Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!

Innenpolitik Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!

miriam
miriam
Mitglied

Re: Nachdenken über die Enttäuschung: "Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!"
geschrieben von miriam
als Antwort auf sittingbull vom 14.12.2012, 11:26:43

was soll uns das sagen ?

"gottgewollte" realitäten sind nicht veränderbar und es schafft nur frust für jeden der es versucht ?

das ist natürlich ahistorischer blödsinn .

sitting bull


Gottgewollte Realitäten?

Utopien sind immer von Menschen geschaffene "fiktive Gesellschaftsordnungen" (Wikipedia).

Nach meinem bescheidenen Wissen, mischt sie da Gott, Kirche oder der Glaube nicht ein.

Wer über genügend Zeit verfügt, dem empfehle ich die Lektüre von Thomas Morus: "Vom besten Zustand des Staates oder von der neuen Insel Utopia"

Miriam
silhouette
silhouette
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von silhouette
als Antwort auf sittingbull vom 14.12.2012, 11:08:31
Das glaubst du wohl nicht im Ernst, dass da noch jemand Lust hat, dir zu antworten. Denn erstens würdest du es nicht einmal verstehen wollen, und zweitens benutzt du ohnehin jede Antwort nur als Stichwort, um dem User erneut vor die Füße zu kotzen.

Ich hoffe, eine dir verständliche Ausdrucksweise gewählt zu haben.
sittingbull
sittingbull
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von sittingbull
als Antwort auf silhouette vom 14.12.2012, 13:01:37
Ich hoffe, eine dir verständliche Ausdrucksweise gewählt zu haben.


ich denke du wählst die worte so , wie sie zu dir passen .

sitting bull

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karl
karl
Administrator

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von karl
als Antwort auf sittingbull vom 14.12.2012, 13:04:38
Sorry, sittingbull, silhouette hat doch vollständig recht. Du diskutierst ja nicht, sondern Du schreibst Ein-Satz-Kommentare zu Zitaten anderer. Reflexion kann auch ich darin nicht erkennen, sondern Du bist einer derjenigen, die hier sinnvolle Diskussionen kaputt machen. Ich fand Miriam Beitrag sehr gut!

Schaut man heute nach Ägypten sieht man wieder, wie enttäuschend Revolutionen verlaufen können. Revolutionen fressen ihre Kinder. Diese Erkenntnis besagt nicht, dass gesellschaftliche Entwicklungen nicht Besserungen bringen können, aber meistens werden utopische Erwartungen eben nicht innerhalb einer Lebensspanne in Erfüllung gehen. Wenn es ganz schlimm läuft kommt man sogar vom Regen in die Traufe.

Karl
adam
adam
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 14.12.2012, 14:09:33
Und Revolutionen enden eigentlich nicht im Schoß einer leistungsfähigen Wirtschaftsstruktur. Sich darüber immer wieder zu beklagen, nur die Negativschlagzeilen als typisch zu bewerten, ist ein starkes Stück.

--

adam
ehemaligesMitglied67
ehemaligesMitglied67
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von ehemaligesMitglied67
als Antwort auf adam vom 14.12.2012, 14:43:06
hola,

schon an Eingangsbeitrag ist abzulesen, daß viele ostdeutsche eigentlich nicht wußten, was ist ein demokratischer Rechtstaat. Sowie der Beitrag endet: Es reduziert sich auf Materialismus und Neid.

Auch in einem Staat, wo Reiche Bugatti fahren (hola Ostdeutsche aufgepaßt) DÜRFEN, kann und soll es sozial gerecht zugehen. Das ist nicht automatisch so, dafür muß man etwas TUN.

Solche alten SED/DKP-Parolen ala Sittingbull helfen natürlich nicht. Wir nehmen solche mit Gewissheit in Kauf, daß sich diese notwendige Erblast durch Zeitablauf erledigt.

carlo

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clara
clara
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von clara
als Antwort auf ehemaligesMitglied67 vom 14.12.2012, 14:56:27


Auch in einem Staat, wo Reiche Bugatti fahren (hola Ostdeutsche aufgepaßt) DÜRFEN, kann und soll es sozial gerecht zugehen. Das ist nicht automatisch so, dafür muß man etwas TUN.

carlo
geschrieben von pecado

Volle Zustimmung, pecado! Es ist in einer wirklichen Demokratie natürlich anstrengend, etwas gegen Missstände zu tun. Die Werkzeuge dafür sind freie Wahlen, eine freie, auch in ihren Tendenzen unabhängige Presse und eine unabhängige Justiz. Und nicht zuletzt auch Zivilcourage. So lange also Missstände nicht vertuscht werden und Möglichkeiten bestehen, etwas zu ändern, ist alles im grünen Bereich. Diese Möglichkeiten ohne Gefahr bestanden und bestehen eben nicht in Diktaturen.

