Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Appell zum Stopp von Stuttgart 21

Innenpolitik Appell zum Stopp von Stuttgart 21

olga64
olga64
Mitglied

RE: Appell zum Stopp von Stuttgart 21
geschrieben von olga64
als Antwort auf Holger vom 30.11.2017, 16:37:18

Tja Holger, wieder mal beweisen Sie hier öffentlich Ihre Ahnungslosigkeit.
Wie kann es sein, bei solcher Aufgabenfülle, dass seit Jahren die Einnahmen in den Steuerkassen förmlich sprudeln (und die Inflationsrate nach wie vor sehr, sehr niedrig ist, aktuell 1.8%. In DM-Zeiten hatten wir oft Phasen mit 5% und mehr, aber das war ein wenig vor Ihrer DM-Zeit).
Elphi in Hamburg amortisiert sich bereits; lange Wartezeiten für teure Karten.
Der BER ist ein übliches Berliner Problem. Dort gehen die Uhren halt anders als z.B. in Bayern.
Stuttgart 21 wurde durch einen Volksentscheid in Angriff genommen; die dortige grüne Landesregierung musste sich diesem Votum beugen, obwohl sie es anders wollte. Ansonsten werden hier sicher die Weichen bei der nächsten Aufsichtsratssitzung gestellt (im Aufsichtsrat auch der Deutschen Bahn sitzen übrigens paritätisch auch Arbeitnehmervertreter). Olga

Holger
Holger
Mitglied

RE: Appell zum Stopp von Stuttgart 21
geschrieben von Holger
als Antwort auf olga64 vom 01.12.2017, 16:57:07

Ach Olga,
Ihre Ahnungslosigkeit ist auch nicht ohne.
Eine Inflation kommt nicht langsam, sondern mit einem Knall, wenn die Banken zudsammenkrachen.
Die EZB kauft unzählige MRD Schulden und faule Papiere auf, die Bundesbank sitzt auf ca. 900MRD Schulden aus Target 2, Griechenland sitzt auf keiner weiß genau wieviel MRD Schulden, Spanien, Italien, Frankreich haben Schulden in ungeahnter MRD Höhe , die deutschen Länder und Städte sind verschuldet bis sonstwo.
Irgendwann wird Zahltag sein, irgendwann passiert dann was und dann sind auch die Spareinlagen und Wertpapiere der Bürger futsch.
Zur Elphi nur soviel:
Jeder Musentempel ist ein Subventionsverbraucher..Die E solte ca. 200 Mio kosten, gebraucht wurden aber ca. 800Mio.
Lt. Bund der Steuerzahler Hamburg kostet eine Veranstaltung die Stadt ca. 14.000 Euro  Minus, als Subvention pro Jahr plant die Stadt 6 Mio Euro, was aber bei weitem nicht reichen wird.
Ein wahres Wunderrechenexempel wie aus 3xMinus irgendwann ein Plus werden soll.
Zu den Deinen sinnfreien aussagen zu Stuutgart und BER erübrigt sich jeder Kommentar.

Clematis
Clematis
Mitglied

RE: Appell zum Stopp von Stuttgart 21
geschrieben von Clematis
als Antwort auf digi vom 30.11.2017, 18:36:07
Irgendwelche Proteste und Eingaben haben keinen Zweck.
Der Drops ist gelutscht für alle diese grossen Wahnsinnsprojekte.
Das geht 'denen' alles am Bobbes vorbei; man bedient sich.
Der Rechnungshof ist ein zahnloser Tiger.
Und mir wurde schon vor Jahren klar, warum so viele radikal wurden und auch so gewählt haben.

Ich bin mal gespannt, ob und wann das vorgeschossene Geld für die 'Rettung' der AirBerlin wieder hereinkommt.
 
Ich machs mir grad mal einfach und häng mich an Digi an.
Genauso seh ichs auch.

Clematis
 

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werderanerin
werderanerin
Mitglied

RE: Appell zum Stopp von Stuttgart 21
geschrieben von werderanerin

Was sollte denn ein jetziger Stopp bewirken..., die Gelder sind doch eh verschossen, da kommt es doch auf die "paar Millionen" auch nicht mehr an...

