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Aktuelle Themen Themenrunde "Sterbehilfe"

eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Themenrunde
geschrieben von eleonore
als Antwort auf susannchen vom 14.06.2007, 11:32:18
es geht hier um sterbehilfe, und nicht um irgend hirnriss.
ein ernstes thema, die kein stichelei und animositäten verträgt.

vielleicht kannst du susanne, deine meinung dazu kundtun, du bist doch beim medizinische themen so bewandert.
es wäre doch mal interessant, die eingelaufene pfade zu verlassen.
--
eleonore
chris
chris
Mitglied

Re: Themenrunde -Sterbehilfe
geschrieben von chris
als Antwort auf eleonore vom 14.06.2007, 11:36:11



Wir hatten gestern Abend eine Themenrunde über das Thema und wollten heute eigentlich einen
Nachbericht schreiben.

Dies ist aber kaum möglich, wenn hier am Thema vorbei Einträge gemacht werden.

Das Thema ist viel zu ernst für uns alle und es kann keiner sagen, das betrifft mich nicht.

Ich würde mich freuen, wenn nun eine Zusammenfassung und Übersicht uber das besprochene
möglich ist, ohne dass der Thread wieder entgleist.

Ich bitte auch Niederrhein, die entsprechenden Punkte, die sehr fundiert vorgetragen waren,
hier im Thread zu veröffentlichen.


chris
nasti
nasti
Mitglied

Re: Themenrunde
geschrieben von nasti
als Antwort auf eleonore vom 14.06.2007, 11:21:10

Jetzt muss ich richtig antworten, obwohl ich keine Zeit dazu habe. Ich nehme mir die Zeit.

Also Eleonore. Kann ich verstehen dass du soooo entsetzt bist mit wahrer Geschichte, welcher ich nieder geschrieben hatte über die Sterbehilfe. Es hat sich so abgespielt, und haar genau.
Habe ich vorgestern auch meine Ring Geschichte geschrieben und heute stellte ich fest, meine Lebens Wege waren und auch sind ganz anders wie gewöhnlich bei Frauen, ich ging durch das Leben wie ein Man, aber auch nicht als einfacher Man, aber wie ein Revolver Held.
Wahrscheinlich hat mich dazu mein Bruder gebracht, er war 3 Jahre älter als ich, und während ich als Kind schon die klassische Literatur ließ, er hat die vorliebe die Revolver Literatur lesen, was ich nie angerührt hatte.
Es gibt auch mehreren Komponenten dabei, die Männer in unsere Familie haben mich total beeinflusst, / die kamen aus der 2. Weltkrieg auch als Revolver Helden zurück/ während die Frauen weckten in mir nur Widerstand mit Ihrer Schwäche und gejammer.
Und wie ein „richtiger“ Man *g* muss ich Dir Recht geben, das hat mit euere „Sterbehilfe“ Thema nicht viel zu tun, und bin ich seit 5. Juni ohne Nikotin, also bissel Streitsüchtige, ich gebe das zu diesmal, während Ihr seid auch manchmal
streitsüchtige ohne Nikotin Entwöhnung.
Ich versuche in Zukunft entweder solche wahre Geschichte aus meiner Vergangenheit NICHT veröffentlichen, und wenn, dann nicht so schnell aus dem Bauch nur, aber mit literarischen hauch.
Von Bomben Explosionen in Kaninchenhaus bei uns bis Feuer, wo ich als Kind 3 kleine Kinder gerettet hatte bis Raubmorde und Morde, alles habe ich live erlebt und spielte ich immer eine Rettungs- Engel Rollen dabei. Ich selber müsste 7 Schützengel haben das ich dabei nicht umgekommen bin.
So war es, und ich dramatisiere nicht, auch keine Schow,
muss ich gehen , die lokal Presse wartet auf mich wieder, wo ich das schow abziehe, die mögen es. :O))))




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eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Themenrunde
geschrieben von eleonore
als Antwort auf nasti vom 14.06.2007, 13:20:15
@nasti

entweder willst du es nicht begreifen, oder kannst du es nicht.
es ist mir herzlich egal, ob du rauchst oder nicht.
aber bitte, bitte, schreib nicht überall dein zeug rein.
du hast ein blog tagebuch, und gut.
was du alles erlebt hast oder nicht, egal.
die haben in manche themen bereiche nichts verloren.
die nasti-show kann in blog stattfinden.
--
eleonore
dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: Themenrunde -Sterbehilfe
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf chris vom 14.06.2007, 11:49:20
@chris ...bitte bitte schreibt den nachbericht über die themenrunde am mittwoch. leider konnte ich gestern nicht teilnehmen, aber ich bin grundsätzlich mit der gesetzgebung in holland einverstanden. deshalb interessiert mich wirklich, zu welchem schluss ihr gestern gekommen seid.
pucki
pucki
Mitglied

