Forum Kunst und Literatur Literatur Grosse Risiken bei der eigenen Entdeckung seines verspäteten SChriftsteller-Talents

Literatur Grosse Risiken bei der eigenen Entdeckung seines verspäteten SChriftsteller-Talents

olga64
olga64
Mitglied

Grosse Risiken bei der eigenen Entdeckung seines verspäteten SChriftsteller-Talents
geschrieben von olga64
In Berlin steht zur Zeit ein Mann vor Gericht, der sich seine Opfer als Agent für Manuskripte bei vorwiegend "späteren Mädchen und Jungs" suchte. Da immer mehr in fortgeschrittenem Alter glauben, ihr wahres Talent wäre es, ein erfolgreicher Schriftsteller zu sein, dürfte der Markt hierfür recht gross sein. Früher widmeten sich wohl solche Damen der Töpferei, jetzt dichten sie oder schreiben ihr Leben auf mit dem Wunsch, einen Bestseller möglichst erfolgreich zu verkaufen.
Dieser mutmassliche Betrüger knöpfte im ersten Durchgang diesen Menschen einige Tausende Euros ab, womit er sich sein aufwändiges Leben finanzierte. Nach einiger Zeit informierte er die "Zahler", dass er jetzt einen Verlag gefunden habe forderte weitere Zahlungen.
All dies wurde anstandslos geleistet; die Damen (und ein Herr) treten nun als Zeugen vor Gericht auf und erklären auch dort in epischer Breite, sie seien von ihrem Talent überzeugt (auch wenn sich nach vielen Jahren nichts davon bewahrheitete). Sie übersehen anscheinend auch ,dass der heutige Verlagsbetrieb ein extrem hartes, international gesteuertes Business ist, dem diese "Träumer" nicht gewachsen sein dürften.
DA auch in diesem Forum oft Diskutanten über ihre Werke schreiben und ihre Veröffentlichungswünsche möchte ich auf diesem Wege warnen, sauerverdiente Notgroschen irgendwelchen Betrügern anzudienen. Olga
marianne
marianne
Mitglied

Re: Grosse Risiken bei der eigenen Entdeckung seines verspäteten SChriftsteller-Talents
geschrieben von marianne
als Antwort auf olga64 vom 27.07.2011, 17:27:58
Ja, Olga,

hier schreiben einige-, einige unserer Mitforisten!
Es sind, m.E., ganz unterschiedliche Charaktere..

Aber dass diese Leute d e i n e Warnungen nicht brauchen, das scheint
mir schon klar zu sein......
youngster
youngster
Mitglied

Re: Grosse Risiken bei der eigenen Entdeckung seines verspäteten SChriftsteller-Talents
geschrieben von youngster
als Antwort auf olga64 vom 27.07.2011, 17:27:58
Die Damen und Herren, die hier im ST-Forum ihr "schriftstellerisches Können" beweisen sind Jede / Jeder auf ihre / seine Art nicht schlecht m.E.. Ich freue mich immer über manchen humorvollen oder auch nachdenkenswerten Beitrag. Klar dürfte aber auch sein, dass diese Damen und Herren sehr wohl wissen wie sie ihre Geschichten veröffentlichen müssen sofern sie den Wunsch danach haben und ich glaube, dass sie so intelligent sind um auf die von dir dargestellten Betrüger nicht rein zu fallen.

Anzeige

webmaster
webmaster
Administrator

Re: Grosse Risiken bei der eigenen Entdeckung seines verspäteten SChriftsteller-Talents
geschrieben von webmaster
als Antwort auf youngster vom 27.07.2011, 17:47:43
Um so wichtiger ist es ja, seriöse Angebote vorzustellen, Karl
Re: Grosse Risiken bei der eigenen Entdeckung seines verspäteten SChriftsteller-Talents
geschrieben von marina
Leider hat Olga die Geschichte in ihrer üblichen oberflächlichen Art sehr unzureichend und als Kurzversion dargestellt, womit sie dem Artikel, den ich auch gelesen habe und der leider nicht im Netz abrufbar ist, in keiner Weise gerecht wird. Es war ein sehr interessanter Artikel, der eine ganz große DIN-A-3-Seite der SZ einnahm und sehr ausführlich über den Abstieg eines einstmals seriösen, ersten Literaturagenten Münchens berichtete. Interessant war zu verfolgen, wie dieser Mann, der mit renommierten und guten Schriftstellern und Regisseuren wie Joseph Vilsmaier und bekannten Verlagen wie Droemer, Langen-Müller, Heyne, Bastei Lübbe oder auch dem TV-Autor Herbert Reinecker zusammengearbeitet hat, von einem durchaus ehrbaren Literaturagenten zu einem windigen Betrüger wurde. Reinecker hat ihm laut Auskunft seiner Witwe irgendwann die Zusammenarbeit aufgekündigt, weil sich vor längerer Zeit schon abzeichnete, dass er finanziell unzuverlässig war. Irgendwann begann er dann damit, sich mit schreibenden unendeckten "Genies" oder solchen, die sich dafür hielten, zu beschäftigen (ich zitiere aus dem Artikel), „die auf die Annoncen 'Schreiben Sie?' in den Zeitungen antworten und neben oder nach ihrem Berufsleben dem Traum vom literarischen Ruhm nachhängen.“