Kristine

carlos1
carlos1
Mitglied

RE: Appell zum Stopp von Stuttgart 21
geschrieben von carlos1
als Antwort auf Holger vom 02.12.2017, 11:00:21
"Eine Inflation kommt nicht langsam, sondern mit einem Knall, wenn die Banken zudsammenkrachen.
Die EZB kauft unzählige MRD Schulden und faule Papiere auf, die Bundesbank sitzt auf ca. 900MRD Schulden aus Target 2, Griechenland sitzt auf keiner weiß genau wieviel MRD Schulden, Spanien, Italien, Frankreich haben Schulden in ungeahnter MRD Höhe , die deutschen Länder und Städte sind verschuldet bis sonstwo.

Irgendwann wird Zahltag sein..." Holger


Ein "Knall" allein wird keine Ursache einer Inflation sein. Bei geordneten Finanzen und einer  stabilen Wirtschaft (vgl Magisches Viereck des Stabilitätsgesetzes)  vorausgesetzt wird es eher keinen Knall geben und keine Inflation, solange die Kapazitätsauslastung  nicht zu hoch ist  und es keine  Preisüberwälzungsspielräume gibt. Die sind  momentan eher moderat (von d. Baubranche etc mal abgesheen) und in einer globalisierten Welt weniger als im engen nationalen Rahmen.

Nicht umsonst spricht man von einer schleichenden, trabenden und galoppierenden Inllation (Hyperinflation). 

An anderer Stelle fragst du, woher das Geld für die Großprojekte  (S21, BER etc)  kommen soll. Im Notenbanksystem kommt das Geld nicht irgendwoher. Die Bürger zahlen Steuern. Es fließt aber dabei kein Geld, sondern es werden Konten miteinander verrechnet und Saldierungen vorgenommen. Geld entsteht erst dann wenn es tatsächlich ausgegeben wird (so gen. Fiat-Geld im Notenbanksystem).

Eine Hyper-Inflation wie die von 1923 entstand durch politischen Willen. Die Geldausgabe funktionierte gut. Die Leute holten schließlich Banknoten in Miiliardenhöhe mit Waschkörben bei den Bank ab, kauften damit rasch Lebensmittel. Am nächsten Tag hatten die Miiiarden bereits wieder an Wert verloren. Nachdem der Konflikt mit Frkrch in der Reparationenfrage gelöst war (Ruhrkampf) gab es eine neue Währung (Rentenmark).   Die  Kriegschuldanleihen der Deutschen waren nun  wertlos. Der Staat aber war schuldenfrei. Die Kosten des ersten Weltkrieges für Deutschland trugen die Bürger, die dem Staat ihr Geld (= Ersparnisse) geliehen hatten.

Das gleiche gab es nochmals 1948. Es gab auch eine Inflation, die man aber nicht an der Geldentwertung spürte, sondern am Mangel an Waren (so genannte verdeckte Inflation durch aministrative Preisüberwachung).

Die überhohen Schulden, die du monierst sind tragbar, solange wir eine stabile Wirtshaft haben und leichtes Wachstum. Ein erfolgreiches Land wie Japan liegt bei der Staatsverschuldung mit  240% weit vor Dtld - und niemand befürchtet den ökonomischen Kollaps dieses Landes.

Schuldenaufnahme zum Zweck notwendiger Investitionen (Wohnungskauf, Schulen) können "gesunde" Schulden sein.

Die große Depression der 30er Jahre begann nicht mit einem Banken-Crash, sondern mit dem Black Friday an der N.Y-Börse. Die US-Banken forderten die kurzlaufenden Kredite, die sie an dt. Banken geliehen hatten, zurück. In Dtld war aber das Geld langfristig gebunden. Solche massiven Fehler dürfen nicht passieren. Die Große Depression war jedenfalls nicht durch Inflation gekennzeichnet, sondern durch Deflation, (Preisverfall), was gefährlicher ist als Inflation.

