Portugal - Algarve III


Ria de Alvor

Den beeindruckendsten Tagesausflug, es war der erste Reisetag, ging in das Naturschutzgebiet des Ria de Alvor.



Das Ria de Alvor ist eines der wichtigsten Feuchtgebiete im Südens von Portugal. Es ist ein natürliches Schongebiet westlich von Portimão, das als Schutz – und Durchgangsstation zum Ausruhen und zur Nahrungsaufnahme von vielen Wandervögeln, wie Reiher, Seeschwalben, Falken und Störchen genutzt wird. In der Lagune, in der Nähe des Fischerortes Alvor, machen Zugvögel während des Vogelzuges Station, um sich die notwendigen Kraftreserven anzufuttern. Hier gibt es Wattflächen, Salzmarschen, die Flachwasserlagunen.Ein Knotenpunkt des Vogelzugs und gedeckter Tisch für eine Vielzahl von Wasser-, Schreit- und Wattvögeln, darunter auch häufig Flamingos.

Wir waren Gast bei der „A Rochas“, eine Naturschutzorganisation, die zum European Christian Environmental Network (ECEN) gehört und weltweit tätig ist.
Hier im Ria de Alvor unterhält sie eine Vogelschutzstation, in der die Zugvögel beringt werden und ein kleines Naturkundemuseum.
Wir wurden von zwei Mitarbeiterinnen erwartet, mit Ferngläsern ausgerüstet und auf einen geführten Rundgang durch das Lagunengebiet mitgenommen.



Hier hatten sich Kormorane (Vogel des Jahres 2010) gesammelt (vermutlich hatte ich mich vor zwei Wochen von ihnen in Cuxhaven verabschiedet), ebenfalls Alpenstrandläufer, die vor Wochen zu Hunderten auch im Naturpark Wattenmeer an der Nordseeküste beobachtet werden konnten und Austernfischer. Schön waren die weißen Flamingos (wir erfuhren, dass ihre Farbe mit der Nahrungsaufnahme zusammenhängt). Viele Vögel waren mir unbekannt. Leider konnte ich keine brauchbaren Fotos machen, da ich das nötige Objektiv nicht dabei hatte.



Ein weißer Fischreiher

Vieles andere gab es zu sehen:



Eine Gottesanbeterin



Ein mir unbekannter Pilz



Der Strawberrytree (Erdbeerbaum), dessen Früchte mehlig süß sind und nur zu „Feuerwasser“ verarbeitet werden.



Einen blühenden Loquatbaum



A Rochas – Vogelschutzstation



Die Störche sind zurück.

Mittags wurden wir mit köstlichen Gerichten der lokalen Küche bewirtet, wie Kürbissuppe mit Kichererbsen, ein mit Feigen und Pflaumen gefüllter Braten und gebackene Kartoffeln, Mandeltarte und Karamell Pudding. Das interessanteste Erlebnis an diesem Tag aber war das Beringen der Vögel. Nach einem ausführlichen Vortrag über Durchführung und Zweck dieser Aufgabe, durften wir bei zwei Vögeln zuschauen.

Link:
Vogelberingung

Alle erforderlichen Daten werden per Hand eingetragen (später im Computer übertragen), von dort aus nach Lissabon und dann weiter nach Helgoland gesendet.



Der Arbeitsplatz



Ein Rotkehlchen wird beringt und bekommt seine
Identitätsnummer, die sich zusammensetzt aus verschieden Ziffern, die ein Code für Alter, Gewicht, Flügelspanne, Muskulatur und Beringungsort sind.



Mit Ring versehen.



Die Flügel werden vermessen.



Durch das Pusten in die unteren Bauchfedern, kann man die Muskulatur sehen und bestimmen.



Jetzt wird gewogen.



Die eingetragenen Daten sind festgehalten und der Vogel kann in die Freiheit fliegen.



Eine Singdrossel wird beringt. Oberstes Gesetz ist immer,
die Vögel nicht zu verletzen oder sie unnötigem Stress auszusetzen.

Alleine für diesen Tag, hat sich die kurze Reise schon gelohnt.

Zurück in Vilamoura hatten wir noch Zeit für einen Spaziergang am Strand und staunten, wie schnell es dunkel wurde. Die Zeit wurde in Portugal nochmals um eine Stunde zurückgestellt.



Hafeneinfahrt





Yacht- und Segelhafen Vilamoura



Sonnenuntergang


Stuttgart, November 2009/IBü

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Kommentare (15)

niederrhein Danke ...

... wiederum ein Vergnügen, auf diesem Wege etwas an der Reise teilhaben zu dürfen.

B.

jacare4 Eine schöne Reise hast du gemacht in den tiefen Süden von Portugal. Die Ria de Alvor ist ein wunderschönes Gebiet, das zu Naturbeobachtungen einlädt. Durch den Bericht und die Fotos habe ich Lust bekommen, dort auch einmal hinzufahren. Was mich aber nicht freut, ist, dass immer noch Vögel eingefangen werden, um sie zu vermessen, zu begutachten und zu beringen. Es mag ja für die Wissenschaftler wichtig sein. Aber nach meiner Meinung sind bereits so viele Vögel untersucht worden, welcher Art sie sind, wo sie leben, wohin sie fliegen, wenn bei uns Winter ist, usw. dass eigentlich alles erforscht sein müsste. Ich halte das für eine Art Tierquälerei, nicht ganz so schlimm wie die Tierversuche für medizinische Zwecke, oder das Einfangen von Singvögeln, um sie zu essen. Aber man stelle sich vor, welche Todesangst diese Tiere haben, auch wenn sie anschließend wieder frei gelassen werden. Ich weiß, dass ich nichts ändern kann. Aber ich wollte es doch mal loswerden.

