Religionen-Weltanschauungen Gedanken zur Papstwahl

margit
margit
Administrator

Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von margit
Kritikern der katholischen Kirche wird gern die Floskel "Ecclesia semper renovanda" (die Kirche muss sich immer erneuern / muss immer erneuert werden) entgegen gehalten.

Trotz der Massenbegeisterung und des Medienspektakels anläßlich der Papstwahl kommen berechtigte Zweifel auf, wie eine Erneuerung geschehen kann, wenn das neue Oberhaupt, das den Augias-Stall ausmisten soll, von Leuten wie Kardinal Roger Mahony mitgewählt wird, obwohl dieser Herr wegen Verschleierung von Missbrauchsfällen seit Januar von allen Kirchenämtern entbunden ist. Seinem Nachfolger im Amt ist es immerhin 10 Millionen USDollar wert, dass die Opfer schweigen.

Völlig untergegangen ist in dem ganzen Papst-Hype, dass auch der Ex-Papst in seiner Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation in Vatikan Hinweise vom damaligen Bischof von Savona, Domenico Calcagno auf Mißbrauch nicht beantwortet haben soll. Der daran beschuldigte Priester wurde laut Spiegel von einer Gemeinde in die andere strafversetzt ohne Hinweis auf seine Besonderheit. Auch Herr Calcagno ist wahlberechtigtes Mitglied des Kardinalkollegiums.

Für meine redliche und tiefgläubige Großmutter wäre eine Welt zusammengebrochen, wenn sie das noch erlebt hätte.

Margit
Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von mart1
als Antwort auf margit vom 13.03.2013, 11:51:52
Die Antwort der kath. Kirche dürfte wohl wie so oft in folgende Richtung gehen:

Personen, Menschen sind fehlerhaft und sündig - das berührt aber nicht die Funktion, über die die Taube, der heilige Geist, schwebt.

Beichten, Bereuen .... da capo!

LG mart
clara
clara
Mitglied

Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von clara
als Antwort auf mart1 vom 13.03.2013, 12:43:22
Da bleibt nur die Hoffnung, dass es immer mehr katholische Protestanten gibt! Clara

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pilli †
pilli †
Mitglied

Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von pilli †
es ist entschieden, wer die politik des vatikans nun entscheiden wird:

der weiße rauch quillt aus dem kamin!

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pilli
Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von mart1
als Antwort auf pilli † vom 13.03.2013, 19:10:43
.... ich denke jetzt amüsiert an den netten Film "Habemus papam, Ein Papst büxt aus".

Aber eines zeigt sich für mich: Die Sehnsucht nach Pracht und inszeniertem spanischen Protokoll scheint tief in der menschl. Natur zu liegen.

Was hat das alles mit der Figur des Jesus zu tun, frage ich mich.

LG mart
fenna
fenna
Mitglied

Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von fenna
als Antwort auf margit vom 13.03.2013, 11:51:52
Für meine Großmutter wäre die Welt nicht zusammengebrochen. Sie hätte es einfach nicht geglaubt, und als Lüge der Ungläubigen abgetan.

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dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf mart1 vom 13.03.2013, 19:58:38
mart1: "Die Sehnsucht nach Pracht und inszeniertem spanischen Protokoll scheint tief in der menschl. Natur zu liegen."

Das scheint aber ein Generationsproblem zu sein, denn ich und vor allem jüngere Bekannte (auch Gläubige) finden das einfach nur lächerlich und mittelalterlich.
Elisabet
Elisabet
Mitglied

Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von Elisabet
als Antwort auf dutchweepee vom 13.03.2013, 20:15:34
Ja so erlebte und erlebe es bei der Jugend auch.Sie finden diese kostümierten Zeremonien einfach nur bescheuert.
pilli †
pilli †
Mitglied

Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von pilli †
als Antwort auf mart1 vom 13.03.2013, 19:58:38
ich weiß nicht; ich weiß nicht...

es wandern arg böze gedanken gerade durch meinen kopp:

schlau wie Reineke Fuchs haben, so jedenfalls meine ersten gedanken, die Kardinäle eine antwort gefunden, die leutz zu besänftigen. das rezept sollte m.e. aufgehen:

- wähle einen mann, der nicht mit bester gesundheit gesegnet ist, dann sieht man in nicht allzu ferner zukunft weiter...

- wähle einen bescheidenen mann, der sich der einfachheit verschrieben hat; das wirkt als milderndes heilmittel, den finanziellen machenschaften ein gegenmittel zu bieten ...

- wähle einen mann, der einstens in der liga der gegenspieler bei der wahl für Ratzinger zu finden war; damit ist der gebetsmühlenartig geforderten erneuerung der kirche genüge getan...

das alles bietet Jorge Mario Bergoglio, ein Jesuit, der für sich für den papst-namen Franziskus I. entschieden hat.



Beim Gebet in San Damiano, etwa im Jahr 1205, fühlte sich Franz von der dortigen Kreuzikone her persönlich angesprochen. Die Legende berichtet, Christi Stimme habe zu ihm gesprochen:

„Franziskus, geh und baue mein Haus wieder auf, das, wie du siehst, ganz und gar in Verfall gerät.“ (nach II Cel 10[4]).
geschrieben von wiki


Franz von Assisi

die zeit wird zeigen, ob dieser Papst dem verfall der röm. kath. kirche, der m.e. nie deutlicher war als jetzt, einhalt gebieten kann?

der sender phoenix bietet in der Phoenix-Runde heute um 22.15uhr an:

" Habemus papam - Wohin führt Franziskus I. die Kirche? "

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pilli
adam
adam
Mitglied

Re: Gedanken zur Papstwahl
geschrieben von adam
als Antwort auf pilli † vom 13.03.2013, 21:08:49
Ganz ähnlich habe ich auch gedacht pilli.

Daß sich etwas Maßgebliches ändert, glaube ich nicht.

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adam

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