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Innenpolitik In eigener politischer Sache

Bruny
Bruny
Mitglied

In eigener politischer Sache
geschrieben von Bruny

Es gab für mich einen wesentlichen Grund, warum ich mich 2014 im Seniorentreff angemeldet hatte. Besonders bei politischen Themen wollte ich einen fairen Austausch. Aus meinem Profil kann jeder sehen, dass ich in Spanien wohne, ich habe also nicht die Möglichkeit über Politik zu diskutieren. Das was von den meisten Deutschen hier über Politik in Deutschland gesagt wird, will niemand hören. Diese Diskussionsgruppe fällt also schon mal für mich weg. Spanier zu fragen fällt ebenso weg, da deutsche Politik für sie nicht einmal 5rangig ist, sie haben ganz andere Sorgen und diejenigen, in unserer Gegend, die Deutschland gut kennen, weil sie selbst dort gearbeitet haben, sind nicht unbedingt deutschlandfreundlich.
Wäre da noch die große Gruppe der Engländer die in Spanien wohnen. Mit Engländern über deutsche Politik diskutieren zu wollen ist reine Zeitverschwendung. 
Mit meinem Mann zu diskutieren bringt mir auch nichts, weil wir ja ohnehin einer Meinung sind.
Also, so dachte ich mir, trete ich einem Forum bei das mir noch dazu empfohlen wurde. Es wird aber leider immer schwieriger seine Meinung zu schreiben, entweder wird man als ahnungslos bezeichnet oder mir wird anderweitig über den Mund gefahren bzw. versucht mich lächerlich machen zu wollen.
Es ist nicht viel übrig geblieben in Sachen Diskussionskultur. Hier herrscht ein eigenartiges Klima, es gibt nur ein entweder/oder.
Und es gibt diese unsympathische Ost/West Diskussion. Dabei wäre es doch ein einfaches sich selbst in diese Zeit „zurückzukatapultieren“. Ich kann mich nicht erinnern, dass bei der Trennung in Ost und West die Schwester meiner Mutter darum gebettelt hat, von ihrer Familie getrennt zu werden. Genauso wenig hat meine Mutter gefeiert, dass sie ihre Schwester nie mehr gesehen hat.
Und hier beginne ich zu denken, wie kann sich jemand angeblich für das Schicksal von Flüchtlingen interessieren und gleichzeitig an der Ost/West Streitkultur festhalten.
Ich, für meinen Teil finde das befremdlich. Vielleicht geht es anderen ebenso.
Es gibt vieles was ich nicht verstehen kann, aber es ginge zu weit alles zur Sprache zu bringen. Ich möchte eigentlich nur erreichen, dass jeder seine Ängste, Befindlichkeiten, Beweggründe schildern kann ohne in einer farbige Ecke gestellt zu werden. Dann wird sich das Diskussionsklima ändern, denn ich bin überzeugt, dass sich in diesem Forum keiner tummelt der schutzbedürftigen nach dem Leben trachtet, oder ihnen beim Sterben zuschaut.

Ich könnte mich natürlich auch aus den Politik Themen zurückziehen, es zwingt mich keiner hier ab und zu mitzuschreiben. Andererseits frage ich mich ob es wirklich nicht möglich ist seine Meinung zu äußern ohne rechts, links und geradeaus anzuecken.

Bruny, die Weltbürgerin und Ausländerin

julchentx
julchentx
Mitglied

RE: In eigener politischer Sache
geschrieben von julchentx
als Antwort auf Bruny vom 29.08.2018, 09:31:26

Bravo!

Genauso laeuft das hier und darum halte ich seit Jahren ueberwiegend den Mund
und denke mir mein Teil.

.....zitat...Es wird aber leider immer schwieriger seine Meinung zu schreiben, entweder wird man als ahnungslos bezeichnet oder mir wird anderweitig über den Mund gefahren bzw. versucht mich lächerlich machen zu wollen....


Stimmt, muss man nicht unbedingt haben!



 

ingo*
ingo*
Mitglied

RE: In eigener politischer Sache
geschrieben von ingo*
als Antwort auf Bruny vom 29.08.2018, 09:31:26

Es ist nicht viel übrig geblieben in Sachen Diskussionskultur. Hier herrscht ein eigenartiges Klima, es gibt nur ein entweder/oder.