Er wurde dann seit 2003 von 59 Autoren verklagt, denen er Geld (Tausende von Euronen) abgeknöpft, aber keinen Verlag vermittelt hat. Darunter waren nicht nur dumme Leute, sondern auch Akademiker, ein ehemaliger Latein- und Geschichtslehrer z. B. , der ihn für seriös hielt wegen seiner früheren Verbindung zu Reinecker, natürlich auch die üblichen Parfümerie-Betreiberinnen oder Heilpraktikerinnen, die davon überzeugt sind, literarisch wertvolle Werke schreibend zu produzieren.

Ich würde also durchaus nicht meinen, das der ST solche Warnungen nicht nötig hätte, wie Marianne und Youngster schreiben, denn wenn ich mir die schreibende Zunft hier so ansehe, dann ist es genau die Klientel, die auf ihn hereingefallen ist.

Der SZ-Artikel war nicht abrufbar, aber einen anderen Artikel aus der Berliner Morgenpost von Januar habe ich gefunden, ich stelle ihn hier ein.
nasti
nasti
Mitglied

Re: Grosse Risiken bei der eigenen Entdeckung seines verspäteten SChriftsteller-Talents
geschrieben von nasti
als Antwort auf olga64 vom 27.07.2011, 17:27:58
Meine Bekannte und auch einige Bildende Künstler schrieben dicke Bücher mit einem Überzeugung, das Sie ein verfehlten Beruf geübt hatten, Sie waren von der Kindesbein Schriftsteller/innen. Sie ziehen sich zurück, das Wahn war so stark wie gewöhnlich bei Torschlusspanik ist, und ohne eine Information sich von Verlage holen, mit einem Überzeugung das wird ein Bestseller, voller Freude und Hoffnung mit zitternde Hände von Glück nahmen seine 3-500 Hundert Bücher ab! Was danach folgte, gehört zum Tragikomödie.
Eine Seniorin ruinierte finanziell Ihrem Man, er starb kurz danach /war sowieso krank/und Sie war solange geplagt mit Schuldgefühle das Sie in Psychiatrie landete.
Die andere Seniorin--zum Glück hat Sie ein besser situierten Man- Sie opferte ein großes Teil von Ersparnisse für Ihre 5 Buchleine, seitdem war Ihr Mann operiert und Ihre Enkelkinder haben sich von Ihr Abbgewidmet. Obwohl Sie hatte vor etwas "Wertvolleres" als Geld für die Enkelkinder hier lassen.
Ein Kollege hatte sich hoffnungslos verschuldet, die andere verkaufte Ihre Wohnung wegen Buch Veröffentlichung. Was noch ganz schlimm war, 1 Zimmer war immer belegt mit die nicht verkaufte Bücher.
Die andere leichte Fälle werde ich nicht erwähnen, es gibt genügend besessene. Ich persönlich möchte auch ein Buch schreiben in deutsche Sprache..*gggggggggggggg*


Anzeige

Re: Grosse Risiken bei der eigenen Entdeckung seines verspäteten SChriftsteller-Talents
geschrieben von ozimmi
als Antwort auf nasti vom 27.07.2011, 23:02:25

Ich persönlich möchte auch ein Buch schreiben in deutsche Sprache..*gggggggggggggg*


