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Plaudereien Wann ist man "ausrangiert" ?

wikinger
wikinger
Mitglied

Re:
geschrieben von wikinger
als Antwort auf peter25 vom 26.11.2008, 21:04:08
ausrangiert? Oder zum "alten Eisen gehören". Ich denke da ist ein Unterschied. Meine Mutter, vor 17 Jahren verstorben, ist meiner Meinung, trotz Tod, nicht ausrangiert. Wir hatten ein sehr gutes Verhältnis zueinander, auch meine Frau und die Kinder. In manchen Situationen heißt es: Das hätte deine Mutter auch so gesagt (aber nicht zynisch gemeint, sondern mit einem Schmunzeln)oder: Das hat Oma auch so gemacht. Und so "lebt" sie noch unter uns. Gibt es Schöneres, wenn so über sich nach dem Tod gesprochen wird? Auch wenn man es nicht mehr mitbekommt?
--
wikinger
eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Wann ist man
geschrieben von eleonore
als Antwort auf pilli † vom 26.11.2008, 20:29:04
@pilli,

diese frage, *ausrangiert* hat eine berechtigung.
wenn man überlegt, dass unsere umgebung jahrelang auf junge menschen ausgerichtet wurde, halte ich es für legal.

ich fühle mich in keinste weise ausrangiert, auch wenn ich erleben muss, dass man mir beim jobsuche offen in gesicht gesagt wird des öfteren:
tut uns sehr leid, ihre berufliche qualifikation sind hervorragend,aber sie sind zu alt.

einige unternehmer besinnen sich langsam, (zu langsam) was es wert ist, was ein *ausrangierte* mensch an erfahrung und wissen mitbringt.
leider kann nicht jede, wie es mir gelungen ist, aus der not eine tugend zu machen.

und was graue haare angeht, die erste hatte ich schon mit 18.
--
eleonore (nicht ausrangiert)
luchs35
luchs35
Mitglied

Re: Wann ist man
geschrieben von luchs35
als Antwort auf eleonore vom 27.11.2008, 09:00:23
Und damit kommen wir wieder auf die ursprüngliche frage zurück, ob der mensch - sofern er körperlich und geistig gesund ist - nicht doch von aussen "alt gemacht" wird, indem man auf sein geburtsdatum blickt und ihn unter "zu alt = senil= zu langsam etc." einreiht.

Das nicht nur im hinblick auf arbeitgeber, sondern auch aus unserer eigenen sicht. Nur selten denken wir dabei allerdings an uns selbst, wir kokettieren höchstens noch damit, für jünger gehalten zu werden, wir meinen dann jene, von denen wir sagen, wie sehr sie "abgebaut" haben, wie schnell sie gealtert sind, das wörtchen "alt" wird zu oft wie ein schimpfwort gebraucht.

Wiki: man ist erst wirklich tot, wenn man vergessen ist!
--
luchsi35

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schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Wann ist man
geschrieben von schorsch
als Antwort auf luchs35 vom 27.11.2008, 09:13:20
Und damit kommen wir wieder auf die ursprüngliche frage zurück, ob der mensch - sofern er körperlich und geistig gesund ist - nicht doch von aussen "alt gemacht" wird, indem man auf sein geburtsdatum blickt und ihn unter "zu alt = senil= zu langsam etc." einreiht.
..............

Wiki: man ist erst wirklich tot, wenn man vergessen ist!
--
luchsi35
geschrieben von luchsi35


Du bringst mich auf einen Gedanken:

Ich werde in meinem Pass das Geburtsdatum um 20 Jahre zurückversetzen. Mal schauen, ob dein Tipp bei Unbekannten funktioniert (


--
schorsch
nasti
nasti
Mitglied

Re: Wann ist man
geschrieben von nasti
als Antwort auf schorsch vom 26.11.2008, 21:08:59
Meine letzten Erfahrungen in Krankenhaus lieferten mir sehr gute und wertvolle Erfahrungen.
Zu erst lag ich mit eine 84 Jährige Frau in einem Zimmer. Die alte Frau hatte das neuste Handy, war groß, schlank und auch schön. Die wenige Haare kaschierte Sie mit einer super natürlichen Perücke, Sie war lebendig in Kopf, lebenssüchtig, n eugierig, glücklich verheiratet, lachte gerne. Ich sagte : Sie sind mein Vorbild.

Die zweite Patientin in volgenden Zimmer hatte meine Jahre—67, in gleichem Monat und Jahr geboren, hat sich schon aufgegeben. Sie war unfähig Ihren hängenden Apparat bedienen, Licht ausmachen oder anmachen, die Krankenschwester waren genervt, könnte Sie sich selber nicht helfen. Also ein Drama mit Ihr. Ich gab Ihr einen Befehl. Sie soll aufstehen, sich alleine abwaschen etc. Sie führte das durch ganz langsam, aber doch. Ganz langsam hatte sich zusammengesammelt, ich zeigte Ihr mit die Lampen und…..und paar Mal nacheinander, plötzlich ging Ihr viel besser. Bei der Visite staunten die Ärzte, ein türkischen Arzt / er hatte mich aufgenommen in die Nacht/ sagte---das ist die Frau Sch… *gggg*, Sie steckt dahinten. Sie ist ein Witzbold.
Wenn ich das KH verließ, weinte die Frau, aber ich habe Sie ganz hart angesteckt, nie mehr wird sich hängen lassen, glaub ich wenigstens.

