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Innenpolitik Antisemitismus in Deutschland

Monja_moin
Monja_moin
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Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von Monja_moin

Antisemitismus in Deutschland

Auf Tagesschau.de habe ich heute diesen traurigen Artikel gelesen.
 
Ich bin erschrocken, daß es in Deutschland auch heute noch oder wieder diesen Antisemitismus gibt und zwar in größerem Maße.
 
Wunderte mich oft wenn ich in Berlin bin und an dieser wunderschönen alten Synagoge vorbei gehe, daß diese Tag und Nacht von Polizisten bewacht wird.
Dachte auch oft, ist das noch nötig.
Wie ich jetzt lese, scheint es nötig zu sein.
Sehr traurig.

Centrum Judaicum.jpg
Centrum Judaicum02.jpg

Judenhaß, Islam-bashin, Fremdenfeindlichkeit  .... ich hoffe es ist immer noch eine Minderheit die so denken und handeln.

Ebenso hoffe ich, daß die schweigende Mehrheit endlich lauter wird, nicht schweigt und diese Menschen mit ihrem menschenverachtenden Gedankengut still gewähren läßt.
 
Monja.
 

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf Monja_moin vom 16.09.2018, 11:33:04

Ja, Monja, ich habe von den Präsidenten dieses Landes in den letzten 15 jahren auch niemals deutlich den Satz "Das Judentum gehört zu deutschland" gehört - mit dem Islam war man da großzügiger -  kommt noch dazu, dass Du als Jude inzwischen nicht "nur" der alltäglichen Scheu vor Juden begegnest oder dem ganz offenen Hass durch Nazis, hier in Deutschland muss man sich auch zusätzlich vor muslemischen Angreifern und Hassern vorsehen.
Da ist man gut Freund mit ihnen und dann erfahren sie, dass Du Jude bist und plötzlich hassen Dich die selben Menschen und spucken dir ins Gesicht, besudeln Dich mit Flüchen und Beleidigungen und bedrohen dich - so ist es meinem Sohn, seiner Frau und ihren im Raum München ergangen, die sich fast 2 Jahre sehr in der Flüchtlingshilfe engagiert hatten, sie bei sich zu Gast unzählige Male am Tisch sitzen hatten, Sprachunterricht gaben usw. Dann plötzlich sprach man über Juden und die jungen Männer sagten, wie sehr sie Juden hassen - als meine Schwägerin dann ganz offen sagte "aber ihr seid hier bei Juden zu Gast und wir sind doch Freunde"  schlug die Stimmung schlagartig um, wir haben das sie nachvollziehen können - ja und dann wurde einer meiner Enkel bei einer Tour mit Freunden in der Nähe von berlin von jugendlichen Nazis zusammengetreten, woran er noch heute leidet, körperlich und seelisch - nein, nicht weil man in ihm einen Juden erkannte, sondern weil er in den Augen dieser Idioten ein "dummer Fitschi" und seine farbigen Freunde "schei** Ni**er" waren! 

Am schlimmsten aber ist der nicht ausgesprochene Antisemitismus, denn der ist heimtückischer und gemeiner und äussert sich in feigen Taten und widerwärtiger Ignoranz. Sie grüssen Dich vorne freundlich und hinter Dir verbreiten sie die wildesten Gerüchte und schqaden Dir, wo sie nur können.

Zum Glück aber sind diese Antiasemiten in der Minderzahl, zum Glück-

karl
karl
Administrator

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von karl
als Antwort auf WoSchi vom 16.09.2018, 11:52:50

Es ist wichtig, dass die Jugend bei uns aufgeklärt wird. Dafür setze ich mich ein.

Erinnerung sichtbar machen. 80 Jahre Reichspogromnacht 2018
Ein Schülerwettbewerb von ZUM.DE

Karl

P.S.: Wer Ende Oktober in der Nähe von Mainz weilt, ist gerne zur Preisverleihung eingeladen.


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Monja_moin
Monja_moin
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von Monja_moin

Bisher war mir tatsächlich nicht bewußt, daß die Judenfeindlichkeit inzwischen (oder schon immer im Stillen) so ein Ausmaß hat.
Dachte es seien unbedeutende Einzelfälle.
 
Erinnere mich aber an ein Erlebnis hier vor Ort von meinem Mann, es war Ende der 80er Jahre.
 
Ein junger Kollege von meinem Mann war plötzlich verstorben.
Die Kollegen gingen gemeinsam zum Friedhof um ihn zu verabschieden.
Als sie am Grab standen,  sagte ein Kollege sehr laut, neben einem Juden werde ich hier nicht Abschied nehmen. Er stellte sich demonstrativ auf die andere Seite der Gruppe von den Kollegen.
Die Kollegen und mein Mann waren zuerst erschrocken, die meisten wußten gar nicht daß einer von ihnen Jude war.
Ohne ein Wort zu sagen gingen alle auf die andere Seite des Grabes, nahmen den "Juden" mit und sagten von dort laut, neben einen Antisemiten wollen wir auch nicht stehen.
 
Diese Reaktion hat mir sehr gut gefallen.
 