Re: Themenrunde -Sterbehilfe
geschrieben von pucki
als Antwort auf dutchweepee vom 14.06.2007, 15:09:04
Nach der gestrigen Diskussionsrunde sah ich mir
in der ARD noch den Beitrag: "Sterben zu Hause" an.
Das hat mich bestärkt, (falls ich meinen Mann überlebe)
alles mögliche zu versuchen, ebenfalls zu Hause zu
sterben. Mit der Palliativmedizin müßte es doch möglich
sein. Natürlich werde ich nun möglichst bald eine
Patientenverfügung ausfüllen, damit die Ärzte geschützt
sind.
Von der aktiven Sterbehilfe rücke ich ab, bisher dachte
ich auch, das wäre wohl die beste Methode. Aber was ich
in den letzten Tagen darüber las, hat mich davon über-
zeugt, daß dieser Weg nicht der richtige für mich ist.
Bestätigung fand ich in einem Gespräch, das ich gestern
mit einer guten Bekannten führte, die todkranke
austherapierte Menschen bis zu ihrer letzten Lebensminute begleitet. Sie sagte mir, wie wichtig es für
die Sterbenden wäre, einen Menschen an ihrer Seite zu
wissen, der genau ihre Wünsche berücksichtigte. Sie
sprach davon, wie friedlich diese Menschen einschliefen.
Wünschen wir uns das nicht alle, -- nicht allein gelassen zu werden, wenn es einmal so weit ist????

--
pucki

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musikerin
musikerin
Mitglied

Re: Themenrunde -Sterbehilfe
geschrieben von musikerin
als Antwort auf pucki vom 14.06.2007, 15:39:12
"Von der aktiven Sterbehilfe rücke ich ab......

Wünschen wir uns das nicht alle, -- nicht allein gelassen zu werden, wenn es einmal so weit ist????"


pucki, ich freue mich riesig darüber, bin ich doch auch ein Verfechter der Palliativmedizin. So, wie wir uns um den Menschen kümmern, wenn er geboren wird, so sollten wir uns ebenso um ihn kümmern, wenn er wieder geht.

Der Tod ist nichts schlimmes, ebenso wie die Geburt nichts schlimmes ist. Beides gehört zu unserem Leben.

Dazu eine Geschichte, die ich während der Ausbildungsseminare im Hospiz als ehrenamtliche Sterbebegleiterin zum 1. Mal hörte und die mich so viel verstehen ließ:


Gedanken zur Geburt

Es geschah, dass Zwillinge empfangen wurden. Die Wochen vergingen, und sie wuchsen heran. In dem Maß, in dem ihr Bewusstsein wuchs, stieg die Freude: „Sag, ist es nicht großartig, dass wir empfangen wurden? Ist es nicht wunderbar, dass wir leben!“ Die Zwillinge begannen, ihre Welt zu entdecken. Als sie die Schnur fanden, die sie mit ihrer Mutter verband und die ihnen die Nahrung gab, da hüpften sie vor Freude: „Wie groß ist die Liebe unserer Mutter, dass sie ihr eigenes Leben mit uns teilt!“

Als die Wochen so vergingen und schließlich zu Monaten wurden, merkten sie plötzlich, wie viel größer und älter sie geworden waren. „Was bedeutet diese Veränderung?“ fragte der eine. „Das heißt“, antwortete der andere, „dass unser Aufenthalt in dieser Welt bald seinem Ende zugeht. „Aber ich will gar nicht gehen“, erwiderte der eine, „ich möchte für immer hier bleiben.“ „Wir haben keine andere Wahl“, entgegnete der andere, „aber vielleicht gibt es ja ein Leben nach der Geburt?!“

„Wie könnte dies sein?“ fragte zweifelnd der erste, „wir werden unsere Lebensschnur verlieren, und wie sollten wir ohne sie leben können? Und außerdem haben andere vor uns diesen Schoß hier verlassen, und niemand von ihnen ist zurückgekommen und hat uns je bestätigt, dass es ein Leben nach der Geburt gibt. Nein, die Geburt ist das Ende!“

So fiel der eine von ihnen in eine tiefe Depression und sagte: „Wenn die Empfängnis mit der Geburt endet, welchen Sinn hat dann das Leben im Schoß überhaupt? Es ist ja alles sinnlos. Womöglich gibt es gar keine Mutter hinter dem Ganzen.“

„Aber sie muss doch existieren“, protestierte der andere, „wie sollten wir sonst hierher gekommen sein? Und wie könnten wir am Leben bleiben?“ „Hast du je unsere Mutter gesehen?“ fragte der Zweifler. „Womöglich lebt sie nur in unserer Vorstellung. Wir haben sie uns erdacht, weil wir dadurch unser Leben besser verstehen können.“

Und so waren die letzten Tage im Schoß der Mutter gefüllt mit vielen Fragen und großer Angst. Und nun kam der Moment der Geburt:
Als die Zwillinge ihre Welt verlassen hatten, öffneten sie ihre Augen…..

