Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Ist auf die USA noch Verlass?

Innenpolitik Ist auf die USA noch Verlass?

Tina1
Tina1
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von Tina1
als Antwort auf carlos1 vom 30.05.2017, 22:03:39
Peter Scholl Latour hat schon vor Jahren einen Film über Russland gedreht. Für den Film ist er durch Russland gefahren u. hat vieles recherchiert u. hat dann darüber berichtet, mit dementsprechenden Filmmaterial. In meinen Augen hat er sachlich u. sehr neutral berichtet. Er hat über alle politischen, wie religiösen Strömungen, die man in Russland findet, berichtet. Carlos, ich würde gern mal deine Meinung über diesen Film erfahren, nachdem du einen Kommentar geschrieben hast, wo auch Russland vorkommt.
Tina

JuergenS
JuergenS
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von JuergenS
Ist Russland nun mit USA austauschbar?
Oder wie meint ihr das?
carlos1
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von carlos1
als Antwort auf JuergenS vom 31.05.2017, 19:41:29
"Ist Russland nun mit USA austauschbar?
Oder wie meint ihr das?" heigl

Lieber heigl,
es geht nicht um ein Austauschbarkeit von zwei Staaten, USA und Russland bei der Beurteilung der heutigen Weltpolitk, sondern um das europ. Staatensystem früherer Zeiten und von heute sowie das Weltstaatensystem. Ausgangspunkt war der Begriff "imperial", den wandersmann benutzte. Ein isolierte Betrachtung von Mächten verbietet sich in der Außenpolitik. Das hat wenig mit Historie, aber mit Politik zu tun.

In der Philosophie geht es z B. bei Hegel um das Problem des Einzelnen und des Ganzen.

Tina1 stellt ein Video von Scholl-Latour ein und fragt, ob dessen Darstellung sachlich angemessen sei. Ich habe erst einen Teil gesehen. Allein schon der Titel weist auf die Methode hin: Russland (Putin) als Macht unter den Mächten (China und Islam). Er verwendet den Gegriff Zange. Er zeigt en detail auf, dass Russland kein einheitliches Ganzes ist, sondern eine Vielzahl von Völkern, die im russischen Staat leben. Wir sehen nur den riesigen Umfang des russischen Staates. Wir nehmen die inneren Spannungen nicht wahr, von denen dies Reich erfüllt ist. Schon in den ersten Sequenzen des Videos wird es deutlich. Putin als Staatsmann bewerten kann man, wenn seine Maßnahmen aus der Sicht Russlands und seiner Problem gewürdigt werden. Putin hat dem Land Stabilität gegeben. Er regiert ein Land, das sich über 8 Zeitzonen erstreckt. Das ist eine Leistung. Die Methoden mögen uns nicht gefallen.

Ich habe in meinem letzen Posting nur das Reich der Mongolen erwähnt. Für Russland bedeutete der Untergang der Kiewer Rus im 13. Jhd und die 200jährige Herrschaft der Goldenen Horde über Russland die Urkatatstropje der russischen Geschichte. Das Wort Tataren hat für Russen einen anderen Klang: Feind. für uns ist das mehr wie Folklore. 220 km östlich von Moskau leben die Tataren. Muslime sind sie auch. Moskau war es, von wo aus die´"Sammlung der russischen Erde" begann.

In diesem Zusammenhang ging ich auf den Begriff Imperialismus ein. Imperium bedeutet lateinisch Befehlsgewalt. Die endet im Fall der USA am Ufer des Atlantiks, was bedeutet, dass die USA eine kontinentale aber insulare maritime Seemacht sind und sein müssen, wollen sie eine Großmacht sein. Russland dagegen ist eine Landmacht.

Europa ist damals im 13. Jhd einer Katastrophe entgangen. Als die Mongolen 1241 das dt. polnische Heer bei Liegnitz vernichtend schlugen, lag Europa offen vor ihnen. Sie hätten wenig später ihre zotteligen Pferdchen am Rhein oder in der Loire tränken können. Europa war wehrlos. Der Hohenstaufenkaiser lag mit dem Papst im Clinch und war mit seiner Herrschaft in Italien beschäftigt. Zum Glück starb irgendwo im Karakorum der Großkhan in seiner Jurte und der siegreiche Mongolenfeldherr machte sich schleunigst nach dem Empfang der Nachricht auf den Heimweg. Das war die Rettung Europas im 13. Jhd. Dumme brauchen Glück als Verbündeten.

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hinterwaeldler
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von hinterwaeldler
als Antwort auf carlos1 vom 29.05.2017, 10:11:07
Bisher garantierte der Schutz der USA die Sicherheit und Integrität der europ. Staaten. Art. 5 des Nato-Vertrages. Der ist nicht außer Kraft gesetzt. Die USA wollen aber nicht mehr die Lasten weitgehend allein tragen.

