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Badehilfen: Komfort und Sicherheit im Badezimmer

Das Badezimmer ist nicht nur Ort der täglichen Waschroutine, sondern auch der Entspannung. Barrieren und Gefahren sollten insbesondere im Alter vorbeugend verringert werden, um sich dort zu jeder Tages- und Nachtzeit sicher bewegen zu können.

Barrierefreiheit im Badezimmer sorgt für mehr Sicherheit im Alltag.
©chormail | Freepik


1. Günstige Hilfsmittel im Badezimmer ohne Umbaumaßnahmen

1.1. Antirutschmatten und Wannensticker

1.2. Sensormatten im Badezimmerbereich

1.3. Halte- und Stützgriffe entlang der Badewanne und in der Dusche

1.4. Kippspiegel für Rollstuhlfahrer und körperlich eingeschränkte Personen

1.5. Duschhocker und Duschstühle als flexible Lösung für das Badezimmer

2. Mit Badehilfen sicher und bequem in der Badewanne duschen

2.1. Badewannenbrett zum eigenständigen Duschen in der Badewanne

2.2. Drehbarer Badewannensitz für einen sicheren Ein- und Ausstieg

2.3. Badewannenlift für ein entspannendes Vollbad

2.4. Badekissen als kostengünstige Alternative zum Badewannenlift

3. Wannentür als Einstiegshilfe

4. Badehilfen von A bis Z: Kosten im Überblick

5. Erhalte ich für Badehilfen einen Zuschuss von der Krankenkasse oder Pflegekasse?


Die eigene Körperpflege zählt zu den intimsten Vorgängen im Tagesablauf des Menschen. Sich möglichst lange selbstständig und ohne fremde Hilfe im eigenen Badezimmer aufhalten zu können, ist vielen ein großes Bedürfnis. Wenn nasse Fliesen im Alter aber einen immer großen Balanceakt verlangen und zu hohe Badewannen- und Duscheinstiege als unüberwindbare Hindernisse erscheinen, sollten diese Gefahrenstellen unbedingt rechtzeitig minimiert werden. Verschiedene Hilfsmittel können das Badezimmer nachhaltig sicherer gestalten, um so die Selbstständigkeit des Einzelnen aufrecht zu erhalten.

1. Günstige Hilfsmittel im Badezimmer ohne Umbaumaßnahmen

Bereits kleine Investitionen können dazu beitragen, die Sicherheit im Badezimmer zu erhöhen. Dabei ist nicht zwangsläufig ein arbeits- und kostenintensiver Umbau erforderlich: Einige Hürden im Badezimmer, wie beispielsweise nasse Böden oder rutschige Fliesen, können schon mithilfe verschiedener Hilfsmittel überwunden werden. Oft haben bereits kleine Änderungen eine große Wirkung auf die eigene Empfindung. Auf diese Weise fällt es insbesondere älteren oder körperlich eingeschränkten Personen leichter, sich eigenständig im Badezimmer zu bewegen.

1.1. Antirutschmatten und Wannensticker

Ob am Badewannenboden, auf der Duschfläche oder im Einstiegsbereich – Antirutschmatten dienen der Sturzprophylaxe. Kleine Wannensticker sind darüber hinaus praktisch, um einzelne Stellen in der Badewanne oder auf der Duschfläche sicherer zu gestalten. Diese kleinen Hilfsmittel saugen sich mithilfe von Befestigungsnoppen am jeweiligen Untergrund fest und bestehen aus Materialien mit rutschhemmender Wirkung. Der Vorteil: Sie sind leicht zu reinigen und können jederzeit problemlos entfernt werden.

1.2. Sensormatten im Badezimmerbereich

Neben den Antirutschmatten vereinen Sensormatten Sturzprophylaxe und Hausnotruf in einem einzigen Produkt: So sind sie in der Lage, Stürze in der Dusche, vor der Badewanne oder im Toilettenbereich zu erkennen. Im Notfall wird ein Angehöriger, ein Pflegedienst und die Notrufzentrale benachrichtigt, um innerhalb kurzer Zeit Hilfe zu leisten.

1.3. Halte- und Stützgriffe entlang der Badewanne und in der Dusche

Für alle Stellen im Badezimmer, bei denen es auf einen sicheren Stand oder Halt ankommt, bewähren sich Haltegriffe. So erhöhen sie im Bereich der Badewanne und Dusche, aber auch neben der Toilette und am Waschbecken die Sicherheit für den Einzelnen. Werden Haltegriffe beispielsweise neben der Toilette angebracht, ermöglichen sie ein sichereres Hinsetzen und Aufstehen.

Haltegriffe für das Badezimmer sind in der Regel aus Edelstahl, Aluminium oder Kunststoff zu erwerben und können entweder angebohrt, aufgeklebt oder mit Saugnäpfen befestigt werden. In ihrer Größe und Form unterscheiden sie sich je nach Einsatzort: Ob in der Badewanne, in der Dusche, als Handlauf oder bei der Toilette: Jeder Haltegriff muss stabil genug sein, um sich jederzeit sicher daran abstützen zu können.