Monja.
 

Tina1
Tina1
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von Tina1
als Antwort auf Monja_moin vom 16.09.2018, 11:33:04
Antisemitismus in Deutschland

Auf Tagesschau.de habe ich heute diesen traurigen Artikel gelesen.
 
Ich bin erschrocken, daß es in Deutschland auch heute noch oder wieder diesen Antisemitismus gibt und zwar in größerem Maße.
 
Wunderte mich oft wenn ich in Berlin bin und an dieser wunderschönen alten Synagoge vorbei gehe, daß diese Tag und Nacht von Polizisten bewacht wird.
Dachte auch oft, ist das noch nötig.
Wie ich jetzt lese, scheint es nötig zu sein.
Sehr traurig.
Monja.
 


Ja es gibt wieder Antisemitismus, dazu gekommen ist der muslimische Antisemitismus.  Das sollte man auch benennen. Jeder Antisemitismus, egal von welcher Seite er kommt, muss bekämpft werden. Das ist meine Meinung.
Tina

https://www.welt.de/politik/deutschland/article179078634/Juedische-Organisationen-Auch-den-Antisemitismus-unter-Muslimen-als-solchen-ernst-nehmen.html


Jüdische Organisationen „Auch den Antisemitismus unter Muslimen als solchen ernst nehmen“

Ein Syrier mit Davidstern wird von Landsleuten geschlagen, ein israelischer Restaurantbesitzer mit Hassmails überschüttet – Juden fordern deutliche Worte gegen Antisemitismus.

Vor dem Hintergrund der jüngsten antisemitischen Vorfälle haben rund 30 jüdische Organisationen die Bundesregierung und die Länder aufgerufen, deutlich Position gegen Judenhass zu beziehen – auch gegen den von Muslimen.

Demokratie-Förderprojekte sollten nur öffentlich gefördert werden, wenn sie sich ausdrücklich gegen Judenfeindlichkeit und anti-israelische Boykott-Forderungen stellten, hieß es am Montag.

Auch Religionsverbänden müssen eine deutliche Haltung gegen Judenfeindlichkeit abverlangt werden, etwa bei der Gründung von Ausbildungsstätten für islamische Theologie, hieß es.

Der Aufruf richtet sich an parteinahe Stiftungen, Wissenschaftler sowie den Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung, Felix Klein.

Ich erwarte, dass die Bundesregierung und die Landesregierungen auch den Antisemitismus unter Muslimen als solchen ernst nehmen“, erklärte Lala Süsskind, Vorsitzende des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus sowie Mitinitiatorin der Grundsatzerklärung.
 

 
Edita
Edita
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von Edita
als Antwort auf Tina1 vom 16.09.2018, 20:23:08
Antisemitismus in Deutschland

Auf Tagesschau.de habe ich heute diesen traurigen Artikel gelesen.
 
Ich bin erschrocken, daß es in Deutschland auch heute noch oder wieder diesen Antisemitismus gibt und zwar in größerem Maße.
 
Wunderte mich oft wenn ich in Berlin bin und an dieser wunderschönen alten Synagoge vorbei gehe, daß diese Tag und Nacht von Polizisten bewacht wird.
Dachte auch oft, ist das noch nötig.
Wie ich jetzt lese, scheint es nötig zu sein.
Sehr traurig.
Monja.
 


Ja es gibt wieder Antisemitismus, dazu gekommen ist der muslimische Antisemitismus.  Das sollte man auch benennen. Jeder Antisemitismus, egal von welcher Seite er kommt, muss bekämpft werden. Das ist meine Meinung.
Tina
geschrieben von Tina1
Wer will denn das nicht benennen?
Die Überbetonung des muslimischen Antisemitismus ist aber für Deutschland überhaupt nicht nötig, das schafft der deutsche Antisemitismus ganz alleine - von sich reden zu machen, da brauchen sie die Moslems nicht! Seit 1979, seit einem Bombenfund, müssen in Stuttgart wieder jüdische Einrrichtungen, bewacht werden, beim Rumflanieren oder Fotografieren wird man kontrolliert und nichtjüdische Besucher der Einrichtungen müssen sich Personenkontrollen unterziehen!
Und seit 2002 müssen jüdische Einrichtungen wieder  bundesweit mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen leben, und 2002 gab es noch keine " moslemische Flüchtlingsflut ! "

" Friedman sagte im Sender Radio Eins (ORB/SFB) mit Blick auf die Anschläge in den Nachbarländern: "Ich warne, dass dies auch in Deutschland passieren kann und fordere die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern auf, intensive Sicherheitsmaßnahmen durchzuführen." Man müsse "ganz dringend ernst nehmen, dass auch hier etwas passieren kann". Der Präsident des Zentralrats, Paul Spiegel, sagte im ZDF, er sei "in Sorge", dass in Deutschland Ähnliches passiert wie in Frankreich."

QUELLE  

Mit 25 Jahren habe mir nie vorstellen können, daß so etwas in Deutschland noch mal auch nur in geringstem Maße vorkommen könnte ......
Wie es aussieht, war ich damals naiv wie ein noch dummes Kind!

