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Rund um die Uhr umsorgt: 24-Stunden-Pflege & 24-Stunden-Betreuung

24-Stunden-Pflegekräfte betreuen und umsorgen Pflegebedürftige in deren eigenen Zuhause.

Mit einer 24-Stunden-Pflegekraft werden Pflegebedürftige rund um die Uhr im eigenen Zuhause umsorgt und betreut.
©sabinevanerp | Pixabay.com


1. Wie unterscheiden sich 24-Stunden-Betreuung und 24-Stunden-Pflege?

2. Welche Leistungen bietet eine 24-Stunden-Pflegekraft?

3. Welche Voraussetzungen sollten für den Aufenthalt einer 24-Stunden-Pflege gegeben sein?

4. Welche Möglichkeiten der Anstellung bestehen?

4.1. Arbeitgebermodell

4.2. Endsendemodell

4.3. Selbstständigkeit

5. Wie ist die Vermittlung einer 24-Stunden-Pflege rechtlich geregelt?

6. Was kostet eine Pflegekraft?

7. Wie kann die Pflegekraft finanziert werden?


Hinsichtlich des demographischen Wandels in Deutschland bedarf es neuer Lösungsansätze und Maßnahmen, um Pflegebedürftigen ein würdevolles Leben im Alter gewährleisten zu können. Vielseitige und neue Möglichkeiten treten neben die klassische stationäre Pflege für die Betreuung im Alter. Eine 24-Stunden-Pflege ermöglicht dem Pflegebedürftigen, im familiären Umfeld und in gewohnter Umgebung betreut zu werden. Da zum einen die Zahl der Pflegebedürftigen steigt und zum anderen ein Personalmangel in der Pflege vorliegt, wird es in Zukunft an Fachkräften in der Branche fehlen. Betreuungskräfte aus dem Ausland, insbesondere aus Osteuropa, können eine sinnvolle Alternative zum ausgeschöpften Markt in Deutschland sein und Familien wertvoll unterstützen.

1. Wie unterscheiden sich 24-Stunden-Betreuung und 24-Stunden-Pflege?

Die Nachfrage nach einer Pflege rund um die Uhr ist hoch. Der Begriff „24-Stunden-Pflege" ist als Alternative zur stationären Unterbringung jedoch nicht ganz korrekt. In Deutschland ist damit rechtlich die Intensivpflege in einem Pflegeheim oder Krankenhaus durch examinierte Pflegefachkräfte gemeint. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei der häuslichen Pflege in den meisten Fällen um eine sogenannte 24-Stunden-Betreuung. Im deutschen Sprachgebrauch werden die beiden Begriffe synonym genutzt, weshalb auch hier beide Ausdrücke verwendet werden.

HINWEIS DER REDAKTION:

In Deutschland hat sich der Begriff „ausländische" bzw. „polnische Pflegekraft" etabliert. Meist leisten jedoch Osteuropäerinnen, die in Deutschland als Betreuungskräfte arbeiten, keine medizinische Behandlungspflege, sondern Grundpflege. Sie unterstützen Pflegebedürftige im Haushalt und begleiten sie im Alltag. Zu ihren Aufgaben zählen zum Beispiel Haushaltsarbeiten, Einkaufen und Begleitung zu Arztterminen. Generell können auch Verwandte und andere Angehörige von Pflegebedürftigen grundpflegerisch tätig werden.

2. Welche Leistungen bietet eine 24-Stunden-Pflegekraft?

Die Betreuungs- und Pflegekräfte sorgen sich um das Wohlbefinden des Pflegebedürftigen und unterstützen ihn im Haushalt und Alltag. Außerdem helfen Betreuungskräfte bei der Körperpflege, dem An- und Auskleiden, beim Toilettengang und der Ernährung und begleiten beispielsweise zu Behördengängen oder Arzt- und Therapieterminen. In Ergänzung dazu sind auch Aufgaben des Aktivierens und Motivierens von hoher Bedeutung. Die Pflegekraft beschäftigt sich intensiv mit dem Pflegebedürftigen, ist stets als Ansprechpartner(in) in der Nähe und organisiert gemeinsame Unternehmungen. Sie ist für die Alltagsstruktur des Pflegebedürftigen verantwortlich und wird zur wichtigsten Bezugsperson im täglichen Leben. Auf diese Weise soll auch der Einsamkeit im Alter entgegengewirkt werden. Zudem bezieht die Pflegekraft den Pflegebedürftigen in solche Tätigkeiten im Haushalt mit ein, die er noch mit Hilfestellung bewältigen kann.

