Forum Politik und Gesellschaft Internationale Politik Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh

Internationale Politik Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh

olga64
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RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von olga64
als Antwort auf Bruny vom 08.04.2019, 19:32:04
Olga, gerne akzeptiere ich andere Meinungen, aber nicht was sie vom Hören/Sagen berichten. Wenn ich eine Kulturreise unternehme dann halte ich mich an das Sprichwort: when in Rome do as the Romans do.
Ich gehe davon aus, dass Reisende sich vorher darüber informieren was in den jeweiligen Ländern an Kleidung vom Besucher erwartet wird, wie die Wetterbedingungen sind usw. wenn mir 40 Grad zu heiß sind, dann wähle ich entweder ein anderes Land oder ich besuche das Land meiner Wahl zu einer anderen Jahreszeit.
 
Solche Binsenweisheiten sind mir weitgereister Frau und meinen ebensolchen Freunden natürlich gut bekannt.
Aber es geht bei mir emanzipierter, westlich sozialisierter Frau schon noch ein Stück weiter: wie käme ich dazu, mir von alten Männern in einem anderen Land vorschreiben zu lassen, wie ich mich zu kleiden habe?
Ursprünglich wurde ja von Ihnen und anderen bemängelt, warum so wenige Leute in den Iran fahren? Dies könnte ein Grund dafür sein - zumindest bei emanzipierten Frauen.
Sogar PolitikerInnen an exponierter Position weigern sich anscheinend, sich einem solchen Kleidungsdiktat alter Männer zu unterwerfen und besuchen dieses Land ebenso nicht. Wäre vielleicht gar nicht schlecht ,wenn die religiösen Diktatoren dies mal überdenken würden und ihre albernen Bedingungen änderten. Olga
Bruny
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RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 09.04.2019, 17:29:50

Olga, an Ihrer Stelle würde ich mich erstmal informieren bevor Sie hier wieder versuchen vom Thema abzuweichen. Für Sie, als weitgereiste Frau von Welt, müsste es doch ein Leichtes sein die 1007 Seiten zu lesen die ich für Adam und weitere Interessenten eingestellt habe. Und nein, das ist kein Propagandabericht der UDSSR, auch nicht der Iraner sondern from the Department of State Washinton „FOREIGN RELATIONS
OF THE
UNITED STATES
1952–1954
IRAN, 1951–1954“

Dieser Bericht zeigt ganz deutlich warum sich B. Obama entschuldigt hat.



 

Bruny
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RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 09.04.2019, 17:33:57

Ich habe auch gerne in den Cafés in Isfahan gesessen und dem Märchenerzähler gelauscht Tränen lachen.


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Tina1
Tina1
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RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von Tina1

Ein interessanter Artikel über den Iran.
Tina

https://www.deutschlandfunk.de/iran-1979-und-heute-was-von-der-revolution-uebrig-blieb.724.de.html?dram:article_id=440665

Iran 1979 und heute. Was von der Revolution übrig blieb

"Die Auflehnung gegen das Schah-Regime führte 1979 zur Islamischen Revolution in Iran. Das Land hat sich allerdings anders entwickelt, als es sich ein Großteil der Demonstranten damals wünschten. Viele Iraner sind heute unzufrieden mit ihrerer Regierung.

Es ist der 11. Februar 1979. An diesem Tag wird Iran neu geboren. Zuvor hatte das Volk seinen verhassten Herrscher aus dem Land gejagt.

Nachdem der Schah geflohen war, kehrte Ruholla Khomeinei aus dem Exil zurück. Der Gründer der bis heute bestehenden Islamischen Republik. Khomeini leitete den radikalsten Wandel ein, den Iran je erlebte, sagt der Teheraner Politologe Sadegh Zibakalam.

Am 11. Februar ahnte kaum jemand, dass es nach dem Schah-Regime noch schlimmer kommen könnte. Wenn heute Außerirdische kämen, wie Zibalam sagt, würden sie nicht das vorfinden, was viele Revolutionäre vor 40 Jahren angestrebt hätten.

Khomeini wusste, was die verschieden Bevölkerungsgruppen am Schah-Regime ablehnten, und er versprach den Iranern, was sie hören wollten, sagt deutsche Iran-Experte und Leiter des Istanbuler Orient-Instituts, Professor Raoul Motika.
Und so forderten immer häufiger immer mehr Menschen auf den Straßen Teherans und anderer Städten „Nieder mit dem Schah“.

Doch wie konnten Demokraten, Kommunisten und Liberale zulassen, dass ihr Land in die Hände von Mullahs fällt? Warum wurde aus der Revolution eine Islamische Revolution?

