Internationale Politik Brexit yes, no, euch wurscht?

pschroed
pschroed
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Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von pschroed
als Antwort auf hobbyradler vom 27.06.2016, 15:06:11
Es gehört schon eine geballte Portion Inkompetenz bzw. Dummheit der Politik dazu, in diesem Fall Cameron um Gruppen oder ein Volk über solch eine wichtige Frage abstimmen zu lassen. ... aus meiner Sicht, einfach verrückt.

Hallo Monja_moin, hallo pschroed,

nach euerer Ansicht dürftet ihr auch keine freie Wahl befürworten. Oder sind die Menschen für ein Referendum zu dumm, für eine Wahl aber plötzlich klug genug.

Da wäre es doch besser auf dem Stimmzettel lediglich ein einziges „ja“ Kästchen vorzugeben.

Demokratie ist für euch offensichtlich nur gut, wenn die eigene Meinung siegt.

Ciao
Hobbyradler


Lieber Hobbyradler.

Ärgere dich nicht, es gibt keine dumme Menschen, bei mir sind es meistens Wissenslücken.
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Mann kann normale Wahlen nicht mit einem Referendum vergleichen, wo es nur um ein JA oder NEIN geht.

100 Stimmen über circa 8 Parteien verteilt gibt mathematisch eine ganz andere Streuung. Man könnte sagen das Unwissen wird breiter verstreut.

100 Stimmen über 2 Möglichkeiten verteilt sowie noch rechte Lautsprecher welche als Katalysator auftreten wird gefährlich, dann kann das Unwissen zu einer einseitigen geballte Kraft anwachsen.

Ein Referendum wird (auch in der Industrie) gerne angewandt wenn man selbst nicht mehr weiter weiß bzw.keine Lösung für ein Problem hatte.

Jetzt kann Cameron zum britischen Volk sagen, das habt ihr so gewollt und tschüss.

Phil.
olga64
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Re: Brexit, yes, no, euch wurscht?
geschrieben von olga64
als Antwort auf rehse vom 27.06.2016, 16:18:17
Ich verstehe die jungen Menschen in UK sehr, sehr gut, wenn sie sich jetzt zu Recht darüber beschweren, dass alte Leute für den Brexit stimmten und dies für die Zukunft dieser jungen Menschen, an denen die alten Leute naturgemäss nicht mehr beteiligt sein werden.
WAs soll das Beispiel "Krieg" in diesem Zusammenhang? Die EU ist ein Friedensprojekt und hat uns den Frieden der letzten mehr als 70 Jahre beschert.
In UK herrscht jetzt Hangover-Stimmung und es ist ein gutes Beispiel dafür, wofür ein Referendum führen kann, ausgeübt von Menschen, die oft in Unwissenheit einfach gegen was sein wollen; Probleme vermischen und der "EU in die Schuhe schieben", obwohl sie hausgemacht sind.
Und jetzt eine Petition, die stündlich mehr Menschen unterschreiben (mehrheitlich junge Menschen) und Google-Recherchen, welche Konsequenzen der Brexit eigentlich haben wird? Ein wenig spät für "Briregret", wie ich finde.

Die Politiker sind verschwunden; Cameron geht von Bord, Johnson war beim Cricket gesichtet, der Labours sind heillos untereinander zerstritten.

Der vom Volk gewünsche Brexit muss übrigens im Parlament abgestimmt werden; dort sind 70% der Abgeordneten pro EU. Das englische Referendum war mehr eine Volksbefragung (wurde auch von vielen Engländern so interpretiert); allerdings erkärte Cameron schon vor einiger Zeit ,dass es bindend wäre. Damit müssen Parlamentarier nun umgehen.
SChottland und Irland werden ihre eigenen Wege gehen - dann verbleibt Little England, dazwischen mit dem grossen London, wo mehrheitlich pro EU abgestimmt wurde. Olga
ingo
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Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von ingo
als Antwort auf Edita vom 27.06.2016, 11:38:07
"Pfui Spinne" für diesen Beitrag, Edita. Das ist keine kritische Anmerkung, sondern dümmliche Beleidigung.