... dann aber los !!!
Ich warte sehnsüchtig darauf !!! *grins
Keine Scheu; es wird schon werden.
ozimmi
Re: Grosse Risiken bei der eigenen Entdeckung seines verspäteten SChriftsteller-Talents
geschrieben von traumvergessen
als Antwort auf ozimmi vom 28.07.2011, 05:28:38
Die beste Art unglücklich zu werden ist es, überhaupt kein Risiko einzugehen. Aber man solte schon sich des Risikos bewusst sein, welches man eingeht. Das gilt für die Schriftstellerei, aber auch für das Leben überhaupt. Die negative Art, wie das Risiko des Abzockens mit dem Talent bzw. dem Traum von Forumsmitgliedern hier in einen Topf geworfen wird, finde ich beschämend. Es ist immer wieder darauf hingewiesen worden, dass es genügend Möglichkeiten gibt, ohne viel Geld zum Traum der Buchveröffentlichung zu kommen. Dass man damit noch nicht die Garantie hat, in den Bestsellerlisten zu landen, ist jedem vernünftigen Menschen klar. Aber sich verwirklicht zu haben, den Traum vom eigenen Buch geschafft zu haben, dass ist ein befriedigendes Erlebnis. Ich habe selbst das Erlebnis des eigenen Buches - der eigenen Bücher mit anderen zusammen - gehabt und habe es noch. Wenn man einen Lebenspartner sucht und findet, wenn man eigenes Haus gebaut hat, wenn man versteht zu leben, dann wird man realistisch genug sein, sich nicht von Geschäftemachern über den Tisch ziehen zu lassen. Gegen die allgemeine Diffamierung, wie sie hier zumindest allgemein angedeutet wird, wehre ich mich entschieden. Schade, dass es Menschen gibt, die es immer wieder verstehen, mit negativen Schlagzeilen andere Menschen zumindest zu verunsichern. Wenn dass so an der Tagesordnung wäre, hätte ich meine Formumsmitgliedschaft längst aufgegeben. Da aber das Gegenteil der Fall ist, werde ich noch lange lange dabei sein und freue mich immer wieder auf neue virtuelle Begegnungen.

Soweit mein Statement.


lifong2007
lifong2007
Mitglied

Re: Grosse Risiken bei der eigenen Entdeckung seines verspäteten SChriftsteller-Talents
geschrieben von lifong2007
als Antwort auf traumvergessen vom 28.07.2011, 08:40:26
Gut, daß Du das geschrieben hast. Ich kann das gut nachvollziehen.
Aber es gibt ja immer wieder Menschen, die alles nach unten ziehen müssen und versuchen, andere der Lächerlichkeit preis zu geben. Wer Freude am Schreiben hat, soll das tun. Es ist ja nicht nur der Anspruch, unsterblich zu werden, wie es immer unterstellt wird. Es ist bei den meisten Menschen die Freude, etwas zu verarbeiten, was sie bewegt, etwas zu erzählen, was ihnen besondere Freude gemacht hat und vielleicht einfach nur glückliche Erinnerungen festzuhalten. Ist das so abwegig, frage ich die Kritiker?
Jeder Mensch ist nun mal anders und seine Freuden sind auch anders verteilt. Schade, daß es immer wieder Menschen gibt, die versuchen, alles mies zu machen.
Und um noch auf das Thema direkt einzugehen, kann ich nur sagen, Reinfallen kann man heute auf jedem Gebiet. Das passiert nicht nur dem Otto-Normal-Verbraucher, das ist schon ganz anderen Leuten passiert, auch wenn sie immer meinten, sie blieben bei Betrügereien verschont.
Also denke ich, Zurückhaltung ist auch oft ein angenehmer Wesenszug.
lifong2007
pilli †
pilli †
Mitglied

Re: Grosse Risiken bei der eigenen Entdeckung seines verspäteten SChriftsteller-Talents
geschrieben von pilli †
als Antwort auf traumvergessen vom 28.07.2011, 08:40:26
Die negative Art, wie das Risiko des Abzockens mit dem Talent bzw. dem Traum von Forumsmitgliedern hier in einen Topf geworfen wird, finde ich beschämend.


ich frage mich allen ernstes, ob es leute haben könnte, die ob ihres traumes, zur schreibenden gilde zu gehören, vergessen könnten, das eine vom anderen zu unterscheiden?

wozu traumvergessen

braucht es für dich diese m.e. nicht haltbare unterstellung, es seien hier nun die ST' ler alleine thematisiert worden? möchtest du den unfrieden auf diese subtile art verstärken oder ist es dein ziel, leute in's materielle elend laufen zu lassen? das glaube ich eher nicht und darum für dich und andere, die das annehmen könnten, zitiere ich den beitrag von olga, der doch von einem abzocker ausserhalb des seniorentreflichen geschehen berichtet.

du kannst doch nicht meinen, diese information einfach vom foren-tisch wischen zu können?