Nasti

barbarakary
barbarakary
Mitglied

Re: Wann ist man
geschrieben von barbarakary
als Antwort auf nasti vom 27.11.2008, 09:51:36
Gut gemacht, liebe Nasti! Wenn man sich gehen lässt und das Interesse verliert, ist man schon halb tot. Dann muss eben so eine Nasti oder sonst ein Mensch her, der einem einen Schubs gibt, damit man wieder lernt, zu leben!
Liebe Grüße - Roswitha
--
barbarakary

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pilli †
pilli †
Mitglied

Re: Wann ist man
geschrieben von pilli †
als Antwort auf leuchtturmwaechter vom 26.11.2008, 22:47:38
Pilli, ich muss Dir da leider widersprechen.
Mein Vater wollte nie über das Altwerden reden, er konnte es nicht ertragen und meinte, man könne darüber reden, wenn es soweit sei.
Als es soweit war, versagte sein Denken und Betäubungsmittel hielten seine Krebsschmerzen flach.
Ich glaube, man muss es durchaus recht früh an seine innere Persönlichkeit heranlassen und sich eine Einstellung aneignen, die man halbwegs erträgt.
Es kann der Glaube sein mit seiner Hoffnung, aber wenn man nicht gläubig in irgendeiner Richtung ist, dann muss man sich auch mit dem einfachen Werden und Vergehen ohne Gottes Hilfe arrangieren.
Es hilft nicht, die Augen davor zu verschließen.
Ich geh sogar soweit, dass viele jemanden haben möchte, dem sie ihre Ängste SAGEN können, besprechen können, früh genug. Jemand der Einfühlsam ist, der es ernst nimmt, der über keine Bemerkung lacht. Aber auch jemand, der wieder mit einem lacht, wenn man darüber gesprochen hat und das schafft überdies unglaubliche Nähe.
Über Ängste sprechen heißt nicht, darin zu ertrinken.
Wer etwa sagen kann, ich habe immer Angst, einmal verbrannt zu werden, dem ist das eine wichtige, persönliche Sache, die ihn quält und er will darüber reden und es tut ihm danach gut, in den Arm genommen zu werden. Das verscheucht die Panik!
Weites Thema...

LTW


hä ???

das thema lautet doch " Wann ist man "ausrangiert " und nicht: ob es jemand hilft, die augen vor dem alter zu verschliessen ?

ich nehme an, leuchtender wärter, mittlerweile hast du bemerkt, datt dein leuchtendes licht bissel unscharf gewesen sein könnte? watt hat denn da deine gedanken andere wege gehen lassen? alt sein und die frage wann und ob mann&frau ausrangiert sind, sehe ich sehr differenziert!

also... dein "sorry" tut nicht not; ich schenke es dir; ich sehe deine meinung zu krankheit und was dir wichtig schien...wenn auch themenfremd...ähnlich.

luchsi,

wenn ich dich richtig verstanden habe, pilli, dann meinst du den augenblick, wo man diese frage zu sehr an sich heranlässt, wenn es in den persönlichen und inneren bereich geht?
geschrieben von luchsi


luchsi, da ist doch nix an sich ran zu lassen? entweder ich fühle mich ausrangiert oder eben nicht; aber das zu empfinden, dazu braucht es doch nicht die meinung anderer?

Da gebe ich dir natürlich recht, das ist sicher so ein moment , der aber vielleicht auch nur ein augenblick der schwäche ist, dem wohl jeder mal unterliegt.
geschrieben von luchsi


zweites , luchsi

warum denn soll sich schwäche zeigen? ich bestimme doch, ob ich mich ausrangiert fühlen möchte? und wenn es fakt sein sollte, dann suche ich mir doch blitzschnell ein anderes umfeld und verharre nicht in trüben gedanken?

Trotzdem möchte ich noch einmal fragen, ob es nicht die andern sind, die einem menschen alt-sein einreden durch ihr verhalten, das lediglich auf das papierchen mit der angabe des geburtsdatums bezogen ist..
geschrieben von luchsi


wer anders als du selbst luchsi, weiß denn, ob du dich alt fühlst?

ich bin alt, weiß datt und genieße es!