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olga64
olga64
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Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von olga64
als Antwort auf ingo vom 27.06.2016, 17:13:36
Warum geht es beim Brexit eigentlich um Herrn Bosbach? Dieser Mann erhielt nie die politischen Positionen, die er sich anscheinend so sehr wünschte (warum, weiss vermutlich auch er sehr genau, wird es aber nie sagen). Dann entdeckte er sein Feld der Talkshows, das aber mittlerweile auch nicht mehr so sehr an ihm interessiert ist. Er ist doch in einem Alter, wo er sicher auch mal Ruhe geben kann und sich seiner hübschen Frau und ebensolchen Töchtern widmen möge (wenn diese daran interessiert sind).
Aber in UK wird er vermutlich nie eine politische Position erhalten, aber er hat sicher eine Meinung dazu und sei es diese, dass auch daran natürlich unsere Kanzlerin Schuld hat. Olga
Edita
Edita
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Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von Edita
als Antwort auf ehemaligesMitglied29 vom 27.06.2016, 16:04:08
@edita
du weißt aber schon, daß Herr Bosbach sehr krank ist und sich deshalb
weitgehend aus der stressigen Politik heraushält?
Da finde ich deinen Einwand ziemlich unangemessen!
geschrieben von Eponine


Natürlich weiß ich das Eponine, aber ich habe wirklich überhaupt nicht daran gedacht, ich dachte nur an den stets gut geschminkten und modisch und adrett gekleideten, prominentesten Kritiker unserer Kanzlerin, der auch noch aus den eigenen Reihen stammt und sie zwar immer und überall kritisiert, aber noch nie adäquate Besserungsvorschläge geliefert hat!
Wegen schlimmer Krankheit weitgehend raushalten aus der Politik - aber die Kanzlerin öffentlich auf allen Kanälen ständig kritisieren - damit macht man sich keinen Stress?
Hör mir auf!

Edita
ehemaligesMitglied29
ehemaligesMitglied29
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Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von ehemaligesMitglied29
als Antwort auf Edita vom 27.06.2016, 18:07:41
An solchen Äußerlichkeiten machst du also deine Antipathie fest?
Mir ist so ein kluger Mann tausendmal lieber als viele dieser Quatschköpfe, die sonst ihre Statements abgeben.

Aber gut, ich glaube er kann es verkraften, wenn du ihn nicht magst.

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Edita
Edita
Mitglied

Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von Edita
als Antwort auf ehemaligesMitglied29 vom 27.06.2016, 18:18:31
An solchen Äußerlichkeiten machst du also deine Antipathie fest?
Mir ist so ein kluger Mann tausendmal lieber als viele dieser Quatschköpfe, die sonst ihre Statements abgeben.
geschrieben von Eponine


Warum an den Äußerlichkeiten? Das ist nur Beiwerk, denn ich schrieb, ".... und sie zwar immer und überall kritisiert, aber noch nie adäquate Besserungsvorschläge geliefert hat!
Ich denke, daß das schon Inhalt ist und keine Äußerlichkeit!

Edita
Tina1
Tina1
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Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von Tina1
Linktipp:Brexit-Kommentar des Handelsblatt-Herausgebers

Großbritannien will die Europäische Union verlassen. Die Botschaft des Brexit ist: Mit dem heutigen EU-Europa ist offenbar kein Staat zu machen. Ein Kommentar des Handelsblatt-Herausgebers.

Die Verlierer sehen allerdings auch aus wie Sie und ich. Die Europäische Union verliert knapp 20 Prozent ihrer Wirtschaftskraft, 13 Prozent ihrer Arbeitnehmer, 10 Prozent ihrer Soldaten. Und auch 31 Prozent der Marktkapitalisierung am Aktienmarkt gehören mit einem Federstrich nicht mehr zum Club. Dem EU-Haushalt ist über Nacht der nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Nettozahler abhandengekommen.

Doch es wäre falsch, die britischen Wähler nun der Unmündigkeit zu bezichtigen. Die Menschen auf der Insel sind nicht dümmer als wir. Oder um es mit Kurt Tucholsky zu sagen: „Das Volk versteht das meiste falsch; aber es fühlt das meiste richtig.“

Mit dem heutigen EU-Europa - das ist die Botschaft dieser historischen Brexit-Entscheidung - ist offenbar kein Staat zu machen. Jedenfalls keiner, der geliebt und geachtet - und gewählt - wird. Wenn man sich im Raumschiff Brüssel einen Restsinn für Wirklichkeit bewahrt hat, müssten heute die Alarmanlagen schrillen. Es wird Zeit für die Erkenntnis, die viele tapfere Vorkämpfer des europäischen Projekts als Zumutung empfinden werden: Nirgends ist man weiter weg von Europa als in Brüssel.