HINWEIS DER REDAKTION:

Wichtig ist, sich im Klaren darüber zu sein, dass die Pflegekraft keine Aufgaben der medizinischen Behandlungspflege nach SGB V übernehmen darf. Das zählen zum Beispiel das Setzen von Spritzen, die Wundversorgung oder die Verabreichung von Medikamenten. Allerdings darf der Pflegebedürftige an die Einnahme von Medikamenten erinnert werden.

3. Welche Voraussetzungen sollten für den Aufenthalt einer 24-Stunden-Pflege gegeben sein?

Ein angemessener Wohnbereich mit der Möglichkeit des privaten Rückzugs ist Voraussetzung für ein positives und menschliches Miteinander zwischen Betreuungskraft und Pflegebedürftigem. Der Pflegekraft muss daher eine Unterkunft im Zuhause des Pflegebedürftigen eingerichtet werden. Grundsätzlich hat die Betreuungskraft einen Anspruch auf ein eigenes möbliertes Zimmer mit Zugang zu sanitären Anlagen. Auch eine kostenlose Verpflegung mit Essen und Trinken steht ihr zu, für andere Konsumgüter muss die Betreuungskraft jedoch selbst aufkommen.

TIPP DER REDAKTION:

Insbesondere im ländlichen Raum ist für die Versorgung mit Lebensmitteln und die gesundheitliche Versorgung oft ein Auto notwendig. Erkundigen Sie sich bei der Vermittlungsagentur vorab, ob die Pflegekraft einen in Deutschland gültigen Führerschein besitzt und stellen Sie ihr ggf. ein Auto zur Verfügung. Damit die Kommunikation zwischen Pflegebedürftigen und Betreuungskraft gut funktioniert, sollten Sie auch die Deutschkenntnisse der Pflegekraft abklären.

Die Aufenthaltsdauer von ausländischen Pflege- und Betreuungskräften hängt von der Agentur bzw. vom Unternehmen ab, bei dem die Betreuungshilfe angestellt ist. Meist kümmert sich eine 24-Stunden-Pflegekraft zwischen ein und drei Monaten um den Pflegebedürftigen und wird dann von einer Kollegin abgelöst, um eine stetige Betreuung zu garantieren. Die Betreuungskräfte sollten sich bestenfalls so selten wie möglich abwechseln. Idealerweise rotieren nur ein oder zwei Pflegekräfte in jedem Haushalt, damit ein Vertrauensverhältnis zwischen Betreuer und Pflegebedürftigem entstehen kann. Wenn die Pflegekraft krank wird, sorgen die Vermittlungsagenturen in der Regel sofort für Ersatz, um die 24-Stunden-Betreuung weiterhin sicherzustellen. Während der Arbeitsunfähigkeit der Betreuungskraft haben die Familienangehörigen bzw. der Pflege- und Hilfebedürftige keine Kosten zu tragen.

4. Welche Möglichkeiten der Anstellung bestehen?

Ausländische Pflegekräfte können in Deutschland auf unterschiedliche Art und Weise angestellt werden oder auch selbständig arbeiten. Die Vermittlungsagenturen übernehmen in der Regel den Transport der Betreuungsperson nach Deutschland und kümmern sich um die organisatorische Abwicklung im Ausland.

4.1. Arbeitgebermodell

Die erste Option ist, die Betreuungskraft direkt beim Pflegebedürftigen oder bei seinen Angehörigen als Arbeitgeber anzustellen. Die Agentur hat in diesem Fall lediglich Vermittlungsfunktion. Da Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Kündigungs- und Versicherungsschutz sowie Anspruch auf Urlaub und Sozialleistungen nach deutschen Gesetzen gewährleistet werden müssen, ist diese Anstellungsmöglichkeit relativ kostspielig.

HINWEIS DER REDAKTION:

Pflegekräfte in Deutschland dürfen laut Arbeitszeitgesetz maximal 60 Stunden pro Woche arbeiten. Dies gilt aber nur ausnahmsweise, denn im Durchschnitt soll der normale Acht-Stunden-Tag eingehalten werden (bei sechs Werktagen entspricht dies 48 Stunden pro Woche). Das bedeutet, dass mehrere Pflegekräfte im Wechsel beschäftigt und gleichzeitig bezahlt werden müssen, um eine lückenlose Betreuung zu garantieren.

4.2. Endsendemodell

Beim Entsendemodell kommt das deutsche Vermittlungsunternehmen mit einem ausländischen Personaldienstleister zusammen. Die Pflegekraft ist dann entweder beim ausländischen Entsendeunternehmen oder im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung bei der deutschen Vermittlungsagentur angestellt und versichert. Der Pflegebedürftige oder seine Angehörigen sind dabei Auftraggeber gegenüber dem ausländischen Entsendeunternehmen beziehungsweise gegenüber der deutschen Vermittlungsagentur.