Das eingangs erwähnte beispiel der über 80jährigen und ihrer diesbezüglichen erfahrung in dem forum hat mich erst auf diese frage gebracht. Vielleicht muss man aber erst dieses alter erreicht haben, um diese erfahrung überhaupt machen zu können.
geschrieben von luchsi


, luchsi

meine ich nicht: entweder ich bin eine selbstbewußte suse mit 50; 60; 70; 80 oder aber nicht und passe dann eben mein verhalten dem jeweils gewünschten alter der anderen chatschwalben mit neuen nicks an...wennz glücklich macht, dem kreis und der vorstelungen anderer entsprechen zu wollen: bitte sehr!

meine meinung zu manchen chattern in den räumen und in den foren ist dir bekannt und wer halt diese gesellschaft sucht, braucht sich m.e. nicht zu wundern?

es hat im chat so zahlreiche wirklich interessante varianten sich zu unterhalten; denk mal an das weitgefächerte programm des admin-teams? muss ich mich da verbiegen für einige wenige, die eventuell mit meinem alter nicht klarkommen?


--
pilli , die bereits mit "45" auf elegante und finanzversüsste art und weise "ausrangiert" wurde und von diesem zeitpunkt an freiberuflich aufregende, erlebnisreiche und zufriedenstellende zeiten erleben durfte...
leuchtturmwaechter
leuchtturmwaechter
Mitglied

Re: Wann ist man
geschrieben von leuchtturmwaechter
als Antwort auf pilli † vom 26.11.2008, 20:29:04
Also pilli,
mir ist schon öfter aufgefallen, dass Du Dich einfach nicht klar ausdrückst.
Wenn Du schreibst:
"wann ist frau oder mann ausrangiert?
meiner meinung nach, spätestens dann, wenn es zum thema im persönlichen bereich wird."
dann halte ich das eben für falsch, weil ich es für notwendig halte, sich früh genug damit auseinander zu setzen.Das geht vom Arbeitsverhältnis bis zur Vorsorge für den Tod.
Was bitte könnte persönlicher sein.
Wenn Du schreibst:
"wenn nachgefragt wird, wie andere es empfinden: das nachdenken darüber, ob und wie mann&frau aussortiert werden!
da ist der weg dann fix bereitet..."
dann ist das wieder wat anderet.
Dat kann ich jetzt so verstehen, wie Du´s erläutert hast, mach Dich nicht abhängig von der Sichtweise anderer, sei selbstbewusst und wenn Du Selbstzweifel bekommst, dann sorge für Erfolgserlebnisse, aber sei weiter überzeugt von Dir und schätze jedes Alter als etwas positives...
Wenn Du mit so unklaren Formulierungen nicht Spielraum lässt für- in Deinen Augen- falsche Gedankengänge, dann brauchste auch nicht immer "nööö" zu sagen".

meint der
LTW
luchs35
luchs35
Mitglied

Re: Wann ist man
geschrieben von luchs35
als Antwort auf pilli † vom 28.11.2008, 00:00:55

Aber hallooo pilli, ich habe doch mit keinem wort dich persönlich gemeint und auch nicht aus deinem beitrag geschlossen, dass du da deine ganz persönlichen eindrücke widergibst, so wie auch ich nicht von mir selbst ausgegangen bin, sondern von erfahrungspunkten vieler menschen. und die differieren nun mal, denn ich kann andere eindrücke nicht über den "kamm pilli" scheren. Ich habe bewusst "man" geschrieben, weil es allgemein bedeutet.

Nöö, das thema sollte eindrücke und ansichten beleuchten, nicht rein persönliches hervorzerren. Wie käme ich denn dazu, dich als "ausrangiert" oder "alt" zu betrachten?

Nöö, pilli, deine antwort lag haarscharf neben dem, was ich ansprechen wollte. so entstehen missverständnisse

Nebenbei muss ich aber auch LTW recht geben, denn oft ist deine ausdrucksweise unklar. Aber ich hatte mir eingebildet, dich richtig verstanden zu haben - nämlich nicht auf dich persönlich bezogen.

Alles klar? ) Wir kriegen das schon noch in den griff...

luchsi35
schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Wann ist man
geschrieben von schorsch
als Antwort auf nasti vom 27.11.2008, 09:51:36
Dazu ein eigenes Erlebnis:

Wir besuchen etwa alle 2 Monate einen Kollegen, der eines Hirnschlages wegen in einem Pflegeheim untergebracht ist. Sein Hirn arbeitet - wieder - ziemlich normal; seine linke Hälfte ist aber gelähmt.

Anfangs munterte ich ihn immer wieder auf, es käme schon wieder besser - ich könne ihm Bespiele nennen, die nicht aufgegeben hätten - und heute sind sie wieder fast wie früher. Er hört zu - und macht überhaupt keine Anstalten, sich etwas vorzunehmen.

Aber jedes Mal wenn wir ihn besuchen, bekommen wir als erstes ungefähr diese Worte zu hören: "Jetzt bin ich schon fünf Jahre tot..."

Er war früher ein Typ, der an seinen freien Tagen in der ganzen Schweiz herumreiste (Bähnler) und von überall wusste, wo es etwas gratis zu konsumieren gab. Dann stellte er seine Reise so zusammen, dass er von möglichst vielen Gratisangeboten profitieren konnte. Heute trauert er hauptsächlich all diesen noch verpassten Gelegenheiten nach....

--
schorsch

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