TIPP DER REDAKTION:

Haltegriffe im Badezimmer sollten den gewohnten Bewegungsablauf des Bewohners nicht durcheinanderbringen. Sobald ein Element den Betroffenen dazu zwingt, sich anders als normal zu bewegen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines Sturzes.

1.4. Kippspiegel für Rollstuhlfahrer und körperlich eingeschränkte Personen

Fällt es schwer, längere Zeit im Badezimmer zu stehen, werden häufig Stühle eingesetzt, um die betroffene Person zu entlasten. Um sich trotzdem problemlos im Spiegel betrachten zu können, bieten sich Spiegel mit Kippvorrichtungen an, die meist über dem Waschbecken angebracht werden. Der Spiegel sollte nicht nur nach vorne und hinten kippen können, sondern auch in der Höhe verstellbar sein – beispielsweise mithilfe einer Schnur.

1.5. Duschhocker und Duschstühle als flexible Lösung für das Badezimmer

Unabhängig von Alter und Mobilität ist es empfehlenswert, das eigene Badezimmer mit einem Duschhocker oder einem Duschstuhl auszustatten. Ein solches Element ermöglicht es all denjenigen Personen, die nicht mehr allzu lange stehen können, ein sicheres Sitzen beim Duschen oder bei der Körperhygiene am Waschbacken. Doch auch bei Herz-Kreislauf-Problemen, Schwindel und Unwohlsein bietet der Duschstuhl Hilfe, wenn es beispielsweise schwerfällt, mit geschlossenen Augen in der Duschkabine zu stehen.

Der Duschstuhl ist rutschfest und hat eine wasserabweisende Oberfläche. Er ist dezent, benötigt nur wenig Platz und lässt sich häufig sogar zusammenklappen. Auf diese Weise lässt er sich ohne größeren Aufwand in jedes Badezimmer integrieren.

2. Mit Badehilfen sicher und bequem in der Badewanne duschen

Eigentlich soll ein heißes Bad entspannen, das Immunsystem stärken und schlaffördernd wirken. Doch wenn die Angst vor einem Sturz immer größer wird, empfinden viele ältere Menschen ein mulmiges Gefühl, sobald sie an diese alltägliche Prozedur denken. Vor allem beim Ein- und Ausstieg lauern viele Gefahren, weshalb insbesondere ältere Menschen das eigentlich so wohltuende Badeerlebnis meiden. An dieser Stelle können Badewannensitze eine praktische Lösung darstellen, weil sie mehr Sicherheit und Komfort beim Baden und Duschen bieten. 

2.1. Badewannenbrett zum eigenständigen Duschen in der Badewanne

Wenn das Baden oder Duschen in der Badewanne zunehmend schwerer fällt, kann beispielsweise ein Badewannenbrett zum Einsatz kommen. Dieses ermöglicht es, in der Wanne zu duschen, ohne sich auf den Wannenboden niederlassen zu müssen. Hierzu wird das Badewannenbrett auf den Badewannenrand aufgelegt. Anschließend setzt sich der Nutzer von außen auf das Brett und hebt die Beine in die Wanne. Diese Bewegung erfordert eine ausreichende Rumpfkontrolle. Nun kann im Sitzen geduscht werden. Ein Haltegriff bietet Unterstützung, um den Ein- und Ausstieg zu sichern.

Es gibt Badewannenbretter für Standardbadewannen und Bretter für Übergrößen. In der Regel muss das Brett an die Breite der Badewanne angepasst werden. Schließlich sollte das Brett nach dem Auflegen nicht verrutschen, um stets genügend Sicherheit zu gewähren.

2.2. Drehbarer Badewannensitz für einen sicheren Ein- und Ausstieg

Ein drehbarer Badewannensitz eignet sich für Personen mit leichten Einschränkungen in ihrer Beweglichkeit. Weil der Drehsitz zur Seite des Wannenrandes gedreht werden kann, erleichtert er das Aufsitzen. Somit ermöglichen sie das sichere Duschen in der Badewanne, ohne dass sich der Nutzer auf den Boden der Wanne niederlassen muss.

Ein solcher Badewannendrehsitz wird mit dem Untergestell auf den Wannenrand gesetzt. Die Sitzfläche verfügt über eine Rückenlehne, die für eine bequeme und stabile Sitzposition sorgt. Die Anbringung von Haltegriffen rund um die Badewanne können die Bewegung sowie den Ein- und Ausstieg zusätzlich erleichtern.

2.3. Badewannenlift für ein entspannendes Vollbad

Ein Badewannenlift ist vergleichbar mit dem zuvor vorgestellten Badewannensitz. Der Unterschied besteht in der elektrischen Bedienbarkeit: Auf Knopfdruck kann der Badende bequem in die Badewanne hinein- und herausgeleitet werden. Weil der Sitz des Badewannenlifts auf dem Wannenmoden montiert wird, ermöglicht er sogar ein entspannendes Vollbad - dies ist ein Vorteil gegenüber all jenen Badesitzen, die auf der Höhe des Badewannenrandes angebracht werden.

