Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh

Internationale Politik Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh

Bruny
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RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von Bruny
als Antwort auf freddy-2015 vom 23.03.2019, 15:55:30

Die Zeit für eine Änderung ist immer dann, wenn die Menschen es wollen. Eine Änderung kann nur von den Menschen im iran kommen, alles andere wäre Einmischung von außen und würde alle Bemühungen des Volkes torpedieren. Es sind auch nicht „nur“ die Frauen die sich wehren, sie werden von ihren Männern, Brüdern usw. unterstützt. 
Bruny
 

schorsch
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RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von schorsch
als Antwort auf Bruny vom 07.04.2019, 07:33:18
Die Zeit für eine Änderung ist immer dann, wenn die Menschen es wollen. Eine Änderung kann nur von den Menschen im iran kommen, alles andere wäre Einmischung von außen und würde alle Bemühungen des Volkes torpedieren. Es sind auch nicht „nur“ die Frauen die sich wehren, sie werden von ihren Männern, Brüdern usw. unterstützt. 
Bruny
 
Ich aber sage und denke: Wer zuschaut, wie Menschen - gleich welchen Geschlechts, Staates, Religion oder Hautfarbe - in irgend einem Land unterdrückt, gequält und getötet werden, der/die gibt sich mit den Unterdrückern und Mördern solidarisch!
Bruny
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RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von Bruny
als Antwort auf schorsch vom 07.04.2019, 11:41:09

Ach Schorsch das sind Totschlagargumente die mich nicht überzeugen. Weißt du, dass es Mütter und vor allen Dingen Großmütter sind, die ihre Töchter und Enkelinnen dazu zwingen sich zu verhüllen. Die Frauen müssen für ihre Rechte kämpfen, von außen regeln zu wollen wird in einer Katastrophe enden. 
Die Deutschen und wahrscheinlich auch Europäer sollten sich erst einmal darum kümmern, dass es mehr Frauenhäuser gibt wo unterdrückte und mißhandelte Frauen und Kinder zur Ruhe kommen.


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RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf Bruny vom 07.04.2019, 07:33:18

Vor einigen Tagen sah ich eine sehr interessante Doku über die letzte persische Kaiserin Farah Pahlavi, die an der Seite ihres Mannes, dem Schah, eine schlüsselposition inne hatte und gerade in Sachen Frauen viel verändert hat.

Dass der Schah ohne Zweifel grosse Fehler in seiner Politik gemacht hat, bleibt unbestritten - nur: was hat sich eigentlich für das Volk und im spepziellen für die Frauen mit der ach so segensreichen Islamischen Revolution verändert???

NICHTS!!

Wenigstens nichts zum Positiven, denn die Armen sind immer noch arm, die Rechtlosen immer noch ohne Rechte, die Mullas bombten ein aufstrebendes Land zurück ins Mittelalter und verhinderten das Frauenwahlrecht, das kurz vor der verabschiedung stand - Dank der Kaiserin. Es gibt keinerlei Meinungsfreiheit, Gefangene werden gefoltert, die Todesstrafe schlimmer und häufiger volltreckt als zu Zeiten des Schahs und die selben, die damals beim Besuch in Berlin gegen den Schah demonstrierten, setzten sich heute hin und "kämpfen" für die Freilassung dieser Menschenrechtsanwältin und Gleichberechtigung der Frauen ... was also hat die tolle Revolution gebracht und wo wäre das Land wohl heute, hätte man den Schah nicht vertrieben? Ich persönlich denke, dass man dort inzwischen eine sehr demokratische Monarchie hätte ...

Bruny
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RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von Bruny
als Antwort auf WoSchi vom 07.04.2019, 12:05:07

WoSchi, meine Mutter war eine Verehrerin des Schahs und Farah Diba und vielleicht deswegen begann ich mich schon früh für Land und Leute zu interessieren. Mein Varer hatte zudem einen persischen Arbeitskollegen und die Familie war oft Gast bei uns. Der von meiner Mutter verehrte Schah war ein Menschenverachter par Excellence und nur für die ohnehin reiche Schicht ein „Segen“. Ich hatte meine Ohren immer ganz weit aufgesperrt um so viel wie möglich mitzubekommen und hatte mir damals schon vorgenommen, all diese Länder mal selbst zu besuchen, von denen ja sonst nur über Dritte zu erfahren war. 