Das ist doch nicht dein Ernst? Vor wen haben sie uns beschützt?

Und das Mittelalter ist schon lange vorbei.
olga64
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von olga64
als Antwort auf hinterwaeldler vom 01.06.2017, 11:47:47
xxxx Und das Mittelalter ist schon lange vorbei.


Im Mittelalter waren die USA noch nicht entdeckt.

Zusammen mit den Alliierten haben uns die USA von den Nazimördern befreit. Nur deshalb sind wir heute in der Lage, frei unsere Meinung zu äussern - auch Menschen wie Sie dürfen das, obwohl es natürlich schon eine harte Prüfung für die anderen ist, dies zu ertragen. Olga
carlos1
carlos1
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von carlos1
als Antwort auf hinterwaeldler vom 01.06.2017, 11:47:47
"Bisher garantierte der Schutz der USA die Sicherheit und Integrität der europ. Staaten. Art. 5 des Nato-Vertrages. Der ist nicht außer Kraft gesetzt. Die USA wollen aber nicht mehr die Lasten weitgehend allein tragen.

Das ist doch nicht dein Ernst? Vor wen haben sie uns beschützt?

Und das Mittelalter ist schon lange vorbei."hinterwaeldler


Hallo aufwachen! Der IS ist nicht Mittelater, sondern eher frühes Mittelalter. "Der Islam ist die Lösung?" Schon mal gehört? Oder Dschihad?

Köpfe abschneiden, Hände abhacken im Jahre 2017 ist kein Mittelalter? Nein ist es nicht. In grauer Vorzeit schmückten die Kelten in ihren Oppida die Grenzzäune mit den Köpfen der getöteten Feinde. Graue Vorzeit. Kein Mittelalter. Modern ist es vielmehr das Kopfabschneiden per Video festzuhalten und an dTV-Sender zu schicken Wahrer Fortschritt.

Der Hinweis auf den Art. 5 Nato-Vertrag stellt fest, dass es diesen Paragrafen gibt und er nicht außer Kraft ist. Die USA nahmen das erste und einzige Mal, diesen Paragrafen für sich in Anspruch, nach dem Anschlag vom 11.9.2001 auf das WTC in New York (ca. 3000 Tote).

Weiter: Schon mal was von der Blockade Westberlins gehört? Im April 1949 wurde die Nato gegründet. Etwa 200 Mal wurde während des Kalten Krieges der Bundesrepublik durch die Sowjetunion mit der atomaren Vernichtung gedroht.

Das so gen. Mittelalter muss zuerst in den den eigenen Köpfen aufhören.

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Tina1
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von Tina1
als Antwort auf justus39 † vom 29.05.2017, 10:43:56
Klare Antwort:

Nö. Auf die war noch nie Verlass.
Alles, was nicht im nationalen Interesse (der USA) liegt, ist für die uninteressant.
Ich vergesse auch nicht die in der Schublade liegenden Pläne der USA, nach denen ein Atomkrieg zu gewinnen wäre, wenn man Europa, speziell Deutschland, opfert.
Im Fall des Falles sind wir denen schnurzpiepegal. Nato-Partner hin oder her.
LG, ff

Ich habe gelernt, dass du den Amerikanern zuhören kannst, aber du kannst ihnen nicht trauen.
geschrieben von Michail Gorbatschow in einem Interview des US-Magazins Time


JuergenS
JuergenS
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von JuergenS
Auf die USA ist Verlass, Trump garantiert dafür, dass sie sich in vielen Punkten lächerlich machen, Emanzipation ist angesagt.
Ausdrücklich möchte ich betonen, dass es sich nicht um Amerika-Feindlichkeit handelt.
In 4 Jahren ist Trump 74 und hoffentlich müde, und hoffentlich ist er ab heute eine lame duck.
Er meint es sicher den Kohlearbeitern gut, das ist aber viel zu kurz gesprungen, Kalifornien trägt sein Klima-Desaster sowieso nicht mit.

Alle solche Typen wie Trump schaffen nicht nur Sch..., sondern paar richtige Sachen. Bisher finde ich ausschliesslich eines richtig, dass die Nato-Partner mehr für die Verteidigung tun müssen.
adam
adam
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von adam
als Antwort auf carlos1 vom 01.06.2017, 17:52:27
Der Hinweis auf den Art. 5 Nato-Vertrag stellt fest, dass es diesen Paragrafen gibt und er nicht außer Kraft ist. Die USA nahmen das erste und einzige Mal, diesen Paragrafen für sich in Anspruch, nach dem Anschlag vom 11.9.2001 auf das WTC in New York (ca. 3000 Tote).
Grüß dich Carlos,