Ich möchte eigentlich nur erreichen, dass jeder seine Ängste, Befindlichkeiten, Beweggründe schildern kann ohne in einer farbige Ecke gestellt zu werden.
Dem ist nichts hinzuzufügen, Bruny; außer, dass ich seit Jahr und Tag das Gleiche erfolglos beklage. Aber auch mit Deinem Beitrag wird sich nichts ändern. Ich, für mein Teil, schreibe hier auch nur noch, damit Mitglieder, die sich nicht so trauen, merken, dass es noch Leute gibt, die sich nicht durch den Foren-Mainstream beirren lassen.
Ich wusste nicht, dass Du im Ausland lebst. Aber ich kann verstehen, dass Du hier, wie dort, auf ziemlich verlorenem Posten stehst. Mir geht das übrigens an ganz anderer Stelle ähnlich: Ich liebe Klassische Musik; und es gibt in meinem Umfeld nur ein Ehepaar, mit dem ich michdaürber austauschen kann.....

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RE: In eigener politischer Sache
geschrieben von mausschubser
als Antwort auf ingo* vom 29.08.2018, 15:57:51

Für jemanden, der mir mehr als einmal Hass unterstellt, nur weil dir von mir aufgeworfene Fragen nicht passen, hältst du recht scheinheilige Moralpredigten. Wende doch deine Predigten auf dein eigenes Verhalten an, da hättest du eine echte Herausforderung.

det

Bruny
Bruny
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RE: In eigener politischer Sache
geschrieben von Bruny
als Antwort auf ingo* vom 29.08.2018, 15:57:51

Aufgrund meiner Auslandsaufenthalte bin ich mein Leben lang mehr Ausländer als Inländer Zwinkern, darum dachte ich mir auch, dass ich manches mal bei Diskussionen wertvolle Inputs geben kann, denn ich kann beide Seiten verstehen. Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass ich mich nur dort als Ausländer gefühlt habe wo ich selbst Schwierigkeiten hatte die Kultur des Landes anzunehmen. Ich glaube, dass einige Menschen, egal woher sie kommen, mit Deutschland und/oder mit Deutschen die gleichen Schwierigkeiten haben und nicht alle werden diese Schwierigkeiten überwinden. Es ist auch gar nicht anders vorstellbar, Deutschland ist geprägt von Regeln, das fängt auf der Straße an und erstreckt sich über unser ganzes Leben. Von Freiheit bleibt da am Ende des Tages nicht viel übrig.
Bruny

olga64
olga64
Mitglied

RE: In eigener politischer Sache
geschrieben von olga64
als Antwort auf Bruny vom 29.08.2018, 09:31:26

ABer Bruny - Sie wissen doch wie viele streitbare Diskutanten in diesem Forum: wer austeilt, sollte auch einstecken können und Meinungsfreiheit ist eine anstrengende SAche, zumal dann, wenn die andere Meinung nicht der eigenen entspricht und man damit nicht so gut umgehen kann.
Auch Sie sind wirklich nicht immer sanft im Umgang mit anderen und erzeugen ebenfalls damit eine Gegenreaktion, die nicht immer schön ist. Diese Erfahrung dürften Sie wie wir alle, die ähnlich gestrickt sind, in unserem nun doch schon langen Leben oft und oft gemacht haben.
Trotzdem denke ich,der Kampf gegen sich immer mehr verstärkende, braune Positionen (manchmal intelligenter und manchmal weniger in diesem Stil veröffentlicht) muss geführt werden. Ich lasse mich da sicher nicht abhalten, solange meine Kräfte ausreichen und ich immer noch genügend MitstreiterInnen für dieses Projekt kenne.

Zu Ihrem neuerlichen Beitrag und der eigenen Rolle als AusländerIn: auch ich lebte einige Jahre im Ausland, lernte aber dort auch sehr gut, die Unterschiede zu meinem Heimatland zu erkennen: mittlerweile lebe ich ausgesprochen gerne in Deutschland, weil ich denke, unser Land ist liberal, grossenteils friedlich, stabil demokratisch und auch so wohlhabend, dass Menschen in Not geholfen werden kann und geholfen wird. Unser Politiker sind zwar ein wenig langweilig, aber nicht korrupt. Wer kann das schon von seinem Heimatland alles behaupten? Kein Wunder, dass so viele Menschen zu uns wollen, was ich auch als Kompliment empfinde, weil wir ja alle daran arbeiten oder gearbeitet haben, dass das so ist.