Irans gestohlene Demokratie begann 1953 als die CIA Irans parlamentarisch legitimierten Premier Mossadegh stürzte. Jede Einmischung von außen hat dazugeführt, dass die Verhältnisse für die Menschen sich drastisch verschlechterten, denn Einmischung ist immer aus Eigeninteresse erfolgt und das ist bis heute so.

Frauen überall auf der Welt haben Macht, sie müssen sie nur nutzen. Ein steter Tropfen höhlt den Stein. Als ich zuletzt in Teheran war, habe ich gesehen, dass sich die Frauen ihren Freiraum schaffen. Die Tücher wandern am Kopf weiter zurück, sodass das Haar in Erscheinung tritt. Die Frauen sind gut gebildet und bekleiden gute Positionen in der Arbeitswelt und in der Ehe sind sie durchaus gleichberechtigt. 
Die Frauen auf dem Land mußten ohnehin nie das religiös motivierte Kopftuch tragen. Sie tragen bunte Kleidung und bei der Arbeit auf dem Feld einen Schal um sich vor Sonne und Mücken zu schützen.

Bruny

karl
karl
Administrator

RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von karl
als Antwort auf Bruny vom 07.04.2019, 12:48:21

Danke bruny,

der Schah war in Persien verhasst und hielt sich nur mit seinem grausamen Geheimdienst an der Macht. Vergleicht man das heutige Saudi Arabien mit dem Iran, ich wüsste, wo ich lieber wohnen würde und vor allem wüsste ich, in welches Land Margit auf gar keinen Fall, nicht einmal als Touristin mitkommen würde. Das wäre Saudi Arabien und nicht der Iran, der wesentlich liberaler ist als Saudi Arabien.

 



 

Karl

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RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von WoSchi
als Antwort auf Bruny vom 07.04.2019, 12:48:21
ich gebe Dir vollkommen Recht, ja - der Schah hat viele Fehler gemacht - aber was haben die Mullahs denn bis heute besser gemacht, das ist die Frage ..

Studentinnen - Frauen vor der grossen Revolution ...




Hier der Artikel dazu und noch mehr Bilder

Ich denke, diese Generation da auf den Bildern hätte sich die Ungerechtigkeiten des Schahs nicht mehr lange gefallen lassen und eine Änderung anders herbeigeführt, als die Religionsfanatiker ..
 
Bruny
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RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von Bruny
als Antwort auf WoSchi vom 07.04.2019, 13:20:38

WoSchi um das beantworten zu können, müßte man die Zeit zurückdrehen. Was wäre gewesen könnte man nur beantworten wenn die CIA 1953 nicht geputscht hätte. Hätte sich ein zwar westlich orientierter Iran aber mit persischer Identität etabliert? Ich glaube schon, denn genau das wollte die USA ja verhindern.
Heute können wir nur darauf vertrauen, dass die alten Männer sterben und keine jungen ideologisch versifften ihren Platz einnehmen. Darauf allerdings können wir nur hoffen, wenn die jungen Frauen stark werden, denn eine starke Frau heiratet keinen Unterdrücker.

Was kann Europa dazu beitragen? Europa kann sich dem Einfluß der USA verweigern und Geschäfte mit dem Iran machen. Sie wie von den USA gewollt in den Ruin und ins Abseits zu treiben macht die Mullahs stark.

Auch im Libanon, Jordanien, Ägypten, Tunesien und in der Türkei gibt es viele Menschen die mit dem Wandel nicht einverstanden sind, die nicht wollen, dass westliche Einflüsse durch Touristen in ihr Land gebracht werden um die jungen Menschen aufzuhetzen. Sie wollen sich lieber zurückkatapultiert sehen in eine Zeit vor Internet, Twitter, Instagram und Co. 

Bruny

P.S.: Diese Studentinnen waren die gehobene Schicht, WoSchi. Die unterdrückte Schicht hatte das Geld nicht um zu studieren. Die unterdrückte Schicht waren die Bauern und die Tagelöhner, die Knechte der oberen Schicht. Eine Mittelschicht gab es zu Zeiten des Schahs nicht.
Der Schah hat keine Fehler gemacht, er war der Fehler.
 

Tina1
Tina1
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RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von Tina1
als Antwort auf WoSchi vom 07.04.2019, 13:20:38
ich gebe Dir vollkommen Recht, ja - der Schah hat viele Fehler gemacht - aber was haben die Mullahs denn bis heute besser gemacht, das ist die Frage ..

Studentinnen - Frauen vor der grossen Revolution ...