Die amerikanischen Kredite, die die USA-Banken Anfang 1930 zurückforderten dienten dem Schuldendienst der Reparationen: Dtld zahlte an Frkrch und Großbrit. Reparationen. Diese Staaten allerdings bezahlten mit dem von Dtld erhaltenen Geld ihre aufgelaufenen Kriegsschulden bei den USA zurück. Die USA erhielten streng genommen ihr eigenes Geld zurück. Man nennt dies den Kreislauf der Reparationen. Ein Beispiel dafür ,dass Kriegsschuldzahlungen im Grunde Unsinn sind. Sie stifteten mehr Schaden als Nutzen.

Holger, auch das, was du über die so gen.  target2-Schulden sagst, ist sehr ungenau. Es sind keine Schulden, die bei der EZB aufgelaufen sind, die Dtld also mal bezahlen müsste, sondern für die jeweiligen Zeitabschnitte die laufenden Saldierungen zwischen den einzelnen Staaten der Eurozone. Die EZB ist dabei nicht der Gläubiger Dtlds, vielmehr die Clearingstelle, die den jeweils gültigen Saldo im Handel ausweist. Ob wir "unser" Geld von GR je zurück erhalten ist eine andere Frage. Der Saldo unterleigt Schwankungen, kann mal hoch, dann wieder auch nieder sein.  Guck mal  nach in nden Bundesbankberichten.

Das Argument mit den targe2-Schulden stammt von Prof. Sinn, ehemals Chef des IOFInstitus in Mönchen. der auf die Risiken eines zu großen Exportüberschusse hinweisen wollte. Wir sind ein Exportland, was auch Problem mit sich bringen kann. Wenn  du in einem System, das den freien Waren-, Dienstleistungs- und Geldverkehr  ermöglichen soll, Beschränkungen einführen willst, wäre das systemwidrig. Du kannst auch einem Sprinter nicht verbieten, dass er schnell laufen will, we  ner es kann. Allerdings bringen Ergebnise wie die dt. Leistungsbilanz 2015 mit rund 330 USD Dtld in Erklärungsnot. Selbst China liegt hier etwas niedriger. Es spricht für die momentane Wettbewerbsfähigkeit der dt. Wirtschaft.

Noch eine Anmerkung zu S21. Da Projekt  ist sehr sinnvoll. Aber die Planungs- und Vorbereitungszeit für die Genehmigungen dauern viel zu lange. Sollte das Projekt endlich 2024 doch fertig werden,  sind es 30 Jahre. So darf man Großprojekte nicht durchziehen. 2005 hatte Bahn die erste Baugenehmigung für einen Teilabschnitt in der Hand. Dann dauerte es nochmals 5 Jahre bis weitere hinzukamen. Die Bürokratie arbeitet langsam, das treibt die Preise, ist aber nicht Schuld der Bahn. Bei den hohen veranschlagten Kosten wirkt jede Verzögerung preistreibend. Vom Brandschutz will ich gar nicht erst reden.
c.
 
olga64
olga64
Mitglied

RE: Appell zum Stopp von Stuttgart 21
geschrieben von olga64
als Antwort auf carlos1 vom 02.12.2017, 21:59:20

Lieber CArlos,

ich bewundere Sie mal wieder von ganzem Herzen - nicht nur wegen Ihrer gut recherchierten und gut formulierten Berichte, sondern auch Ihrer Engelsgeduld, anderen etwas zu erklären, bzw. es zumindest zu versuchen. Aber ich denke, bei manchen ist dies verlorene Liebesmüh. So habe ich schon vor einiger Zeit versucht, Herrn Holger die Definition von Target zu erklären - nützte nichts, wie ich wieder mal feststelle.
Derzeit bei S 21 gibt es vermutlich auch viele der etwas schlichteren Sorte, die annehmen, wenn man das alles jetzt abreisst, kostet das nichts und alles ist wieder gut. Die Analyse ergab ja bereits, dass ein Rückbau (Abriss) teurer käme als das Objekt weiter voranzutreiben, zumal ja eine Strecke zwischen Ulm und Wendlingen schon recht weit vorangekommen ist, aber allein nichts nützt.
Danke Carlos - Sie gehören zu den Lichtblicken für mich in in diesem Forum und ermöglichen es mir, über andere Schattenseiten hinwegzulesen. Olga


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