Edita

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novella
novella
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von novella
als Antwort auf Edita vom 16.09.2018, 21:21:50

Der Antisemitismus war auch nach 1945 in Deutschland nicht verschwunden. Aber jetzt wird er wieder ganz offen, aggressiv bis gewalttätig auch gezeigt. In den fünfziger Jahren gab es z.B. eine Welle von Schändungen jüdischer Friedhöfe.
Was jetzt Not tut, ist, dass jeder von uns auch im ganz normalen Alltag sich laut dagegen äußern sollte, um den Radikalen nicht vornehm-distinguiert (wegen deren schlechter Umgangsformen) das Feld zu überlassen. Die Teilnahme an großen Demonstrationen erfordert keinen individuellen Mut, wohl aber z.B. der  persönliche Widerspruch gegen jemanden, der in einer Gesellschaft antisemitische Parolen von sich gibt. Unsere Zivilcourage ist gefordert!

Monja_moin
Monja_moin
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von Monja_moin
als Antwort auf novella vom 16.09.2018, 23:05:43
Der Antisemitismus war auch nach 1945 in Deutschland nicht verschwunden. Aber jetzt wird er wieder ganz offen, aggressiv bis gewalttätig auch gezeigt. In den fünfziger Jahren gab es z.B. eine Welle von Schändungen jüdischer Friedhöfe.
Was jetzt Not tut, ist, dass jeder von uns auch im ganz normalen Alltag sich laut dagegen äußern sollte, um den Radikalen nicht vornehm-distinguiert (wegen deren schlechter Umgangsformen) das Feld zu überlassen. Die Teilnahme an großen Demonstrationen erfordert keinen individuellen Mut, wohl aber z.B. der  persönliche Widerspruch gegen jemanden, der in einer Gesellschaft antisemitische Parolen von sich gibt. Unsere Zivilcourage ist gefordert!
Zu Bedenken ist, Teilnahme an großen Demonstrationen ist nicht jedem möglich.
Ich z. B. wohne zu weit weg, wo solche Demonstrationen statt finden.

Es gibt auch andere Möglichkeiten, wie an Petitionen teilnehmen, in Foren sachlich darauf aufmerksam machen mit Fakten nicht korrekte Aussagen widerlegen und ähnliches.
Auf jeden Fall nicht schweigen, auch nicht im eigenen Umfeld oder Bekanntenkreis.
 
Auch ich wurde schon als sogenannter Gutmensch, Träumerin die eine rosarote Brille trägt, die Realität nicht sieht oder sehen will, ich würde ja in einer heilen Welt leben und hätte keinen Durchblick was woanders ist und ähnliches bezeichnet.
Juckt mich nicht, ich werde nicht schweigen!
 
Sollte eine Bekanntschaft oder Freundschaft darunter leiden, dann ist es eben so ...
 
Monja.
 
olga64
olga64
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von olga64
als Antwort auf Monja_moin vom 16.09.2018, 23:29:54
 
Auch ich wurde schon als sogenannter Gutmensch, Träumerin die eine rosarote Brille trägt, die Realität nicht sieht oder sehen will, ich würde ja in einer heilen Welt leben und hätte keinen Durchblick was woanders ist und ähnliches bezeichnet.
Juckt mich nicht, ich werde nicht schweigen!
 
Sollte eine Bekanntschaft oder Freundschaft darunter leiden, dann ist es eben so ...
 
Monja.
 
Menschen, die so auf Sie reagieren (ich kenne das auch in Bezug auf meine Person) sind die eigentlich Bedauernswerten: sie leben in ihrem Mikrokosmos und sind meist nicht in der Lage, über den Tellerrand ihrer dünnen Erbsensuppe zu schauen.
Sie haben nie erkannt ,dass jeder Mensch (insbesondere in einem Binnenland wie Deutschland) schon nach wenigen Kilometern Ausländer ist und meist schon leicht daran zu erkennen, wie er mit der spezifisch deutschen Art versucht, aufzutreten und sich meist lächerlich macht.
Über GEschichtsbewusstsein verfügen solchen Leute meist nicht, aber über ein ausgeprägtes Jammer-Gen und viel Weinerlichkeit, wenn es um die eigene Person geht.
Ich schweige auch nicht,bzw. ziehe ich mich zurück, wenn sich solche Menschen dann zu richtigen Dumpfbacken entwickeln - das ist kein Umgang für mich; alles eine Sache der persönlichen Ansprüche und des eigenen Niveaus.
Alles Gute! Olga
schorsch
schorsch
Mitglied

RE: Antisemitismus in Deutschland
geschrieben von schorsch
als Antwort auf olga64 vom 17.09.2018, 16:23:01
 
 
...........
Sie haben nie erkannt ,dass jeder Mensch (insbesondere in einem Binnenland wie Deutschland) .........
Ohje: Ich muss wohl Nachhilfestunden in Geografie nehmen; ich meinte immer, Deutschland grenze an Meere! Oder meintest du gar nicht Deutschland, sondern Bayern? (;-))

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