Hier der Artikel dazu und noch mehr Bilder

Ich denke, diese Generation da auf den Bildern hätte sich die Ungerechtigkeiten des Schahs nicht mehr lange gefallen lassen und eine Änderung anders herbeigeführt, als die Religionsfanatiker ..
 
Mina Ahadi, eine iranische Frauenrechtlerin, erzählt ihre Lebensgeschichte, auch aus dieser Zeit im Iran.

WoSchi diese Ungerechtigkeit haben sich die Frauen schon damals nicht gefallen lassen, denn sie sind schon zu dieser Zeit auf die Straße gegangen. Und das ist so geblieben, denn der damalige Regimewechsel hat die Situation der Frauen, der homosexuellen, der andersdenkenden nicht verbessert. Und sie gehen bis heute auf die Straße u demonstrieren für ihre Rechte, siehe meine Links. Es gibt die Todesstrafe und bis 2010 die Steinigung. Frauen.-u. Menschenrechtsbewegungen außerhalb vom Iran, haben dazu beigetragen, dass die Steinigung nicht mehr ausgeübt werden darf.

Und es waren nicht nur Studenten auf der Straße. Und wenn es die meisten waren, dann zeigt es doch, dass auch sie sich unterdrückt gefühlt haben und deshalb für die Rechte der Frauen auf die Straße gegangen sind. Das widerlegt doch, was hier in Bezug der Demos geschrieben wird. Sie sind für alle Frauen auf die Straße gegangen, auch für die auf dem Lande, für die der unteren Schicht. Nur sie hatten aber die Möglichkeit ihren Kampf für Frauenrechte auf die Straße zu bringen. Sie hatten es satt vollverschleiert zu gehen, sie wollten ein modernes, selbstbestimmtes Leben führen. Sie wollten singen u tanzen, sich mit männlichen Freunden treffen, das ist alles verboten im Iran.

Auch die heutigen Demonstrationen von Frauen im Iran, die für die Menschenrechte, für die Frauenrechte auf die Straße gehen, wo religiöse und nicht religiöse Frauen dabei sind, mit u. ohne Verschleierung, kämpfen für alle Frauen im Iran, egal aus welcher Schicht sie stammen, egal ob sie religiös o. nicht religiös sind. Ich habe einige Videos von diesen Frauenbewegungen eingestellt. Man sollte all diese Frauenbewegungen unterstützen. Man sollte sich die Geschichten der Frauen anhören, die in diesen Ländern leben, auf die Straße gehen o. vor dem islamischen Regime, vor den Sittenwächtern, nach Deutschland geflohen sind, weil ihnen die Todesstrafe drohte.

Man sieht doch im Fall der iranischen Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh, siehe Thread, was noch heute mit Frauen im Iran passiert, wenn sie sich für die Frauenrechte einsetzen, wenn sie sich gegen Vollverschleierung, gegen den politischen Islam, gegen die Gesetze der Scharia wenden.

Das sind meine Gedanken, die sich auf vielen Aussagen von muslimischen Frauen berufen, die aber niemand teilen muss.
Tina
 
freddy-2015
freddy-2015
Mitglied

RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von freddy-2015
als Antwort auf schorsch vom 07.04.2019, 11:41:09
Die Zeit für eine Änderung ist immer dann, wenn die Menschen es wollen. Eine Änderung kann nur von den Menschen im iran kommen,
geschrieben von Bruny
Ich aber sage und denke  : Wer zuschaut, wie Menschen - gleich welchen Geschlechts, Staates, Religion oder Hautfarbe - in irgend einem Land unterdrückt, gequält und getötet werden, der/die gibt sich mit den Unterdrückern und Mördern solidarisch!
Also mal ehrlich Schorsch,
dass hört sich an als wenn der Papst seine Botschaft verkündet.
Wer von uns oder sonst jemand schaut denn zu,  vor Ort.???
Keiner von uns ist in der Lage was zu ändern und Unterstützung von Aussen
hatten die Iraner genug (CIA)
Wir müssen lernen das wir uns da raushalten.
Hilfe für alle die hier Hilfe in Deutschland bekommen können ja,
alles andere ist nicht machbar bzw. nicht gut.

@ Woschi,
Der Schah hätte nie eine Demokratie zugelassen.
Und seine Nachfolger auch nicht.
Aus einem einzigen Grund,
die damalige Elite wollte festhalten an der Macht und dem
gewohnten Leben.
Freiheit nach demokratischen Vorstellungen hätte ewig gedauert.
Dort im Iran ist einiges anders und nicht vergleichbar mit Spanien.

 

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