Ein paar Tage am Berg - abgebrochen


Nach einigen kleineren Wanderungen fühle ich mich halbwegs fit für eine längere Bergtour - ohne extreme Höhenunterschiede und mit der Möglichkeit (fast) jederzeit abbrechen zu können. Zuerst geht's mal mit der Seilbahn auf's Hafelekar.

Rumer Spitze(qilin)



Von hier geht’s weiter über den Goetheweg nach Osten, wo schon meine erstes Ziel, die Rumerspitze zu sehen ist - allerdings noch'n Stückchen weg...

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Nach einer halben Stunde erstmals ein Blick nach Norden auf die Gleirschkette

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und einer nach SW zurück auf Innsbruck.

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Jetzt wendet sich der Weg auf die Nordseite

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und hier gibt’s einen Ausblick auf die 40 km entfernte Zugspitze:

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Nochmals ein Gegenanstieg

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dann stehe ich in der Scharte, von wo mein heutiges Ziel in aller Pracht und Herrlichkeit zu sehen ist

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Selbst Schmetterlinge gibt’s hier heroben - leider komme ich nicht näher dran

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und jede Menge Echte Enzian.

Rumer Spitze(qilin)


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Nochmals mein Tagesziel aus der Arzler Scharte - und dann wird’s ernst

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Da man beim Alleingehen schlecht Actionfotos schießen kann, kommen mir netterweise an interessanten Stellen immer wieder Bergkameraden entgegen

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Tiefblick zu meinem heutigen Tagesziel, der Pfeishütte

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Da ist jemand vor mir,

Rumer Spitze(qilin)



und eine Bergsteigerin kommt mir entgegen.

Rumer Spitze(qilin)



Jetzt sieht man bereits das Gipfelkreuz - und rechts am Grat einige 'Weg'markierungen.

Rumer Spitze(qilin)



Endlich oben - Zeit für eine ausgedehnte Rast und für einen Anruf bei meiner Frau, damit sie sich keine Sorgen macht

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Ein Rückblick auf meinen bisherigen Weg

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und einen auf mein Ziel für morgen - wenn ich dann noch fit bin. Eigentlich bin ich jetzt schon ziemlich fertig...

Rumer Spitze(qilin)



Andere tun sich da leichter

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Ein Alpinist kommt von Osten herauf und warnt mich vor dem Abstieg dorthin - der sei schwierig und vor Allem gefährlich wegen des Gerölls auf den Felsen. Ich kenne den Abstieg aber von früher, und der ist um Einiges kürzer als der Weg zurück über den Westgrat. Das bewahrheitet sich auch - das Geröll stört im Abstieg weniger als im Aufstieg - über Geröllpfade, kurze Kletterstellen und Schneefelder geht es langwierig hinunter zum Kreuzjöchl. Einmal bricht mir beim Klettern ein Griff aus - bei sauberem Klettern und in diesen Schwierigkeitsbereichen kein Thema, aber müde bin ich schon... Noch eine Stunde bis zur Hütte, ich bin schon im Schneckentempo unterwegs...

Endlich angekommen, ein erstes Radler, und aus der Hüttentür sieht man jetzt schön meine Überschreitung von rechts nach links:

Rumer Spitze(qilin)



In der Nacht plagen mich Krämpfe in Beinen, Armen und Fingern - das kenne ich so nicht, und ich will damit nicht nochmals auf einer Hütte übernachten - ich beschließe, am nächsten Tag über das Kreuzjöchl wieder nach Innsbruck abzusteigen. Um sieben steige ich meinen gestrigen Weg wieder hoch - hier sehe ich nochmals meinen Abstiegsweg vom Gipfel, er führt über das Schneefeld im Schatten in den Felsen...

Rumer Spitze(qilin)



Wer solche Wege nicht nur auskundschaftet, sondern auch anlegt und erhält, hat meine größte Bewunderung

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beim Abstieg nach Innsbruck sehe ich noch vereinzelt ein paar Teufelskrallen - leider schon etwas verblüht

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und um ein Uhr mittags bin ich wieder auf der Hungerburg und nehme den Bus nach Hause.

Heute, am Tag danach, merke ich doch, dass ich mir einen deutlichen Muskelkater angezüchtet habe - aber wieder mal zwei Tage am Berg zu sein war ein schönes Erlebnis - gut für die Kondition und Höhenanpassung für weitere Touren, und zwei kg abgenommen in zwei Tagen ist auch schon was. Mal überlegen was sich da noch anbietet...

() qilin

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Kommentare (16)

Katze Wohl dem, der das erlebt und erwandert hat. So etwas bereichert das Leben ungemein. Vielen Dank auch für die herausragenden Aufnahmen.
Gruß Katzenbart
EHEMALIGESMITGLIED63 selten einen so guten Bericht gesehen
und so ausgesprochen gute Fotos.

Es hat Freude gemacht Dich auf Deiner Bergtour zu begleiten
auch wenn es nur virtuell war.

Ich habe mich besonders über das Foto der Teufelskralle gefreut, da sie doch sehr selten geworden ist.

einen Gruß Begine
ehemaliges Mitglied Einfach genial. Man muss es aber selbst erlebt haben. Diese Weite, diese Ruhe, diese Luft, das Licht, ...
Und wenn die Kondition gefordert ist, dann gehts noch besser.

Gut ist, daß Du abgebrochen hast. Das macht nicht jeder.
Wenn man nämlich schon mal dort ist, dann könnte man ...
von der Bergwacht aufgelesen werden.
Zum Umkehren gehört Mut.
Aber die Berge sind immer, auch in 1000 Jahren, noch da.

