Neuvorstellungen Nachdenklich

carlos1
carlos1
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Re: Nachdenklich
geschrieben von carlos1
als Antwort auf JuergenS vom 26.01.2017, 15:42:55
"Starren wir wirklich nur, was auch geschieht, auf die Wirklichkeit, die uns als Schatten vorbeihuscht?" Heigl


Im Höhlengleichnis will Platon die Schatten als unsere eigene Sicht der Wirklichkeit vermitteln. Die Wirklichkeit als solche kennen wir nicht. Es liegt also an unseren Sinnen, die die Welt als Schatten sehen.

Die Welt, wie wir sie sehen, ist damit das Ergebnis von Vorgängen in unserem Gehirn. Das heißt, dass wir auch nicht mit den Augen sehen, sondern mit dem Seheznttrum im Gehirn, dass die Bilder unserer Welt für uns aufbereitet. Die Sehzellen der Augen senden über Nervenbahnen elektrische Impulse an das Sehzentrum. Dort werden diese Impulse - Bytes und Bits wie bei einem Computer - zu den Bildern "zusammengesetzt" , die wir unsere Welt nennen. Die Vorgänge in unserer Welt sehen wir somit immer mit einer zeitlichen Verzögerung, auch wenn wir mit einer sofortigen Reaktion auf Reize von außen zu reagieren glauben. Die Welt in mir ist das Resultat meiner Gehirntätigkeit.

Das Erstaunliche am menschlichen Gehirn ist, dass Vorgänge, Farben, Formen, Stimmen, Klänge, die wir in unserer Kindheit wahrgenommen haben im Alter er"innern" können. Wir können diese Erinnerungen wie in einem Film ablaufen lassen.

Was das Gehirn auszeichnet ist die Möglichkeit dabei Gefühle z uhaben.

Aber ist das allein eine Fähigkeit des menschlichen Gehirns. Auch höher entwickelte Tiere haben ein Gedächtnis und ein Innenleben. So deuten wir als Lebewesen ihre Reaktionen.

Ich will die Diskussion über Psychotherapie nicht übergehen und abwürgen, sondern versuche nur etwas Systematik einzubringen.
Karl
Karl
Administrator

Re: Nachdenklich
geschrieben von Karl
als Antwort auf carlos1 vom 31.01.2017, 13:34:36
@ Carlos1,

Du hast das sehr gut beschrieben. Um zu "sehen" benötigen wir keinen Input über die Augen, wie uns die Träume belegen (virtual reality in unserem Kopf). Auch manche "Erscheinungen" bei Meditationen oder in Trance sind so zu erklären, ebenso beruhen pathologische Wahnvorstellungen auf einer Loslösung des Wahrgenommenen von der Welt außerhalb unseres Kopfes. Die reale Welt kann aber durchaus, ähnlich wie bei der augmented reality, durchaus Trigger für die wahrgenommenen Bilder liefern.

Karl
schorsch
schorsch
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Re: Nachdenklich
geschrieben von schorsch
als Antwort auf Karl vom 31.01.2017, 13:49:50
Man muss sich nicht mal in Trance versetzen, um Überinnliches zu sehen/erleben; ein Traum in der Nacht genügt schon!

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JuergenS
JuergenS
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Re: Nachdenklich
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf schorsch vom 31.01.2017, 17:42:21
Die Träume in der Nacht sind inzwischen für mich wie ein zweites, aber unerwünschtes Leben, Ab und Albträumen ohne Ende, es steigert sich, brrrr.
Edita
Edita
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Re: Nachdenklich
geschrieben von Edita
als Antwort auf platon vom 30.01.2017, 20:53:35
"......langwierigen Ausbildung, (eine 15-monatige psychotherapeutische Heilpraktikerausbildung ist dagegen ein Witz) ausschließlich viel Sensibilität, Mitgefühl, Einfühlungsvermögen, Verständnis, Nachsicht und Respekt!....."
Also ich möchte mich nicht unbedingt in Eure Diskussion mischen aber was da so als Anforderung an eine psychotherapeutisches Gespräch genannt wird hab ich so noch nicht gehört. Zumindest Mitgefühl, Verständnis und Nachsicht haben im therapeutischem Gespräch nichts zu suchen-hab ich mir sagen lassen. Der Therapeut ist immer neutral, außenstehend und sachlich-hab ich mir sagen lassen.