Im Zusammenhang mit dem Thema, ob auf die USA noch Verlass ist und es vorwiegend um die NATO geht, wird es m.A.n. Zeit, einmal den Text der Beistandsklausel zu lesen:



„Die Parteien vereinbaren, dass ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen wird; sie vereinbaren daher, dass im Falle eines solchen bewaffneten Angriffs jede von ihnen in Ausübung des in Artikel 51 der Satzung der Vereinten Nationen anerkannten Rechts der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung der Partei oder den Parteien, die angegriffen werden, Beistand leistet, indem jede von ihnen unverzüglich für sich und im Zusammenwirken mit den anderen Parteien die Maßnahmen, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, trifft, die sie für erforderlich erachtet, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten.“
geschrieben von Artikel 5 NATO-Vertrag


Artikel 5 verpflichtet die Vertragspartner keinesfalls zu militärischer Hilfe. Es ist von Maßnahmen die Rede, die jeder für erforderlich hält, bis hin zu Anwendung von Waffengewalt. Da kann auch schon ein Stirnrunzeln für ausreichend gehalten werden, vom Einsatz von Nuklearwaffen ganz abgesehen.

Das NATO-Prinzip nach WK II beruhte ja auf der atomaren Abschreckung, weil die Nato-Staaten der Sowjetunion konventionell unterlegen waren. Der Kalte Krieg ist vorbei, die Sowjetunion existiert nicht mehr. Ein Präsident Trump ist also durch die Mitgliedschaft in der NATO zu nichts verpflichtet. Stirnrunzeln.

Man kann also durchaus mit Ängsten beobachten, was passieren wird, da ja die Unterstützung im Ernstfall durch die USA weg fällt. Putin hält den Untergang der SU für die Katastrophe des 20. Jahrhunderts, hat erwähnt, daß er innerhalb von 14 Tagen in Warschau stehen könnte, bemüht sich, nicht nur die russische Föderation zusammen zu halten, rüstet seit Amtsbeginn rasant auf, führte praktisch ununterbrochen Krieg gegen Tschetschenien, Georgien, Osetien, Ukraine, auf der Krim und hat mit der Exklave Kaliningrad fast deckungsgleiche Voraussetzungen wie auf der Krim, um militärisch vorzugehen. Seine Soldaten über ja in Syrien schon kräftig.

Man könnte annehmen, daß Erdogan im Süden Ärger macht, indem er griechische Inseln und Teile des Irak für die Türkei fordert (ein typisch autokratisches Vorgehen), während sich Autokrat Putin im Norden ein Stück EU holt. Was hätte die EU dagegen zu setzen? Stirnrunzeln?

--

adam
hinterwaeldler
hinterwaeldler
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Re: Ist auf die USA noch Verlass?
geschrieben von hinterwaeldler
Ich zitiere ungern ein Springermachwerk, muss es aber hin und wieder tun:
"[i]Hohe, beklemmende, erschütternde Zahlen von Toten und Versehrten, wie sie kein anderes Land in Europa während des Zweiten Weltkriegs ertragen musste. 1991 nannte Michail Gorbatschow die Zahl von 25 Millionen toten Soldaten und Zivilisten. In seiner großen Studie „Russlands Krieg 1941–1945“ hat der bekannte britische Historiker Richard Overy diese Zahl bestätigt."[/indent]
Quelle: welt.de - Wie die hohen Verluste der Roten Armee entstanden
Das zu erwähnen hat sogar der Bundespräsident am vergangenen Gedenktag zum Beginn des 2.WK vergessen. Wie abscheulich war den das?

Ohne der Opferbereitschaft des russischen Volkes und dem Heldenmut der Roten Armee vor Moskau, Stalingrad, Leningrad, Kursk und Berlin hätten wir heute ein Drittes Reich vom Atlantik bis zum Ural. Niemals hätte es den D-Day, die Schlacht in den Ardennen und den Kampf um die Brücke von Remhagen gegeben.

Mitteleuropa wäre aus heutiger Sicht eine unbewohnbare Atomwüste. Denn das war das Einzige was die Alliierten Hitler noch entgegen zu setzen hatten. Alle die Menschen, die bis 1945 in Deutschland der Freiheit wegen ihr Leben riskierten, hätte man wohl in KZs vergast und verbrannt.

Das dies alles nicht geschah haben wir in erster Linie der Sowjetunion und der Roten Armee zu verdanken. Das sollte bei den Diskussionen niemals vergessen werden.

Das müssen alle die heutigen Gegner der ehemaligen Sowjetunion und des heutigen Russland zur Kenntnis nehmen und es sollen die Menschen zur Kenntnis nehmen, die mit Vorliebe das russische Volk in den Schmutz treten. Ich würde mich schämen mich anders zu artikulieren. Ist das so Ok für euch?

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