Clara
silhouette
silhouette
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von silhouette
als Antwort auf ehemaligesMitglied67 vom 14.12.2012, 14:56:27
Demokratien, die vielleicht "sozialer" sind als die in Mitteleuropa, gibt es vielleicht noch in Skandinavien. Aber dass das längst nicht mehr allen passt und zweitweise groteske Formen angenommen hat, hat die Weltöffentlichkeit zum ersten Mal erfahren, als aus Schweden reihenweise Großverdiener abgehauen sind, weil ihnen groteske Steuersätze angerechnet wurden (Beispiel Ingmar Bergman). Und die Tat dieses Breivik vor einem (?) Jahr in Norwegen war zwar die Tat eines Psychopathen, aber die Idee dazu ist ihm auch nicht vom Himmel gefallen.
Demokratie und Sozialstaatlichkeit muss jeden Tag erkämpft werden, alles andere ist Illusion oder wird zur Farce.
clara
clara
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von clara
als Antwort auf silhouette vom 14.12.2012, 15:24:10
In Skandinavien oder den Niederlanden ist man gerade dabei, den dortigen Sozialstaat auf seine Tauglichkeit unter veränderten Bedingungen zu hinterfragen. Clara
wandersmann_1
wandersmann_1
Mitglied

Re: Dafür bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen!
geschrieben von wandersmann_1
als Antwort auf dutchweepee vom 14.12.2012, 02:44:04
Die Probleme, die und seinerzeit auf die Straßen drängten, waren ja nicht dieselben, die Du im Eingangsbeitrag beschreibst.
Es war vor allem die Sehnsucht nach Freiheit, die uns trieb. Die Motive der Demonstranten waren sicher auch unterschiedlich, den einen ging es um einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" bei Beibehaltung des staatlichen Souveränität der DDR, anderen darum, dieses Land so schnell wie möglich auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen, und wieder anderen schlicht um Bananen.
Aber wem erzähle ich das.
Die Probleme, die Du ansprichst, waren in der Bundesrepublik-alt latent ja immer vorhanden. Diese zu beseitigen hatten wir uns aber verständlicherweise damals nicht auf die Fahnen geschrieben. Immer hübsch eins nach dem anderen. Wir gingen nicht auf die Straßen, um das abgehalfterte System Bundesrepublik in ein brauchbares zu transformieren. Sowas gehörte heute auf die Agenda.

Doch stattdessen wird gelabert von angeblichem Sozialneid, wenn man wie dutchweepee Missstände anprangert. Von mir aus können die 10 Bugattis fahren, wenn es sie denn glücklich macht. Darum geht es nicht.

Es ist in einer wirklichen Demokratie natürlich anstrengend, etwas gegen Missstände zu tun. Die Werkzeuge dafür sind freie Wahlen, eine freie, auch in ihren Tendenzen unabhängige Presse und eine unabhängige Justiz. Und nicht zuletzt auch Zivilcourage. So lange also Missstände nicht vertuscht werden und Möglichkeiten bestehen, etwas zu ändern, ist alles im grünen Bereich. Diese Möglichkeiten ohne Gefahr bestanden und bestehen eben nicht in Diktaturen.



Gilt aber nur in guten Zeiten.
Wenn der Wind von vorn kommt, und es ans Eingemachte geht, so wie jetzt, werden diese Spielregeln seitens der wirklich Mächtigen außer Kraft gesetzt. Dass das geht, wurde uns mit dem ESM deutlich vor Augen geführt. Wenn es hart auf hart kommt, hat der Bürger nichts, aber auch gar nichts zu sagen. Mit ihrer Unterschrift unter diesen Vertrag gaben die Regierungen Europas ihre Souveränität vollständig an das Finanzkapital ab. Und dies "bedingungslos und unwiderruflich".

Das Kapital macht uns rechtlos

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