Regeln müssen sein im Zusammenleben eines 82 Mio Volkes; damit bin ich sozialisiert und habe auch keine Probleme damit, weil ich mich grossenteils bemühe, nicht dagegen zu verstossen. Und wenn doch, werde ich bestraft  - finde ich auch in Ordnung. Solche Systeme lernen wir ja schon als Kinder kennen und vermitteln diese wiederum, wenn es sich um Eltern handeln sollte. Olga


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digizar
digizar
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RE: In eigener politischer Sache
geschrieben von digizar
als Antwort auf mausschubser vom 29.08.2018, 16:04:06

Wie zu beweisen war: Spätetens nach dem dritten Post sind alle guten Vorsätze wieder zum Teufel.
So war es hier im Forum -mit wenigen Ausnahmen nach dem zehnten- Post von Anfang an Usus, und so wird es auch für alle Zukunft bleiben. Zwecklos.
Das ist auch der Grund für mein Verstummen auf nicht absehbare Zeit.
Schade drum, 11 Jahre Freunde gesammelt, und nun wirds zerstänkert.

Für jemanden, der mir mehr als einmal Hass unterstellt, nur weil dir von mir aufgeworfene Fragen nicht passen, hältst du recht scheinheilige Moralpredigten. Wende doch deine Predigten auf dein eigenes Verhalten an, da hättest du eine echte Herausforderung.
Bruny
Bruny
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RE: In eigener politischer Sache
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 29.08.2018, 16:12:48

Ich habe meine Sicht der Dinge geschildert, ich glaube für alle verständlich. Es geht mir nicht um eine Meinungsverschiedenheit, sondern es geht darum wie sie ausgetragen wird. Ich brauche keine süffisanten Erwiderungen, ich möchte meine Meinung nicht aufzwängen, wozu auch, es heißt ja nicht umsonst MEINE Meinung und ich glaube nicht, dass Bemerkungen die die Gürtellinie weit unterschreiten, die Menschen bewegen über das geschriebene nachzudenken. Das Gegenteil wird der Fall sein. Ich möchte auch nicht das Gefühl haben als Dummchen vom Dienst betrachtet zu werden nur um die eigene Person aufzuwerten. Und ich gehe davon aus, dass die Meinung jedes Einzelnen zumindest Wert ist gelesen zu werden. 
Bruny

digizar
digizar
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RE: In eigener politischer Sache
geschrieben von digizar
als Antwort auf Bruny vom 29.08.2018, 16:11:18
Ich glaube, dass es einigen Menschen, egal woher sie kommen, mit Deutschland und/oder mit Deutschen die gleichen Schwierigkeiten haben...
Das kann auch ich sagen, dass ich jedesmal wenn ich nach Monaten oder Jahren nach DE zurückkehrte, ICH mich HIER in DE nicht wohlgefühlt habe. Der Fluchhafen Frankfurt strahlte schon Beklemmung aus, und am Frankfurter Hbf war das Gefühl der Freiheit spätestens zuende.
Deutsche sind schon eine besondere Gattung, die fein auf andere aufpassen muss. Und wehe ... dann setzt es was. Ein genaues Abbild des ST.
olga64
olga64
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RE: In eigener politischer Sache
geschrieben von olga64
als Antwort auf digizar vom 29.08.2018, 16:29:36

Wenn ich jemals und öfters eine solche Einstellung bei Rückkehr nach Deutschland gewonnen hätte, hätte ich vermutlich die nächste Gelegenheit benützt, um dorthin zurückzukehren, wo es mir besser geht, wo mehr Freiheit herrscht und ein Flughafen ein Hort des bunten, prallen Lebens ist.
Warum machten Sie das nie? Fehlte der Mut, die Chancen in dem anderen Land oder war oder ist es doch einfach zu schön, über das eigene Land zu schimpfen, weil man hier "verstanden" wird, was in einem Gastland dann doch schwieriger sein kann. Denn ich denke, auch Gastländer bieten nicht nur Positives, wie das halt so ist, wenn sich Menschen darum kümmern.... Olga


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