4.3. Selbständigkeit

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine selbständige Betreuungskraft zu beauftragen. Hierbei schließen die Betreuungskraft und der Pflegebedürftige einen direkten Dienstleistungsvertrag miteinander. Vorab muss sichergestellt werden, dass die Betreuungskraft ein Gewerbe angemeldet hat und für mehrere Haushalte tätig ist, um nicht als scheinselbstständig zu gelten. Interessierte sollten Beratungsangebote von Agenturen in Anspruch nehmen, da hier die Gefahr besteht, ein illegales Beschäftigungsverhältnis einzugehen. Der Pflegebedürftige muss außerdem beachten, dass Steuern für die erbrachte Dienstleistung gegebenenfalls im Heimatland der Pflegekraft anfallen, wenn diese dort ihren Unternehmenssitz hat.

5. Wie ist die Vermittlung einer 24-Stunden-Pflege rechtlich geregelt?

Pflegebedürftige und Familienangehörige können mit einigen Kriterien die rechtskonforme Anstellung der ausländischen Pflegekraft überprüfen. Dazu gehört in erster Linie eine deutsche Gesellschaftsform (z. B. GmbH), wenn der Unternehmenssitz in Deutschland ist. Weiterhin sollte die Pflegekraft eine sogenannte A1-Bescheinigung vorweisen können, die zum Nachweis der Sozialversicherung und korrekten Steuerabführung in ihr Heimatland dient. Bei Fragen zur Legalität der Beschäftigung häuslicher Pflegekräfte steht der Verband für häusliche Betreuung und Pflege e.V. (VHBP) mir Rat und Tat zur Seite. Dort können auch Arbeitsverträge geprüft werden.

6. Was kostet eine Pflegekraft?

Je nach Beschäftigungsverhältnis können für eine 24-Stunden-Pflegekraft mit Kosten zwischen 2.000 Euro und 5.000 Euro brutto gerechnet werden. Ob Anstellung bei einer deutschen Vermittlungsagentur oder beim ausländischen Entsendeunternehmen – da die Betreuungskraft in Deutschland arbeitet, gilt der gesetzliche Mindestlohn, der ab 2019 bei 9,19 Euro pro Stunde liegt (ab 2020 bei 9,35 Euro). Da zusätzlich Kosten für die Verpflegung der Betreuungskraft entstehen, kann sie nicht unter rund 2.000 Euro pro Monat legal beschäftigt werden.

Werden der Pflegebedürftige selbst oder seine Angehörigen zum Arbeitgeber, müssen mehrere Pflegekräfte gleichzeitig angestellt werden. Die Kosten können dann auf bis zu 5.000 Euro pro Monat steigen. Bei der Beauftragung einer selbständigen Person wirken sich der selbst festgelegte Stundenlohn und der Ort der Gewerbeanmeldung erheblich auf die Kosten aus. Bei osteuropäischen Unternehmen kann etwa mit 2.000 bis 2.500 Euro kalkuliert werden, bei deutschen ab etwa 4.000 Euro aufwärts.

7. Wie kann die Pflegekraft finanziert werden?

Bei Vorliegen der Pflegebedürftigkeit besteht bei häuslicher Pflege Anspruch auf Pflegegeld, das mit ambulanten Pflegesachleistungen kombiniert werden kann. Bei Einstufung in einen Pflegegrad können die Kosten für die Betreuung über das Pflegegeld mitfinanziert werden, das zwischen 316 Euro und 901 Euro im Monat liegt.

Außerdem können jeweils einmal im Jahr Verhinderungs- sowie Kurzzeitpflege in Anspruch genommen werden. Kurzzeitpflege können Personen mit den Pflegegraden 2 bis 5 bis zu acht Wochen wahrnehmen und dabei 1.612 Euro geltend machen. Zudem besteht die Möglichkeit, das Recht auf bis zu sechs Wochen Verhinderungspflege zu beanspruchen. Somit können Menschen mit Pflegegrad 2 bis 5 einen Zuschuss bis zu 1.612 Euro für eine notwendige Ersatzpflege erhalten. Darüber hinaus können Pflegebedürftige die Hälfte des Leistungsanspruchs einer Kurzzeitpflege auch für die Verhinderungspflege nutzen.

Beim Finanzamt gelten Pflegekosten als „hauswirtschaftliche Dienstleistungen", die bis zu einem Betrag von 4.000 Euro von der Lohnsteuer abgesetzt werden können – auch bei ausländischen Dienstleistern. Zusätzlich kann beim Sozialamt der sogenannte Antrag für Hilfe zur Pflege beantragt werden, wenn das Einkommen des Pflegebedürftigen und seiner Angehörigen nicht zur Finanzierung ausreicht. 


 

Quelle: Redaktion seniorenportal.de

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