In Berlin steht zur Zeit ein Mann vor Gericht, der sich seine Opfer als Agent für Manuskripte bei vorwiegend "späteren Mädchen und Jungs" suchte. Da immer mehr in fortgeschrittenem Alter glauben, ihr wahres Talent wäre es, ein erfolgreicher Schriftsteller zu sein, dürfte der Markt hierfür recht gross sein. Früher widmeten sich wohl solche Damen der Töpferei, jetzt dichten sie oder schreiben ihr Leben auf mit dem Wunsch, einen Bestseller möglichst erfolgreich zu verkaufen.
Dieser mutmassliche Betrüger knöpfte im ersten Durchgang diesen Menschen einige Tausende Euros ab, womit er sich sein aufwändiges Leben finanzierte. Nach einiger Zeit informierte er die "Zahler", dass er jetzt einen Verlag gefunden habe forderte weitere Zahlungen.
All dies wurde anstandslos geleistet; die Damen (und ein Herr) treten nun als Zeugen vor Gericht auf und erklären auch dort in epischer Breite, sie seien von ihrem Talent überzeugt (auch wenn sich nach vielen Jahren nichts davon bewahrheitete). Sie übersehen anscheinend auch ,dass der heutige Verlagsbetrieb ein extrem hartes, international gesteuertes Business ist, dem diese "Träumer" nicht gewachsen sein dürften.
DA auch in diesem Forum oft Diskutanten über ihre Werke schreiben und ihre Veröffentlichungswünsche möchte ich auf diesem Wege warnen, sauerverdiente Notgroschen irgendwelchen Betrügern anzudienen. Olga
geschrieben von olga


aus dem link, den marina angab, entnehme ich, dass es ca. geldbeträge zwischen 1.300.- und 5.000.-€ waren, die in diesen traum investiert wurden. nicht angegeben sind die kosten, die im vorfeld des buch schreibens anfallen könnten:

- seminare, die das thema behandeln, die kosten!

- fernmündliches coaching, das kostet und wird gerne nach minuten (0190...nummer) oder auf stundenbasis angeboten!

- beratung per newsletter, brief, mail, fon oder am ort zum layout des buches, das kostet!

nur wenige beispiele, die mir lesend begegnet sind, nachdem ich gestern einige angebote im netz getestet habe. kostenfrei wird und kann das nicht geleistet werden und das ist auch gut so, denn irgendwie braucht es das geld, den eigenen lebensunterhalt zu finanzieren.

dass es nun menschen hat, die das band des möglichen weit überspannt haben und sich nun wegen betrug zu verantworten haben, auch das ist m.e. eine wichtige information für alle schreibwilligen. was ist daran für dich beschämend, wenn sich senioren gegenseitig mit infos zum thema kundig machen?

Schade, dass es Menschen gibt, die es immer wieder verstehen, mit negativen Schlagzeilen andere Menschen zumindest zu verunsichern.


also darf ich annehmen, es sei dir lieber, negatives zu verschweigen und tief unter dem foren-tisch zu kehren? das sehe ich allerdings anders und freue mich über jeden, der verunsichert von dem procedere des schreibens, erst mal nachdenkt und sich selbst fragt:

"möchte ich eigentlich mit meinem wunsch dazu beitragen, dass sich so mancher geschäftelhuber an meinen traumvorstellungen unangemessen bereichert?"

und nur das, traumvergessen

wurde thematisiert. wenn du oder auch andere, diese beratungen ehrenamtlich anbieten, dann ist das m.e. eine prima sache und dem würde ich respekt und anerkennung zollen!

würde ich aber erfahren, in meinem bekanntenkreis hätte es so geschimpfte "Lebensberater", die menschen erst mal kräftig lobend über eine gewisse zeit anspitzen und kitzeln, ein buch zu schreiben und dafür dann später feiste honorare einkassieren, dann darfst du annehmen, dass ich mit den mir bekannten personen ein gespräch führen würde und das ohne lobendes gesummsel; sondern mit handfesten warnungen!

--
pilli

Anzeige