Da hast Du mich mißverstanden Platon, ich meine das nicht im Sinne von Mitleid oder Bedauern während einer Therapie, sondern im Sinne von Einfühlen, Erfahren und Erkennen können, was dem Menschen zu schaffen macht! Es war gemünzt auf die Äußerung, " Aber ohne Informationen, auf denen man aufbauen kann, kann man nichts bewirken. Mitgefühl ohne Informationen führt zu Annahmen auf Grund des eigenen Weltbilds und vergewaltigt den Gegenüber. "
Die meisten traumatisierten Menschen können am Anfang einer Therapie nicht über ihr Trauma sprechen, darum braucht ein Therapeut für den Einstieg in eine heilende Therapie erst mal auch diese Eigenschaften, die Deiner Meinung nach im therapeutischen Bereich nichts zu suchen haben!
Auch Autisten können selber meistens nicht über ihre psychischen Ausnahmesituationen sprechen, geschweige denn erklären oder gar dagegensteuern, da braucht ein Therapeut diverse empathische Antennen um wirklich einen Therapieeinstieg finden zu können!
Im Therapieverlauf bei "nur" Suchtkranken mag das alles vielleicht keine Rolle spielen, sie können ja auch "Informationen liefern", aber bei traumatisierten Menschen oder bei Autisten, die das eben nicht können, kann man auf Mitgefühl, Verständnis und Nachsicht nicht verzichten!

Edita
justus39
justus39
Mitglied

Re: Nachdenklich
geschrieben von justus39
als Antwort auf JuergenS vom 31.01.2017, 18:06:21
Die Welt der Träume wäre sicherlich auch ein interessantes Thema.
Warum befindet man sich im Traum in Situationen, die mit realen Erlebnissen oft gar nichts zu tun haben?
Warum verfolgen mich im Traum wiederholt irreale Vorstellungen, Situationen und Bilder, die ich im Wachzustand ablehne und auch widerlegen kann?

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Re: Nachdenklich
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf justus39 vom 31.01.2017, 19:08:14
Die Welt der Träume wäre sicherlich auch ein interessantes Thema.
Beim Schnellrecherchieren stelle ich fest, dass es dazu bei 7 Mrd Menschen 8 Mrd Meinungen gibt.
Als relativ sicher kann man 2 Funktionen annehmen:
1. Den Schlaf vor Außenreizen schützen. Wenn z.B. das Telefon klingelt, kann die akustische Störung als Glockengeläut einer Schlittenfahrt integriert werden und so einen Sinn ergeben, der eine Fortsetzung des Traums und damit Schlafs erlaubt.
2. Integration der Tageserlebnisse in ein konsistentes Lebensgedächtnis.
Das Folgende bezieht sich auf (2):
Warum befindet man sich im Traum in Situationen, die mit realen Erlebnissen oft gar nichts zu tun haben?
Das Unterbewusstsein denkt nicht in Logik, sondern in Emotionen. Die Emotionen werden im Traum nachgespielt, und dazu können x-beliebige Bilder verwendet werden, die zufällig greifbar sind.
Warum verfolgen mich im Traum wiederholt irreale Vorstellungen, Situationen und Bilder, die ich im Wachzustand ablehne und auch widerlegen kann?
Das kann nur individuell analysiert werden. Vergleiche die Emotionen/Gefühle im Traum mit dem realen Leben, ob Du sie dort wiederfindest.
Bei chaotischen, orientierungsarmen Phasen in meinem Leben hatte ich öfter Träume, in denen ich nach einem Seminar im Hotel aufbrechen wollte und organisatorisch gar nichts funktionierte.
JuergenS
JuergenS
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Re: Nachdenklich
geschrieben von JuergenS
als Antwort auf justus39 vom 31.01.2017, 19:08:14
vielleicht, weil wir ein "zu" großes Gehirn haben und im Laufe des Lebens auf Kosten unserer eigenen Überzeugungen so viel schlucken mussten, dass der dadurch entstandenen Gedächtnismüllhaufen abgearbeitet wird, im Unterbewusstsein, Verdrängtes wird im Schlaf, ob halb, echter oder Tagträumerei, abgearbeitet?

So meine laienhafte Überlegung.

Wem geht es noch so mit seinem "Abträumen"?
schorsch
schorsch
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Re: Nachdenklich
geschrieben von schorsch
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 31.01.2017, 21:45:55
........ Wenn z.B. das Telefon klingelt, kann die akustische Störung als Glockengeläut einer Schlittenfahrt integriert werden und so einen Sinn ergeben, der eine Fortsetzung des Traums und damit Schlafs erlaubt.

Guter Ansatzpunkt; muss ich ausprobieren: Ich kopiere das Telefongeklingel und lasse es als Endlosband die ganze Nacht laufen! ()
val
val
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Re: Nachdenklich
geschrieben von val
als Antwort auf justus39 vom 31.01.2017, 19:08:14
Warum verfolgen mich im Traum wiederholt irreale Vorstellungen, Situationen und Bilder, die ich im Wachzustand ablehne und auch widerlegen kann?
geschrieben von justus


Justus, ich träume (nicht oft, aber immer wieder), dass meine kleinen Kinder auf dem falschen Bahnsteig (ich stehe auf dem gegenüber und sehe hilflos zu ) in den falschen Zug steigen werden (abfahren sehe ich sie nie - ich wache vorher auf, wie beim 'Fallen').

Das ist real nie passiert.
Es steht wahrscheinlich für etwas anderes - 'verkleidete'Ängste, Bedauern verpasster Gelegenheiten ????
LG Val

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