Dass in einem bis dahin westlich orientierten Land islamisches Recht, die Scharia, eingeführt werden könnte, dass Alkohol verboten würde und Frauen wieder unter den Schleier gezwungen werden könnten, nachdem der Schah die Verhüllung verboten hatte – das wollte sich kaum jemand vorstellen. Doch man hätte es wissen können, meint Professor Raoul Motika, Leiter des deutschen Orient-Instituts in Istanbul.

„Die Islamische Revolution 1979 bedeutete nicht, die Iraner wollten eine islamistische Regierung, die Einführung der Scharia oder den Schleierzwang für Frauen. Niemals!
„Khomeini hat es meisterhaft verstanden, einen nach dem anderen nicht nur auszuschalten, sondern gegeneinander auszuspielen. Die Tudeh-Partei hat es als letzte Partei bis zum Schluss noch geschafft und hat auch andere Linke denunziert, mitgeholfen, auch gewaltsam, zu bekämpfen, und ist dann selber ins Gefängnis eingefahren oder vor die Erschießungskommandos gekommen.“

Khomeini fühlte sich nun stark genug, um gegen vermeintliche Sympathisanten der USA und innere Feinde der Islamischen Revolution mit der gleichen Grausamkeit vorzugehen wie der verhasste Schah. In den Gefängnissen wurde wieder gefoltert. Tausende wurden in Schauprozessen verurteilt und hingerichtet.

Die Grausamkeiten dauern bis heute an. Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ berichtet unter Berufung auf interne Dokumente des iranischen Staates über 1,7 Millionen Gerichtsverfahren und zahlreiche Hinrichtungen in der Zeit zwischen 1979 und 2009.

Ein erneuter Aufstand würde scheitern, pflichtet ihm Professor Raoul Motika bei: „Solange die bewaffneten Kräfte, und wir haben ja hier eine Vielzahl von bewaffneten Kräften, wir haben die Armee, wir haben die Revolutionswächter, wir haben alle möglichen Milizen im Land, wir haben radikale Gruppen, die von Teilen des Regimes unterstützt werden. Wir haben radikal-schiitische Kampfverbände aus Irak, aus Syrien, aus Aserbaidschan, aus dem Kaukasus, die bei Bedarf auch genutzt werden können im Land. Solange eben hier keine Absetzbewegungen von diesen militärischen Kräften zu beobachten sind, wird meines Erachtens das Regime erst einmal stabil bleiben und jeden Protest, der bedrohlich würde, mit großer Gewalt unterdrücken.

Auch Geschichtsstudentin Mina ist skeptisch: „Ich habe da große Zweifel. Vor allem weil es wohl nur die Wahl geben wird zwischen Schlimmer und am schlimmsten. Ich glaube, eine Menge Menschen empfinden das genauso wie ich.“ "

..


 

olga64
olga64
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RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von olga64
als Antwort auf Bruny vom 09.04.2019, 18:11:27

Sie schreiben mal wieder in Rätseln, aber das haben MärchenerzählerInnen ja so an sich, oder?
Ansonsten empfehle ich Ihnen, Ihren umfangreichen Buchtip in der Rubrik "Ich lese gerade" einzustellen (läuft unter Kunst/Literatur). Dann können Sie evtl. weitere, begeisterte LeserInnen gewinnen. Andererseit könnten wir Sie dann dort mal antreffen. Aber Achtung: das ist ein wunderbares Thema, recht friedlich und macht viel Freude, weil man mit gleichgesinnten LeserInnen sich gut über Lesen austauschen kann. Eine Leidenschaft, die über so vieles hinweghilft und wo man oft klüger hervorgehen kann. Olga

Bruny
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RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von Bruny
als Antwort auf olga64 vom 09.04.2019, 18:40:47

Denken Sie mal darüber nach was ein Märchenerzähler erzählt - Märchen Tränen lachen


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Bruny
Bruny
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RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von Bruny
als Antwort auf Tina1 vom 09.04.2019, 18:36:51

Ich glaube auch nicht, dass sich kurz- und mittelfristig etwas zum Besseren wenden wird im Iran. Aber ich habe die Hoffnung dass sich Hassan Rohani noch lange im Amt halten wird. Er ist der zuverlässigste und diplomatischte Politiker den der Iran zu bieten hat. Es gilt die jungen Leute zu beschwichtigen und die Mullahs im Zaum zu halten, ein schweres Unterfangen.
Bruny

adam
adam
Mitglied

RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von adam
als Antwort auf karl vom 09.04.2019, 12:00:15
@adam,

der Schah war zu dieser Zeit nur nominelles, relativ machtloses  Staatsoberhaupt. Wie die Staatsoberhäupter vieler Demokratien wurde Mossadegh als Regierungschef nicht direkt vom Volk gewählt, sondern vom Parlament nach Beauftragung durch das Staatsoberhaupt.  Blicke z. B.  einmal nach Italien. 

