000 Mann. Am Mittwoch (Ortszeit) kündigte er nun den Beginn eines Rückzugs in mehreren Phasen an. An dessen Ende sollen sich im Herbst nächsten Jahres immer noch 68000 amerikanische Militärangehörige in Afghanistan befinden, also mehr als doppelt so viele wie zu Beginn seiner Amtszeit. "




obama zieht ab...




sitting bull
hugo
hugo
Mitglied

Re: Rückzug aus Afghanistan
geschrieben von hugo
als Antwort auf youngster vom 23.06.2011, 12:13:42
Das was die Amerikaner in der Welt so anstellen ist nach dem schrecklichen Anschlag auf die zwei Türme so wie so nicht sinnvoll.(youngster)

ja, youngster darüber haben wir hier schon vor über 10 Jahren diskutiert, sinniert, spekuliert und propagiert usw,,

z.B schrieb Robert W. am 20.03.01:
Sind wir denn alle so vergesslich?
-Wer hat die Taliban als antikommunistische Vorhut der "freien" Welt gefördert und gehätschelt.
-Wer hat das Regime eines Pol Pot in Vietnam toleriert und anerkannt, nur weil es gegen die sowietfreundliche Regierung von Vietnam kämpfte.
-Wer finanzierte Pinochet?
-Saddam Hussein wurde jahrelang unterstützt, weil er gegen den Iran Krieg führte.
-Über die UCK (Kosovo)findet man bis heute kein Wort der Kritik.
-Wer hat Interesse daran Europa zu "destabilisieren"
und einen permanenten Unruheherd durch den fremdgesteuerten Islamismus in Europa zu installieren.
Bitte nachdenken!

Und wer hat einen Krieg auf dem Balkan "herbeigelogen", frug damals Hjürgen

und Manfredfranz dazu: wenn es gegen den Weltkommunismus ging, waren die USA in der Wahl ihrer Verbündeten nie sonderlich wählerisch.
Hätten sie gewusst, dass der Kommunisnmus an SICH SELBST zu Grunde geht; der Welt hätte viel Leid erspart werden können.

Manfred Franz frug schon am 20.03.01
warum versucht man nicht mit einer gut geplanten
Aktion Blitzartig den Bin Laden zu ergreifen
warum müssen unzählige Unschuldige Sterben?
am Ende ist die Waffenlobby der wahre Sieger

Nun 10 Jahre später, siehts so aus als ob die amerikanische Weltmachtdingsda an sich selber zu Grunde geht,,die Zuckungen in diesem Endkampf aber -und das ist eben das gefährliche dabei- können noch beträchtlichen Schaden anrichten.

hugo


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