Was sie sahen, übertraf ihre kühnsten Träume. Sie schrieen vor Freude!


Herzliche Grüße
--
musikerin
luchs35
luchs35
Mitglied

Re: Themenrunde -Sterbehilfe
geschrieben von luchs35
als Antwort auf pucki vom 14.06.2007, 15:39:12
hallo Pucki, die Vielfalt der einzelnen Meinungen hat mich gestern bei der Themendiskussion beeindruckt.
Deshalb möchte ich noch einmal auf die unterschiedlichen Formen der"Sterbehilfe" eingehen.
Unter "aktiver Sterbehilfe" versteht man die gezielte Tötung zur Verkürzung der Leiden anderer Menschen. Der Arzt oder Drittpersonen verabreichen dem Patienten die Spritze, die direkt zu Tod führt.
Darüber gibt es keine Debatte. Dafür wird sich kein Gesetz finden lassen.

Die Diskussion geht um die indirekte oder passive Sterbehilfe ( Abbruch von lebenserhaltenden Massnahmen, Einsatz von lindernden Mitteln, bei denen auch eine Lebensverkürzung in Kauf genommen wird).

Was stark in der Diskussion steht, und dies war gestern eigentlich das grundsätzliche Thema, ist die Beihilfe zum Suizid, die gerade jetzt in der Schweiz nach dem Modell Holland legalisiert wurde. Dabei geht es darum, dem sterbewilligen Patienten die tödliche Substanz zu vermitteln, die er ohne Fremdeinwirkung selbst einnimmt und dabei unter fachlicher Kontrolle steht. Diese Art von Sterbehilfe wird vom Gesetzgeber kontrolliert, um Missbrauch zu verhindern. Der Patient muss dazu seine volle geistige Zurechnungsfähigkeit haben und diesen Tod selbst bestimmen, und er muss auch körperlich in der Lage sein, die tödlichen Mittel selbst einzunehmen. Dabei wird keine Fremdhilfe geduldet.
Hilfe bei der Beschaffung leisten dabei die Organisationen "Exit" und "Dignitas". Diese Art des Suizids ist sehr mild, man schläft einfach ein ohne Qualen zu empfinden.

Niemand, ausser dem Patienten selbst, der auch die Aussichtslosigkeit seiner Genesung,die Schwere der Erkrankung, starkes Schmerzempfinden, das nicht durch Medikamente gemildert werden kann, nachweisen muss, kann hier entscheiden. Alles wird kontrolliert und überwacht.

Soweit die Fakten.
Es geht auch nicht darum, dass nicht jeder einzelne über sein Leben oder Tod entscheiden kann, sondern um eine Gesetzesgrundlage für jene, die den Tod aus freien Stücken wählen. Ihnen sollte die Chance geboten werden, diese Formen ihres Todes wählen zu können.
Es gibt sehr viele Schwerstkranke, die keine fürsorgenden Angehörigen haben, die sie auf ihrem letzten Stück Leben begleiten. Ihnen bleibt dann nur- wenn möglich- irgendeine (unsichere und oft sehr qualvolle) Art des Suizids.
Und hier sollte eine Legalisierung geschaffen werden.
Die Patientverfügung, die ja auch auf wackligen,gesetzlichen Beinen steht, umfasst lediglich die Möglichkeit der beiden erstgenannten Arten ,um zu sterben.

Die Palliativmedizin wird niemals soviel Platz im Gesundheitswesen bekommen, um alle schwerstkranken Patienten versorgen zu können.

Der Rest bleibt aussen vor, und es ist eine Illusion zu glauben, dass bei jedem die Schmerzmedikamente anschlagen, auch Morphium nicht.

Es gibt -wie sich in der Diskussion zeigte- noch viele Argumente pro und kontra, die sich sicher hier im Forum auch noch herauskristallisieren werden.


Lieber Gruss
luchsi35
pilli †
pilli †
Mitglied

Re: Themenrunde -Sterbehilfe
geschrieben von pilli †
als Antwort auf luchs35 vom 14.06.2007, 16:49:51
den link zu DIGNITAS möchte ich anbieten, damit die unterschiede zu aktiver oder passiver sterbehilfe deutlich sind.

luchs35
luchs35
Mitglied

Re: Themenrunde -Sterbehilfe
geschrieben von luchs35
als Antwort auf pilli † vom 14.06.2007, 19:39:23
danke, Pilli, das ist eine sehr gute Ergänzung, um noch weitere Klarheit zu schaffen.
--
luchsi35

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