2.4. Badekissen als kostengünstige Alternative zum Badewannenlift

Das Badekissen zählt zur Produktgruppe der Badewannenlifter. Mithilfe von Haftsaugern wird es am Badewannenboden befestigt und kann per Knopfdruck bedient werden. Wünscht man ein Absenken in die Wanne hinein, entweicht Luft aus dem Kissen. Dadurch ist es möglich, ein Vollbad zu nehmen. Im Anschluss kann sich das Kissen wieder aufblasen, um beim Ausstieg behilflich zu sein.

3. Wannentür als Einstiegshilfe

Eine Badewannentür hat den Vorteil, dass sie innerhalb kurzer Zeit in den Rand einer bestehenden Badewanne integriert werden kann. Im Vergleich zu größeren Umbaumaßnahmen lässt sich der Einbau einer Badewannentür verhältnismäßig preiswert realisieren und bietet somit eine interessante Möglichkeit für all diejenigen, die eine Alternative zu Badewannenbrett, Badewannensitz und Co. suchen.

Bei dieser Umbaumaßnahme wird eine Anpassung an der bestehenden Wanne vorgenommen: Hierzu wird eine U-förmige Ausbuchtung in den Badewannenrand gefräst, wodurch die Einstiegshöhe auf die Höhe eines Duschbeckens abgesenkt werden kann. Mit dem Einsetzen einer wasserdichten Tür aus Glas oder Sanitäracryl ist es weiterhin möglich, ein entspannendes Vollbad zu nehmen, ohne sich vor den Barrieren beim Ein- und Ausstieg fürchten zu müssen.

TIPP DER REDAKTION:

Wenn all diese vorgestellten Badehilfen nicht die nötige Unterstützung leisten können, kommt womöglich ein Umbau von Wanne zur Dusche in Frage. Dieses Projekt lässt sich erfahrungsgemäß innerhalb eines Tages realisieren: Hierzu wird zunächst die Badewanne entfernt. Schließlich bedeckt die Duschfläche genau die Fläche, die zuvor die Badewanne eingenommen hat. Von der großen begehbaren Dusche können schließlich auch das Pflegepersonal oder andere Personen, wie beispielsweise pflegende Angehörige, profitieren – denn die Unterstützung fällt nun deutlich leichter.

4. Badehilfen von A bis Z: Kosten im Überblick

Wer sein Badezimmer sicherer gestalten möchte, muss nicht zwangsläufig direkt große Summen investieren: Bereits kleine Veränderungen können sowohl die Sicherheit als auch den Wohlfühlfaktor deutlich steigern. Umbaumaßnahmen sind dabei nicht unbedingt erforderlich.

Die Kosten für Antirutschmatten und Wannensticker liegen sogar unter 10 Euro. Je nach Material, Form und Größe sind auch Haltegriffe nicht wesentlich teurer. Ebenso ist ein einfacher Duschhocker bereits ab etwa 20 Euro erhältlich. Etwas teurer wird es, wenn die Badewanne zukünftig als barrierearme Möglichkeit des Duschens und Baden genutzt werden soll: Je nach Komfort des Wannensitzes können Kosten von mehreren hundert Euro entstehen. Trotzdem stellt ein Badewannensitz im Vergleich zu größeren Umbaumaßnahmen eine vergleichsweise günstige Lösung dar und bietet sich für all diejenigen Personen an, die zwar etwas Unterstützung im Badezimmer benötigen, zugleich aber noch ein gewisses Maß an Beweglichkeit und Mobilität mitbringen. Bei größerer körperlicher Einschränkung reicht ein Badewannensitz womöglich nicht mehr aus. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollten größere Umbaumaßnahmen realisiert werden, beispielsweise der Umbau von Wanne zur Dusche.

5. Erhalte ich für Badehilfen einen Zuschuss von der Krankenkasse oder Pflegekasse?

Bade- und Duschhilfen sind im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes gelistet und somit verordnungsfähig. Unter der Voraussetzung, dass eine medizinische Notwendigkeit für bestimmte Bade- und/oder Duschhilfen besteht, ist es ratsam, mit einem Arzt über die benötigten Hilfsmittel zu sprechen. Dieser stellt ein Rezept für jeweilige Produkte aus. Letztlich ist es aber Entscheidung der Krankenkasse, ob sie die Kosten übernimmt. Außerdem gibt die Krankenkasse vor, wo das benötigte Hilfsmittel erworben werden kann.

Soll eine Wannentür eingebaut oder der Umbau von Wanne zur Dusche realisiert werden, können unter Umständen Zuschüsse von der Pflegekasse beantragt werden: Dies würde im Rahmen der Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes geschehen – „Die Pflegekasse kann für Pflegebedürftige der Pflegegrade 1 bis 5 auf Antrag bis zu 4.000 Euro als Zuschuss für Anpassungsmaßnahmen zahlen, die die häusliche Pflege in der Wohnung ermöglichen, erleichtern oder eine möglichst selbstständige Lebensführung der pflegebedürftigen Person wiederherstellen sollen."

 

 


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