Karl
geschrieben von karl
Karl,

mir ist nicht bekannt, daß der Iran jemals eine konstitutionelle Monarchie war. Nachdem ich mich etwas mit dem Thema Mossadegh beschäftigt habe, steht für mich fest:

- Mossadegh wurde nicht demokratisch gewählt, sondern vom Schah bestimmt, eingesetzt und vom Parlament lediglich bestätigt. Derartige Bestätigungen kennen wir aus der DDR und anderen, ehemaligen Ostblockstaaten, heute in Russland, China und Nordkorea. Natürlich blicke ich nicht nach Italien, Italien ist eine Demokratie.

- Mossadegh war kein demokratischer Politiker. Wäre er das gewesen, hätte er gemeinsame Interessen und Werte mit dem Westen gehabt, sich nach Unterstützung im Westen umgesehen und wäre vom Westen gestützt worden, es hätte keinen Grund für den Westen gegeben, ihn abzulösen. Mossadegh wandte sich aber an die Sowjetunion um Unterstützung,. Damals war der Kalte Krieg noch jung, die Amerikaner hatten unter großen menschlichen und wirtschaftlichen Opfern (materielle Hilfe an die Sowjetunion) zwei Weltkriege für Europa gewonnen und ließen sich natürlich von einem Mossadegh nicht die Butter vom Brot nehmen. Mossadegh wäre auch ohne die Hilfe der USA gestürzt worden, u.a. auch durch die beginnende Islamisierung. Daß der CIA Demonstranten gegen Mossadegh kaufte, wird von den Gegnern der USA, und des Westens überhaupt, völlig überzeichnet. Davon auch noch abzuleiten, die USA seien schuld am "Gottestaat" der Ayatollahs ist m.E. abwegig und wurzelt in einer antiamerikanischen Haltung. Auch in der der späten 1960er.

- Daß die Amerikaner heute den "Sturz" Mossadeghs zugeben, liegt auch daran, daß Obama das Abkommen mit dem Iran als außenpolitischen Erfolg brauchte. Die endgültige Bewertung der Geschichte um den Schah und Mossadegh wird in späteren Jahreben erfolgen, wenn die Ereignisse für fehlgeleitete ideologische Gründe nicht mehr nötig sind.

Für die derzeitige Lage um das Verbrecherregime im Iran bin ich der Meinung, daß alle nichtmilitärischen Mittel von außen genutzt werden sollten, um die Ayatollahs zu stürzen.

--

adam
adam
adam
Mitglied

RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von adam
als Antwort auf Bruny vom 09.04.2019, 18:09:51
Olga, an Ihrer Stelle würde ich mich erstmal informieren bevor Sie hier wieder versuchen vom Thema abzuweichen. Für Sie, als weitgereiste Frau von Welt, müsste es doch ein Leichtes sein die 1007 Seiten zu lesen die ich für Adam und weitere Interessenten eingestellt habe. Und nein, das ist kein Propagandabericht der UDSSR, auch nicht der Iraner sondern from the Department of State Washinton „FOREIGN RELATIONS
OF THE
UNITED STATES
1952–1954
IRAN, 1951–1954“

Dieser Bericht zeigt ganz deutlich warum sich B. Obama entschuldigt hat.



 
Bruny,

hier eine deutsche Zusammenfassung der Operation Ajax. Man muß sich nicht durch über 900 Seiten englischen Text wühlen, um das bißchen Geschichte zu überblicken. Ich muß nicht die langatmigen Schilderungen erfahren, warum damals welcher Botschafter wann wohin reiste und wieder zurück. Die Erwähnung des Berichtes hat wohl auch eher einen polemischen Sinn als einen informativen.Zwinkern

--

adam
schorsch
schorsch
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RE: Der Fall der iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh
geschrieben von schorsch
als Antwort auf Tina1 vom 09.04.2019, 18:36:51

Wie viel (oder wohl eher wie wenig!) der Schah noch zu sagen hatte, kann man daraus erkennen, dass ihm die Mullahs empfehlen (oder wohl eher be-fehlen!) konnten, sich von seiner kinderlosen Frau zu trennen und eine neue, gebärwillige und -fähige zu ehelichen.


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