Altersballade von Wilhelm Busch

Autor: situ
Das grosse Glück, noch klein zu sein,
sieht wohl der Mensch als Kind nicht ein,
und möchte, dass er ungefähr
schon 16 oder 17 wär.

Doch dann mit 18 denkt er: Halt,
wer über 20 ist, ist alt.
Kaum ist die 20 grad geschafft,
erscheint die dreissig greisenhaft.

Und an die 40, welche Wende
Die 50 gilt beinah als Ende.
Doch nach der 50, peu à peu,
schraubt man das Ende in die Höh.

Die 60 scheint jetzt ganz passabel
Und erst die 70 miserabel.
Mit 70 aber hofft man still,
ich werde 80, so Gott will.

Wer dann die 80 überlebt,
zielsicher nach der 90 strebt.
Dort angelangt, zählt man geschwind,
die Leute, die noch älter sind.

Kommentare (7)

elbwolf
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Bravo, @kunvivanto, ... elbwolf -
... dass sich in Deiner Person ein zweiter Misstrauischer gefunden hat, der sich nicht jedes X für ein U vormachen lässt!
Auf der besagten Seite (s. weiter oben den Link bei mir!) gibts so richtig Deftiges zu lesen, das weit interessanter ist, als dieses Dauerbrenner-Pseudo-WiBu-Gedicht.
Prima, @kunvivanto - immer schön misstrauisch bleiben!
elbwolf grüßt herzlich
kunvivanto
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. kunvivanto -
Ich bin ein ziemlich guter WB-Kenner, aber das Gedicht war mir unbekannt. Drum hab ich gegoogelt und hinterher gesehen, dass elbwolf dieselbe Seite gefunden hat.
elbwolf
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Drei Jahre später ... elbwolf -
... geistern die angeblichen Wilhelm-Busch-Verse so munter wie eh und je auf den ST-Seiten herum - ich könnte mir 'nen Ast lachen!
Das Gedicht hier oben ist nämlich recht leidlich gereimt - man sehe sich nur die erste Strophe an:

Das grosse Glück, noch klein zu sein,. . . . .u-u-u-u-
sieht wohl der Mensch als Kind nicht ein,. . .u-u-u-u-
und möchte, dass er ungefähr . . . . . . . . .u-u-u-u-
schon 16 oder 17 wär.. . . . . . . . . . . . .u-u-u-u-

Nun ist unser "guter alter Wilhelm" zwar der populärste deutsche Reimer, aber der sicherste bestimmt nicht. Es würden sich nicht viele solcher glatt-gereimten Stellen (wie die eben analysierte) bei ihm finden - bei Roth aber schon - und deswegen tippe ich nochmals auf "Eugen".
Roth hätte es auch verdient: denn vor ein paar Jahren ging die Pressemitteilung durch, dass seine eigene Nachkommenschaft das Grab des Dichters hat völlig verwahrlosen lassen.
elbwolf
elbwolf
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Es ist nicht alles Busch, was glänzt ... elbwolf -
Einfaches Googeln mit dem Titel des Gedichtes bringt dieses Resultat:
Auch der Ursprung folgenden Gedichtes liegt im Dunkeln. Als mögliche Urheber werden neben Wilhelm Busch auch Theodor Fontane und Eugen Roth angegeben.

Altersballade
Das grosse Glück, noch klein zu sein,
{usw. usf.} ...


Persönlich tippe ich auf Roth, ätsch!
chris
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Diue Gedanken von Wilhelm Busch chris -
Wie treffsicher sie auch heute noch sind.
Ich glaube, da kann jeder sich selbst dahinter entdecken.

Danke fpr den Wilhelm Busch.

Chris
koala
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Wie recht er hat, der Wilhlem Busch koala -
Da muss ich an ein Gespraech denken, das mich heute noch schmunzeln laesst.
Ich war damals Anfang vierzig, lebte noch in Deutschland und kam mit einer 85jaehrige Frau ins Gespraech. Sie war noch flott wie ein alter Turnschuh.

Rueckblickend fand sie mein Alter als kritisch. Ich solle zusehen, dass ich "unbeschadet" 50 Jahre wuerde. Von da an sei es einfach, aelter zu werden. Man muesse sich immer vor Augen halten, die naechsten 10 Jahre gut zu ueberstehen.
So hat jeder seine eigene Lebensphilosophie.
Anita/Australien
indeed
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Wie es damals schon war, ... indeed -
so ist es doch auch noch aktuell heute? Ein Gedicht zum schmunzeln. Wer erwischt sich nicht selbst bei diesem Gedankengang? - lach.
LG Ingrid