Die EU der Institutionen und Bürokratien, der Hinterzimmer und der schwer durchschaubaren Prozeduren verkörpert nicht die demokratisch verfassten Vereinigten Staaten von Europa, von denen wir einst geträumt haben. Brüssel ist zur Chiffre administrativer Arroganz geworden, nicht nur in Großbritannien. Die EU-Kommission mit ihrem höfischen Gehabe ist dem Feudalismus oft näher, als uns Recht sein kann.

Die Souveränitätsübertragung vom Nationalstaat auf diese supranationale Organisation wird vom eigentlichen Souverän, dem Volk, nicht als Fortschritt empfunden, sondern als Anmaßung. Auch als demokratische Anmaßung. Die Nation darf nicht mehr bestellen, aber soll noch bezahlen. Sie hat zu funktionieren, aber nichts mehr zu sagen. Sie ist für das Dekorative und Anmutige zuständig, solange in Europa sich noch kein eigenes Staatsvolk mit Hymne und einheitlicher Haushaltskasse gebildet hat. Man spürt ja, wie die Geschichte in den Augen der Kommissare weitergehen soll: Die Tage des Nationalstaates sind gezählt, er schnappt bereits nach Luft.

Die Unnachgiebigkeit der EU, die auf jede Integrationsleistung der Bürger mit einer neuerlichen Integrationsanforderung reagiert, ist gestern abgewählt worden. Genug ist genug, sagen die Briten. Und wer weiß, was die Deutschen und die Franzosen sagen würden, wenn man sie in gleicher Weise an die Urnen riefe. Der Befund und das Gefühl gleichen sich: Die Gesellschaften vom Mittelmeer bis nach Skandinavien werden einem Homogenisierungsdruck ausgesetzt, dem sie nicht durch größere Folg- und Fügsamkeit, sondern am Ende nur durch Rissbildung entweichen können. von mir fett gedruckt
geschrieben von Gabor Steingart
Tina1
Tina1
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Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von Tina1
Linktipp:Juncker und Schulz führen sich wie betrogene Ehegatten auf

Anders als Angela Merkel fordern Martin Schulz und Jean-Claude Juncker einen schnellen Brexit. Damit schaden sie auch Europa.

Mit welchem Recht stellt Martin Schulz Ultimaten?

Der Nachbar Großbritannien muss auch nach dem jetzt sehr wahrscheinlichen Brexit immer enger Partner der EU bleiben - allein schon in der Nato, in den UN, und in der europäischen Sicherheitspolitik. Da braucht es eine Grundlage, auf der man Bündnisse schließen kann. Ein als überheblich und abgehoben empfundenes Brüsseler Verhalten wiederum befeuert auch in anderen Ländern die Anti-Europa-Hetzer. Da fragt sich schnell, mit welchem Recht Martin Schulz irgendwelche Ultimaten stellt, auf welcher Grundlage Jean-Claude Juncker eigentlich Politik macht.

Angela Merkel dagegen sieht, dass vor allem Deutschland jetzt moderierend auftreten muss (was in der Sache harte Verhandlungen nicht ausschließt). An diesem Montag wird sich die Kanzlerin mit Italiens Regierungschef Matteo Renzi, Frankreichs Präsident Francois Hollande und EU-Ratspräsident Donald Tusk beraten. Gut für Europa wäre, wenn sich ein konstruktiver Kurs durchsetzt. von mir fett gedruckt

geschrieben von Ruth Chiesinger


Dem Artikel stimme ich zu. Frau Merkel hat recht.
Tina
Bruny
Bruny
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Re: Brexit yes, no, euch wurscht?
geschrieben von Bruny
als Antwort auf Tina1 vom 27.06.2016, 20:07:16
Da bin ich anderer Meinung Tina, je länger sich der Austritt hinzieht umso mehr werden Investoren geplante Projekte auf Eis legen. Keiner investiert in Unsicherheit. Mir ist jedoch klar, warum jetzt auf Zeit gespielt wird. Ich gehe davon aus, dass niemand wirklich mit einem Austritt gerechnet hat und demzufolge dürfte es auch keinen Plan geben. Wir werden sehen, ändern können wir sowieso nichts.
Bruny

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