Jacaré
pusteblume ...dass wir Dich auf Deiner Reise, durch Deinen einmalig schönen Bericht, begleiten durften!

LG
Britt würde ich auch gern mal in der Hand haben mit dem Wissen, dass es gleich wieder frei sein darf. Man würde das kleine Herzchen spüren, das vor Angst pocht...
Außerdem gefallen mir die Aufnahmen vom Feuchtgebiet Ria de Alvor sehr gut und ich bin froh, dass ich wenigstens virtuell dabei sein konnte. Danke für deine Trilogie - Britt
heftzwecke Liebe Inge, nun bin ich durch Deinen Reisebericht gereist und voll mit schönen Eindrücken und Fernweh. Danke Dir für Deine Berichte.
Liebe Grüße
Anne
hisun schön all die vor Ort geschossenen Bilder: die Küste, vor allem die steile Felsenküste am Cabo Sao Vicente ist einmalig mit den vielen Stufen, das aussergewöhnliche Haus am Sklavenmarkt gefällt mir, das Naturschutzgebiet (lässt mich an Paradies perdu in Frankreichs Süden denken), vor allem ist die Vogelschutzstation interessant. Die Hafeneinfahrt, der Yacht- und Segelhafen und der wunderschöne Sonnenuntergang – einfach herrliche Bilder !
Danke, liebe Inge, für diesen aussergewöhnlich schönen Reisebericht, ich habe ihn mit Freuden verfolgt. Ich bin begeistert ...! Und ja, er weckt Fernweh und Reiselust ... !

Liebe Grüsse
Sonja
nina liebe Inge, was führst Du doch für ein interessantes Leben.
Schön, wie Du uns teil haben lässt mit diesem lebendigen und auch lehrreichen Bericht
und die vielen Fotos. Ich kann mich gar nicht satt sehen.
Danke dafür!
Liebe Grüße
nina







ashara für die schöne Reise die ich mit Dir mache durfte,
die Gottesanbeterin übertrifft die Ueberraschung,
einfach super, da kommt doch Reiselust auf,
man lebt mit Deiner Beschreibung und den schönen Fotos!!
Toll gemacht..............

Liebe Grüsse
Silvy
immergruen die ich meinem Kommentar vorausschicken wollte. Harfe hat sie geschrieben, und auch ich bin erstaunt, dass man in eine Woche so viel Programm packen kann. Alle deine Erlebnisse und Eindrücke sind bemerkenswert und interessant, vor allem die Vogelberingung.
DANKE für die Reise in unbekannte Gefilde!
immergruen
harfe von dieser er kurzen Reise an die Algarve mit nach Hause gebracht, liebe Inge. Selten habe ich so einen spannenden und lehrreichen Reisebericht gelesen. Bin ganz benommen von der Schönheit all der großartigen Aufnahmen, die du geschossen hast. Auch mich hat die Beringung der putzigen Vögel tief beeindruckt und man kann nur dankbar sein denen, die sich dies zur Aufgabe gemacht haben und somit der natürlichen "Bevölkerung" unseres Planeten einen großen Dienst leisten.
Oft liegt ja das Besondere im Kleinen und Unscheinbaren. So hat mich der seltene Pils angelacht mit seinen verschmitzten Äugelein in einem sonnigen Antlitz, hi.
Danke, dass du uns mitgenommen hast.
Liebste Grüße, dein Freund Horst
auch mich hast Du mit Deinen interessanten Ausführungen und traumhaften Bildbegleitungen über drei herrliche Ecken Portugals begeistert.

Danke!

L.G.
Sigrun
chris
Liebe Pelagia,

danke für deinen ausführlichen Bericht. Er hat mich an meinen Urlaub vor
langen Jahren dort erinnert. Schön Lagos wieder zu sehen.

Danke auch für die schönen Bilder.


Chris
therese deine Triologie der Algarve.
Wunderschöne Bilder, beste Reiseführung...am liebsten wäre ich dabei gewesen.

Die Algarve ist schon lange ein Traum von mir...und das zusammen mit dir - was könnte mir schöneres "passieren".

Ganz e liebs Grüessli, Therese
ramires ...ein Stück Portugal bereist, liebe pelagia.

Ich würde es wahrscheinlich auch wie Du sehen, dass allein der Besuch in der Vogelschutzstation bereits die Reise lohnend gemacht hat.
Du hast es bildlich so aussagekräftig festgehalten, fein!
Der Sonnenuntergang, die Gottesanbeterin und natürlich Meister Adebar auf dem Nest haben mir zuletzt besonders zugesagt.
So stürmisch und wellengewaltig schaut`s jedoch auf dem Gruppenbild gar nicht aus, finde ich.
Das war dann wohl ein ruhiger Tag?!

Nun bist Du mit bleibenden Eindrücken zurück und widmest Dich dem "aktuellen" Aufgabenkreis, hast Kraft dafür getankt!
LG *Ramires*



Medea ein wunderbarer Sonnenuntergang - so verabschiedet
sich ein schöner Tag.

Die kleine Vogelschutz- und Beringungsstation weckt
mein Interesse - es ist zu wünschen, daß dieses große
Rückzugsgebiet allen Wandervögeln erhalten bleibt - ich
kann mir sehr gut vorstellen, wie vorsichtig dieser Vogelexperte
mit den kleinen flatternden Lebewesen umgehen muß, um sie
nicht zu verletzen. Er scheint der richtige Mann am richtigen
Platz zu sein.

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