Ich finde auch, dass man nur 'am Berg' trainieren kann; Stück für Stück. Das kann keine Muckibude erreichen.

Sehr schöne Fotos, Danke!
qilin gemeinsame Touren über's Internet zu organisieren ist erfahrungsgemäß schwierig - für kurze und kurzfristige Unternehmungen (etwa ein Wochenende) lohnt sich die oft lange Anreise nicht, für langfristige ist das Wetterrisiko sehr hoch - vor zwei Jahren hatte ich in einem Forum eine Bergwoche ausgeschrieben, und zur Sicherheit ein Zeitfenster von zwei Wochen angegeben, damit man bei Schlechtwetter kurzfristig umdisponieren konnte. Gemeldet hat sich eine 'vielleicht'-Teilnehmerin - und ich musste dann absagen, weil ein Schlechtwettereinbruch das ganze Gebiet in eine Schneewüste verwandelt hatte (und das im August!). Aber wenn mal eine längere Schönwetterperiode in Sicht ist, wäre es evtl. schon machbar...

() qilin
loretta Beeindruckender Bericht mit exzellenten Bildern. Danke für diese Impressionen, auf die du wirklich mit Recht stolz sein kannst.

Ich beneide dich um diese Tour, werde ich derartiges doch nie selbst erleben können. Nochmals Danke.

loretta
Karl Lieber Qilin,

die Alpen sind dann doch ein anderes Kaliber als der Schwarzwald. Deine Bilder sind toll und geben einen guten Eindruck von Deiner Route.

Leider bin ich nicht schwindelfrei, aber trotzdem locken mich die Alpen. Es gibt ja auch Routen die herausfordernd und trotzdem auch von Meinesgleichen begehbar sind.

Wenn Du Führungen organisierst, wir sind dabei

Karl
qilin Hallo Margit,
das Buch scheint recht interessant zu sein - wenn man solche Durchquerungen mag. Meine Sache sind die weniger - da sind unterwegs meist so viele schöne Gipfel; wenn man die alle 'mitnehmen' wollte, würden die Touren nicht zwei bis drei, sondern sechs bis zehn Wochen dauern...
Ich habe schon mehrere Bergwochen (d.h. meist waren es 14 Tage) gemacht, aber meist nur von einer, höchstens zwei Hütten aus. Es ist ja auch nicht jedermanns Sache, einen schweren Rucksack, womöglich noch mit Kletterausrüstung und Lebensmitteln, wochenlang durch die Berge zu schleppen...

() qilin
margit Danke für den Bericht über Deine Bergtour und die eindrucksvollen Fotos. Das macht Lust auf mehr.

Kennst Du das Buch Alpentreks von Andrea Strauß (hrsg.)? Darin werden 10 Routen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad über die Alpen beschrieben.

Margit
qilin wenn man nicht an seine Grenzen geht, dann kann man sie auch nicht erweitern

Und die junge Dame machte mir einen recht kompetenten Eindruck - außerdem ist sie sicher nicht mal halb so alt wie ich. Die kam schon klar mit dem Gelände...

() qilin
Bruno32 Wundervolle Aufnahmen die du gemacht hast.
Wenn ich nicht schon 81 wäre, würde ich gerne die Berge noch einmal besteigen.
Meine letzte Tour habe ich mit 70 Jahren gemacht und zwar
alle Gipfel um das Matterhorn herum.
Ich freue mich für jeden, der es noch machen kann.

Es sind unvergessliche Erlebnisse.

Grüße Bruno
ehemaliges Mitglied moin moin.
ich kann nur sagen, respekt!!. bin jahrgang 1944 also 68, aber
so eine tour hätte ich auch vor zehn jahren nicht geschaft. klasse bilder und beschreibung.
lg basta/helmut
Monja_moin Ein wunderbarer Bericht mit fantastischen Fotos!!!

Die Ruhe der Begwelt, die herrliche Aussicht zu genießen, Natur pur zu erleben wird trotz der körperlichen Anstrengungen immer im Gedächnis bleiben und man wird sich später gerne daran erinnern.
Für mich wäre das allerdings nicht. Ich schaue mir aber gerne die Bilder an und lese ebenso so gerne die Berichte darüber.

Gruß Monja.
Gardasee ein Genuß deine Bilder, wunderschön anzuschauen.
Susi hat mich in ihrer Cafeteria darauf aufmerksam gemacht.
Brigitte
Komet danke für diese wundervollen Aufnahmen von Deiner Wanderung.
15 Jahre jünger und ich wäre glatt eine Teilstrecke mit Dir gegangen. Heute bin ich froh, wenn der Weg geradeaus und ohne Stolpersteine verläuft.
Hier bist Du wirklich bis an Deine Grenze gegangen.
Ich hoffe nur, dass diese Wanderfreundin nicht allein auf dieser Tour war. Das Risiko ist nicht zu unterschätzen.

Herzliche Grüße sendet Dir Ruth.
Traute Unglaublich und doch immer wieder Mutproben der Menschen. Da will ich gerne Bewunderer bleiben.
Mit freundlichen Dank, für die eindrucksvollen Fotos, über die gewaltige Bergwelt und ihre tapferen Bezwinger,
Traute
ehemaliges Mitglied Hallo Wolfgang!
Einen schönen Morgen wünsche ich dir!
Ich gratuliere zu deinem harten Ausflug. Was du uns durch Fotos gezeigt hast, ist wunderschön. Ich mag die Berge auch.
Liebe Grüße von Susi

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